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	<title>Kommentare zu: Anne Fadiman, Ex Libris</title>
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	<description>Speisen</description>
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		<title>Von: kid37</title>
		<link>http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2006/01/ex-libris.htm#comment-24258</link>
		<dc:creator>kid37</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jan 2006 16:56:46 +0000</pubDate>
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		<description>Ich stamme ja ebenfalls aus einer 1-Buch-Familie, in der &quot;Lesen&quot; kein besonders hohes Ansehen genießt. Mein Literaturstudium ging quasi als Sprachlehrgang durch, die vorbildlose Bibliothek wurde jahrelang mißtrauisch begutachtet. (&quot;So viele Bücher. Wenn du mal umziehen mußt!&quot;) Darin gibt es Schätze, die ich beinahe nur mit weißen Baumwollhandschuhen anfassen möchte, und anderes, das ge- und vielleicht auch verbraucht wird. Je nachdem. Nicht alle Bücher taugen zum Fetisch. Papier aber ist und bleibt sexy.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich stamme ja ebenfalls aus einer 1-Buch-Familie, in der &#8220;Lesen&#8221; kein besonders hohes Ansehen genießt. Mein Literaturstudium ging quasi als Sprachlehrgang durch, die vorbildlose Bibliothek wurde jahrelang mißtrauisch begutachtet. (&#8220;So viele Bücher. Wenn du mal umziehen mußt!&#8221;) Darin gibt es Schätze, die ich beinahe nur mit weißen Baumwollhandschuhen anfassen möchte, und anderes, das ge- und vielleicht auch verbraucht wird. Je nachdem. Nicht alle Bücher taugen zum Fetisch. Papier aber ist und bleibt sexy.</p>
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		<title>Von: Mareike</title>
		<link>http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2006/01/ex-libris.htm#comment-24255</link>
		<dc:creator>Mareike</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2006 23:11:40 +0000</pubDate>
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		<description>Ich sehe mich als weiteren Beweis dafür, dass man auch ohne elterliches Vorbild gerne und viel lesen kann! Meine Mutter konnte nicht damit anfangen, dass ich in jeder Bibliothek in meiner Nähe Bücher ausgeliehen habe (und diese auch noch mehrfach gelesen habe). Und was war ich dankbar, für die Pfarr-, Schul- und Stadtbibliothek! Mittlerweile arbeite ich an meiner eigenen kleinen Privatsammlung und bei jedem Umzug füllen sich mehr Kisten mit Büchern -- sehr zu meiner Freude.

Zu den zwei Lesertypen, die unterschieden werden... ich bin definitiv ein carnal lover! Für alles andere fehlt mir die Disziplin - ich könnte eigentlich einfach meinen Namen unter  Lilas Kommentar setzen. Allerdings schreibe ich nicht auf, wann ich welches Buch gelesen habe. Sehr interessante Idee... *bleistiftspitz* *zurbücherwandgeh*</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sehe mich als weiteren Beweis dafür, dass man auch ohne elterliches Vorbild gerne und viel lesen kann! Meine Mutter konnte nicht damit anfangen, dass ich in jeder Bibliothek in meiner Nähe Bücher ausgeliehen habe (und diese auch noch mehrfach gelesen habe). Und was war ich dankbar, für die Pfarr-, Schul- und Stadtbibliothek! Mittlerweile arbeite ich an meiner eigenen kleinen Privatsammlung und bei jedem Umzug füllen sich mehr Kisten mit Büchern &#8212; sehr zu meiner Freude.</p>
<p>Zu den zwei Lesertypen, die unterschieden werden&#8230; ich bin definitiv ein carnal lover! Für alles andere fehlt mir die Disziplin &#8211; ich könnte eigentlich einfach meinen Namen unter  Lilas Kommentar setzen. Allerdings schreibe ich nicht auf, wann ich welches Buch gelesen habe. Sehr interessante Idee&#8230; *bleistiftspitz* *zurbücherwandgeh*</p>
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		<title>Von: Das Blog-Heinzelmännchen</title>
		<link>http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2006/01/ex-libris.htm#comment-24252</link>
		<dc:creator>Das Blog-Heinzelmännchen</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2006 18:26:52 +0000</pubDate>
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		<description>Darf ich zu diesem Anlass Clifton Fadiman nennen, den Vater der Autorin, der in den 30er Jahren Lektor bei Simon and Schuster und Buchkritiker beim &lt;em&gt;New Yorker&lt;/em&gt; war. Ich kenne ihn als Star von &lt;em&gt;Information Please&lt;/em&gt;, einer enorm geistreichen Radio-Quiz-Show während der gesamten 40er Jahre, wo die prominenten Gäste nominell Quiz-Fragen beantworten, tatsächlich aber nur sich und das Publikum beeindrucken und unterhalten.
