Cocido madrileño

Wenn es überhaupt ein spanisches Nationalgericht gibt, dann ist es dieses. Jede Gegend hat ihre eigene Variante.
Paella bietet der Spanier zwar mittlerweile auch überall an (er ist ja nicht blöd), aber eigentlich denkt der Spanier in seiner Küche sehr regional. Weswegen sich zum Beispiel in Madrid viele Restaurants finden, die “cocina gallega”, “asturiana”, “catalana” anbieten.
Jenseits jedes Separatismus aber kocht der Spanier Eintöpfe. Und das praktisch schon immer. Wenn dieser Eintopf “Cocido” heißt, enthält er auf jeden Fall Kichererbsen (span. “garbanzos”), Kartoffeln (“patatas”) und spanische Paprikawurst (“chorizo”, gesprochen Tschoritho – von mir aus aber gerne auch wie’s dasteht. Gibt’s inzwischen in vielen deutschen Feinkostgeschäften. Bitte zum Verkochen immer die kleinen, weißwurstförmigen verwenden.).

Traditionell ist Cocido in der Gegend von Madrid das Sonntagsessen, traditionsgemäß in Tontöpfen sehr langsam gegart, oft auf offener Flamme. Da ich aus einer komplett denaturierten Migrantenfamilie stamme, wurde das Gericht bei uns immer in ganz normalen Töpfen zubereitet.

Hier mein Familienrezept. Wie alle echten Familienrezepte mit vagen Mengenangaben. Kommt schießlich immer ganz drauf an.

Aus Suppenknochen eine Brühe kochen. Im Idealfall ist auch ein Stück Knochen eines spanischen Schinkens (jamón serrano) dabei. Vielleicht ein Einkaufstipp für den nächsten Spanienurlaub: Dort gibt es im Supermarkt entsprechende Brühwürfel “Jamón”.

Kichererbsen (pro Person ein große Hand voll) über Nacht einweichen.

Knochenbrühe in einem sehr großen Topf zum Kochen bringen, evtl. mit Wasser strecken.
Ein Pfund Rindfleisch (Suppenfleisch),
ein Stück luftgetrockneter Schinken,
die Kichererbsen dazugeben.

Nach einer halben Stunde
ein Suppenhuhn, in Stücken, dazugeben.
Nach einer weiteren halben Stunde kommt dazu
ein Stück Schweinehals und
ein paar kleine Chorizos, halbiert und
mindestens drei Knoblauchzehen, geschält.

Nach nochmal einer halben Stunde
Kartoffeln, geschält (pro Person eine mittlere?) und
gelbe Rüben, in Stücken dazugeben.
Kräftig salzen. Nach einer halben Stunde ist alles gar.

Serviert wird der Cocido in drei Gängen.
1. Die kräftige Brühe, gerne mit Suppennudeln (separat gekocht).
2. Das Gemüse, mit Olivenöl beträufelt.
3. Das ganze Fleisch.

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu “Cocido madrileño”

  1. Thuner meint:

    Kannst Du mir ein WAV-File schicken, wie man Chorizo ausspricht?

  2. Oliver meint:

    ich werd mich jetzt gleich mal an der spanischen Tortilla versuchen. Meine spanische Mitbewohnerin hat es mir erklärt.

    Chorizo auszusprechen ist eigentlich nicht so schwer. Die obige Erklärung ist ganz ok. Das /CH/ wie das deutsche /TSCH/ in Tschüß, z.B. Das z wird im Kastilischen wie das Lispel /TH/ des englischen ausgesprochen. Auf den Kanarischen Inseln, Südspanien und ganz Südamerika hingegen gibt es den seseo, heisst, dass c und auch das z wird wie ein s ausgesprochen.

  3. Trinidad meint:

    nur ein kleiner tip fuer den eintopf.Die kichererbsen am vorabend in lauwarmes gesalzenes wasser geben, dann werden si viel weicher. Und noch etwas, dieser eintopf kann man auf vielerweise vorbereiten. Die kichererbsen kann man auch separat aufkochen un danach als salat verwenden, mit eiern,wurst, thunfisch, etc zubereiten. gruesse aus spanien

  4. die Kaltmamsell meint:

    Hola Trini,
    das ist ja ein höchst interessanter Tipp: Mir hatte man immer vorgebetet, das Wasser für Hülsenfrüchte dürfe kein Salz enthalten, da sich sonst die Garzeit verlängere. Danke, werde ich ausprobieren!

  5. Jose meint:

    Deleted by kaltmamsell: If you want to place an advertisement, go someplace else – and pay for it first.

  6. Uwe meint:

    Ist, denke ich, für viele zu kompliziert. Würde mich auf Garbanzos – natürlich – , einen ordentlichen Schinkenknochen (mit was dran), Chorizo, Wirsingkohl und Kartoffeln, evtl. noch Möhren, beschränken. Schmeckt toll.

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