Archiv für Februar 2006

Was man als PR-Schickse eigentlich macht

Samstag, 18. Februar 2006

Es ist schwierig zu erklären, was eine PRlerin eigentlich so macht. Umso dankbarer bin ich, dass Chris drüben in New York einen Ausschnitt ihrer PR-Tätigkeit beschreibt. Sie arbeitet für die Guten, eine “Big Gay Nonprofit” (den konkreten Namen lässt sie wegen der Suchmaschinen weg), aber in einem bösen weil profitorientierten Unternehmen sind die Mechanismen ähnlich:
Workload Karma

Bloglesung in München

Freitag, 17. Februar 2006

Frau Klugscheißer hat es geschafft (danke!): Sie lädt am 16. März zur ersten Münchner Bloglesung in die Schwabinger Reizbar. Es lesen neben Frau Klugscheißer der Don Alphonso, Jürgen Albertsen, ich und ganz hoffentlich ein höchstkarätiger Special Guest. Beginn 21 Uhr.

(Waslesichnurwaslesichnurwaslesichnur…?)

Die phatische Funktion von Sprache

Freitag, 17. Februar 2006

Zwei, wie üblich quietschjungen, missionierenden Fundamentalchristen im Anzug in die Arme gelaufen. Der Anführer sagt, er wolle sich mit mir über Christus unterhalten, ich sage lächelnd im Gegenzug , dass ich nicht glaube, ihn für fehlgeleitet halte und hoffe, er möge bald aufwachen. Er gibt mit ernstem Blick zurück, dass er das auch mir wünsche, und so gehen wir aufs Harmonischste auseinander.

Eigenheiten

Freitag, 17. Februar 2006

Ein Kleidungsstück besonders gerne tragen, weil eine Romanfigur damit beschrieben wird.
(Schwarzes, auf Figur geschnittenes T-Shirt mit V-Ausschnitt aus besonders dicker Baumwolle. So ungefähr, bloß schwarz. Wie Ruth Cole in A Widow For one Year. Die schwarze Jeans dazu hole ich mir noch. Mit Gürtel?)

Heute bei Lisa 9

Donnerstag, 16. Februar 2006

verglatzen tun sie alle gleich

Zwischenstand: Buchreich des Bösen führt 3:0

Donnerstag, 16. Februar 2006

Das mit der guten Tat wird mir wirklich schwer gemacht. Denn: Was will ich in erster Linie von einem Buchhändler? Dass er mir die Bücher beschafft, die ich möchte. Habe ich mich ja schon aus ideologischen Gründen durchgerungen, erst mal auf die Bequemlichkeit der Lieferung zu verzichten, aber beschaffen soll er sie mir. Genau dieses konnte der kleine, fördernswerte Buchhändler in drei Fällen nicht.

Im Dezember bestellte ich online eine von der Süddeutschen Zeitung gepriesene illustrierte Neuübersetzung von Pinocchio, gleichzeitig bei Amazon und beim kleinen Buchhändler. Ein Exemplar wollte ich zu Weihnachten verschenken, das andere behalten. Das Ergebnis: Der kleine Buchhändler informierte mich, der Verlag sei mit der Bestellflut überfordert und könne nicht liefern, es bestehe auch keine Aussicht, dass er das in den nächsten Monaten wieder könne. Das evil empire des Buchhandels lieferte, wenn auch erst drei Wochen nach Bestellung.

Ebenfalls online bestellen wollte ich Ende letzten Jahres beim kleinen Buchhändler das Büchlein von Ina Bruchlos: Es war in keinem bestellbaren Verzeichnis zu finden (inzwischen übrigens schon). Amazon listete und lieferte umstandslos.

Kürzlich ließ ich mir wieder von der Süddeutschen Zeitung einen neuaufgelegten Interview-Bildband über Fernandel empfehlen. Ich bestellte zwei Stück davon beim kleinen Buchhändler, eines für meinen Vater, den Fernandel-Bewunderer, eines für mich. Kurz nach der Bestellung erhielt ich eine Mail des Buchladens, meine Bestellung könne abgeholt werden. Doch im Laden informierte man mich wieder, wenn auch mit Bedauern, wegen der großen Nachfrage könne der Verlag nicht liefern. Punkt. Keine Aussicht auf weiteres Bemühen, im Gegenteil: „Des wern’S auch sonst nirgens kriegen.“ Bei Amazon waren es zwei Klicks zur privaten Anbieterplattform (meist für Gebrauchtbücher genutzt), dann hatte ich zwei Exemplare (wenn auch plus Versandkosten) bestellt. Gestern, zehn Tage nach Bestellung, kamen die Bücher fabrikneu, noch in Folie verschweißt.

Klar gebe ich dem kleinen Laden noch weitere Chancen. Doch wer wie ich bei 99 Prozent der Buchkäufe exakt weiß, was sie will, hat im Buchreich des Böses schon ein angenehmes Leben.

Familienalbum – 15: Geselligkeit

Mittwoch, 15. Februar 2006

Eines der Fotos, das ich im Nachlass meiner Oma (dritte von links) fand. Es stammt wohl aus den Ende-40ern / Anfang-50ern und strahlt für mich die Nachkriegsatmosphäre bayerischer Städte aus.
Mit dem Mann neben ihr, dem gerade eingeschenkt wird, lebte meine Oma etwa 20 Jahre unverheiratet zusammen, heiratete ihn an seinem Sterbebett. Ich habe ihn als “Opa” kennen gelernt; da er aber nicht der leibliche Vater meiner Mutter und ihrer Schwester war, nannten diese beiden ihn “Onkel Hans”. Hans war Pole wie meine Oma, er hatte seinen rechten Arm “im Krieg gelassen” (so sagte man damals) und schlug sich damals als unbegabter Schwarzhändler durch.

Wer die anderen Menschen auf diesem Bild sind, weiß ich nicht. Sehr wahrscheinlich andere Polen.