Archiv für Juli 2006

Warte, luege, –

Montag, 31. Juli 2006

Während auf der Vorspeisenplatte die Spon-Debatte um sommerliche Fußbekleidung mit Klauen, Zähnen und in verschiedene Richtungen gerümpften Nasen geführt wurde, saß ich im Zug gen Bern. Dort hatte ich durch aktuelle Anblicke die Gelegenheit, meine Einstellung zu Badelatschen zu überdenken. Resultat: Nee, ich bleib dabei.

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Hübschere Anblicke, nämlich von Bern, gibt’s nach dem Weiterklick:
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Bahntipps für den Sommer

Donnerstag, 27. Juli 2006

Jetzt, wo in Bayern (und Baden-Württemberg und Berlin) die großen Ferien losgehen, haben Sie bei Reisen auf dem Landweg die Wahl zwischen Teufel und Belzebub: Entweder Sie stellen sich mit dem Auto in einen Stau, oder Sie stellen sich mit dem Zug auf ein Gleis / ohne Zug auf einen Bahnsteig. Denn auch die Bahn leidet unter der Hitze: Weichenanlagen und Triebwagen mögen oft nicht so recht, dazu kommen Böschungsbrände, die ganze Streckenabschnitte lahmlegen.

Für das Wohlgefühl mitten in 120 Kilometer Stau vorm Brenner ist der ADAC zuständig. Nachdem die Bahn in keiner ihrer Publikationen auch nur Schwierigkeiten zugibt, geschweige denn Ratschläge anbietet, springe ich mit ein paar Tipps fürs Bahnfahren bei hitzebedingten Unwägbarkeiten ein.

1. Stecken Sie immer ausreichend Lesetoff ein. Das heißt: Nicht nur die Tageszeitung, auch nicht nur das eine Buch, das Sie gerade lesen. Planen Sie ein Druckerzeugnis zur Reserve ein, das Sie für mindestens 90 Minuten unterhält.

2. Packen Sie eine Flasche Wasser ein, auch für kurze Fahrten. Vielleicht auch gleich zwei, wenn Sie als Wasserspenderin lebenslange Dankverpflichtungen auslösen möchten.

3. Nehmen Sie auf Fahrten mit der Regionalbahn einen kleinen Fotoapparat mit. Vielleicht bleibt Ihr Zug im Abendlicht „wegen eines Feuerwehrgroßeinsatzes für unbestimmte Zeit“ in einer besonders pittoresken Gegend stehen. Dann können Sie aus dem geöffneten Fenster fotografieren. Oder das Fenster selbst.

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4. Wenn Sie gerne Musik, Hörspiele oder Hörbücher hören, nehmen Sie ein handliches Wiedergabegerät mit Kopfhörern mit. Nicht nur können Sie eventuelle zusätzliche Fahr- und Stehzeiten erbaulich nutzen; die Ohrstöpsel schützen Sie auch davor, die Echauffage einiger Paris-Hilton-Prolls wahrzunehmen.
- Zum Zugführer: „Wir haben seit ZWEI STUNDEN nichts mehr getrunken! Sie könnten wenigstens jemanden mit Wasser kommen lassen. Das THW oder so.“
- Ins Handy (1): „Ja, keine Ahnung, wahrscheinlich noch ewig, bis Mitternacht oder so. Keine Ahnung, Mensch, die sollen halt ein Evakuierungsteam schicken oder so.“
- Ins Handy (2): „Ja, hallo, ich bin’s wieder, wir stehen immer noch.“
- Ins Handy (3): „In Afrika is des anders, dene is wurscht, wenn der Busch brennt.“
Wenn Sie Ihre Musik allerdings am liebsten laut hören, achten Sie darauf, dass Sie nicht in der Nähe dieser Frau zu sitzen kommen:

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Diese würde Sie mit einem derart fratzenhaft gekünstelten Lächeln bitten, die Musik leiser zu machen, dass es Sie bis in Ihre Träume verfolgt (zumindest ist es darauf angelegt).

5. Nicht zur Nachahmung empfehle ich meinen gestrigen Versuch, mir die Zeit durch das Anpöbeln hysterischer Fiffis zu vertreiben. Bereits die erste schneidende Seitenbemerkung zu einer brunsdummen, lauten Handyfoniererin brachte mir neben dem Klassiker „blöde Kuh“ Herzrasen vor Aufregung ein. Bevor ich mich vom einfachen Pöbeln gar zu einer richtigen Rauferei hocharbeiten kann, sollte ich erst mal Streiten lernen, und das in einer vertrauten Umgebung.

Gruslige Folgen des Dünnerwerdens

Donnerstag, 27. Juli 2006

Es ist mir weiterhin unangenehm, auf meine Verschlankung angesprochen zu werden (ein einfaches „Gut sehen Sie aus!“ wäre mir lieber).

