Archiv für September 2008

Abenteuerurlaub

Dienstag, 30. September 2008

Gleich fahre ich in den Urlaub, der für mich aus mehreren Gründen exotisch ist:
- Zum ersten Mal Frankreich – kenne ich überhaupt nicht, da ich kein Französisch spreche. Doch ich habe eine Begleitung mit exzellenten solchen Sprachkenntnissen.
- Zum ersten Mal mit dieser Reisebegleitung – allerdings sind wir zusammen bereits durch so manche Höhen und Tiefen gegangen, das sollte klappen. Am besten schließen wir gleich bei der Abreise Wetten ab, weswegen wir uns in die Haare kriegen.
- Nach sehr vielen Jahren (13?) mal wieder mit dem Auto. Ich habe sogar meinen Führerschein dabei. Was das wohl mit meinem Kaufverhalten (Wein!) anrichtet, das seit so vielen Jahren durch die Gewichtsbeschränkung von Flugzeugen im Zaum gehalten wird?

Bei der Auswahl der Unterkünft spielte diesmal Internet-Zugang keine Rolle, es könnte hier stiller werden. Das Blogheinzelmännchen hütet Blog – machen Sie ihm keine Schwierigkeiten.

Der neue Kracht

Dienstag, 30. September 2008

Zeitgenössische deutschsprachige Literatur und ich, wir haben’s ja nicht so miteinander. Das liegt, sehr vereinfacht ausgedrückt, daran, dass ich sie im Großen und Ganzen für unbeachtlich halte. Doch gebe ich ihr regelmäßig die Chance, mich eines Besseren zu belehren. Wenn also ein Buch wie Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten von Christian Kracht derart hysterisch gerühmt wird (u.a. von Gustav Seibt in der Süddeutschen), dann hole ich mir das.

Aha, Science Fiction – so nennen das die Fans des Genres. Wir Literaturwissenschaftlerinnen verwenden gerne das feinere „utopischer Roman“. In diesem Fall aus der Unterabteilung historische Utopie, also ein Roman, der von der Prämisse ausgeht, ein bestimmter wichtiger Abschnitt der Vergangenheit wäre anders verlaufen; ist bereits Topos geworden, diese Unterabteilung ist viele Regalmeter lang – und hauptsächlich englischsprachig. Das meiste davon ist besser als der Kracht-Versuch. Auf knapp 150 Seiten fantasiert Kracht eine heutige Schweiz, in der der Erste Weltkrieg seit 100 Jahren ausgetragen wird und die eine Sowjetrepublik ist. Dadurch sind natürlich viele Details des Alltags anders, einschließlich der Sprache. Wahrnehmungsebenen vermischen sich, es passiert ungeheuer viel ganz schnell und durcheinander. Alles ganz nett, doch ich frage mich, warum Science Fiction sonst in den deutschen Feuilletons als bäbä gilt, und dieser Roman nicht. Eine Stelle winkt sogar rüber zu billigen Krimis. Der Ich-Erzähler findet an einer Hauswand eine rote Schmiererei: „Ich zog den Handschuh aus, kratzte mit dem Fingernagel an der Farbe und roch daran. Es war Schweineblut.“ Yeah. Right.

Ich erinnere mich noch, wie zornig der Mitbewohner über die Anerkennung für den Film Crouching Tiger, Hidden Dragon war: Er mochte seit vielen Jahren asiatische Von-Dach-zu-Dach-spring-Säbelfilme und hatte sich oft deshalb belächeln lassen müssen. Wieso sollte dieser eine Vetreter des Genres plötzlich Kunst sein?

Selbst ohne besonderes Faible für Science Fiction fallen mir auf einen Schlag ein paar Bücher ein, die ich den Kracht-Jublern ans Herz lege („Wenn Ihnen dieses Buch gefallen hat…“):
- Robert Harris, Fatherland (Hitler hat den Krieg gewonnen.)
- Stephen Fry, Making History (Was, wenn Hitler nie geboren worden wäre?)
- Jasper Fford, The Eyre Affair (Unter anderem: Der Krimkrieg ist noch nicht zu Ende.)
- Ray Bradbury, The Martian Chronicles
Blade Runner sollten sie ebenfalls dringend anschauen.

Der Titel des Buches ist eine Zeile aus „Danny Boy“, die genauso unzusammenhängend rumsteht wie so viele Details der Geschichte. Im vorletzten Kapitel heißt es zwar endlich „tönte blechern und wehmütig ein altes irisches Volkslied“ – aber den Zusammenhang mag ich überinterpretieren, denn „Danny Boy“ ist weder alt noch ein Volkslied.

(Der erste Absatz des Romans ist übrigens wirklich gut.)

