Wenn Sie bei Spon folgende Überschrift lesen: „Frauen sehen anders als Männer“ und dann den Vorspann
Dass Frauen Dinge anders wahrnehmen als Männer, ist mehr als ein gängiges Klischee – es gibt dafür sogar ein organisches Korrelat: Für ihre Orientierung nutzen die Geschlechter verschiedene Strategien und unterschiedliche Hirnareale.
wissen Sie, dass Sie das übliche Männer-parken-Autos-auf-dem-Mond-Frauen-verstehen-Jupiter-Stereotyp vor sich haben. Das kennen wir, damit verkaufen sich Magazine und Bücher bestens. Doch wenn wir uns die entsprechenden Studien dann im Detail ansehen, stellen wir fest, dass die schlagzeilenerzeugenden und angeblich unüberwindlichen Unterschiede im einstelligen Prozentbereich der Vergleichsgruppen liegen und statistisch an der Irrelevanz entlangschrammen.
Witzigerweise findet sich direkt unter dem oben zitierten Artikel das genaue Gegenteil:
Unter dem Ttel „Das gleiche Geschlecht“ hat Raffaela von Bredow tief und ausführlich recherchiert, was die entsprechenden Studien wieder und wieder tatsächlich ergeben:
Dirigiert die Steinzeitbiologie heute noch den Mann auf den Mars und die Frau auf die Venus? Neuroforscher suchen nach dem großen Unterschied – und können ihn nicht finden. Auf einzigartige Weise hat die Evolution das Gehirn des Menschen geöffnet für kulturelle Prägung.
Ist komplexer, detaillierter, differenzierter – kurz: anstrengender. Bitte lesen.
(Warum fühle ich mich nur immer wieder so einsam, wenn ich darauf hinweise, dass die Behauptung „Frauen sind nunmal von Natur aus weniger abenteuerlustig, weil sie physisch in Durchschnitt nicht so kräftig sind wie Männer“ nur Millimeter entfernt ist von „Frauen sind nicht so intelligent wie Männer, weil ihre Gehirne kleiner sind”?)
Nachtrag: Die zitierte Studie von Janet Hyde, eine Meta-Analyse von Unterschiedsuntersuchungen, ist hier ganz zu lesen. Methodisch sauber und ebenfalls sehr lesenwert.