Gelesen habe ich &lt;em&gt;Ex Libris&lt;/em&gt; noch nicht, hole es aber sicher bald nach.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Darf ich zu diesem Anlass Clifton Fadiman nennen, den Vater der Autorin, der in den 30er Jahren Lektor bei Simon and Schuster und Buchkritiker beim <em>New Yorker</em> war. Ich kenne ihn als Star von <em>Information Please</em>, einer enorm geistreichen Radio-Quiz-Show während der gesamten 40er Jahre, wo die prominenten Gäste nominell Quiz-Fragen beantworten, tatsächlich aber nur sich und das Publikum beeindrucken und unterhalten.<br />
Gelesen habe ich <em>Ex Libris</em> noch nicht, hole es aber sicher bald nach.</p>
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		<title>Von: croco</title>
		<link>http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2006/01/ex-libris.htm#comment-24251</link>
		<dc:creator>croco</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2006 17:21:21 +0000</pubDate>
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		<description>Bei uns zieht sich das durch die weibliche Linie von Generation zu Generation. Meine Großmutter war eine leidenschaftliche Leserin, die Welt um sie heraum versank mitsamt ihrer  8 Kinder, so auch meine Mutter, die aber nicht sehr froh ist um diese Leidenschaft. Mich hat es erwischt, meine Schwester komplett verschont. Meine kleine Nichte hingegen freut sich wie blöd auf die Schule, um endlich die Bücher selbst zu lesen, die sie schon hat.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Bei uns zieht sich das durch die weibliche Linie von Generation zu Generation. Meine Großmutter war eine leidenschaftliche Leserin, die Welt um sie heraum versank mitsamt ihrer  8 Kinder, so auch meine Mutter, die aber nicht sehr froh ist um diese Leidenschaft. Mich hat es erwischt, meine Schwester komplett verschont. Meine kleine Nichte hingegen freut sich wie blöd auf die Schule, um endlich die Bücher selbst zu lesen, die sie schon hat.</p>
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	<item>
		<title>Von: Aufpasser</title>
		<link>http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2006/01/ex-libris.htm#comment-24250</link>
		<dc:creator>Aufpasser</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2006 10:24:05 +0000</pubDate>
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		<description>Dass die Erwartung nichtlesender Eltern an die Leselust der Kinder fehl am Platze ist, damit hat Anne Fadiman sicher recht - &quot;Do as I say, don&#039;t do as I do&quot; ist in der Erziehung nicht angebracht. Aber es gibt eben beide Fälle: das Übernehmen der Gewohnheiten, Präferenzen oder Vorlieben der Eltern und die Suche nach neuen Wegen und Wichtigkeiten seitens des Nachwuchses. 
Beim Lesen habe ich die Leselust meines Vaters übernommen mit ein wenig zusätzlichem Sammlereifer.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dass die Erwartung nichtlesender Eltern an die Leselust der Kinder fehl am Platze ist, damit hat Anne Fadiman sicher recht &#8211; &#8220;Do as I say, don&#8217;t do as I do&#8221; ist in der Erziehung nicht angebracht. Aber es gibt eben beide Fälle: das Übernehmen der Gewohnheiten, Präferenzen oder Vorlieben der Eltern und die Suche nach neuen Wegen und Wichtigkeiten seitens des Nachwuchses.<br />
Beim Lesen habe ich die Leselust meines Vaters übernommen mit ein wenig zusätzlichem Sammlereifer.</p>
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	<item>
		<title>Von: Sanníe</title>
		<link>http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2006/01/ex-libris.htm#comment-24249</link>
		<dc:creator>Sanníe</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2006 10:17:25 +0000</pubDate>
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		<description>Meine Eltern lesen zwar, haben es aber nicht als so lebensnotwendig verstanden wie ich. 
