Archiv für August 2006

Deutsche Welle kürt wieder „Best of the Blogs“

Donnerstag, 31. August 2006

Zum dritten Mal gibt die Deutsche Welle Bloggern und Bloglesern die Gelegenheit, die besten Weblogs und Podcasts zu küren – und zwar so richtig international. Die Kandidaten kommen aus einer der zehn Sprachen Arabisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Russisch, Persisch, Portugiesisch oder Spanisch.

THE BOBs

Zur Erinnerung und Motivation: Als bestes deutsches Blog ging letztes Jahr das von Lyssa aus dem Wettbewerb hervor – und gucken Sie sich an, wo die Dame jetzt ist.

Dieses Jahr versucht sich die Deutsche Welle zudem an einer Blogopedia. Organisator Gabriel González ließ sich von Anke Gröners Wunsch nach einem „Wenn Sie dieses Weblog mögen, könnte Sie auch folgendes Weblog interessieren:“ inspirieren, und jetzt entsteht ein moderierter Katalog.

Die Jury ist mit renommierten Blogfachleuten aus den teilnehmenden Sprachgebieten besetzt. Einzige Ausnahme: Das Jurymitglied für Deutschland. Hier haben die Verantwortlichen die Teilnahme einer simplen Bloggerin angetragen, die sich in erster Linie durch viel Bloglesen und Blogschreiben qualifiziert. Mir nämlich. Ich fühle mich sehr geehrt, bin aufgeregt und beginne schon mal mit Cheerleaden:

Bitte hier preiswürdige Weblogs vorschlagen!

Die Kriterien für die Vorschläge sind hier nachzulesen.

Das Prozedere:
Bis 30. September kann jeder und jede seine Favoriten vorschlagen. Anschließend nominiert die Jury in jeder Wettbewerbskategorie zehn der Vorschläge.
Vom 23. Oktober bis 11. November ermittelt ein Voting die User-Preisträger. Wir Jury treffen uns am 10. November in Berlin und raufen die Gewinner der Jury-Awards aus.
Am 11. November werden die Gewinner der BOBs-Awards auf einer öffentlichen Veranstaltung in Berlin bekannt gegeben.
Hier alle Details des Prozedere.

Und jetzt VORSCHLAGENVORSCHLAGENVORSCHLAGEN!

Work / Life

Mittwoch, 30. August 2006

Im Gespräch mit einem befreundeten Arbeitskollegen herausgefunden:
Glücklich kann mich ein Job nicht machen.
Aber unglücklich.

Lebenszeichen in Schnipseln

Mittwoch, 30. August 2006

Gestern hätte meine polnische Oma Geburtstag gehabt – wenn sie nicht im Januar gestorben wäre.
Schon auffallend, wie viel einfacher es mir fiel, zu diesem Anlass meine Mutter anzurufen und sie ein bisschen zu trösten, als es mir in den letzten Jahren gefallen war, der weinerlichen, nöhlenden, winselnden alten Frau telefonisch zu gratulieren.

Ich bin sehr stolz darauf, wie wenig Papier ich in diesem Job hinterlassen werde. In Dateien ist es so einfach, Ordnung zu halten; sobald die Dateien zu Papier werden, werden sie bei mir auch zu Unordnung.

Es tut mir sehr, sehr leid: Dr House enttäuscht mich. Zum einen sind die Drehbücher komplett holzschnittartig: Jedesmal zwei Fälle, davon ein größerer und ein (ein bisschen lustiger) am Rande. Die ersten Diagnosen sind immer falsch – und weil wir das als Zuschauer ab der dritten Folge kapiert haben, sehen die Ärzte dadurch ein wenig dämlich aus. Wie man bei einer panto „He’s behind you!“ ruft, riefen der Mitbewohner und ich gestern Herrn Dr. House bei seinem ersten Diagnoseversuch entgegen: „Falsch!“ Und mit Blick auf die Uhr so lange bei jeder folgenden Diagnose, bis das nahende Ende der Folge einen Treffer wahrscheinlich machte.
Zum anderen hatte man mir einen bösartigen Antihelden versprochen. Statt dessen muss diese House-Figur in jeder Folge mindestens einmal beweisen, dass er ja dann doch ein gute Herz hat / verletzlich ist / sich hinter seinem rauen Auftreten eine zerrissene Seele verbirgt. Geschenkt! Lasst House ein zynisches sexistisches, rassistisches Opportunistenekel sein! Gerne auch fachlich brilliant. Ich werde zwar versuchen, Hugh Laurie mal mit eigener Stimme zu sehen (zumal man mir glaubwürdigen amerikanischen Akzent versprochen hat), aber in diesem Fall kann man der Übersetzung wohl wenig anlasten.

Im Abschiednehmen bin ich sehr schlecht. Innerlich blicke ich heute und blickte in den vergangenen Tagen keineswegs wehmütig zurück, sondern bin schon längst in der Zukunft (dieser Mechanismus versaut mir gerne auch mal letzte Reisetage). Wehmut überkommt mich weit später.
Zum Glück hat hier nur meine engste Umgebung mitbekommen, dass ich schon ab Freitag einen anderen Arbeitgeber haben werde, zudem sind meine Projekte sauber abgeschlossen. Also wird sich mein Abschied morgen auf eine Mail an alle internen Kontakte hier in der Fabrik beschränken – und zwar möglichst spät, damit niemand mehr zum Reagieren da ist.

