Archiv für Juli 2004

Gazpacho – kalte spanische Gemüsesuppe

Samstag, 31. Juli 2004

Schnell, jetzt wäre noch Zeit, die Zutaten einzukaufen. Hier mein Rezept.

Fremd

Freitag, 30. Juli 2004

„Äh, Entschuldigung…“
Ich krame gerade in meiner Aktentasche nach dem Schlüssel für die Haustür und blicke auf.
„Hätten Sie vielleicht Lust, mit mir eine Tasse Kaffee zu trinken?“
Der bärtige Herr steht ein paar Meter vor mir, lächelt und wippt verlegen auf den Fußballen. Mit einer Hand fährt er sich, noch verlegener, über die hohe Stirn.
Ich lächle zurück: „Oh, äh, ach wissen Sie…“
Er wiegelt sofort ab: „Ist schon spät für einen Kaffee, nicht?“
„Ja, und…“
„Aber vielleicht, dass wir später…?“
„Ahm, eigentlich, ich…“
„Ah ja, dann, ok., hm, schöne Zeit…“
„Danke, ahm, nett, Wiederseh’n.“

Es passiert mir höchstens alle zwei Jahre, dass mich wildfremde Männer ansprechen (Gott ja, der Betrunkene auf dem Moritzplatz ist tatsächlich schon zwei Jahre her). Ich habe bislang immer freundlich und höflich, aber ablehnend reagiert. Annehmen könnte ich gar nicht – aber kann das überhaupt jemand? Bei einem komplett wildfremden Mann?

It’s alive!

Donnerstag, 29. Juli 2004

Mein Büro-Wasserkocher hat seit gestern eine neue Funktion: Er schaltet sich aus, sobald das Wasser kocht.
Pah, sagen Sie da, das machen doch alle Wasserkocher. Keineswegs. Diesen Wasserkocher habe ich vor zwölf Jahren gekauft, nachdem ich kettles während eines Studienjahres in Wales schätzen gelernt hatte. Es handelt sich um die einfachste Ausfertigung eines Wasserkochers, ohne Ein/Aus-Knopf, abnehmbares Oberteil oder sonstige Annehmlichkeiten (mir ham ja nix g’habt!). Ich verwendete ihn, indem ich den Deckel abnahm, Wasser einfüllte, Deckel wieder aufsetzte, den Stecker in eine Steckdose steckte. Daraufhin brachte eine frei liegende Heizspirale das Wasser zum Kochen und kochte es und kochte es und kochte es – bis ich den Stecker zog. Gefährliche Sache, klar. Ich hatte immer Glück und machte lediglich ein paar Mal meine Küche zum Dampfbad, ließ ihn aber nie leerkochen.

Daheim habe ich mittlerweile einen Wasserkocher mit sämtlichen Schikanen: Knöpfe, Lämpchen, abnehmbares Oberteil, abnehmbares Kabel – das ganze Programm (mir ham’s ja.). Der Ur-Wasserkocher kam ins Büro.

Gestern war gerade darin Wasser am Kochen, als sich das Gerät mit einem sanften „Zick“ abschaltete. Na bravo, dachte ich, jetzt ist er hin. Ist er nicht. Er hat lediglich dazugelernt. Drei Mal habe seit gestern den Wasserkocher genutzt, jedesmal schaltete er sich aus, sobald das Wasser kochte. Seither bin ich mir seiner Präsenz am Rand meines linken Sehfelds sehr bewusst.
Lässt er sich als nächstes einen Schlauch zur Wasserleitung wachsen? Oder kann ich eines Tages den Aufsatz abnehmen? Wird ein Ein/Aus-Knopf entstehen?

Wo der Bartl den Most her holt

Mittwoch, 28. Juli 2004

Lotto1752

Als ich vor diesem Laden in Wien stand (das Schild, das die neuen „Lotto Computer“ anpreist, ist Emaille!), kam mir München schlagartig poplig vor. Die paar Jahrhunderte Habsburger sind an jeder Straßenecke sichtbar.

1752 – da hatte München grad mal einen Kurfürsten, und über’n Marienplatz wurden noch die Kühe getrieben.

Meine erste Challah

Dienstag, 27. Juli 2004

JuedischesMuseum

Leider stand beim Foto des Herrn mit Davidstern auf der Badehose kein Name, sondern nur „Hakoah Wasserballmannschaft“.
„Bah“, grantelte ich, „das hätte ich auch selbst gesehen.“
„Weißt du was, dir glaube ich das sogar“, sagte mein Begleiter.
Ist es bedenklich, dass ich die Tante Jolesch von Friedrich Torberg derart gut kenne?

Die einstündige Führung im jüdischen Museum von Wien war sehr fundiert. Die kundige Dame wies auch auf die lebendige jüdische Szene im Zweiten Bezirk hin, und dass es in der Hollandgasse eine jüdische Bäckerei gebe, in der man sich am Freitag die Challah für Sabbath hole.

Freitag war der Tag gleich nach der Führung, also nutzte ich die Gelegenheit herauszufinden, was an einer Challah jetzt bitte so anders sein soll als an meinem Hefezopf. Ergebnis: Anders als mein Hefezopf ist sie Brot und nicht Kuchen. Die Challah aus der Hollandgasse war allerdings für meinen Geschmack ein wenig zu lang im Ofen gewesen.

(Ob die Fußballmannschaft der Hakoah heute wohl in der Champions League spielen würde?)

Abgelenkt

Montag, 26. Juli 2004

Die dicke alte Frau in einem edlen roten Leinenkleid torkelt mit schweren Schritten am Straßencafé vorbei. Besorgt blicke ich von meiner Zeitungslektüre auf – und schmunzle über den Grund des Torkelns: Die Dame fixiert über eine Lesebrille hinweg das Mobiltelefon in ihrer Hand, sucht hochkonzentriert nach einer Taste. Als sie die Taste gefunden hat, führt sie das Handy ans Ohr und geht zügig und völlig torkelfrei weiter.

Don Jesús kocht

Sonntag, 25. Juli 2004

Paella

Und so hatte ich heute die Gelegenheit, Fotos für unser Familienrezept „Paella“ zu machen.