Überraschend hohe Kunst
Donnerstag, 29. November 2007 um 10:15Seit ein paar Tagen versuche ich, Anweisungen an die Praktikantin mit einem Meryl-Streep’schen „That’s all.“ abzuschließen. Musste feststellen, dass es auch bei diesem kleinen Sprachschnippsel fundierter Schauspielkunst bedarf, um die gewünschte Ausstrahlung (souverän, blasiert, furchteinflößend) zu erzielen.
die Kaltmamsell




29. November 2007 um 11:20
Aber das bekommst Du doch hin oder?
29. November 2007 um 20:34
Wenn das irgendjemand hinbekommt, dann Frau Kaltmamsell! Löwe-Geborene sind dafür prädestiniert, ihren Mitarbeitern mit angeborener natürlicher Autorität, die auf höchster Kompetenz, gepaart mit menschlicher Güte fußt, die beste Vorgehensweise aufzuzeigen. Das ist nun einmal für alle das Beste!
(Als Monarchistin wünsche ich mir außerdem endlich wieder eine Königin – aber das ist ein anderes Thema)
29. November 2007 um 20:44
Und vergessen wir nicht ihre klassischen silbernen Schuhe. Subtiles Einsetzen von Macht unter dem Glastisch!
Ja, ich glaube in dem Punkt auch an die Kaltmamsell. Zweifelsohne!
29. November 2007 um 21:19
Aber meine Damen, Sie übersehen die eine oder andere beschämende Kleinigkeit: Ich bin a) ein feiger Wurm, der noch dazu b) gemocht werden will. Selbst wenn ich jemandem in den Arsch treten muss, damit er lediglich sein Minimum an Pflicht erfüllt, bin ICH diejenige, die sich schlecht fühlt. Und dieses “That’s all.” wird selbst vom kleinsten Bisschen Niedlichkeit zerstört.
29. November 2007 um 23:42
Ich hoffe, Sie schreiben Ihrer Praktikantin dann auch genau das Empfehlungsschreiben, daß Ihr den tollen Posten bei der Süddeutschen sichert!
29. November 2007 um 23:43
Oh, Verzeihung, es müßte natürlich heißen: “das ihr den tollen Posten …” Wie peinlich!
30. November 2007 um 5:15
Niedlichkeit ist eines der schwierigsten Genres, vor allem in Positionen mit Leitungskomponenten. Lassen Sie dennoch nicht davon ab, eine Prise Niedlichkeit ins Alltagsgeschäft einfließen zu lassen, bitte!
30. November 2007 um 13:28
Sogar Frau Merkel hat trotz ihrer Machtfülle etwas Niedliches, wenn sie so vor sich hin grinst.
30. November 2007 um 21:43
Ähnliches bei mir mit dem trockenen, nicht beleidigend, sondern pragmatisch gemeinten “Go away.” das sich die “West Wing”-Leute sagen, wenn alles gesagt ist und sie weiterarbeiten wollen. Krieg ich nicht hin.