Urlaub ist:

Sonntag, 27. August 2006

- jeden Tag ein, zwei Stündchen Sport

- eine Freundin aus ihrem Büro zum Mittagessen abholen

- so oft am Schuhladen mit den dunkelgrünen Pumps vorbeikommen, dass mir einfach keine Ausrede mehr einfallen will, warum ich die alten, abgeschraddelten nicht endlich ersetze

- jeden Tag frisches Obst und Gemüse kaufen

- Frühstücken gehen, mehrfach

- die Wohnung fast durchgehend in halbwegs aufgeräumtem Zustand halten

- Stadtteile Münchens, die ich nur vom Durchfahren mit der Straßenbahn kenne, genau erkunden (diesmal Lehel)

- stundenlang mit Milchkaffee und Buch in Cafés herumlungern

- alle Wege durch die Stadt nach dem Gesichtspunkt Ästhetik und nicht Effizienz auswählen

- dabei möglichst oft an einem der Saftstände am Viktualienmarkt vorbeikommen und ein großes Glas frisch geschleuderten Karotte- / Ananas- / Sellerie- / Apfel- / rote Rüben- / Orangensaft (immer nur zwei aus der Liste kombiniert) einnehmen

- Wäsche fast umgehend wegbügeln und somit mehr als drei Tage am Stück kein einziges ungebügeltes Teil herumliegen haben

- fünf Bücher weglesen

- private Ablage machen (eineinhalb Jahre Unterlagen) und über die Wohnung verteilte Papiernester beseitigen

- Siestaschläfchen halten

- ab morgen vorbei.

Don’t mess around with me!

Samstag, 26. August 2006

Und jetzt soll nochmal jemand meine Weiblichkeit in Frage stellen! Den schlag ich zamm!

You are Supergirl

Supergirl
57%
Superman
55%
Green Lantern
55%
Spider-Man
50%
Iron Man
50%
Hulk
50%
Batman
50%
The Flash
45%
Robin
42%
Wonder Woman
32%
Catwoman
25%
Lean, muscular and feminine.
Honest and a defender of the innocent.


“Which Superhero am I?”

via Croco

Geruchsgemisch aktuell (er kocht)

Freitag, 25. August 2006

- aus der Glaskaraffe auf dem Tisch: Minzblätter, die der Mitbewohner in der selbst gemachten Limonade verarbeitet hat
- aus dem Weinglas: buttrigblumig der spanische Chardonnay, den der Mitbewohner gekauft hat, weil er heißt wie ich in Echt
- aus der Küche: Nachhall der gerösteten Pinienkerne, die in der Spinatsuppe gemeinsam mit Räucherlachs für Aroma gesorgt haben
- auch aus der Küche: gebratener Speck, der später den Jakobsmuscheln zur Seite steht, gemeinsam mit frittiertem Salbei

Und im Fernsehen kommt Hudson Hawk! (ICH bin die, der der gefallen hat.) Autsch, ich hatte schon vergessen, dass die fünf Filmfreunde vor der Synchronisation gewarnt hatten. Das ist ja wirklich schlimm verblödelt. Aber gleich kommt Bruce Willis (war der da jung!) und singt zusammen mit Danny Aiello (wo ist der geblieben?) „Swinging on a star“. Vorher tanzt Sandra Bernhard (wo ist die geblieben?) zu „I’ve got the power“. Und die schöne Andy MacDowell spielt mit.
Oh mein Gott, ist der schlecht übersetzt.

Definition Frau

Freitag, 25. August 2006

Die unten erwähnten Zeit-Artikel, mehr noch aber die Kommentare zu einem ähnlichen Hinweis bei Frau Syberia haben mich – mal wieder – zum Nachdenken gebracht, was eigentlich eine Frau ausmacht.

Fangen wir erst mal ganz breit an.
Ist eine Frau jemand, der Röcke trägt?
Nein, da wird schon mal nichts draus.
Bei langen Haaren (Indianerhäuptling?), Schmuck (Zuhälter?), Schminke (Kabuki-Schauspieler?), langen Fingernägeln (Mandarin?) kommen wir auch nicht weiter.

Dann also funktional: Eine Frau ist jemand, der Kinder gebären kann? Nein, es gibt genug solche, die das aus den verschiedensten Gründen nicht können.

Werden wir anatomisch: Sind primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale eindeutige Indikatoren? Wohl nicht, denn sonst verlören Frauen, denen diese entfernt werden müssen, damit ihre Geschlechtszugehörigkeit. Das tun sie in zumindest in unserer Gesellschaft zum Glück nicht.

Kommen wir mit Chromosomen weiter? Eine Frau ist jemand mit XX-Chromosom? Das wäre eigentlich eine gute Arbeitsgrundlage, weil das die gesamte Bandbreite von Lebenswegen, Fertigkeiten, Kleidung, Haarschnitten, Partnerschaften enthielte.
Nur dass es dann noch die Menschen mit XY-Chromosom gibt, die sich als Frau fühlen. Manche davon setzen sehr viel daran, das auch äußerlich zu werden.

Es helfen also nicht mal die schlichtesten harten Fakten für eine Definition.

Dann ist es aber höchst leichtsinnig, das Geschlecht, also as Dschenda, an sowas Auswechselbarem wie an Kleidung festzumachen.

(Und nochmal zum Mitschreiben: Es sind nicht die Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die für Ungerechtigkeit sorgen, sondern die Schlüsse, die aus den Unterschieden gefolgert werden.)


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