Ich geh da nicht hin

Freitag, 7. April 2006 um 9:18

Vorgestern tauchte ihre Nachricht in meiner Mailbox auf. Seither grüble ich, wie ich ihr antworte.
Eine Mitabiturientin und frühere Freundin hatte erfahren, dass ich mich nicht nur aus dem Organisationskomittee für die 20-Jahr-Feier unseres Abiturjahrgangs abgemeldet hatte (das Zehnjährige hatte ich noch selbst initiiert), sondern auch zur Feier selbst nicht kommen werde.

Sie sei überrascht und bedauere das sehr, schreibt sie, und fragt besorgt nach den Gründen. Sie verstehe auch gar nicht, dass wir seit einigen Jahren gar keinen Kontakt mehr haben, das sei doch so schade.

Antworten möchte ich ihr schon, und sei es aus Höflichkeit und eingedenk unserer früheren Freundschaft.

Doch ich kann ihr doch nicht die Wahrheit schreiben: Dass ich – durchaus zu meinem Leidwesen – immer intoleranter werde gegenüber rein biologisch motivierten Lebensläufen (Reviertreue, Fortpflanzung, Nestbau). Dass ich sogar bitterböse und aggressiv werde, wenn ich sehe, wie die einst vielversprechenden Frauen unseres Schuljahrgangs (schon in der 9. Klasse Expertin für altägyptische Geschichte / aus asozialen Verhältnissen kommend ein Einserabitur hingelegt / wegen ihrer umwerfenden Stimme schon mit 15 auf internationalen Jazzfestivals eingeladen / innerhalb von zwei Semestern Hebraicum gemacht und Graecum nachgeholt) jetzt allesamt mit Kindern in ihrem vom Ehemann finanzierten Eigenheim im Vorort ihrer Geburtsstadt hängen. Dass ich beim ersten Vorbereitungstreffen für die Jubiläumsfeier bereits die Ehefrau eines Mitabiturienten wüst anfiel, als sie damit prahlte, dass sie ein tolles Auto fährt und mit den beiden Kreditkarten ihres Mannes Shoppen geht.

Nein, das kann ich nicht. Allein schon, weil all diese Aggressionsauslöser auch auf sie zutreffen, die sie einst beinahe nicht von ihrem halben Jahr als Kibbuz-Volunteer zurückgekommen wäre, die davor schon nach dem Schüleraustausch in Manchester die erste Nasenringträgerin in unserer Geburtsstadt war, das Wavertum dortselbst begründete und ihre eigenen Klamotten nähte. Die die schönsten grünen Augen hatte, die mir je begegnet sind, und die wundervollste, feinste und zarteste Haut der Welt.
Aber die wenige Jahre später ihren Dienst als Gymnasiallehrerin antrat mit der Bemerkung: „Und wenn’s mir nicht gefällt, dann werde ich halt schwanger.“ (Was dann genau so passierte.)

Mir liegt nichts daran, sie zu beleidigen. Soll ich also lügen, Termine vorschützen, Bedauern heucheln? Ich will einfach nur auf keinen Fall hingehen.

die Kaltmamsell

22 mal Beifall zu “Ich geh da nicht hin”

  1. Frau Klugscheisser meint:

    Kann ich gut verstehen. Anfänglich (nach 10 Jahren) wollte ich nicht hin, weil ich noch dachte, ich wäre die Einzige, aus der “nichts” geworden ist. Ich hätte es damals nicht ertragen, mit Bildern und Statussymbolen bombadiert zu werden. Dann geschah genau das Gegenteil. Man fragte nach mir und beneidete mich um meinen Lebenslauf. Das ist der Grund, warum ich heute nicht hingehe (nach 15, 18, und bald 20 Jahren). Auf diese Art von Neid kann ich gerne verzichten.

  2. Don Alphonso meint:

    Ach? Die hat´s auch erwischt, die Grünäugige? Sch…ade. Tja.So ist das, in dieser Stadt. Somewhat typisch – letztes Jahr, beim Schulfest, quäkte der Lautsprecher auch einen bekannten Namen zu mir herüber, die reinste Lehrerdynastie, ganz furchtbar.

