Schachenmayr
Montag, 16. Februar 2009 um 12:15
Der Segen zeitgenössischer Informationstechnik: Auf dem Online-Flohmarkt habe ich ein Exemplar des weggeworfenen Handarbeitsbuches meiner Mutter von 1936 gefunden (allein schon die Typo!). Als Erstes blätterte ich nach dem Muster, das die Suche überhaupt ausgelöst hatte.

Hier ist sie, die Anleitung für das Pfauenmuster (an das „um die Nadel legen“ kann ich mich nicht erinnern, muss ich erst noch ausprobieren).
Bücher waren in meinem Elternhaus sehr rar, in jedem davon blätterte ich von frühester Kindheit an. Sehr gewärtig ist mir der Eindruck, den seinerzeit diese Eigenanzeige auf mich machte – ich gruselte mich schrecklich:

Bei meiner Suche im Web entdeckte ich auch die Bände I (Grundlagen) und III (Anwendungen) des Schachenmayr Lehrbuchs. In letzterem fand ich diese Juwelen:


Sollte jemand die Garnituren nachstricken wollen – ich lasse Ihnen gerne die Anleitungen zukommen.
Nachtrag 22.2.: Hier die Anleitungen für
Herrengarnitur (pdf 676 kb)
Damen-Wäschegarnitur (pdf 564 kb)
Baby-Gamaschenanzug (pdf 953 kb)
Vierteilige Baby-Garnitur (pdf 992 kb)
und ein echtes modisches Highlight:
Baby-Cape (pdf 728 kb)



16. Februar 2009 um 13:50
In meinem Elternhaus befand sich auch die 3-bändige Vorkriegsausgabe, wurde von mir aber nur mit Verachtung quittiert. Aber die Zeiten ändern sich und in den Siebzigern kaufte ich mir eine Ausgabe von 1968, damals nur noch einbändig. ‘Die Pfauenfeder ist auch noch drin, allerdings unter dem nüchternen Namen Strickmuster 175. Die Anleitung ist fast gleich, aber das, was Sie irritiert: “um die Nadel legen” heißt hier nur schlicht:
6mal je 1 M r und umschl
Der Rest ist identisch. Viel Glück beim Stricken, ob er wieder rosa wird? Und danach die köstliche Herrengarnitur für den Mitbewohner in “bübchenblau”.
16. Februar 2009 um 13:53
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Made my day
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16. Februar 2009 um 14:53
Der Horror aller Puppenmuttis…
Wahrscheinlich würde die obige Mottenfraßanzeige in heutiger Zeit anders ausfallen:
Die Puppe (bzw. der Mensch) mit z.B. Unterwäsche aus Nomotta-Wolle hat aufgrund der Anit-Mottenausrüstung einen wahnsinnig gruseligen Hautausschlag bekommen und die Anzeige wirbt stattdessen wieder für 100% “gewöhnliche” Wolle. ;-)
Made my day!
16. Februar 2009 um 15:06
Danke. Musste herzlich lachen.
16. Februar 2009 um 16:15
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Made my day
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16. Februar 2009 um 17:00
Die Typographie der Anzeige für die NOMOTTA-Wolle ist wirklich zum Gruseln. Ist das Absicht?
Die Damen-Wäschegarnitur kann sicher exklusiv-erotisch wirken, wenn die richtige Dame drinsteckt ;-)
16. Februar 2009 um 17:37
Ach deshalb heißt Schachenmayr nomotta so! *Hand vor die Stirn schlag* “Just say no” zur Motte, sehr nett.
Mit dem etwas verklausulierten “Faden um die Nadel legen” im Pfauenmuster ist sicher ein simpler yarn-over gemeint? Kann ich mir jedenfalls sehr gut in einem weißen Pullover vorstellen, das Muster.
Freue mich schon auf Bilder der babyblauen Herrengarnitur!
16. Februar 2009 um 18:37
Wie süß! das weckt Erinnerungen. Und es könnte bald nützlich sein, sich so eine Garnitur (mit Hös’chen) stricken zu können, jetzt wo es mit Schiesser den Bach runter geht!
17. Februar 2009 um 10:44
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Gerne gelesen
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17. Februar 2009 um 17:12
Das hatten wir auch, inclusive verrotteter Puppenhose.
Als die Welt noch schwarz-weiß war, und Wolle kratzte….
17. Februar 2009 um 21:08
Ich lach’ mich schwach – und mein Mann, ein eher introvertierter Typ, schaut auf meinen Bildschirm und meint: “Das ist was für Wollfetischisten.” Ich konnte nicht mehr.
Auf diesem Wege nicht nur an Dich lieben Dank für die Präsentation, sondern auch an Petra ein Danke für den Tipp, hier einmal vorbeizuschauen… köstlichst! Diese Puppen…. Ben Gunn aus “Die Schatzinsel” ist nix dagegen. Ich lache immer noch.
17. Februar 2009 um 22:31
Werte Strickmamsell,
Musste aufgrund des Gruselfotos erst mal hier alles mit Lavendelöl segnen. Die Leibwäsche für Ihr und Ihm finde ich toll, jetzt wo Schiesser pleite ist, muss man ja schaun, wo man bleibt. Das Damenleibchen taugt etwas länger sicher auch für einen adretten Sommermini.
Frohes Klappern (Bambus oder Stahl?)
Ihre Dokse
18. Februar 2009 um 12:48
oh wie herrlich, ein Liebhaberstück und Ihre Mutter ist sicher auch zu jung für Ausgabe 1936.
Damals hatten die Leute ja nichts und waren sicher froh, über jeden Pfennig den sie durch selbst stricken sparen konnten. Meine Großmutter ribbelte 3 Jahre später 1 Pullover ihres im Krieg befindlichen Gatten auf, zerteilte die Wolle in dünnere Fäden und strickte ihrem 2-jährigen Kind, meinem Vater, Hose, Pullover und alles mögliche daraus.
Als ich ein Kind war, strickte sie mir Unterwäschegarnituren, die ich noch als Kindergartenkind lieber mochte, als das gekaufte Zeugs.
(Gibt es auch Kindergarnituren in dem Buch?????)
Danke für die Bilder.
18. Februar 2009 um 14:27
Genau so was hab ich gesucht! Könnten Sie mir tatsächlich die Anleitungen zur Leibwäsche schicken? Bitte, bitte….
19. Februar 2009 um 7:29
Meine Mutter besass das Buch auch. Zusammen mit einem Kochbuch von Dr. Oetker. Ich seh das Buch vor mir und kann mich sogar noch daran erinnern wie sich der Einband angefühlt hat, feine Leinenstruktur. Die mottenzerfressenen Puppenkleider waren höchst eindrücklich!
19. Februar 2009 um 7:55
mariong, fuchsia – Sie bekommen die Anleitungen (ja, es gibt auch Kindergarnituren) spätestens am Wochenende.
20. Februar 2009 um 13:34
oh, das wäre superlieb.
21. Februar 2009 um 19:47
Was bin ich froh, daß ich nicht stricken kann. ;o)
23. Februar 2009 um 22:46
cool. hübsch hässlich sind die. Vielen Dank für Ihre Mühe.
24. Februar 2009 um 0:26
ich liebe stricken. ich finde diese bilder herzallerliebst. ich weiß nicht, wie der herr peppinello auf die unterwäsche-garnitur reagieren würde.