Archiv für Februar 2006

Jetzt auch auf der Vorspeisenplatte: der Deppenpony

Donnerstag, 23. Februar 2006

Mein Friseur versteht mich: Als ich ihn vor vielen Jahren bat, mir einen Pagenkopf zu schneiden, “eine Mischung aus 80er-Bob und Louise Brooks”, tat er genau das. Heute schlug ich vor: “Wie wär`s mal mit einem Deppenpony? Darf ruhig doof aussehen oder lustig – bloß nicht hässlich.” Und wieder bin ich mit dem Ergebnis hochzufrieden (noch kürzer ging laut Friseur wegen zahlreicher stirnnaher Wirbel nicht).

Allerdings mussten wir während des Schneidens heftig streiten, als sich herausstellte, dass mein Friseur, der beste aller möglichen, religiöse Schöpfungsmythen für ebenso valide hält wie die Evolutionstheorie. Dass er erzählte, wie er mal mit einer Wünschelrute Wasser gefunden hat, goss zusätzliches Öl ins Feuer der Diskussion (ich hätte jetzt lieber ein Bild mit dem Gegenteil von geglätteten Wogen verwendet, um im nassen Element zu bleiben, aber mir fiel keines ein).

Im EC nach Hause dann aber in ein nettes Gespräch unter Bahnfreundinnen verschiedenen Alters geraten (in Sechser-Abteilen von ECs ist nach meiner Erfahrung die Kontaktfreude der Passagiere am größten von allen Zugarten). Endlich konnte ich mal meinen Traum anbringen, die Salonwagen wieder einzuführen: Private und selbstverständlich luxuriöse Eisenbahnwagons, die an reguläre Züge einfach angehängt werden. Wär das nix?

Special Guest der Münchner Bloglesung: Lyssa!

Donnerstag, 23. Februar 2006

(So machen wir PR-Schicksen das nämlich, um eine kommende Veranstaltung im Gespräch zu halten: Wir legen regelmäßig Infos nach.)

Sie hat zugesagt, und das freut mich sehr:
Fünfte im Bunde der ersten Münchner Bloglesung wird Lyssa sein. Zudem lesen am 16. März in der Schwabinger Reizbar:
Frau Klugscheißer
Don Alphonso
Jürgen Albertsen
und ich.
Beginn 21 Uhr, man kann telefonisch Plätze reservieren.

(Waslesichnurwaslesichnurwaslesichnur…?)

Close, but no cigar.

Mittwoch, 22. Februar 2006

Eigentlich bin ich beeindruckt: Bitten um Kulis, T-Shirts, Spielzeug mit Firmenlogo („Werbegeschenke“) gehen hier täglich ein – allerdings meist in fragwürdigem Deutsch und wahllos (einmal auch mit Bitte um „eine Produktprobe“ – bei einem Maschinenbaukonzern sehr lustig).
Heute aber flatterte ein Bettelbrief in meine Mailbox, der so gut gemacht war, dass ich ihn erst mal als solchen nicht erkannte.

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Jahren nutze ich jetzt schon das Internet um mich zu informieren,
Kontakte zu knüpfen und zu erhalten, online einzukaufen, Geschäftliche
dinge zu erledigen und zu kommunizieren. Da das Internet nun DAS
Kommunikations- und Informations-Medium des 21 Jahrhunderts ist, ist es
natürlich wichtig sich richtig zu präsentieren. Da ich nun selbst auch
gerne und sehr viel surfe, komme ich auch in regelmäßigen Abständen auf
ihre Website. Da ich diese Ansprechend finde, möchte ich Sie hiermit ein
bisschen loben, da so ein gut gegliederter und übersichtlicher
Web-Auftritt noch immer nicht die Regel ist.

