Archiv für September 2003

Die Wahrheit über Ameisenbären

Dienstag, 30. September 2003

Das hier

Great_Anteater (36k image)

ist ein Ameisenbär (und links ist vorne). “Wie?” rufen jetzt alle aus, die mit dem Rosaroten Panther aufgwachsen sind, “das sieht ja gar nicht aus wie die Blaue Elise!”
Korrekt, sieht es nicht. Diesen PISA-relevanten Schaden in der Allgemeinbildung haben Deutsche durch eine Schlamperei der Übersetzungs- oder Synchronfirma. Sowohl “anteater” als auch “aardvark” auf Englisch werden in einfachen Wörterbüchern mit “Ameisenbär” übersetzt. Nur handelt es sich um komplett verschiedene Tiere. Die Blaue Elise ist ein Erdferkel!

Erdferkel (14k image)

Mode marginal

Montag, 29. September 2003

Bigotterie ist, Fleisch zu essen – aber nur wenn es nicht nach Tier aussieht.
Bigotterie ist demzufolge auch, Angorapullis zu tragen – aber den Anblick ihrer Herkunft nicht ohne Lachkrampf zu ertragen.

(Schon wieder Dank an Julika.)

Service für Englischlehrer

Sonntag, 28. September 2003

Seit das Lied existiert, haben Fans und Englischlehrer an We didn’t start the fire von Billy Joel rumgehört, um den gesamten Text herzukriegen. Dank an Julika für die ultimative Lösung als Film!

Appell an die Architekten dieser Welt

Sonntag, 28. September 2003

Bitte, bitte baut keine Gebäude mit Blechdach unter Kastanien-Bäume!

Meine Küche ist verseucht

Samstag, 27. September 2003

Als erstes hat die Geschirrspülmaschine gehustet: Ihr Spülprogramm blieb einfach stecken – und der kreiselnde Wasserstrahl hat vorgespült, vorgespült, vorgespült. Nun gut, muss ich halt alle fünf Minuten das Programm sachte weiterschubsen.

Mir war schon klar, dass solch ein Schaden sehr infektiös ist, aber wie hätte ich in einer Einbauküche die angrenzende Waschmaschine bitteschön vom kranken Geschirrspüler isolieren können? Keine ganze Woche später hatte es die wackere Bauknecht-Waschmaschine erwischt: Ihre Trommel drehte sich nicht mehr. Dabei hatte nur zwei Jahre voher Dr. Bauknecht sie auf Herz und Nieren überprüft (damals hatte sie eine neue Pumpe gebraucht). Die Ferndiagnose einer erfahrenen Waschmaschinen-Userin (meine Mama): Keilriemenschaden. Mein unerschrockenes Angebot, meine Feinstrumpfhose als Ersatz zur Verfügung zu stellen, erntete lediglich Gelächter. Zugegeben, nicht mal bei einem Auto habe ich dieses angeblich funktionierende Provisorium außerhalb des Kinos erlebt.
Also: Anruf bei Frau Bauknecht, die mir gleich am nächsten Tag ihren Mann vorbei schickte: Keilriemenschaden. Prächtig, den kann man ja ersetzen (ich traute mich nicht, nochmal meine Feinstrumpfhose anzubieten).

