Archiv für November 2006

Auf meinem Weg in die Arbeit (40): Lokführerin, fast

Donnerstag, 30. November 2006

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Ich hatte gar nicht gewusst, dass es so weit vorn überhaupt Sitze gibt – und wüsste es auch heute nicht, hätte mich eine Reservierung nicht dorthin gebracht. (München-Köln mit Umsteigen in Mannheim, am nächsten Tag Köln-München direkt, jeweils auf die Sekunde pünktlich. Ist ja auch normal, wird bloß nie erwähnt.)

Novembersonntag

Sonntag, 26. November 2006

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Mittagssonne beim Joggen.

Nachmittags in der Antikensammlung, eine bereichernde Führung zur Ausstellung „Mythos Troia“ erwischt. Bereichernd unter anderem, weil ich einen winzigen Einblick in den aktuellen Stand der Homer-Forschung bekam.
Der hübsche blonde Primaner an der Seite seiner Mutter ist allerdings wohl hiermit für die Antike verloren: Immer wieder versuchte er, mit Fragen an den führenden Altphilologen Details des Troia-Films zu verifizieren – und der Fachmann bot ihm lediglich Textkenntnis der Illias an. Historisch, so musste er ihn enttäuschen, habe es diesen Krieg gar nicht gegeben; nicht mal mit der Bronzezeit, in der sie vorgeblich angesiedelt ist, habe die Geschichte irgendwas zu tun.
(Auf dem Bild die heute dicht besessene Glyptothek, gegenüber der verschatteten Antikensammlung.)

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Familienalbum – 19: Sonntagspaziergang

Sonntag, 26. November 2006

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Muss der Winter 1973/74 gewesen sein, dem Alter meines Bruders im Kinderwagen nach. Ort ist der Künettigraben (ob der wohl inzwischen auch offiziell so schön falsch heißt?) in meiner Geburtsstadt.

Diätterror – die Serie (13): Nix gwieß woaß ma net

Samstag, 25. November 2006

Wieder ein ausführlicher Artikel, der meine Hoffnung nährt, der Ernährungs- und Diätterror unserer Gesellschaft könnte endlich Genuss und Entspannung weichen: “Einfach essen” in der Zeit. Gegen die Erfüllung meiner Hoffnung spricht die Konsequenz der einzigen drei belegbaren Ernährungsweisheiten:

»Esst weniger. Bewegt euch mehr. Und esst reichlich Obst und Gemüse.« Damit lassen sich keine Diätbücher verkaufen. Im Gegenteil, es macht die meisten davon überflüssig.

via brainfarts

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Bond ohne James

Freitag, 24. November 2006

Ich habe bisher alle Bond-Darsteller mitgespielt. Der einzig wahre ist selbstverständlich Sean Connery (nein, dazu darf nicht halt jeder seine eigene Meinung haben!). Aber ich habe Roger Moore akzeptiert, obwohl sein teigiger Körper mich immer Schweißfüße bei ihm vermuten hat lassen, obwohl ich ihm den Lebemann abnahm, das Athletentum nicht im geringsten. (Meine spanische Tante Luci schwärmte für ihn und sprach seinen Namen konsequent spanisch „Rocher More“ aus.)
Den Herrn Lazenby kenne ich nur aus dem Augenwinkel, doch er sieht britisch, elegant, clever und sportlich aus, kann zudem gute Umgangsformen simulieren – gekauft. Timothy Dalton habe ich ebenfalls gutwillig hingenommen: Ein James Bond mit augenscheinlich chronischen Magenschmerzen, von mir aus. Als Romanleserin bin ich in suspension of disbelief geübt.
Beim Wechsel zu Pierce Brosnan kam endlich wieder echte Freude auf: Der hatte nicht nur keine Magenschmerzen, sondern zudem eine unzerstörbare Fönfrisur und genaus das Quäntchen Lässigkeit, das ein Bond unbedingt braucht.

Aber jetzt? Daniel Craig? DANIEL CRAIG? Dieser Automechaniker-Typ? Ein weißrussischer Automechaniker soll so tun, als kenne er sich mit Brandys und Weinen aus, mit Frauen, Bartok und Stochastik? Neeeee, das hab ich ihm nicht eine Sekunde abgenommen.

Casino Royal ist trotzdem ein sehr schöner Bond-Film geworden, allein schon wegen der vielen Poker-Szenen (für meinen Geschmack hätte die Kamera allerdings gerne länger auf den offenen Karten bleiben können, so zum Mitdenken). Großer Respekt fürs Drehbuch, weil nicht ein Royal Flush dabei war (wenn sonst in Filmen gepokert wird, hat der Gewinner immer einen Royal Flush). Wenn Sie Bond-Filme mögen, schaun Sie Ihn sich an: Es ist unglaublich, was diesmal wieder alles kaputt gemacht wird; der Showdown war mir ein hörbares „Boah!“ wert (sorry, netter alter Herr neben mir).

Nachtrag: Für die Grönerin haben sie offensichtlich extra einen ganz anderen Bond-Film gedreht und nur ihr gezeigt. Vor allem haben sie eigens für sie einen anderen Hauptdarsteller verwendet. (Unsterbliche Bloggerinnen-Fehden gingen schon wegen weit weniger Wichtigem in die Geschichte ein.)

Nachtrag zu „Hilflosigkeit ist sexy“

Donnerstag, 23. November 2006

Sie dachten vielleicht, ich mache Spaß, als ich hier schrieb, ich hätte mich in Hilflosigkeit coachen lassen. Tatsächlich war ich nur meiner Zeit voraus. In Russland gibt es nun Kurse in „Bitchology“, denn: „A smart woman gets what she wants by pretending to be weak.

So kommen wir Frauen ans Ziel unserer aller Träume, nämlich: “Great sex, money and a man who looks after you.”
(Widerspruch, meine Damen, ist völlig zwecklos. Damit würden Sie nur beweisen, dass es Ihnen an Weiblichkeit gebricht.)

Via feministing

Heute schon gelernt

Mittwoch, 22. November 2006

(Und es ist noch nicht mal drei!)

An einem November-Mittwoch kurz vor fünf in der Früh sitzen in den öffentlichen Verkehrsmitteln Münchens erheblich mehr abgeerntete Nachschwärmer als verschlafene Frühschichtler. Vielleicht macht das die Großstadt aus: In den drei Provinzstädten, in denen ich gewohnt habe, war’s andersrum. (Raten Sie mal, zu welcher Gruppe ich Naturspießerin-is-my-middle-name gehörte.)

Die Computer-Hotline bekommt montags etwa 30 % mehr Anrufe als an den anderen Wochentagen, weil User übers Wochenende gerne mal ihr Passwort vergessen.

Für die Fotoapparat-Beschaffung gibt’s einen Workflow.

Die Frau, die vor 20 Jahren meinen Namen trug und regelmäßig ohne große Probleme um 5 Uhr zur Radio-Frühschicht antrat, ist mir völlig fremd (manchmal habe ich vorher sogar noch bei der Polizei-Leitstelle vorbeigeschaut, um mir die Vorkommnisse der Nacht persönlich abzuholen!).

Wenn sich Landeier, die wahrscheinlich mit 15 ein Mofa hatten, mit 16 ein Moped und mit 18 ein Auto, ein Bürogebäude aussuchen, kann das schon mal 45 Fußminuten von der nächsten S-Bahn-Station weg liegen.