    Allein: Man kann auch lernen, mit den Geistern der Vergangenheit zu leben. Das ist bei kleinen Schulen sicher nohmal schwieriger als in einem Massenbetrieb. Aber es geht. Sage ich, nach 6 Tagen der Flucht aus diesem Kaff, und quasi schon wieder auf dem Weg nach München. Das Schlimme ist: Man kann ihm nicht entgehen, wenn es in einem ist. Das alles, was man in diesen Jahren erduldet hat, nimmt man stets mit.

  3. Don Alphonso meint:

    P.S.: Die Wahrheit sagen dürfte das Klügste sein. Und deren innerste Ängste bestätigen. Es ist ja nicht so, dass die nicht begreifen, dass das, was in der Abizeitung an Hoffnungen stand, durchaus seinen Reiz gehabt hätte. Und vielleicht setzt das auch den Diskussionsprozess in Gang, der beim Pausenprosecco im Konzertverein verboten ist.

  4. Hotel Mama meint:

    Ich hatte letztes Jahr 20zig-jähriges und wollte auch zuerst nicht- und es war dann vollkommen anders. Die Lebensläufe waren alle nicht so wichtig (die Frauen allerdings alle irgendwie berufstätig), auch die Menge an Kindern, Jobs oder Partnern waren nicht so zentral. Die Clichees waren vergessen, als die Menschen vor einem standen. Natürlich gab es in den Biografien exemplarische Erfolge und exemplarische Misserfolge, aber in unserem Alter konnte man einfach drüber reden, ohne Profilierungskisten, mit Neugierde eher. Nach dem Treffen hatten wir alle wieder so ein alles-ist-möglich-Gefühl, weil man sich wiedererkennen konnte, und die Leut, auch die mit erwartbarem Leben, waren wieder alle so verschieden wie früher, es war, naja: sehr schön.

  5. Jörg meint:

    So ist das Leben. Was wäre, wenn jede/r selbstverwirklichend ohne Kinder durchs Leben liefe? Diese Frauen und Männer mit den langweiligen, biologisch/erblich/habituell motivierten Lebensläufen und den verpassten Chancen sorgen dafür, dass alles funktioniert: In Banken, Schulen, Behörden,… und nicht zuletzt auch als Eltern.

    Ich kann verstehen, wenn man da nicht hingehen will. Ich war noch bei so einerm Klassentreffen, weil ich wahrscheinlich ähnlich reagieren würde. Aber im Grunde muss man diesen Leuten dankbar sein. Das hilft, es ein wenig milder zu bewerten.

  6. blodderdrail meint:

    Tja, eine schwierige Frage.

    Erst Mal. Auch ich als Kerl kann die Gründe für die Aggressionen nachvollziehen, die bei Ihnen, werte Frau Kaltmamsell, ausgelöst werden. Hatte ähnliche Beobachtungen auf unserem zwanzigjährigen Abiturtreffen auch gemacht. Zum Glück waren es eher wenige der Frauen. Aber schockiert war ich doch irgendwie, dass eine Frau aus meiner Clique, die immer interessiert war, schnell und gut studiert hatte, jetzt von nichts anderem mehr zu erzählen wusste, als dem Terminplan ihrer Kinder, und dem Verständnis für ihren Mann, wenn er abends müde nach Hause kommt.

    Sonst war das zwanzigjährige deutlich netter als das Treffen zum zehnten Jahrestag. Da fühlte ich mich doch noch sehr als Außenseiter. Ich war zu dem Zeitpunkt, fast der einzige, der Bayern überhaupt verlassen hatte und der zu diesem Zeitpunkt noch studierte und entsprechendes Outfit hatte.:Ich noch im Träger-T-Shirt und Roots of Canada-Schuhen, die anderen Jungs alle im, zum Teil wenigstens kurzen, Hemd (es war sengend heiß im Juli 1994), viele auch mit Schlips. Und ich erntete auch verständnislose Blicke.
    Nach zwanzig Jahren war die Stimmung nicht mehr von “mein Haus, mein Auto, mein Pferd” geprägt. Es war vielmehr ein sehr entpannter und netter Abend.

    Aber zur ihrer Frage:
    Ich würde zur Ehrllichkeit raten. Aber man kann die Wahrheit ja auch so oder so formulieren. Das wissen Sie als “PR-Schickse” selbst nur allzugut.