Ein tolles und gelungenes Beispiel für eine gute Internetpräsentation
ist ihre Webseite. Meiner Meinung nach ist der erste Eindruck, den eine
Webseite dem User vermittelt, der entscheidende, ob er weiter hier auf
der Webseite bleibt oder ob er weitersurft. Der User braucht maximal 30
Sekunden um sich eine neue Website einzuprägen. Sind nun bestimmte
Elemente nicht an der gewohnten Stelle wo man sie vermutet oder
erwartet, dann klickt er sich auf die nächste Website. Das soll
natürlich nicht heißen, dass alles Websites nach einem bestimmten Muster
gemacht sein sollen. Das ist auch bei ihrer Website nicht der Fall, es
ist vielmehr der Mix aus vertrauten Elementen die der User dort
vorfindet wo er sie erwartet und Strukturen die nicht alltäglich sind!
Durch diesen Mix aus vertrautem und neuem entschließt sich der User, so
wie es auch bei mir der Fall war, weiter auf der Website zu bleibne um
sich zu informieren etc. Im puncto erster Eindruck ist ihrem Webmaster
also ein toller Wurf gelungen, gefällt mir persönlich sehr gut!

Doch nicht nur der erste Eindruck zählt, sondern im wesentlichen auch
die Übersichtlichkeit sowie die Navigationsführung und Gliederung. Diese
3 wesentlichen Punkte sind auch allesamt sehr gut gelöst und wirken auf
mich sehr harmonisch und gut gegliedert. Wichtig ist vor allem, dass
nicht alles zu überladen wirkt. Klare und eindeutige Stichworte
dominieren die Navigation und lassen keine Fragen offen, was auf den
folgenden Seite zu finden ist. Gut ist, oder was mir persönlich nicht
gut gefällt ist, dass auf verschachtelte Navigationspunkte verzichtet
worden ist. Das öffnen von Unterpunkten finde ich noch in Ordnung, aber
dass sich dann noch weitere Unterpunkte öffnen finde ich nicht optimal
gelöst, sie haben das aber gut gelöst. Klar finde ich auch die
Gliederung der Website. Durch die ganz klar definierten Stichworte
findet man sich schnell und leicht zurecht, was von der
Bedienerfreundlichkeit her gesehen natürlich viele Vorteile mit sich bringt.

Ein weiteres Hauptaugenmerk ist selbstverständlich die Farbgebung und
die Grafische Gestaltung. In dieser Hinsicht gibt es leider auch
heutzutage noch viele Negativ-Beispiele, die natürlich nicht namentlich
nennen möchte, aber die es leider auch heute noch immer gibt. Es macht
doch keinem Spaß auf Seiten zu surfen wo nur Farben auftauchen die sich
stechen und total grell sind. Das Auge wird dabei total überstrapaziert
und so ist letztendlich klar, dass hier sofort weitergeklickt wird. Aber
auch Muster in den grellsten Farben finde ich absolut nicht ansprechend
sondern eher abstoßend. Natürlich kann man solche Farben nutzen, dann
aber nur um auf spezielle Dinge hinzuweisen und nicht violett und gelb
als satte Hintergrundfarbe. Die Farbgebung ihrer Website ist allerdings
recht gut gelungen, die Farben stechen sich nicht und wirken harmonisch,
wobei ich mich hier vielleicht ein paar frischere Farben vorstellen
könnte und auch Grafisch könnte man eventuell noch einige Verbesserungen
erreichen, wobei das nicht unbedingt von Nöten ist da das ganze
Gesamtbild stimmt. Wobei natürlich kleine Modernisierungsmaßnahmen nie
schaden und den Web-Auftritt weiter perfektionieren können.

Das wichtigste einer Website ist aber natürlich der Inhalt, der in der
Website steckt. Es bringt natürlich nichts, wenn der erste Eindruck
stimmt, die Übersichtlichkeit und Gliederung gut ist, aber dann nur
schlechte, unnötige oder nichtssagende Informationen auftauchen. Deshalb
sollten die Inhalte die auf eine Website kommen vorher gut ausgewählt
und auch dementsprechend gut verarbeitet werden. Was ich gut finde ist,
wenn es erst allgemeine und relativ grob zusammengefasste Texte gibt und
man je nach Interesse noch weitere und speziellere Informationen
vorfinden kann. Also wie bei einem Zeitungsbericht zum Beispiel. In
diesem Bereich könnten auch auf ihrer Website noch einige
Informationspunkte weiter bearbeitet werden, damit der interessierte
Benutzer sich noch mehr informieren kann. Und da eine Website zum
repräsentieren und zum Informieren da ist, sollte dieser Punkt nicht
außer acht gelassen werden, da der Besucher sich nun mal informieren
möchte.