Geradezu gruslig war es, als gestern eine eher dicke Kollegin aus der Versicherungsabteilung in mein Büro kam, die mich schon vor Wochen eigens angerufen hatte, um mich zum Gewichtsverlust zu beglückwünschen und zu erfragen, wie ich das „geschafft“ hätte. Mit leuchtenden Augen berichtete sie, welche Inspiration ich gewesen sei, und dass sie das jetzt auch angepackt habe. „Sie, I mach jetz jeden Tag drei Stunden Sport“, gluckste sie, und ich bemerkte, dass ihre Augen eigentlich weniger leuchteten, als eher irre flackerten. Vorsichtig verwies ich auf die Bedeutung von Regenerationsphasen im Sport, ganz besonders bei untrainierten Menschen. Die Kollegin ließ mich gar nicht ausreden: „Seit Ende Mai hab i scho 14 Kilo abgnomma!“ 14 Kilo in sieben Wochen, hm, das sei aber nicht gesund, versuchte ich wieder den vernünftigen Ansatz. „Nah, so ganz langsam, des könnt’ i net, bei mir muss si was rühra.“ Aber ob sie denn so nicht in den verhängnisvollen Diät-Kreislauf gerate: Ein Leistungsanspruch, der sich niemals dauerhaft einhalten lässt, den gesamten Stoffwechsel durcheinanderbringt und erwiesenermaßen bereits mittelfristig zu noch mehr Gewicht führt? Doch die Frau war im Diät-Delir – meine Argumente kamen nicht an sie heran. Sie schaute nochmal an mir herunter, juchzte „Des schaff i au no!“ und stob von hinnen.

Oh je. Das Alter Ende 30, Anfang 40, so habe ich gelesen, ist neben der Pubertät eine weitere sehr gefährliche Phase für das Ausbrechen von Essstörungen.
Da sind mir die Frauen lieber, die ihr Körpergewicht auf „zu schwere Knochen“ zurückführen. (Den Cartoon will ich schon seit Monaten verlinken.)

Das mit den Ideen

Mittwoch, 26. Juli 2006

Im Moment läuft’s wie geschmiert: Mir kommen viele Ideen, die mich so begeistern, dass ich sie zielstrebig umsetze. Unter anderem: Meinen neuen Job habe ich mir durch meine Ideen praktisch selbst erredet, zudem weiß ich jetzt genau, wie ich ein Nicht-Geld-Projekt anpacken werde, dass seit Jahren in meinem Hinterkopf herumlungert (sehr hübsch, aber bislang ein wenig kraftlos, in der schattigen Ecke vor einer Scheune kauernd, einen Strohhalm im Mund, die halb geschlossenen Augen in die Ferne gerichtet – Sie wissen schon.)

Doch der erste Satz da oben war eine sehr bedachte Formulierung. (Siehe auch Herrn bananas Beobachtung “Am Sonntag besprang mich ein Plan“.) Ich grüble nämlich, was daran Leistung ist. Von mir selbst weiß ich: Mir ist bislang noch immer etwas eingefallen, beruflich oder halbberuflich oder außerberuflich. Und immer kulminierte das in etwas, was mich in Bewegung gesetzt hat. Zwar kann ich eine unglaubliche Trägheit entwickeln (da wäre zum Beispiel das zerschlissene Sofa: Seit mehr als einem Jahr trage ich das Kärtlein einer empfohlenen Polsterei mit mir herum und raffe mich nicht auf, einen Termin zu vereinbaren.) Doch dann erfreut mich mein Hirn wieder mit so klasse Ideen, dass ich sie unbedingt verwirklichen will.

Dafür kann ich doch aber eigentlich nichts. Eine ehemalige Praktikantin kommt in mein Büro geschneit, erzählt mir von ihrem derzeitigen Studentenjob – und ich weiß mehr oder weniger schlagartig, dass man mich dort braucht. Über die darauffolgenden Tage entwickelt sich ein immer hieb- und stichfesteres Konzept, das mich richtig begeisterte. Das präsentiere ich, und ab 1. September wird es mein Job sein, dieses Konzept umzusetzen.

Parallel dazu war mein Hirn nett genug, eine ältere kreative Idee zu strukturieren und umsetzbar zu machen. Doch auch dafür kann ich doch nichts – es ist mir halt eingefallen.

In erster Linie freue ich mich über die Ideen, so richtig inklusive Kichern, Mitbewohner-Schubsen, Herumhüpfen. Doch wenn ich mir dann mal wieder anhöre, was für Glück ich doch immer hätte, brauche ich eine Weile, bis ich mir klar mache, dass selbst das noch lang kein Anlass für ein schlechtes Gewissen ist. Gleichzeitig werde ich den Teufel tun, Menschen einen Vorwurf zu machen, die jahrelang in Sackgassen stecken, weil ihnen einfach nichts einfällt.

Ach, vermutlich lese ich nur nicht genügend schwurblige Kalendersprüche. Da gibt es doch sicher welche von der Sorte
- Ideen sind Geschenke – man muss ihnen nur die Tür aufmachen…
- Glück haben ist lediglich, die richtigen Gelegenheiten zu ergreifen…
Welche habe ich verpasst?

Auf meinem Weg in die Arbeit (38): Ich verrücktes Ding, ich

Dienstag, 25. Juli 2006

Nach zwei Stationen aus der Straßenbahn ausgestiegen, um im goldenen Morgenlicht zu Fuß zur Arbeit zu gehen und dabei Fotos zu machen. Einfach so. Ganz spontan.

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Liebling

Montag, 24. Juli 2006

Bittet mich eine Agentur als Vorbereitung für einen Workshop Ihnen durchzugeben, was meine “Lieblingswebsite” ist. Und was sie zu meinem Favoriten macht.

Ich bin völlig ratlos, bis mir eine Brücke einfällt: Wenn ich auf eine einsame Insel nur eine Website mitnehmen dürfte, welche wäre das?

Meine Antwort wird ihnen nicht gefallen.

Ganz viel verboten

Montag, 24. Juli 2006

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Jetzt nicht gleich lästern, bitte. Die vielen Einzelschilder erzählen die Geschichte eines immer neuen, immer größeren Zorns – der dann schön formalisiert und in saubere, bündige Tafeln gefasst wurde.


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