Archiv für März 2009

Aus der Matratzengruft

Dienstag, 31. März 2009

Jajaja, ist gut: Daheim und im Bett zu bleiben, war eine gute Idee. Schön inhaliert – mit Vaporup, weil mich meine polnische Oma damit eingerieben hat, als ich klein war, und weil man es laut Packungsaufschrift auch als Inhalierbrühe verwenden kann. Das Zeug hat ganz sicher eine Zertifizierung als chemischer Kampfstoff: Der (mich rührend umsorgende) Mitbewohner schnappte noch in fünf Meter Abstand von meinem dampfenden Topf nach Luft. Aspirin gegen die berstend schmerzenden Nebenhöhlen, Nase frei mit Tropfen – zwölf Stunden geschlafen. Und ich habe mir eine Woche komplettes Sportverbot verordnet.

Zur Unterhaltung habe ich turnende Kohlmeisen auf dem Balkon und das Internet. Sie mögen Scarlett Johansson nicht? Gucken Sie mal hier, dann ändert sich das vielleicht.
via gerdbrunzemas Gezwitscher

Völlig logisch

Montag, 30. März 2009

Es kann völlig logisch erscheinen, trotz schmerzender Bronchien und Nebenhöhlen samt fröhlich pfeifendem Husten in die Arbeit zu gehen, weil doch heute der Putzmann kommt und man daheim eh keine Ruhe hätte. Gesund kann man sich ja auch hinschminken. Was allerdings keine Kollegin und keinen Kollegen täuscht, die mehr als zwei Sätze mit mir sprechen: „Dir geht’s aber gar nicht gut.“ „Kann es sein, dass es dich ganz schön erwischt hat?“ „Bist du sicher, dass du hier sein solltest?“

(War das mit dem Schwimmen gestern vielleicht doch keine gute Idee? Dabei war ich doch nach ein paar Mal Abhusten so prima in Form, dass ich an meine üblichen 3000 Meter gleich noch ein paar Ehrenrunden anhängte.)

Kochen nach Blogs

Montag, 30. März 2009

An diesem Wochenende hatte ich endlich Zeit, einige angemerkte Rezepte aus Foodblogs umzusetzen. Über meinen mittelgelungenen Brotversuch habe ich ja schon berichtet. Dieser Orangen-Marzipan-Kuchen von Frau Hedonistin hingegen erwies sich als uneingeschränkt köstlich:

orangenmarzipankuchen

Das Rohmarzipan im Rührteig erzeugt eine samtige Konsistenz, die durch die umgebenden Organgen schön feucht gehalten wird. Die einzige Änderung, die ich mir für die nächste Runde vorgenommen habe, ist eine etwas größere Form – in der 18-cm-Springform wurde der Kuchen fast kugelförmig hoch.

Und gestern Abend gab es das orientalische Brathähnchen von Herrn Siepert77. Schmeckte sehr gut, der beschriebene Knuspereffekt trat allerdings nicht ein. Das nächste Mal vielleicht 24 Stunden statt zwölf im Salz entwässern.

Weinbrot – so ähnlich

Sonntag, 29. März 2009

Die Bilder und Berichte in zahlreichen Foodblogs haben meine Brotbacklust geweckt. Als Teenager hatte ich schon mal so eine Phase, die dadurch beendet wurde, dass mein Vater endlich mal wieder „ein richtiges Brot“ haben wollte. Brotbacken, das wurde mir schon damals klar, erfordert viel Wissen und Erfahrung, viel mehr als Kuchenbacken. Vor allem meine Sauerteigbrote schmeckten ganz anders als die vom Bäcker – und leider keineswegs besser.

Auch jetzt stehe ich offensichtlich am Anfang. Das Weinbrot, das mich bei Zorra anlachte, wird bei mir zu diesem:

weinbrot_4

Zudem bei Weitem nicht so großporig wie das Vorbild.

weinbrot_1

Andererseits: Zorra hat jetzt drei Jahre Erfahrung mit Brotbacken und in dieser Zeit so manchen, wie sie es nennt, „Türstopper“ produziert. Auch mit der Ausstattung stehe ich am Anfang. Ein Gärkörbchen habe ich jetzt zumindest. (Das Los der autofreien Innenstadtbewohnerin: Ich war auf den Kustermann als Quelle angewiesen, wo das Körbchen 17,90 Euro kostete – ohne dass ich Spuren von Gold entdeckte, oder eine eventuelle elektronische Gärstandanzeige.) Jetzt brauche ich noch eine Quelle für all die Mehlsorten, die in Blogrezepten auftauchen: Ruchmehl, Maismehl, feiner Hartweizengrieß, verschiedene Kleien, Gluten, Backmalz – das übersteigt auch das Angebot meines Biosupermarkts Basitsch – weiß mir jemand einen Tipp? Die Anschaffung einer Küchenmaschine wird immer wahrscheinlicher, da mein tapferes, 22 Jahre altes Krups-Rührgerät (KRUPS 3Mix 4004) mittlerweile ganz schön heiß wird beim Brotteigkneten und dabei leicht versengt riecht. Und dann arbeite ich Petras Brotkasten einmal ganz durch. Oder brauche ich dafür einen neuen Backofen?

Doch keine Frau

Freitag, 27. März 2009

Das SZ-Magazin ist heute „Ein Frauenheft“ und ganz nett. Glücklicherweise eignet auch dieses sich zum Beleg, dass ich Frau weder „wir Frauen“ noch „die Frauen“ bin. Zum Beispiel, indem ich mich dem Vokabeltest von angeblichen „Standardbegriffen“ der Sprache Weibisch unterziehe.

