Archiv für August 2011

Twitter-Lieblinge der letzten Wochen

Mittwoch, 31. August 2011

(Keine Ahnung, wie ich das gemacht habe, das mit dem Konversationsverlauf.)

Aktuelles Guerilla-Stricken in München: Mondrian

Dienstag, 30. August 2011

Na, wenn das kein Grund ist, auf dem Heimweg vom Rad zu steigen und Fotos zu machen:

Gestern gesehen in der Luisenstraße, gleich bei der Städtischen Galerie Lenbachhaus. Und damit ist die Aktion auch erklärbar: Das Lenbachhaus zeigt gerade Mondrian und De Stijl.

Gezeichnet ist das Werk mit „girlie und bambi“.

Zwetschgen 2011

Dienstag, 30. August 2011

Das hier geht weder als Latwerge durch noch als Powidl: Es ist viel zu flüssig, als dass man dieses Zwetschgen…zeugs aufs Brot streichen könnte. Doch das war genau das angestrebte Resultat: Ein köstlich würziges, fruchtiges und leicht suppiges Zwetschgenzeugs, dass man allein essen kann oder mit Joghurt, Quark, Pudding. Und dieses Jahr habe ich endlich genug gemacht, dass ich länger als zwei Tage davon habe. So habe ich’s gemacht:

5 Kilo entsteinte Zwetschgen (unbedingt eine späte, aromatische Sorte)
in eine große Reine füllen (ein großer Topf müsste auch gehen, aber je flacher, desto besser). Mit
700 gr Zucker
2 Zimtstangen in Stücken
3 Sternanis
ein paar Gewürznelken (je nach Frische – ich habe vier sehr frische verwendet)
vermischen.
Nachtrag: Einige Stunden Saft ziehen lassen, zum Beispiel über Nacht.

Im Ofen bei 150 Grad Ober- und Unterhitze stundenlang einbrutzeln. Gestern war das Zwetschgenzeugs nach sieben Stunden für meinen Geschmack ideal kompottig. Ich habe während des Garens nicht umgerührt und bekam dadurch eine besonders dunkle, karamellisierte Schicht oben, die ich erst vor dem Abfüllen unterrührte.
Wer richtiges Pflaumenmus haben möchte, rührt immer wieder um und geduldet sich, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Aus weiteren zwei Kilo entsteinten Zwetschgen wurden Zwetschgendatschi. Wenn man sich vom Konzept des Legens verabschiedet, passen aufrecht gestellt viel mehr Zwetschgen auf ein Blech Datschi.

Vor dem Backen:

Datschi vorher

Frisch aus dem Ofen:

Am nächsten Morgen, bereits geschnitten, aber noch ungezuckert:

Rezept dafür gibt es kein ultimatives, eher ein generelles:
Aus 400 gr Mehl feinen Hefeteig herstellen (also mit etwas Zucker, etwas Butter, einem Ei). Gehen lassen, aufs Blech rollen, dicht mit Zwetschgen belegen. Backen bei 180 Grad etwa 40 Minuten. Wenn man mit dem Zuckern bis nach dem Backen wartet, ziehen die Früchte weniger Saft.

Jetzt müssen noch die restlichen drei Kilo weg.

Familiensonntag

Montag, 29. August 2011

Zwei Töchter eine Kusins meines Vaters (Primo Pepe) plus der Ehemann von einer – die waren vergangene Woche zu Besuch bei meinen Eltern. Mit ihren Ende 20 Jahren hatten die drei Spanien noch nie verlassen, die Reise nach München Erding war auch ihr erster Flug. Mein Vater erzählte schmunzelnd, wie sie sich gleich nach der Ankunft telefonisch bei Primo Pepe melden mussten und wie dieser sich detailliert erkundigt hatte, ob der Flug in Ordnung gewesen sei, ob sie Angst gehabt hätten, ob sie sich jetzt ausruhen könnten. Wenn ihn der Bericht der drei jungen Leute beruhige, kündigte mein Vater an, komme er ganz eventuell nämlich auch mal. Er träume davon, einen bayerischen Winter zu erleben. (Möglicherweise aber kann Primo Pepe sich als Landwirt nicht vorstellen, den Hof zu einer anderen Zeit zu verlassen als im Winter – selbst jetzt, wo er ihn eigentlich an seinen Sohn Cesar übergeben hat.)

Der gestrige Sonntag sollte aus diesem Anlass einem (relativen) Großfamilientreffen dienen, mit der Familie meines Bruders, dem Mitbewohner und mir.

Vor Geselligkeit und Mahlzeit (als Kompromiss zwischen deutscher und spanischer Essenszeit setzten meine Eltern das Mittagessen für 14 Uhr an) stieg ich aber in den Zwetschgenbaum. Die Gemeinschaftsflächen der Reihenhaussiedlung, in der meine Eltern wohnen, sind zum großen Teil mit Obstbäumen bepflanzt, und der Zwetschgenbaum erzeugt jedes Jahr die köstlichsten Früchte. Finden auch die Würmer, aber ich bin ja bereit zu teilen. Dieses Jahr wollte ich mich nicht schon wieder bedienen lassen, sondern selbst ernten.

(Foto by Mitbewohner, Gymnastikhose by Mama – damit ich meinen weißen Sommerrock nicht schmutzig mache)

Die Zwetschgen hätten noch den einen oder anderen Tag Sonne vertragen, doch ich hatte nur gestern Zeit zum Brocken1. Holte ich halt in erster Linie die obersten Früchte, insgesamt etwa 10 Kilo in nicht mal einer Stunde. Ich verließ den Baum angemessen verdreckt und zerkratzt.

