Archiv für September 2007

Beim Laufen an der Isar erfahren…

Sonntag, 30. September 2007

Beim Laufen an der Isar erfahren, dass die Nachbarn gegenüber ihren Hund verloren haben: Rings um die Wittelsbacherbrücke Zettel „Willi entlaufen!“. ‚Den Hund kenn ich doch…,’ denk ich, und tatsächlich steht der Name der Nachbarn unter der Kontaktnummer. Seither lausche ich, ob ich den Wauzi wieder höre. Als Trost oder auch nur als Ausdruck meines Mitgefühls ist mir mal wieder nur was zum Essen eingefallen; also backte ich Cantuccini und brachte ein Schüsselchen rüber.
(Rezept hier.)

Drehbuchidee für CSI Munich

Sonntag, 30. September 2007

Eine Erdgeschoßwohnung im ältesten Viertel Münchens soll renoviert werden. Die Baupläne weisen einen stillgelegten Kamin aus, der den Innenarchitekten im Wege steht. Als die Bauarbeiter an einem sonnigen Frühherbstmorgen Ende September die Kaminmauern aufbrechen, machen sie einen grausigen Fund (diese Formulierung darf auf keinen Fall verändert werden und muss später so in allen Inhaltsangaben auftauchen: „machen sie einen grausigen Fund“): Ihnen fällt ein mumifiziertes Skelett entgegen.
Die Gerichtsmedizin schätzt anhand der Indizien, dass die, wie sich herausstellt männliche, Leiche dort seit mindestens zehn Jahren gesteckt haben muss. Es gibt „keine Spuren von Gewalteinwirkung“ (muss im Dialog so auftauchen), die Reste von Nägeln und Zähnen belegen, dass der Mann noch gelebt hat und dort unten verhungert und verdurstet ist. Die Spurensicherer finden am Boden des Kamins verwitterte Reste von Kleidung; die Ränder der Fetzen sind symptomatisch für ein Zerreißen. Sie machen sich daran herauszufinden, wer der Mann war und ob er versehentlich in den Kamin gestürzt ist oder gestoßen wurde. An der Innenseite der Kaminmauern finden sie ganz oben Gewebereste.

Die Spur führt zu einem Münchener, der zehn Jahre zuvor nach dem Oktoberfest vermisst gemeldet worden war. Stück für Stück setzen die Ermittler diese Geschichte zusammen, die sich damals an einem der letzten Septembertage zugetragen hat:

Ein 27-Jähriger hatte an einem Mittwochabend zunächst mit einem befreundeten Pärchen das Oktoberfest besucht. Gegen 21 Uhr verabschiedete er sich von ihnen, zog noch durch diverse Lokale. Etwa um 2 Uhr beschloss er, sich den langen Nachhauseweg zu seiner Wohnung im Münchner Osten zu ersparen und stattdessen bei dem befreundeten Paar im Münchener Tal zu übernachten. Als ihm dort allerdings niemand öffnete, kam der junge Mann, recht alkoholisiert, auf die Idee, über ein offenes Fenster des Nachbargebäudes auf das Dach zu klettern, um von dort in die Dachgeschoßwohnung der Freunde einzusteigen. Er gelangte bis ganz oben aufs Dach und machte sich auf den Weg zum Nachbarhaus.
Als er dabei über eine vermeintliche Mauer steigen wollte, entpuppte sich diese als stillgelegter Kamin, und er stürzte hinein. Anfangs konnte er sich im oberen Bereich noch halten, aber dann verließen ihn die Kräfte. Er rutschte den 60 mal 40 Zentimeter engen und 28 Meter tiefen Schacht nach unten. Dort stand er dann, in qualvoller Enge, mit den Armen nach oben, die Kleidung zerfetzt und die Haut schwer geschürft. Seine Hilferufe bleiben ungehört.

Darf von mir aus auch einer der nächsten München-Tatorte werden, der Plot wäre viel besser und oktoberfestnäher als der Versuch vergangenen Sonntag.