Sie waren stolz und ein bißchen verwundert, mit welcher Leidenschaft ich mich als Kind schon durch Bücher &quot;gefräst&quot; habe, und haben es immer gefördert.

Ganz anders hier: http://www.zeit.de/2003/52/C-BuchSchavan?page=all
(Fiel mir spontan wieder ein.)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Eltern lesen zwar, haben es aber nicht als so lebensnotwendig verstanden wie ich.<br />
Sie waren stolz und ein bißchen verwundert, mit welcher Leidenschaft ich mich als Kind schon durch Bücher &#8220;gefräst&#8221; habe, und haben es immer gefördert.</p>
<p>Ganz anders hier: <a href="http://www.zeit.de/2003/52/C-BuchSchavan?page=all" rel="nofollow">http://www.zeit.de/2003/52/C-BuchSchavan?page=all</a><br />
(Fiel mir spontan wieder ein.)</p>
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	<item>
		<title>Von: kecks</title>
		<link>http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2006/01/ex-libris.htm#comment-24248</link>
		<dc:creator>kecks</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2006 09:33:26 +0000</pubDate>
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		<description>Volle Zustimmung! 

(Wobei ich beim zweiten Deiner Kritikpunkte nicht so recht weiß, ob er zutrifft - ich kenne jedenfalls niemanden persönlich, der Bücher schätzt und viel, viel, viel liest, ohne daß im das zuhause vorgelebt worden wäre.)

(Und weil ich gleich mein Seminar damit belästigen werde: Kästners &quot;Fabian&quot; ist vielleicht nicht ganz das Richtige für zehnjährige Mädchen, aber sicherlich kein Sch***! Ganz im Gegenteil!)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Volle Zustimmung! </p>
<p>(Wobei ich beim zweiten Deiner Kritikpunkte nicht so recht weiß, ob er zutrifft &#8211; ich kenne jedenfalls niemanden persönlich, der Bücher schätzt und viel, viel, viel liest, ohne daß im das zuhause vorgelebt worden wäre.)</p>
<p>(Und weil ich gleich mein Seminar damit belästigen werde: Kästners &#8220;Fabian&#8221; ist vielleicht nicht ganz das Richtige für zehnjährige Mädchen, aber sicherlich kein Sch***! Ganz im Gegenteil!)</p>
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	<item>
		<title>Von: Anke</title>
		<link>http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2006/01/ex-libris.htm#comment-24247</link>
		<dc:creator>Anke</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2006 08:58:52 +0000</pubDate>
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		<description>Hm. Glaube ich auch nicht, dass es unbedingt das Vorbild der Eltern braucht, um sich als Kind zur Leseratte zu entwickeln. Bei mir war das eher die Faszination des Materials, Papier in der Hand zu haben (ich spiele immer noch beim Lesen mit den Fingern an den Seiten rum), Geschichten intensiv und unmittelbar zu erleben (genau wie ich heute Kino erlebe -- mit dem ganzen Herzen), mich alleine zu beschäftigen (viel angenehmer als im Rudel Kinder unterzugehen) als meine Eltern lesen zu sehen. Was ich übrigens recht selten gesehen habe, obwohl meine Eltern über eine durchaus ordentliche Bücherwand verfügen. Aus mir ist eine begeisterte Leserin geworden, aus meiner Schwester dagegen gar nicht. Hat anscheinend recht wenig mit der Aufzucht zu tun, ob man nun gerne liest oder nicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hm. Glaube ich auch nicht, dass es unbedingt das Vorbild der Eltern braucht, um sich als Kind zur Leseratte zu entwickeln. Bei mir war das eher die Faszination des Materials, Papier in der Hand zu haben (ich spiele immer noch beim Lesen mit den Fingern an den Seiten rum), Geschichten intensiv und unmittelbar zu erleben (genau wie ich heute Kino erlebe &#8212; mit dem ganzen Herzen), mich alleine zu beschäftigen (viel angenehmer als im Rudel Kinder unterzugehen) als meine Eltern lesen zu sehen. Was ich übrigens recht selten gesehen habe, obwohl meine Eltern über eine durchaus ordentliche Bücherwand verfügen. Aus mir ist eine begeisterte Leserin geworden, aus meiner Schwester dagegen gar nicht. Hat anscheinend recht wenig mit der Aufzucht zu tun, ob man nun gerne liest oder nicht.</p>
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		<title>Von: Lila</title>
		<link>http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2006/01/ex-libris.htm#comment-24246</link>
		<dc:creator>Lila</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2006 08:33:44 +0000</pubDate>
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		<description>Liebe Kaltmamsell, kränke Dich nicht, da hat die Dame eben ihren blinden Fleck, den wir alle überall haben. Mir fallen beim einfachen Nachdenken auf Anhieb fünf Freundinnen aus Nichtleserhaushalten ein, die sich zu feinsinnigen, leidenschaftlichen und klugen Leserinnen entwickelt haben. Dagegen habe ich schon viele Leser-Eltern klagen gehört, daß sie ihre Kinder nicht vom Bildschirm weglotsen können. So einfach ist das also nicht mit der Übertragung der Lese-Leideschaft. 

