Irgendwann habe ich beschlossen, mich nicht mehr darum zu kümmern, ob über meine genialen Bonmots und Anspielungen gelacht wird. Wenn ich mich recht erinnere, arbeitete ich mal wieder als Urlaubsvertretung in einer schnarchigen Lokalredaktion und ließ ein Asterix-Zitat einfließen. Es ging nicht mal eine erkennende Augenbraue nach oben. Und das, wo das Zitat nicht hätte besser passen können. Schluss, aus, beschloss ich. Wenn ich als Alternativen hatte, meine Geistesblitze zu unterdrücken oder sie ins Leere zu äußern, entschied ich mich jederzeit fürs laute aber einsame Amüsement.
Das ist etwa sechs Jahre her. Meine wechselnden Büroumgebungen mussten sich also fortan daran gewöhnen, dass ich beim Lesen und Arbeiten immer wieder etwas halblaut vor mich hin sagte, über das ich dann in schallendes Gelächter ausbrach. Wenn ich mich zum Beispiel dabei ertappte, dass ich meinen Bildschirm mit „Computer!“ anredete, fiel mir eben die entsprechende Szene aus Star Trek: The Voyage Home ein, in der Scotty versucht, so den Computer zu bedienen. Und so musste ich natürlich die Szene weiterspielen, wies mich also mit verstellter Stimme an „You have to use the mouse!“, nahm die Mouse und sprach hinein: „Computer!“ Ich konnte mich minutenlang vor Lachen nicht mehr halten. Aber meine Kollegen hatten mich schon vorher für meschugge gehalten.
Gleichzeitig bleiben meine Äußerungen ins Leere natürlich immer Kontaktversuche zu Gleichgesinnten. Deshalb machte ich sie ja auch halblaut. Manchmal lohnt es sich. Wie zum Beispiel heute, als ich eine neue Form der Firmenpräsentation vorschlug und murmelte: „Sie wissen schon: ‚Wir sind Gallier etc. pp.’“ Und plötzlich sah ich ganz deutlich, wie sich verwundert die linke Augenbraue eines Anzugträgers hob, der eben in ein Schnittchen biss. Er grinste und blinzelte ganz kurz zu mir hinüber. Das ist es wert.