(Na gut, klänge für ein TV-Drehbuch vielleicht zu weit hergeholt. Ist aber letzte Woche in Echt passiert – glücklicherweise bis auf das Ende: Ein Hausmeister hörte den Kapitaldeppen, die Feuerwehr hat ihn rausgeholt. Die ganze Geschichte inklusive Bilder von der Rettung bei der Süddeutschen Zeitung.)

To write behind the ears

Samstag, 29. September 2007

When you schon bring the eggs in their carton mit aller Vorsicht home, it is more than unwise to kick them allesamt with Schmackes off the Arbeitsfläche, bevor you have even started mit Kuchenbacken.

(aus dieser Serie)

Letzter Aufruf: Kandidaten für den „Best of the Blogs”-Award vorschlagen!

Freitag, 28. September 2007

Bis Sonntag läuft noch die Vorschlagsphase für den Award der Deutschen Welle
„Best of the Blogs“. Heute schon vorgeschlagen?

Übrigens habe ich herausgefunden, warum Blogs mit Vorschlagsdatum 2006 auftauchen: Sie sind in der Datenbank geblieben und konnten erneut zu Vorschlägen gemacht werden (so musste man nicht wieder alle Felder ausfüllen.)

Rettet die Prinzeregententorte – 4

Donnerstag, 27. September 2007

Mittlerweile bin ich beruhigt, was die Zukunft der Prinzregententorte angeht: Eine Expedition in die Münchner Peripherie ergab, dass es auch hier eine lebhafte Population gibt. Hier sehen wir ein Exemplar der Fürstenfeldbrucker Konditorei Wiedemann:

07prinzregententorte_ffb.jpg

Verkostet wurde es vor Ort, der ein wirklich generisches Provinzcafé ist, wie ich es noch aus Kindertagen kenne: geschliffene Glasaschenbecher, Kaffee im Kännchen, schmiedeeiserne Raumtrenner. Die Torte war frisch, die lockeren (sechs) Rührteigböden harmonierten unauffällig mit der buttrigen Buttercreme ohne auffallende Aromatisierung. Lediglich der Guss oben war ein wenig schwer und schokoladenlos süß, fast schon Fondant.

Wir fassen also zusammen: Im Münchener Raum kann der Prinzregententortenbestand als gesichert gelten. Vorkommen sind bezeugt in:

- Café Erbshäuser (Geschmacksdetails)

- Bäckerei und Konditorei Schmidt (Geschmacksdetails)

- Café Konditorei Wölfl (Geschmacksdetails)

- Konditorei Schleißheimer (Geschmacksdetails)

- Petite Patisserie (PRT-Foto)

Steht nur noch mein zweiter Versuch einer Eigenfertigung aus.

Aus erster Hand

Donnerstag, 27. September 2007

Im Berner Familien-Blogk zuhören, wie ein thailändisches Einwanderermädchen erzählt.

Bei Frau Klugscheißer die Auswirkung des indischen Kastensystems auf Langstreckenflüge beobachten.

Aus Frau Lilas Geschichten ersehen, wie sehr die Kibbutz-Bewegung die israelische Alltagskultur geprägt hat.

Mit Isa die Zähne an Unübersetzbarem ausbeißen.

Trotz Herrn Raus Besserwissen nicht an „oberlehrerhaft“ denken.

Nee, ich finde dieses Blogdings immer noch nicht langweilig.

Nachtrag: Mich in den Kommentaren des Tagesschau-Blogs rundum über die Hintergründe der Verwendung von „Burma“, „Birma“, „Myanmar“ informieren. Fast hätte ich die Kommentare gar nicht erst geöffnet, da die Anzahl 70 auf unsachliches Gehackel hindeutete. Sind aber nur sieben erwartbare „Habt Ihr sonst keine Probleme?“-Meckereien darunter, sonst viel Gelahrtes und Fundiertes.

„Kopfbälle von Dauerwelle zu Dauerwelle“

Mittwoch, 26. September 2007

Anke Gröner weist auf eine wundervolle Galerie zum deutschen Frauenfußball hin. (Es gibt sogar ein spezielles Exponat für dieses Blog.) Und ich muss mal wieder an meine fußballnärrische Schulkameradin Ugga denken, die in den 80ern vergeblich in ihrem dörflichen Fußballverein mitspielen wollte – Mädchen wurden nicht aufgenommen.