Obwohl ich dachte, sehr schnell auf die Kücheninfektion reagiert zu haben, konnte ich eine Ausbreitung in den darauf folgenden Tagen nicht verhindern. Es trifft ja dann immer die Anfälligsten: Auch wenn mein Bügeleisen zwei Zimmer weiter in der Abstellkammer wohnt, erwischte es das gute Bügli als nächstes. Nach ein paar Auseinandersetzungen mit der tückischen Schwerkraft war es ohnehin nicht mehr ganz taufrisch. Es fing sich also den Küchenbazillus ein und tat gar nichts mehr. Das war dann doch die bisher schwerste Infektion. Eine Notoperation wurde durch die extravaganten Schraubenköpfe am Bügeleisen verhindert, die weder schlitzförmig waren (da tut es der handelsübliche Schraubendreher), noch sechskant (auch damit wird mein Werkzeugkasten locker fertig), nicht einmal sternförmig – auch das kein Problem für meinen Profi-Werkzeugkasten. Sondern: Herr Siemens hatte sich vermutlich besonders schlau gefühlt, als er Schrauben mit Dreiecksschlitzköpfen einsetzte. Mir ist durchaus klar, dass ich ganz ausgesprochen GEHINDERT werden soll, mich an den Innereien des Bügeleisens zu schaffen zu machen. Ich trug den Patienten also zum mir nächst verwandten Handwerker (Papa): Dessen Werkzeugkeller ist an Professionalität nur noch durch das Lager der HOFFMANN Gruppe zu übertreffen. Der Eingriff ergab, dass der Widerstand hinüber war und durch einen neuen ersetzt werden musste. Prima, das wäre also geschafft.

Doch wie so oft in der Schulmedizin hatten wir wohl irrtümlich am Symptom gedoktort und nicht an der eigentlichen Krankheitsursache: Bügli plättete genau eine Hose, bevor es seine Lebensgeister aushauchte. Exitus, fürchte ich. Ich habe den Wasserbehälter im Verdacht, durch ein Leck interne Kurzschlüsse zu verursachen, aber Beweise wird wohl erst die Obduktion in Papas Keller ergeben.

Gestern das nächste Opfer: der Wasserhahn in der Küche. Ich werde um eine Meldung beim Gesundheitsamt nicht herumkommen, spätestens diese neue Erkrankung fällt ja wohl unter das Seuchenschutzgesetz. Aus dem Wasserhahn (Modell Joystick) kam in der „kalt“-Stellung nur noch ein Rinnsal. Das sich heute Morgen nicht mehr abstellen ließ. Es dauerte über 15 Minuten, bis ich das übergeordnete Ventil gefunden hatte, ohne gleichzeitig der genesenen Waschmaschine das Wasser abzudrehen. Der zuständige Facharzt ist hier mein greiser Hausmeister. Ich lass mir gleich mal einen Termin geben.

Wir lernen Englisch

Freitag, 26. September 2003

Don Dahlmann hat meinen Nachmittag auf dem Gewissen, weil er einen Link über das spanische Torremolinos der 70er Jahre postet. Die Folgen: stundenlanges Rumgeklicke (ach ja, man sollte Spanisch können, es gibt aber auch viele schöne Bilder).

Liebe Kinder: Schaut Euch die Seite gut an, denn das werden Euch Eure Englischlehrer sicher nicht erzählen. Torremolinos ist für die Engländer, was Jesolo für die Deutschen ist – der Traumurlaub der 70er Jahre. Wenn Ihr gerade im Süden Spaniens seid, gleich bei Málaga, macht doch einen Abstecher nach Torremolinos. Dort ist fast ebenso autentischer Sprachurlaub für Englisch möglich wie in Malta.

Mode-Liebe

Freitag, 26. September 2003

Ich liebe Mode. Wenn ich nicht wüsste, dass ich nicht regelmäßig genug zum Lesen komme, hätte ich mir schon längst die Textilwirtschaft abonniert. Kleider, Schuhe, Taschen, Frisuren – es gibt eine Menge Filme, die ich mir eigentlich nur deshalb gerne anschaue.

Wöchentliches Muss: Die Style-Beilage der New York Times, weil sie Mode so ernst nimmt, wie sie es verdient. Ohne gleich deutsch kulturkritisch feuilletonistisch zu werden.
In Deutschland kenne ich nichts Vergleichbares.

Ansehen wird mir meine Mode-Begeisterung sicher niemand – sie hat keine direkte Verbindung zu Habenwollen.
Das wiederum mag aber an meiner Kleidergröße 44 verbunden mit einem überschaubaren Jahresgehalt liegen.

Eben deshalb habe ich mich ungeheuer über den Link zu Kate Spade bei Herrn Praschl gefreut. Draufgeklickt – und mir blieb der Atem stehen…