Es gibt kein Entrinnen
Freitag, 17. September 2010Ab heute bricht in München wieder der Wahnsinn aus.


Mal sehen, ob mir nächstes Jahr die Flucht gelingt.
Ab heute bricht in München wieder der Wahnsinn aus.


Mal sehen, ob mir nächstes Jahr die Flucht gelingt.

Der Klappentext beginnt so:
Ein glühend heißer Sommer im Wiesbachtal. Doch wieder mal trügt die Landidylle. Einer beginnt zu zündeln, aus dummen Späßen werden handfeste Schweinereien, schließlich Sabotage und – Mord.
Simon Polt ermittelt diesmal nicht nur in Wirtshäusern und Kellergassen, sondern auch an einem Ort, den er bislang nur mit respektvoller Scheu betreten hat, dem Pfarrhaus.
Sieht aus wie ein weiterer der im vergangenen Jahrzehnt Mode gewordenen Heimatkrimis? Ist es auch. Dafür aber ein recht netter.
Vor zwei Wochen hatte ich von einer Weinverkostung in Gols aus den Mitbewohner angerufen und ihm atemlos von meinen Erlebnissen des Tages erzählt. Das komme ihm bekannt vor, meinte er, er habe da einen Krimi, der im beschriebenen Ambiente spiele. (Ich glaube: Wenn ich mir in den nächsten 20 Jahren kein einziges Buch mehr kaufte und mich nur durch des Mitbewohners Bibliothek läse, würde mir nicht langweilig.) (Wenn! Keine Angst, Frau Meyer-Clason.) Ich bat den Herrn also, mir das Buch rauszulegen.
Weiter geht’s beim Common Reader.
Aus Faulheit und Exzentrik halte ich seit sieben Jahren (am Wochenende war wieder Bloggeburtstag) am Design der Vorspeisenplatte fest, das es schafft, schlicht und doch stümperhaft zu wirken. Andere Blogs wechseln alle Monate zumindest Teile ihres Rahmens, jährlich oder zumindest zweijährlich überlegen sich die meisten Blogger etwas völlig Neues. Da musste ich endlich auch mit und habe mich folglich an einen Relaunch gesetzt – den ich hiermit, Tusch!, enthülle.
Als langjährige Blogleserin weiß ich natürlich, was jetzt kommt: Die einen finden’s klasse, andere haben konkrete Verbesserungsvorschläge, wieder andere schimpfen, weil sie sich gar nicht mehr zurecht finden, manche werden mir wütend an den Kopf werfen, ich müsse ja wohl komplett den Verstand verloren haben. Ich bin fest entschlossen, das auszuhalten und nicht einzuknicken.
(Hey, ich kann nur Wörter. Das Aussehen von Buchstaben wiederum ist so eng mit Wörtern verbunden, dass ich mir einen anderen Schriftzug wünschen konnte. Sie erleben also heute die Verwirklichung dieses Wunsches – herzlichen Dank an das Blogheinzelmännchen! – : „Vorspeisenplatte“ in Quigley Wiggly NF. Ich wollte eine 50er-Schrift, die ich mir einbildete von alten Speisekarten zu kennen; Misses Delicious brachte mich auf den Fund. Der Rest bleibt natürlich, wie er ist – was dachten Sie denn?)
Ein wahrscheinlich letztes Mal bescherte mir mein sonntäglicher Isarlauf Sommerbilder.






Der Hüftschwung von Vater Rhein war mir vorher nie aufgefallen – sieht schmerzhaft aus. Doch auch er erklärt nicht, warum auf der Museumsinsel praktisch immer, wenn ich vorbeikomme, professionell gefilmt wird. Hat die Filmhochschule München vielleicht ein Pflichtseminar, das hier stattfindet?
Seit ein paar Monaten irritiert mich immer wieder der Anblick der Großflächenplakate im U-Bahnhof Sendlinger Tor: Die meisten sind völlig verzerrt geklebt.