Was ich außerdem sehr wichtig finde, ist die Kommunikation zwischen dem
Website Besucher und deren Betreiber. Toll sind hier die FAQ wo sich der
Gast schon mal die wichtigsten und häufigsten Fragen ansehen kann. Aber
der persönliche eMail oder Post Kontakt ist, wie ich finde am
wichtigsten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht gerade
toll ist, wenn man irgendwo eine Frage hat und diese dann per eMail
schickt und die Antwort dann 3-4 Wochen auf sich warten lässt. Gerade
weil das Internet so schnelllebig ist, sollte auch der Support gut
organisiert und schnell arbeitend sein. Natürlich kann es immer wieder
zu Engpässen kommen, aber in der Regel sollte eine Antwort recht rasch
kommen, oder? Besonders kurios finde ich auch, wenn man Antworten nur
aus Textbausteinen erhält und diese so kombiniert worden sind, dass man
es leicht merkt, dass es nur eine Standard Antwort ist und nicht
individuell auf die Frage eingegangen worden ist. Wie der Support bei
ihnen ist werde ich jetzt ja sicherlich bald selbst feststellen dürfen,
wobei ich mir da keine Sorgen machen werde, denn auch das Äußere lässt
auf einen gut organisierten Ablauf hinter den Kulissen hoffen und
sicherlich auch sprechen.

Toll finde ich an ihrer Website auch die leichte Kommunikationsaufnahme.
Die eMail Adresse ist leicht zu finden und man muss sich nicht noch
durch andere Seiten durchklicken um dann endlich mit ihnen Kontakt
aufnehmen zu können.

So nach diesen Zeilen möchte ich nun doch zum Ende kommen, die Website
gefällt mir wirklich sehr gut und ist auch sehr gut gelungen. Sie macht
einen tollen Eindruck und es macht Spaß dort zu surfen. Ich hoffe sie
können vielleicht ein paar Punkte, die ich Angesprochen habe, verbessern
und wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg mit der Homepage!

Zum Ende hätte ich dann doch noch eine kleine Frage bzw. bitte an Sie.
Da ich wirklich ein großer Fan der Website geworden bin möchte ich sie
freundlichst fragen ob sie Werbematerial oder Give-Aways wie z.b.
T-Shirts (wenn mgl. Gr. XL-XXL), Tassen, Pins, Kugelschreiber oder ganz
anderes tolles und ungewöhnliches Werbematerial haben. Über die
Zusendung solche würden ich, mein Mann und vor allem meine drei Kinder
natürlich sehr freuen! Vielleicht ist dies ihnen ja möglich, wir würden
uns sehr freuen!

Anfangs fühlte ich mich als Webmistress wie beabsichtig geschmeichelt, doch im zweiten Absatz wurde ich stutzig: Einige Details können sich unmöglich auf unsere Website beziehen. Spätestens mit „die eMail Adresse ist leicht zu finden“ schießt sich die Absenderin dann ins Knie: Die Bettelmail ging nämlich an eine allgemeine Default-Auffangadresse, die nicht auf unserer Website steht.

Ich hätte gute Lust, der Trulla, ihrem Mann und vor allem ihren drei Kindern ungefragt eines unserer Produkte nach Königheim zu schicken – Transport zahlt Empfänger.

Was ich scheißcool finde

Mittwoch, 22. Februar 2006

Eine 17-jährige Berlinerin, die ein dreibändiges Werk über Quantenphysik, Elementarteilchen und den ganzen Rest angeht. Und den ersten Band soeben beim Heidelberger Springer-Verlag veröffentlicht hat: Silvia Arroyo Camejo.

(Aber sicher: Dass sie weiblich ist und damit ein Geschlechterklischee widerlegt, macht einen Teil der Scheißcoolheit aus.)

Nachtrag 8.3.: In der Zeit steht ebenfalls eine Geschichte über sie.

