Bloggen in seiner schlimmsten Form
Sonntag, 9. Juli 2006Habe mir eben mal wieder vom früheren Verfallsdatum die Entscheidung abnehmen lassen, ob ich Joghurt oder Hüttenkäse zum Nachtisch esse. Joghurt.
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Wenn sie so guckt, könnte ich Frau Merkl ja knuddeln. Aber will ich von jemand regiert werden, den ich knuddeln könnte?
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Kaum habe ich sie 22 Jahre ohne Fehl und Tadel, erklärt mein Zahnarzt eine weitere meiner acht Amalgam-Füllungen für ersetzungsbedürftig. Meinen bemüht sachlichen Einwand „die ist noch pfen-nig-gut!“ konterte er damit, dass er mir einen Spiegel in die Hand drückte und minutiös auf gelbe Ränder, Unebenheiten und einen Sprung in der silbrigen Oberfläche hinwies. Der Haken: Ich kriege kein Amalgam mehr, die haltbarste aller Füllungen. Persönlich und fachlich hat mein Zahnarzt nichts gegen Amalgam*, nur entschuldigt er sich, er habe dafür inzwischen so wenige Abnehmer, dass sich die entsprechende Ausstattung seiner Praxis wirtschaftlich nicht lohne. Also kriege ich statt dessen für 80 Euro eine Kunststofffüllung.
(Meine persönliche Verschwörungstheorie dreht sich ja um die Unternehmen, die überhaupt kein Interesse daran haben, dass preiswerte und haltbare Lösungen verwendet werden, weil sie an den Alternativen gut verdienen. In allen Branchen führt technischer Fortschritt zu niedrigeren Preisen – nur in der Medizin nicht? Dazu übrigens ein schöner brandeins-Artikel.)
*Dazu Leseempfehlung: Don Wilson, „The Rise and Fall of Dental Mercury: hazard or scam?” The Sceptic 18 (1) (Australia), Autumn 1998, pp. 46-49. Hier das PDF der gesamten Zeitschrift.
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Gestern eine sehr nahe Verwandte des Mitbewohners besucht, die sehr krank im Klinikum liegt. Es ging ihr so schlecht, dass ich vor lauter Hilflosigkeit nur ständig ihre Hand streichelte. Im Nachhinein wegen möglicher Grenzüberschreitung ein schlechtes Gewissen gehabt, weil die Frau alles andere als eine Schmuserin ist.
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Nackten Oberkörper bei Joggern lehne ich aus Benimm- und Stilgründen vor allem auf belebten Strecken vehement ab. Mit „ts, ts, ts“, hochgezogener linken Augebraue und ganz schmaler Oberlippe. Doch heute überholte mich an der Isar ein eilig laufender, großer junger Mann mit honigblonder Popperfrisur und über einer roten Laufhose golden gebräuntem, haarlos nacktem Oberkörper, auf dem ich knapp unter dem leicht herausstehenden untersten Halswirbel ein herzzerreißendes Haar-Dreieck erspähte. Ich sag Ihnen: Der hatte Glück, dass er so schnell lief, sonst wäre ich umgehend über ihn hergefallen und hätte ihn ins reichlich vorhandene Ufergebüsch gezerrt.
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Nachtrag: Bin vorhin im Lehel Dieter Hildebrandt begegnet. Er sah blendend aus und ging sehr beschwingt. Der bleibt uns hoffentlich noch ein Bisschen.