Als Kind blieb ich stehen und guckte, wenn an der Straße neue Plakate aufgeklebt wurden: Es sah für mich nach magischer Meisterschaft aus, wie die Männer aus den zusammengefalteten Einzelteilen mit Kleister und Schrubbern ein Bild zusammensetzten. Woran sahen die nur, wo sie die Kanten ansetzen mussten, damit sich ein faszinierend stimmiges Ganzes ergab? Und wie brachten sie den Kleister auf den darunterliegenden Plakaten und über dem frisch geklebten an, ohne sich von Kopf bis Fuß einzusauen (ich hatte von frühester Kindheit an beim Basteln ausgesprochen schlechte Erfahrungen mit Klebstoffen welcher Darreichungsform auch immer gemacht)? Dazu kam natürlich die Magie, dass die Bilder auf den Plakaten beim Näherkommen in bunte Punkte zerfielen.
Ist diese Kunst des stimmigen Zusammensetzens dem Nachwuchs verloren gegangen? Als ich Freitagnacht auf dem Heimweg mit dem Mitbewohner im U-Bahnhof darüber rätselte und Fotos vom Schlamassel aufnahm, blieb ein passierendes Paar neben uns stehen und diskutierte mit. Die beiden Herren zogen allerdings einen anderen Schluss aus dem Versatz: nicht genug Platz. Sie zogen in Erwägung, dass der Plakathersteller geschlampt haben könnte und die Plakate in falschen Maßen liefert. Andererseits glaube ich mich zu erinnern, dass zum Werkzeug der Plakatkleber ein Teppichmesser gehört, mit dem Überstehendes abgeschnitten wurde. So oder so: Als Plakatkunde würde ich mich beschweren. (Schrieb die Frau, die derzeit in der gesamten Lieferkette der Werbewelt von immer neuer Unprofessionalität überrascht wird.)
Eine Hymne auf die kleinen, persönlichen Bloggeschichten von Kungfugrippe (via martini_s Getwitter). Und weil das so schön ist, weil auch ich genau diese kleinen Geschichten schätze, und weil im großen weiten Internet nur diejenigen sie lesen müssen, die sie interessieren, nehme ich mir hiermit vor, jeden Tag eine zu bloggen.
Als Jugendliche lernte und spielte ich Querflöte, mit eher geringer Lust. Der Spaß begann erst, als dieses Spielen im Ensemble stattfand: In einem Holzbläserquintett der Musikschule und im Schulorchester meines Gymnasiums. Klassische Musik mochte ich als Gymnasiastin ganz besonders, und ich genoss das Gefühl so sehr, Teil eines Gesamtklangs zu sein, dass ich sogar freiwillig dafür übte.
Allerdings, so fällt mir gerade ein, wird das die Enttäuschung meines Vaters über mein mangelndes Querflötenengagement nicht beseitigt haben: Er hatte immer davon geträumt, dass aus meinem Kinderzimmer in unserer Wohnblockwohnung romantische Melodien klingen würden – was durch die Töne untergeordneter Orchesterstimmen sicher nicht erfüllt wurde.
Die Musikschule, in der der Querflötenunterricht stattfand und in der wir uns zum Holzbläserquintett trafen, lag am am anderen Ende der Stadt, mein Gymnasium in der Stadtmitte. Also waren die Spieltage immer besonders lang: Ich blieb nach dem Nachmittagsunterricht in der Schule im sich leerenden Fahrschülerzimmer, bis es Zeit war, mit dem Fahrrad oder dem Bus zur Musikschule im alten Militärbau Turm Baur zu fahren. Hm, ich kann doch nicht all die Jahre immer an diesen Tagen Nachmittagsunterricht gehabt haben? Doch meiner Erinnerung nach war es draußen immer bereits dunkel, wenn ich zum Querflötespielen ging.
Mein Querflötenlehrer war ein kleiner, drahtiger Mann mit dunklem, kurzen Vollbart, den meine Mutter als Musiker ihrer liebsten Tanzband „Disco Sextett“ kannte – damals gingen meine Eltern noch regelmäßig auf Faschingsbälle, als ich klein war, sogar hin und wieder samstagabends in Tanzlokale. Der Herr nahm meine mangelnde Begabung und meine Faulheit gleichmütig hin; im Ohr ist mir seine ruhiges „Nommamal“ geblieben, mit dem er mich zur Wiederholung einer eben ungelenk vorgespielten Etüde aufforderte.
Die versilberte Yamaha-Querflöte habe ich noch immer, achtlos abgelegt auf dem Boden des Kleiderschranks. Musik ist praktisch völlig aus meinem Leben verschwunden.
Eine der erfolgreichsten Food(und anderes)bloggerinnen der USA, Pioneer Woman, gibt Tipps:
Ten important things I’ve learned about blogging
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Die Münchner Kammerspiele haben sich eine neue Website gebaut. Künftig gibt es dort sogar DEEP LINKS!
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„Gute Geschichten passieren nur denen, die sie erzählen können.“ Oder so ähnlich – ich wusste nur, dass diese bemerkenswerte Beobachtung von Paul Auster oder von Philip Roth stammt (bis vor Kurzem habe ich die beiden ständig verwechselt), suchte aber vergeblich nach dem Beleg. Jetzt endlich habe ich ihn gefunden:
Stories only happen to those who are able to tell them, someone once said.
Steht in Paul Austers Ghosts, dem zweiten Teil seiner New York Trilogy 1 – die insgesamt nicht weiter der Rede wert ist, halt eine postmoderne Spielerei.
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Banksy in Brighton – hihihi.
via Urban Prankster