Ich behandle meine Bücher recht unbekümmert, geb ich zu. Ich schreibe rein, lege biographisch gerade passende Briefe, Bilder oder sonstige Andenken rein, vermerke in jedem Buch, wann ich es gelesen habe, und kaufe gern Bücher mit Gebrauchsspuren. Ich schleppe Bücher überall mit mir rum, und binde sie neu ein, wenn mir der Einband nicht gefällt. Ich bin nicht der schonende Typ, auch meine Schuhe und Klamotten zeigen recht schnell Spuren meiner Nutzung. Als ich jünger war, habe ich adrettere Menschen beneidet und mir vorgenommen, sorgsamer zu werden und weniger schluderig im Umgang mit Dingen. Heute macht es mir nichts mehr aus, es gibt ärgere Charakterfehler, an denen ich noch immer vergebens schnitze. 

Und ich komme, aus ehrlichem Herzen dankbar dafür, aus einer Dynastie der Bibliomanen. Unvergeßlich Omas Worte über den vor meiner Geburt verstorbenen Opa: &quot;der hätte sich so über dich gefreut, er hat auch so gern gelesen und Bücher gesammelt&quot;. Ich habe seine Ausgabe des David Copperfield mit dem schönen, schwungvollen Namenszug im Regal. Und seine Stuttgarter Ausgabe, original aus den 40er Jahren, als man sonst nichts hatte, aber Opa Hölderlin lesen mußte, und seine Kunstbände, die er liebte - die hat meine Oma mir geschenkt. 

Aber hat das meinen Bruder zum Leser gemacht? Weit gefehlt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Kaltmamsell, kränke Dich nicht, da hat die Dame eben ihren blinden Fleck, den wir alle überall haben. Mir fallen beim einfachen Nachdenken auf Anhieb fünf Freundinnen aus Nichtleserhaushalten ein, die sich zu feinsinnigen, leidenschaftlichen und klugen Leserinnen entwickelt haben. Dagegen habe ich schon viele Leser-Eltern klagen gehört, daß sie ihre Kinder nicht vom Bildschirm weglotsen können. So einfach ist das also nicht mit der Übertragung der Lese-Leideschaft. </p>
<p>Ich behandle meine Bücher recht unbekümmert, geb ich zu. Ich schreibe rein, lege biographisch gerade passende Briefe, Bilder oder sonstige Andenken rein, vermerke in jedem Buch, wann ich es gelesen habe, und kaufe gern Bücher mit Gebrauchsspuren. Ich schleppe Bücher überall mit mir rum, und binde sie neu ein, wenn mir der Einband nicht gefällt. Ich bin nicht der schonende Typ, auch meine Schuhe und Klamotten zeigen recht schnell Spuren meiner Nutzung. Als ich jünger war, habe ich adrettere Menschen beneidet und mir vorgenommen, sorgsamer zu werden und weniger schluderig im Umgang mit Dingen. Heute macht es mir nichts mehr aus, es gibt ärgere Charakterfehler, an denen ich noch immer vergebens schnitze. </p>
<p>Und ich komme, aus ehrlichem Herzen dankbar dafür, aus einer Dynastie der Bibliomanen. Unvergeßlich Omas Worte über den vor meiner Geburt verstorbenen Opa: &#8220;der hätte sich so über dich gefreut, er hat auch so gern gelesen und Bücher gesammelt&#8221;. Ich habe seine Ausgabe des David Copperfield mit dem schönen, schwungvollen Namenszug im Regal. Und seine Stuttgarter Ausgabe, original aus den 40er Jahren, als man sonst nichts hatte, aber Opa Hölderlin lesen mußte, und seine Kunstbände, die er liebte &#8211; die hat meine Oma mir geschenkt. </p>
<p>Aber hat das meinen Bruder zum Leser gemacht? Weit gefehlt.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: kelef</title>
		<link>http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2006/01/ex-libris.htm#comment-24245</link>
