Kurzdurchlauf
Montag, 17. Dezember 2007 um 11:32Meine Weihnachtsdepression hat es dieses Jahr schwer: Äußerlich will sich einfach kein Auslöser finden. Gleichzeitig kann ich kleinere schwarze Wellen im Gemüt umso eindeutiger dieser saisonalen Niedergeschlagenheit zuordnen.
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Das hier im Haus ist die mit Abstand fähigste Poststelle, die ich je in einem Unternehmen erlebt habe. Werde heute eine Großpackung Merci besorgen und mich damit bedanken.
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Da im Bruderhaushalt noch das Christkind die Geschenke bringt und ich meine Familie erst an einem Weihnachtsfeiertag besuche, musste ich alle Geschenke bis zum gestrigen Treffen beisammen haben. Ist mir problemlos gelungen, und so kann ich diese Woche unbeschwert von Geschenksorgen verbringen.
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Am Samstag habe ich mir neue Dauerlaufschuhe gekauft – in einem Sportladen, in dem ich so kundig und umfassend beraten wurde (Laufband, Videoauswertung, Hintergrund, Analysen), dass ich mich fast wie eine ernsthafte Sportlerin fühle. Jetzt weiß ich nicht nur, dass ich eine Vorderfußläuferin bin, sondern auch, dass ich mich – nach derzeitigem Stand der Wissenschaft – dafür nicht entschuldigen muss. Am Ende hatte mich die Verkäuferin (deutlich älter als ich, von gelassener Durchtrainiertheit) fast so weit, dass ich mir Wettlauf-Termine angeschaut hätte. Jetzt probiere ich erst mal die neuen Schuhe aus; sollte ich damit ohne Anstrengung meine zwei Stunden in 1:50 laufen, sehen wir weiter.
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Möglicherweise habe ich den schlagfertigsten Oberchef der Welt. Bis vor wenigen Tagen hätte ich mir keine Betriebsversammlung vorstellen können, bei der sich die ganze Mannschaft Tränen lachend in den Armen liegt.
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Meine Geburtsstadt hat es erfolgreich geschafft, ihre Innenstadt zu entvölkern: Am Samstagnachmittag waren in der Fußgängerzone etwa so viele Leute unterwegs wie zu meinen Jugendtagen an einem gewöhnlichen Werktag. Die undurchdringlichen Menschenmassen, die früher für einen Adventsamstag typisch waren, trappen sich heute im Einkaufszentrum weit vor den Toren der Stadt und im Sonderangebotsdorf am anderen Ende der Stadt auf die Füße.
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Mein kleiner Bruder, heute Vater dreier Kinder, ist immer noch ein Quartalsfresser: Weiterhin groß, schön, schlank und sportlich aß er gestern im Wirtshaus mit Genuss eine doppelte Portion (Landgasthausportion, wohl gemerkt!), gab aber zu, unter der Woche oft den ganzen Tag das Essen zu vergessen. Wenn er mich früher besuchte, war sein erster Gang immer der zu meiner Süßigkeitenschublade, die er gerne in einem einzigen großen Schnaufer („Ich hab heut noch nix g’essn.“) leerte.
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Noch vier Tage bis zur Wintersonnwend.
die Kaltmamsell


17. Dezember 2007 um 12:42
Genau ! Auf den 21. freu’ ich mich auch ! Endlich werden die Tage wieder länger. Winter kann’s ja ruhig noch bleiben, aber bitte abends wieder ein bisschen heller :-)
17. Dezember 2007 um 12:54
Sie laufen zwei Stunden in 1:50? Verliert man dabei nicht irgendwie Zeit? Sport könnte mich 2008 auch interessieren, aber ich will mich jetzt noch nicht zu sehr aus dem Fenster hängen.
17. Dezember 2007 um 14:00
Noch habe ich die Zeitverkürzung nicht geschafft, Herr kid: Ich habe zwei 2-Stunden-Routen; eine davon werde ich Samstag testen, und wenn am Ende auf meiner Polar-Uhr 1:50 steht, schaue ich nach Halbmarathon-Terminen. Und kann mich zehn Minuten länger in der Badewanne aalen.
17. Dezember 2007 um 22:49
Sport soll ja unwahrscheinlich auf die Gelenke gehen, was man so hört. Materialabnutzung! Nach meinen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist
regelmäßig wenig Bewegung das Vernünftigste. Beispielsweise bieten sich einfache gymnastische Bewegungen im Liegen an. Eine weiche Unterlage sollte dabei stets vorhanden sein, um das Skelett zu schonen.
18. Dezember 2007 um 0:00
@gaga: Zustimmung. Ausserdem sollten die Bewegungen rythmisch sein, wegen der Poesie in der Bewegung.
19. Dezember 2007 um 13:20
Ob man die Veranlagung zum Vorderfußlaufen hat, merkt man (meiner Beobachtung nach) am Berg. Ich laufe flache Strecken eher auf Mittel- und Vorderfuß, kann aber meine Lieblingssteigung von drei Kilometern (120 Meter Höhenunterschied) problemlos auf den Vorderfüßen absolvieren. Es hängt wohl auch mit der “medizinischen Muckibude” zusammen, die hier manchmal erwähnt wird. Wenn man da die richtigen Übungen wählt, kommt man beim Laufen wesentlich besser voran. Ich plane jedenfalls für 2008 mindestens einen Halbmarathon. Und, gaga, man kann die Gelenke durch (richtigen) Sport sogar entlasten.