    Als jemand, der im sozialen und Moderations-Bereich tätig ist, empfehle ich, von ihnen auszugehen.
    Also nicht zu schreiben, dass ihr ehemalige Freundin und ihre Lebensführung irgendwie Scheiße ist oder Sie diese als solche empfinden,
    sondern zu sagen, dass ihr Leben sich geändert hat, dass diese andere Welt nicht mehr ihre Sache ist, und dass sie deswegen lieber nicht kommen.

    Damit sagen sie die Wahrheit, greifen aber nicht an und verletzen nicht.

  7. Huflaikhan meint:

    Entspannen!

  8. Pernod meint:

    Spamfilter anpassen.

    aber mal im Ernst, Frau Kaltmamsell, ich trage mich Augenblick mit ähnlichen Sorgen. Beim surfen auf “Stayfriends” bin ich zufällig auf das Profil einer ehemeligen Bekannten gestossen und jetzt schreibt sie mich an wie es mir den ginge. Taub stellen oder antworten?

    Ich werde antworten. Tun Sie es auch, es erleichtert.

    Die Erfahrungen der Vorredner bezüglich der 10-jährigen Abitreffer kann ich nicht teilen. Mein damaliges Abitreffen war sehr ernüchternd. Die gleichen Cliquen, die gleichen Themen. Ich dachte eigentlich auch die Leute würden sich weiterentwickeln, ihre Horizonte erweitern. Nichts dergleichen. Ich habe gut daran getan mich nach dem ABi sofort abzusetzen und meinen Umgang selbst auszusuchen.

    Überhaupt frage ich mich wozu diese Treffen gut sein sollen außer zum gegenseitigen neidisch machen, etwas jammern und der Vorführung neuer Autos und alter Trinkgewohnheiten. Schließlich hat sich niemand seine Klasse / Jahrgang selbst ausgesucht. Warum sollte man, sofern man nicht echtes persönliches Interesse an dem|r einen oder anderen hat, noch viel wert darauf legen diesen bunt zusammengewürfelten Haufen wieder zu sehen?
    Und die an denen man selbst Interesse hat – mit denen kann man sich auch so treffen.

  9. Pernod meint:

    Entschuldigen Sie bitte meine momentan miserable Rechtschreibung.

  10. croco meint:

    Ich bin erst nach zwanzig Jahren hingegangen, mit dem Ergebnis,dass ich zuerst keinen mehr erkannte, und schon wieder gehen wollte.Das Ergebnis für die Damen war das Selbe: die hoffnungsvollsten hatten sich schon früh in die Babyfalle gebracht, bei vollem Verstand. Und nun, als sie sahen, dass es noch andere Lebensformen gibt, waren sie eher traurig. Es war kein Vergleich zwischen Besitzständen, nicht mehr. Und ich wurde für mein Emanzentum, für mein Weggehen und Durchkämpfen bewundert, aber eben erst nach 20 Jahren.
    Ich hör es jetzt noch: “Hast du dich aber gut entwickelt, croco!” “Nein”, sagte meine Freundin, “sie war schon immer so, ihr seid anders geworden.”

  11. sopran meint:

    “Hej, ich hab gehört Du hast schon drei Kinder ich bin so neidisch ich hab nichmaln Mann” – so leitete das Orga-Team-Mädchen die telefonische Einladung zum Zehnjährigen ein. Die ohne Kinder (= alle) hatten auch noch nicht mehr Beruf als ich. Beim 16-Jährigen hatten dann ein paar nachgezogen, die redeten dann nur noch über Kinder. Ich hielt mich an die Lehrer und die Schwulen. Als endlich alle weg waren, die zum Stillen mussten, wurde es doch noch ein ganz netter Abend. Nächstes Jahr zum 20sten gehe ich trotzdem nicht. Mit dem einen, den ich letztes Mal treffen wollte, habe ich inzwischen auch so wieder Kontakt.

  12. Isabo meint:

    Was Huflaikhan sagt.
    Warum macht Dich das so wütend? Wenn sie glücklich sind, freu Dich für sie. Wenn sie unglücklich sind, kannst Du Mitleid haben oder schulterzuckend denken “selbst schuld”. Und ansonsten freu Dich, dass Du so lebst, wie Du es möchtest.
    Amen.

