Bislang, und dafür bin ich inning dankbar, habe ich das WM-Getöse nicht direkt mitbekommen. Mein Draußen wirkt bislang sowohl visuell als auch auditiv unverändert.
Am Samstag kaufte ich ungestört ein, backte und kochte, saß vormittags auf meinem Balkon und genoss die aufkommende Kühle. Am Sonntagmorgen war das Olympiabad so gut besucht wie an allen anderen Sonntagen. Das Fernsehen bot mir am Samstagabend an, den Film Monpti nachzuholen (eklige Geschichte, völlig klebrig überzogen gespielt), gestern konnte ich dem Mitbewohner zum Füllen seiner Lücke Ich denke oft an Piroschka verhelfen (und die Hälfte der Dialoge mitsprechen, ahäm) – die darin vorkommende 17-Jährige ist viel mehr nach meinem Geschmack.
Quelle dieser Fernsehtipps ist mir übrigens das Getwitter von Else Buschheuer: Die Dame weist fast jeden Tag auf Sehenswertes hin und bringt mich immer wieder dazu, den Kasten anzuschalten.
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Als das Wort „Vuvuzelas“ (so mein ursprünglicher Verleser, betont auf der zweiten Silbe) in meiner Twitter-Timeline auftauchte, tippte ich zunächst auf einen neuen Kinderbuchklassiker in der Tradition der Wawuschels (an die Inszenierung der Geschichte am Ingolstädter Stadttheater denke ich bis heute mit Begeisterung: In die grüne Haarpracht der Protagonisten waren Glühbirnchen eingebaut!). Bald schloss ich allerdings aus der inhaltlichen Umgebung, dass es sich um etwas Afrikanisches handelte – vielleicht der Nachbarstamm der Sowosamma-Neger? Als zudem klar wurde, dass es heftige Streitereien um die Herrschaften gibt, fürchtete ich einen neuen Bürgerkrieg und sah bereits einen Blauhelmeinsatz in Planung. Mittlerweile ist alles gut: Auch ich weiß nun, dass mit Vuvuzuelas lediglich Fußballfankrach gemacht wird. Und ich schätze mich glücklich, dass ich bislang noch nicht dabei zuhören musste. Dann wiederum:

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Auf fast einen Happs habe ich gestern das Buch links weggelesen: Domingo Villar, Strand der Ertrunkenen. Ein spanischer Krimi, der in der Provinz Galicien spielt, viel impliziten Lokalkolorit enthält, darunter einige Mahlzeiten, der sauber durchkonstruiert ist und als Nebenthema um das Galicische am Gallego geht – indem es nämlich einen asturischen Assistenten des Protagonisten gibt, der sich ständig darüber aufregt. Die Sprache erschien mir so schlicht, dass ich nun den Vorgängerkrimi dieses Romans auf Spanisch bestellt habe; vielleicht schaffe ich ja nach Jahren mal wieder ein spanisches Buch. Außerdem interessieren mich einige Ausdrücke im Original: Ob ein deutscher Leser begreift, dass das oft erwähnte Schnalzen des Inspektors mit der Zunge immer eine schlichte Verneinung ist? Wie im Deutschen das Kopfschütteln?
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Meine Twitterliste ist vorsorglich von Fußballfans geflöht, dennoch bestand meine Timeline Sonntagabend zu 95 % aus WM-Tweets. Ich werde mich also zumindest so weit mit dem Terminplan der Fußballweltmeisterschaft befassen müssen, dass ich mich von meinen Arbeitskollegen vor den für Fans wichtigsten Spielen warnen lasse und das Internet gleich ganz ausgeschaltet lasse.
Nochmal zur Erklärung: Fußball ist mir so egal wie manch andere Ereignisse der Weltgeschichte (zum Beispiel die Salzburger Festspiele), die meiste Zeit reagiere ich mit gelassenem Ignorieren. Doch die zweijährlichen Großveranstaltungen Europa- oder Weltmeisterschaften zwingen mich zu einer Befassung mit dem Thema – und auf Zwang reagiere ich mit Unwillen. Diese Unentrinnbarkeit ist es auch beim Oktoberfest und dem vergangenen Kirchentag, die bei mir Grant erzeugt.
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In der Arbeit hat das Vorstandsbüro sogar ein „Tippspiel“ initiiert (ich habe mittlerweile gelernt, dass es sich nicht um irgendeine Form von Tischfußball handelt, sondern um eine Art Wette). Außerdem ist die Kantine auf Schland dekoriert.