		<dc:creator>kelef</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jan 2006 08:15:41 +0000</pubDate>
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		<description>bei uns - besonders bei meinem vater - war lesen immer sehr gefragt, und ich habe auch gelesen, alles was mir in die finger kam. es gab jede menge bücher zu hause, bei den grosseltern und aus bibliotheken. einen von vaters leitsprüchen: &quot;schau wie ein mensch mit seinen büchern umgeht, und du weisst was das für ein mensch ist&quot; habe ich vielfach bestätigt gefunden. paperbacks mochte er gar nicht, aber er konnte bücher binden und auch reparieren.
nur mit der auswahl der mir überlassenen bücher kann ich mich bis heute nicht anfreunden: &quot;lies was ordentliches&quot; führte bedauerlicherweise dazu, dass mickey mouse und bravo verboten waren, und frau kelef im alter von 12 jahren klausewitz (vom kriege), dostojewski (memoiren aus einem totenhause) und dickens (pickwickier) zu lesen bekam.  und fritz reuter, im original. ich rächte mich dann, sozusagen, und holte mir aus der bibliothek sämtliche angelique-bände, auf englisch, ebenfalls in diesem alter. vater meinte, hauptsache englisch (so etwas hätte er nie gelesen und wusste daher nicht worum es ging), muttern kriegte hysterische anfälle über die verdorbene tochter.
flecken in büchern machen mich heute noch krank, und ich glaube, ich habe nie im leben in ein buch was reingeschrieben oder gar eines zerstört. wenn notizen sein müssen, werden zettel aus dünnem pauspapier an der entsprechenden stelle eingefügt. ich hege und pflege meine bücher, und manche besonderen exemplare kriegen schon auch einmal streicheleinheiten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>bei uns &#8211; besonders bei meinem vater &#8211; war lesen immer sehr gefragt, und ich habe auch gelesen, alles was mir in die finger kam. es gab jede menge bücher zu hause, bei den grosseltern und aus bibliotheken. einen von vaters leitsprüchen: &#8220;schau wie ein mensch mit seinen büchern umgeht, und du weisst was das für ein mensch ist&#8221; habe ich vielfach bestätigt gefunden. paperbacks mochte er gar nicht, aber er konnte bücher binden und auch reparieren.<br />
nur mit der auswahl der mir überlassenen bücher kann ich mich bis heute nicht anfreunden: &#8220;lies was ordentliches&#8221; führte bedauerlicherweise dazu, dass mickey mouse und bravo verboten waren, und frau kelef im alter von 12 jahren klausewitz (vom kriege), dostojewski (memoiren aus einem totenhause) und dickens (pickwickier) zu lesen bekam.  und fritz reuter, im original. ich rächte mich dann, sozusagen, und holte mir aus der bibliothek sämtliche angelique-bände, auf englisch, ebenfalls in diesem alter. vater meinte, hauptsache englisch (so etwas hätte er nie gelesen und wusste daher nicht worum es ging), muttern kriegte hysterische anfälle über die verdorbene tochter.<br />
flecken in büchern machen mich heute noch krank, und ich glaube, ich habe nie im leben in ein buch was reingeschrieben oder gar eines zerstört. wenn notizen sein müssen, werden zettel aus dünnem pauspapier an der entsprechenden stelle eingefügt. ich hege und pflege meine bücher, und manche besonderen exemplare kriegen schon auch einmal streicheleinheiten.</p>
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