Weges: Kartoffelschnitze. Falsch.

Besenreiser: Geplatzte, feine Äderchen. Fast richtig.

Concealer: Um die Hüfte geschlungener Pulli, der selbstverständlich die Hüften verbreitert (physikalisches Gesetz), von dem die Trägerin aber glaubt, dass er sie schmaler wirken lässt. Falsch.

Nude Look: Hautfarbene Kleidung. Ein bisschen richtig.

Schluppen: Flache Hausschuhe. Falsch.

Mary Janes: Da bin ich mir ausnahmsweise ganz sicher: Flamencoschuhe, also Pumps mit einem Riegel über dem Spann. Richtig.

Clutch: Auch hier sicher: Handtasche in Kuvertform, also ohne Henkel und Riegel. Richtig.

Base Coat: Völlig fremd – vielleicht ein Mantel ohne alles, also Taschen, Riegel, Kragen? Falsch.

Pareo: Ein sehr großes Tuch aus leichtem Stoff, das um die Hüften zum Rock oder um den Oberkörper als Kleid gebunden wird. Richtig.

Mules: Maultiere. Und wenn es was zum Anziehen sein soll: Hufförmige Absätze? Falsch.

Fliegenbeine: Zu dick getuschte Wimpern. Ich alpträume noch immer von der Praktikantin, die von Natur aus wundervolle, endlos lange und geschwungene Wimpern hatte – diese jedoch täglich mit mehreren Gramm Tusche zu den Augen einer schon länger toten Transe schminkte. Richtig.

Happy Trail: Ebenfalls völlig fremd – Heimweg nach Besäufnis? Falsch. (Nachdem ich weiß, was es ist, finde ich den Ausdruck allerdings bezaubernd.)

Organza: Das Parfüm, das eine meiner Kolleginnen trägt, heißt so. Kannte ich aber auch als einen besonders dünnen Stoff. Letzteres war gemeint.

Honeymoon-Syndrom: Wie bitte? Brauthormone kenne ich, die aus auch noch so klugen und vernünftigen Menschen Leute mit umflortem Blick machen, die von einer Hollywood-Hochzeit träumen. Vielleicht hat das damit zu tun? Falsch.

Stanford Blatch: Ach komm, den Ausdruck haben die doch eigens erfunden! Klassentreffen einer Elite-Uni? Falsch.

Paspeln: Festgenähte Falten im Stoff. Falsch.

Lowlights: Tiefpunkte einer Veranstaltung. Falsch.

Valette: Professionelle Autoparkerin (Gegenstück zu Valet). Falsch.

Ondulieren: Locken reinmachen. Richtig.

Chignon: Dutt. Richtig.

Micro-Georgette: Ich glaube, Georgette ist auch eine Stoffart; vielleicht sowas aus neuartiger Kunstfaser. Falsch. (Aber richtige Richtung.)

Foundation: Stiftung. Falsch.

Shih-Tzu: Speisepilz. Oder Kampfsportart. Falsch.

Neun Antworten von 23 richtig. Meine Vermutung: Die gefragte Sprache ist nicht Weibisch, sondern Magazinredakteurinnenisch. Hier die Online-Version des Tests, der sich allerdings nicht mit der Print-Version deckt.

Empfehlen kann ich Tobias Kniebes Polemik „Das Prinzip Ehemann“:

Frauen, die den Ehemann als eine Art Versicherungspolice betrachtet haben, für die sie jahrzehntelang mit Verzicht auf berufliche Selbstverwirklichung bezahlten, werden nun erleben, dass ihnen die garantierte Auszahlung verweigert wird. Tja.

Einkaufen

Donnerstag, 26. März 2009

Die riesigen türkischen Orangen aus dem Obstladen am Kurfürstenplatz sind köstlich. Ich glaube, heute fahre ich eigens nochmal durch die halbe Stadt, um mir mehr davon zu holen.

§

Nachdem ich seit etwa zehn Jahren meine Bücher fast ausschließlich im Internet kaufe, bin ich in einem mehrgeschossigen Buchkaufhaus völlig überfordert. Zum einen fühle ich mich in der Romanabteilung wie ein Kind in einem Süßigkeitenladen, das man ermuntert hat, sich einfach zu bedienen – ich stehe gelähmt vor all dem Überfluss. Zum anderen sehe ich so viel Mist um mich herum, mit dem ich als Leserin auf keinen Fall in Verbindung gebracht werden will, dass ich das innige Verlangen habe, auf all die Stapel Kinsella zu deuten und zu rufen: „Das hat nichts mit mir zu tun! Sowas interessiert mich nicht!“ Mein Amazon-Profil bewahrt mich sonst selbst vor der Kenntnis dieser Art Bücher.

§

Meine erste Silikonbackform erworben. Alles, was ich in meiner blechernen 26-cm-Durchmesser Springform backe, schmeckt durchdringend nach Weißblech, selbst bei Schutz durch Backpapier und schnellem Auslösen aus der Form. Jetzt also blechfrei. Bin schon gespannt, wie ich da zum Beispiel einen Käsekuchen rauskriege.

Wetterbericht

Dienstag, 24. März 2009

090324_schnee

Nein, da kehrt niemand zurück, da war jemand überhaupt noch nicht weg.

Und dazu Kraftwerk, praktisch unplugged, Live beim WDR 1970. (über Heikos Getwitter)