20 Fragen zur Musik

Dienstag, 21. Februar 2006

1. Ein Track.. aus deiner frühesten Kindheit.
Butterfly, my butterfly“ von Danyel Gérard. Es wird kolportiert, ich sei im Alter von drei Jahren in meinem ersten Skiurlaub nicht von der Musicbox des Hotelrestaurants wegzubringen gewesen, an der ich wieder und wieder die Knöpfe für dieses Lied drückte. Irgendwann gaben mir meine Eltern kein Geld mehr dafür, und dennoch erklang schon wieder „Butterfly, my butterfly“: Andere Hotelgäste fanden es süß, wie ich vor der Musicbox tanzte, und hatten mir Geld zugesteckt. (Das Wort „Prostitution“ lernte ich später.)

2. Ein Track.. den du mit deiner ersten großen Liebe assoziierst.
John Lord, Sarabande

3. Ein Track.. der dich an einen Urlaub erinnert.
“Colegiala” (diese Samba, die Mitte der 80er auf jedem kastilischen Dorffest rauf und runter gespielt wurde)

4. Ein Track.. von dem du in der Öffentlichkeit nicht so gerne zugeben möchtest, dass du ihn eigentlich ganz gerne magst.
Siehe 1. und 19.

5. Ein Track.. der dich – geplagt von Liebeskummer – begleitet hat.
Michael Jackson, „Beat it” (ich war 15 und schon damals bei Kummer eher auf der agressiven Seite)

6. Ein Track.. den du in deinem Leben vermutlich am häufigsten gehört hast.
“Oye como va” von Santana. Aber nicht etwa, weil ich das Stück ständig spielte (bin keine Dauerspielerin), sondern weil meine Mutter bevorzugt dazu putzte.

7. Ein Track.. der dein liebstes Instrumental ist.
Debussy, „Claire de lune“

8. Ein Track.. der eine deiner liebsten Bands repräsentiert.
Bands? Oh mei. „Lola“ von der längst verflossenen Lokalband Apron.

9. Ein Track.. in dem du dich selbst wiederfindest oder in dem du dich auf eine gewisse Art und Weise verstanden fühlst.
Beethovens Fünfte (Eine Menge guter Ideen, übernimmt sich dann aber doch ein bisschen.)

10. Ein Track.. der dich an eine spezielle Begebenheit erinnert (& welche das ist).
Verdi „Pater noster“. Mit meinem Jugendchor auf der Durchreise Kloster Maulbronn angeguckt und mit dem Stück die Akkustik im Refektorium getestet. Boah!

11. Ein Track.. bei dem du am besten entspannen kannst.
Stille.

12. Ein Track.. der für eine richtig gute Zeit in deinem Leben steht.
„Eternal Flame“ von den Bangles. M., S. und ich waren befreundet. S. jobbte als Nachtmoderator beim Lokalradio und saß bis Arbeitsantritt gerne mit unserer Freundin M. bei mir rum. Wenn er wusste, dass wir zuhörten, spielte er im Radio für sie und mich diesen Schmachtfetzen.

13. Ein Track.. der momentan dein Lieblingssong ist.
Am Sonntag zum ersten Mal seit Wochen Musik aufgelegt: „Concierto de Aranjuez“ von Rodrigo. War schön. Wenn ich jetzt im Moment Musik auflegen müsste – vielleicht den Soundtrack zu Peter’s Friends.

14. Ein Track.. den du deinem besten Freund widmen würdest.
Luka Bloom, „You couldn’t have come in a better time“

15. Ein Track.. bei dem du das Gefühl hast, dass ihn außer dir niemand gerne hört.
Siehe 19.

16. Ein Track.. den du vor allem aufgrund seiner Lyrics magst.
Malediva, „Alle unsere Mütter“

17. Ein Track.. der weder deutsch- noch englischsprachig ist und dir sehr gefällt.
Mecano, „El fallo positivo“

18. Ein Track.. bei dem du dich bestens abreagieren kannst.
Beastie Boys, „Shake Your Rump“

19. Ein Track.. der auf deiner Beerdigung gespielt werden sollte.
Philip Glass, Koyaanisqatsi, am liebsten mit dem Franz an der Orgel. Da müssen sie durch, die Hinterbliebenen.