  13. Oweh meint:

    Ich bin gottseidank im Ausland, wenn das 20-jährige stattfinden wird. Ehrlich und zufällig. Das 15- und das 10-jährige habe ich wegen zu absolvierender Auftritte verpasst.

    Alle Feiern fanden da statt, wo auch schon das 5-jährige stattgefunden hat: In einen düster holzgetäfelten bayerischen Festsaal. Warum man selbst 5 Jahre nach dem Abitur plötzlich Tischdecken und Sitzordnungen braucht und sich nicht einfach mit einem Kasten Bier an die Isar setzt, habe ich auch damals nicht verstanden.

    Aber ich war nicht mal auf meiner eigenen Abifeier. Denn die war – laut eine Horde Mitschüler – ja eh für unsere Eltern gedacht, weil sie uns ja ermöglicht hätten, das Abi… etc. Das Resultat war eine Altherrentanzkapelle und ein Abend, an dem sich auch die meisten Eltern in Stücke gelangweilt haben.

    Wir waren ein dumpfer Jahrgang. Eine Klassenstufe höher gab es noch die Engagierten mit Latzhosen und dicken, selbst gestrickten Pullovern, eine Stufe drunter die Popper. Wir waren nichts. Wir waren so nichts, dass wir nicht mal einen Abischerz zu Stande gebracht haben, als einziger Jahrgang von 1971 bis heute. Wir waren so gar nichts, dass bei der Abiturrede unsere Direktor sagte, dass er nichts besonderes über uns zu sagen wisse, er sich aber nicht sicher sei, ob das ein Lob wäre.

    Schon gleich nach dem Abitur hatte ich mich geistig und physikalisch von meinem Jahrgang entfernt. Ich bin raus, habe keinen Kontakt mehr.

    Somit, Frau Kaltmamsell, mein Beileid.

  14. HenryJune meint:

    Schwierige Frage, aber ich denke, ich würde die Wahrheit sagen. Vielleicht ist sie ja auch gar nicht beleidigt?
    Mein 10-jähriges habe ich verpasst, weil ich in der falschen Kneipe eingelaufen bin und mir absolut nicht vorstellen konnte, wo sich der Rest in unserem Kaff herumtreibt. Das 20-jährige werde ich mir vermutlich schon geben, da kann ich am lebenden Objekt studieren, wie sich weiche Drogen langfristig auswirken.

  15. maz meint:

    Deine Frage scheint eher rhetorisch zu sein, aber ich maße mir dennoch an…

    Das mit dem Wahrheitsagen wird sehr überschätzt (und ist, so denke ich, ein moderner Mythos, der seinen Ursprung in flachen Ratgeberbüchern, Filmen und Serien hat).
    Im Leben, so im richtigen Leben bedeutet Rücksicht auf die Empfindungen eines anderen, der einem irgendetwas bedeutet (oder bedeutet hat), zu nehmen gelegentlich auch, gegen was weiß ich wievieltes Gebot zu verstoßen.
    Hmm, wahrscheinlich schon wieder so ein antithetischer Gemeinplatz…

  16. Paul Revere meint:

    Warum die Aggressionen? Locker bleiben! Distanz wahren und sich das Spektakel aus der (emotionalen) Ferne amüsiert betrachten. Wie wäre es mit “Leben und Leben lassen” oder “chacun a son gout”, es soll doch jeder nach seiner Facon selig werden. Hoffentlich vertreten Sie nicht den Anspruch, daß Sie das Rezept für das alleinseligmachende Glück entdeckt haben und dann jeden ablehnen, der nicht nach Ihrem Schnittmuster lebt. Sicher ist es schade, wenn man sieht, wie manche ihr Talent brach liegen oder verkümmern lassen, aber nun gut, das ist immer noch deren individuelle Entscheidung gewesen. Die Freiheit, solche Entscheidungen zu treffen, sollte man seinen Mitmenschen schon lassen. Sonst kommt man schnell zu der Einstellung “an meinem Wesen soll die Welt genesen” und das kann’s ja wohl auch nicht sein. Gruß, Paul

  17. Nur mal so meint:

    Ob absagen oder nicht, Notlüge oder nicht, auf jeden Fall war ich auf meinem 15jährigen Abi-Treffen (10 hatten wir alle verpasst…) und es war erstaunlich gut und entspannt.
    Ich denke auch, dass man nicht von vornherien verurteilen sollte, wenn jemand nicht einen vermeintlich vorgezichneten Weg aufgrund von Talent oder jugendlicher Interessen nicht weitergeht. Vielleicht sind sie doch tatsächlich glücklich in ihrer Vorstadtidylle, vielleicht haben sie die sogar ganz bewußt gewählt und nicht nur, weil es sich “so gehört”? Jeder Jeck is anders und solnage Sie keiner “bekehren” will, so what ?? Aber wenn absolut keine Lust besteht, sollte man sich auch nicht hinquälen.