Wie das mit den Empfehlungen funktioniert

Montag, 29. September 2008

Diese Topfempfehlung von Vincent Klink begeisterte mich: Ein Künstlertopf, umwerfend schön, Handarbeit aus Nürnberg – mit Tauglichkeitszertifikat eines Fachmanns. Nur dass sowas ja wohl völlig unerschwinglich für Lieschen Gelegenheitsköchin ist. So seufzte ich meine Bewunderung für einen Bräter von Hoffmann lediglich an den Mitbewohner hin. Der nix Besseres zu tun hatte, als mir einen solchen machen zu lassen und nachträglich zum Geburtstag zu schenken. Ich war niedergebügelt und mit dieser Gabe komplett überfordert. Das äußerte ich genau so und bat um Verarbeitungszeit. Es spricht sehr für den Mitbewohner, dass er mit solchen meinen Reaktionen umgehen kann, sogar gelassen.

Letzte Woche hatte ich mich endlich genug dem Umstand genähert, dass ich dieses Kunstwerk im Haus habe und es mir gehören soll. Ich plante, ganz langsam eine Lammkeule darin zu garen, mit viel Wurzelwerk und Weißwein drumrum. Der Mitbewohner machte mich mit den Anweisung für die Inbetriebnahme des Bräters vertraut: Kartoffelschalen im Wasser darin eine Stunde kochen, die Oberfläche des Gusseisens mag die dabei austretende Stärke. Das machten wir, und anschließend bereitete ich die Lammkeule darin zu. Nachdem ich diese Form, die sich aus dem Wortsinn von Guss-Eisen abzuleiten scheint, andächtig von allen Seiten und in verschiedenem Licht betrachtet hatte.

Der Boden des Bräters wird schnell heiß, so lassen sich Fleisch und Gemüse gut anbraten. Gewürze und Wein dazu.

Deckel drauf. Und dann das Ganze in den Ofen wuchten – der Bräter wiegt ja leer schon elf Kilo, randvoll kommen ca. sechs Kilo dazu. Wieder einmal zahlte sich mein jahrelanges Krafttraining aus.

Das Ergebnis war sehr köstlich. Und an dem Topf sehe ich mich so schnell nicht satt. Ich muss nur noch ein schönes Plätzchen für ihn finden, damit ich ihn auch zwischen Einsätzen bewundern kann.

(Was ich komplett unterschätzt hatte: Eine fünf Stunden garende Lammkeule hat fünf Stunden Zeit, köstliche Gerüche in der Wohnung zu verbreiten. Ausgesprochen appetitanregende Gerüche. Die Wahrscheinlichkeit, dass man in Folge dessen bis zum Ablauf der fünf Stunden jeden essbaren Mist in sich gestopft hat, den Kühlschrank und Küchenschränke hergeben, ist sehr groß.)

Isarlauf – der Herbst macht Ernst

Samstag, 27. September 2008

So ganz habe ich immer noch nicht verarbeitet, dass der Sommer so ganz ohne Abschied verschwunden ist und den Herbsttemperaturen das Feld kampflos überlassen hat. Aber gut, dann freue ich mich beim Dauerlauf eben an den frischen Erdgerüchen, ein paar Herbstzeitosen und den Laubfarben.

 

 

Und auf keinen Fall vergessen:

Kein Anspruch auf Unversehrtheit

Donnerstag, 25. September 2008

Nachdem auch die Stoßwellen im Gesamtwert eines Wintermantels keine Veränderung erbracht haben, soll ich
- Wade dehnen, jeden Tag mindestens drei Minuten jede Seite
- regelmäßig Eis auf die Unterseite der Ferse bringen
- Beinrückseite dehnen, im Liegen
- Wade wärmen, täglich mit Wärmflasche / Heizdecke
- zweimal wöchentlich Physiotherapie absolvieren.

Ach, wissen’S was: Vielleicht probiere ich alternativ aus, ob ich nicht auf Dauer ganz gut mit den Fersenschmerzen leben kann. Oder ich höre einfach ganz mit dem Sport auf.

(Nachdem ich wieder mal feststelle, wie ungern ich mich von Fremden anfassen lasse – in diesem Fall von Orthopäde und Physiotherapeut – , schon gar nicht an Stellen, die ich dafür entkleiden muss, wundere ich mich mehr als ohnehin schon über die Attraktivität, die anonymer Sex auf viele Menschen auszuüben scheint.)

Samstagsausflug

Dienstag, 23. September 2008

Drei Bildlein von meiner samstäglichen Oktoberfestflucht nach Prien am Chiemsee.

Typischer Fusion-Stil eines oberbayerischen Kurorts.

Foodbloggen lateral

Montag, 22. September 2008

Die Küchengötter Nicky und Sebastian haben mich interviewt, nachzulesen unter “Nachgebloggt”.