20. Ein Track.. den du zu den besten aller Zeiten rechnen würdest.
Patrick Doyle, Henry V.

Unaufgefordert geschnappt von Unefilledulimmatquai

Die Geburtstagsparty von der Ute

Montag, 20. Februar 2006

Als Einladung zu ihrer Geburtstagsparty gab es nichts Geschriebenes. Ute sagte einfach, dass sie eine Geburtstagsparty machen würde, nächsten Freitag um drei, und dass sie uns dazu einlädt.

Sie war die in meiner Grundschulklasse, die hin und wieder mit Schrammen und großen blauen Flecken in die Schule kam, weil sie, wie sie erzählte, die Treppe hinuntergefallen war. Einmal hatte sie sich auch im Türrahmen angestoßen, da hatte sie ein blaues Auge.
Hellblond und klein war Ute. Sie saß ganz vorne, direkt vor der Lehrerin. Da ich meist als Strafe für mein ständiges Schwätzen ganz nach hinten gesetzt worden war, sah ich an ihrem weichen, ungekämmten und fast weißen Haar vorbei zur Schultafel.

Es war ein helles, schönes Schulzimmer im ersten Stock der modernen Grundschule am Rand des Wohnblockviertels. Hinten ein rollbarer Sandkastentisch, in dem wir für Sachkunde verschiedene Arten Dörfer nachbauten, Zeilendorf, Haufendorf. Der Boden aus glänzendem Linoleum. Es machte fast kein Geräusch, wenn Ute mal wieder in die Hose pieselte und sich unter ihrem Stuhl eine Lache bildete. Die Lehrerin nahm sie dann zum Umziehen ins Nebenzimmer, das gleichzeitig ihr Direktorinbüro war.

Ute war nicht richtig meine Freundin. Ich fand sie uninteressant; sie sagte nie was, war komisch angezogen, stand am Rand herum und guckte. Doch sie wohnte in einem Block, zu dem ich nicht über die Straße musste. In den seltenen Fällen, dass keines der vielen Kinder in meinem Block da war oder raus durfte, klingelte ich also auch mal Ute raus zum Spielen. Und ich mochte sie genug, dass ich sie zu meinen Geburtstags- und Faschingspartys einlud, die meine Mutter immer zu rauschenden Festen machte.

Da ich gewohnt war, auch zu den Partys von anderen Kindern eingeladen zu werden, ging nach Utes Einladung alles seinen üblichen Gang: Ich fragte daheim, ob ich hindürfe, durfte umstandslos, es war ja eine Mitschülerin, die meine Eltern kannten. Meine Mutter besorgte ein Geschenklein und verpackte es hübsch.

Am Tag der Party machte sie mich ein bisschen fein und schickte mich kurz vor drei hinüber in Utes Wohnblock. Vor dem Hauseingang mit der Glastür standen schon zwei Mitschülerinnen, die Andrea und die Doris, ebenfalls mit Schleife im Haar und Geschenk in der Hand. Sie sagten, dass sie bei Ute geklingelt hätten, aber dass niemand aufmachte. Auch ich klingelte, ohne dass dann der Türöffner summte. Wir setzten uns auf die Stufen vor der Tür, es kamen noch zwei weitere Mädchen, die Ute eingeladen hatte.

Alle paar Minuten klingelte eine von uns. Ich wusste, dass Ute im Erdgeschoß wohnte, sie hatte mir mal vom Fenster aus zugewunken. Wir konnten sogar die Klingel drinnen hören und warteten wieder, dass sich die Gardine bewegte. Doch es rührte sich nichts. Irgendwann gaben wir auf und gingen heim.

Ute war die nächsten zwei Wochen nicht in der Schule.

Eingeborenenfamilie, Deutschland

Sonntag, 19. Februar 2006

(So betitelt, weil ich mir immer noch nicht darüber im Klaren bin, warum genau mich der Titel dieses preisgekrönten Fotos so empört.)


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