  18. Lila meint:

    Die Aggression hat mich sofort mitgerissen beim Lesen! Ich bin noch nie zu sowas hingegangen und würde es auch nicht. Für die Vorstadtmütter bin ich eine Versagerin, weil ich meine Kinder “abgegeben” habe. Für die Karrierefrauen eine Versagerin, weil ich es nicht sehr weit gebracht habe und zu viele Kinder habe. Statussymbole haben wir als Kibbuzniks gar keine (weder Auto noch Haus, brauchen wir alles nicht, und wir machen auch keine weiten Reisen). Und ´nen Ausländer hab ich auch noch geheiratet! Ich habe keine Kraft, mir die verständnislosen Blicke anzutun. Gut, daß ich alle Einladungen wohlbegründet ablehnen kann.

    Brrr. Ich würd einfach gar nichts sagen. Schluß aus. Statt dessen mit herrlichem Mitbewohner in die Oper gehen. Und dann einen trinken.

  19. syberia meint:

    Ja, entspannen. (Und sich fragen, weshalb die Reaktion auf kluge, gebildete Frauen, die sich entscheiden Kinder bekommen, derart aggressiv ausfällt – und weshalb diese Aggression diesen Frauen gegenüber nicht geäußert werden darf.)

  20. zonebattler meint:

    Ich ging als Außenseiter vom Dorf ohne akademisch gebildete Eltern in ein Gymnasium der benachbarten Universitäts- und Siemensstadt Erlangen. Die Welt der Professoren-, Ingenieurs- und Zahnarztkinder war nie die meine. Gleichwohl habe ich das 25-jährige Abiturstreffen organisiert (der 1979er Abgangsjahrgang war der erste, der die »reformierte Oberstufe/Kollegstufe« durchlaufen hatte) und führe bis heute online die interne Kontakt-Datenbank mit halbjährlichen Audit-Mails (wenn schon, denn schon).

    Warum die Mühe? Weil nach einem Vierteljahrhundert ein tolles Fest möglich war (in der Schule selber), mit guten Gesprächen mit alten Bekannten, mit anderen, die man kaum vom Sehen kannte, mit Lehrern, die man damals bis zur Weißglut gereizt hatte. Die Lebensentwürfe waren bunt, die Vorzeigekarrieren teilweise gebrochen, wenn nicht zerbrochen, Scheidung hier, neues Leben da, alles im Fluß und nirgends selbstgefälliges Getue. Vielleicht machen die fünf zusätzlichen Jahre einen Unterschied: beim 20-jährigen erschien es mir bei uns auch noch nicht ganz so gelöst und natürlich… Daher mein Rat an Frau Kaltmamsell: Auf Wiedervorlage 2011! ;-)

  21. Bandini meint:

    Ich muss sagen, die Hoffnung auf eine ausgebliebene Weiterentwicklung bzw. der Schritt zurück in die vollkommene Aufgabe sind die Gründe, warum ich überhaupt dorthin gehe. Keine Überraschungen, vollkommene Öde, wunderbar. Da kann ich mich mit meinem Lebenslauf drin suhlen und lasse mir gerne sagen, dass man dies und das nicht von mir erwartet habe. Leider muss ich noch ein wenig warten bis zum 20-jährigen, aber schon jetzt spare ich auf den für ein Wochenende geliehenen Porsche. Oder für das Super-Bunny, das mich dann gegen Mitternacht abholt. Oder vielleicht doch schwul geworden?

  22. Stolle meint:

    Ich fand bei meinen Abiturstreffen immer zwei Personengruppen besonders interessant:die Leute, die nicht da waren.
    Und diejenigen, die da waren (viele davon, jedenfalls).

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