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Meine Bruderfamilie kam gesammelt in durchschnittsbayrischer Tracht, bis hinunter zur sechsjährigen Tochter in einem schlichten Waschdirndl mit Spitzenkragen. Die spanische Verwandtschaft war sehr begeistert. Wir tauschten uns über Trachtenbräuche aus: Die beiden primas tragen zur fiesta ihres Heimatdorfes durchaus auch die Tracht der Provinz Segovia – allerdings in reduzierter Form, da eine Rundumausstattung, ähnlich wie in Bayern, ein Vermögen kostet. (Hier ein Blog mit historischen und aktuellen Fotos. Das sieht ja gar nicht nach Flamenco und AyayayMamaichbinsounglücklich aus? Hat ja auch nichts mit Andalusien oder mit spanischen Zigeunern zu tun.)

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Mittagessen mit Gegrilltem an Bierbank unter Weichselbaum. Die spanische Verwandtschaft berichtete über Abenteueressen (hatten alle brav Weißwurst probiert – Fan wurde keine und keiner), wir freuten uns über das schöne Wetter. Natürlich unterhielten wir uns auch über die wirtschaftliche Lage Spaniens. Interessant fand ich die Beobachtung der Verwandtschaft, sie könnten keinen Unterschied im alltäglichen Konsumverhalten erkennen: Es werde weiter ausgegangen und sich des Lebens gefreut. Noch interessanter fand ich aber einen Einflussfaktor, der in der hiesigen Medienberichterstattung völlig fehlt: Die Lottería. Die deutsche Wikipedia erklärt zumindest die Weihnachtslotterie, daraus geht auch ein wenig die generelle Systematik hervor. Ein regionaler Wirtschaftsfaktor ist die Lotterie durch den Umstand, dass die Ziffernfolgen der Lose blockweise und damit örtlich gesammelt verkauft werden: Ein Lotteriegewinn trifft nicht Einzelpersonen irgendwo im Land, sondern immer eine Gegend. So berichtete die Verwandtschaft, dass Segovia, wo sie wohnen, bereits zweimal den Hauptgewinn der Weihnachtslotterie gewonnen habe. Doch sie beklagten, dass sich der Geldregen keineswegs auf die wirtschaftliche Struktur der Gegend ausgewirkt habe: Die Lotteriegewinner hätten das Geld nicht etwa zusammengelegt, um Firmen zu gründen oder es auch nur investiert: Alle hätten sich halt dicke neue Autos und eine schickere Wohnung gekauft.

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Über all den anregenden Gesprächen (mein Spanisch wird immer grottiger, aber es macht mir immer weniger aus – Hauptsache Kommunikation) achtete ich nicht auf die Sonne. Und holte mir spät im Jahr aber doch den ersten Sonnenbrand der Saison – den ich vor allem wegen der resultierenden Streifen und Flecken fürchte.

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Dazwischen hatte ich mich in den Keller geschlichen, um in der winzigen Hobbywerkstatt meines Vaters zu fotografieren: Ich bin immer gerührt und fasziniert von der sehr gemischten deutsch-spanischen Beschriftung. Seine Elektrikerlehre hat er ja in Spanien gemacht, dann aber Jahrzehnte in deutschsprachiger Umgebung gearbeitet.

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Nach München gebracht werden musste die Zwetschgenernte auch noch (und die Mitbringsel von Elterns Südtirol-Urlaub, u.a. Brotklee, und die nachträglichen Geburtstagsgeschenke). Zu zweit ging das auf der Zugreise, war aber anstrengend. An sich finde ich es völlig in Ordnung, die Zwetschgen gerecht mit den Würmern zu teilen – als sich beim abendlichen Entsteinen für Latwerge aber herausstellte, dass wir etwa 20 % der Ernte lediglich zu Wurmreisezwecken nach München geschleppt hatten, litt meine Großzügigkeit etwas. Derzeit safteln im Backofen gut fünf Kilo Zwetschgen mit etwas Zucker und Gewürzen, um abends / über Nacht einzukochen.

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Als Lektüretipp noch ein wenig Lehrer-PR: Wie eine junge Musiklehrerin alle Register zog. Und ins Schlachthaus ging. (Achtung: Nicht während der Mahlzeiten lesen.)

  1. Bayerisch für Pflücken []

Samstägliche Häuslichkeit

Sonntag, 28. August 2011

Nun ja, nicht nur häuslich: Vormittags fuhr ich im kalten Regen mit der Tram zum Dantebad Schwimmen. Allgemein beglückwünschten die Schwimmerinnen und Duscherinnen um mich herum einander, weil es dank schlechtem Wetter endlich leer im Bad sei. Ich lächelte und nickte, war selbst allerdings nur hier, weil das Olympiabad wegen Jahresputz‘ geschlossen ist. Ein sensationell verklemmter Nacken mit schmerzenden Hals und Arm trübte mein Schwimmvergnügen, ich brach bereits nach 2500 Meter ab.

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Aber dann wurde es häuslich: Ich buk mal wieder das Roggenschrotbrot, das ich bei Petra gefunden hatte (ich backe es gerne, wenn mir mal wieder der Roggensauerteig über den Kopf wächst, weil ich damit schön viel aufbrauche). Ich stellte fest, dass es sich mitterweile deutlich vom Ursprungsrezept wegentwickelt hat. Deshalb hier mein Rezept.

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Abends fein Essen mit Freundin. Nach Mitternacht spazierte ich die Sonnenstraße entlang nach Hause, durch das Heer des feiernden Jungvolks. Jetzt weiß ich, dass die bizarren Damenschuhe mit Mörderabsätzen, die ich bislang nur von Modefotos und aus Schaufensterauslagen kannte, tatsächlich getragen werden. Eigentlich fast ausschließlich.

Journaliges

Freitag, 26. August 2011

(Ein Tag später als geplant fertiggeschrieben – hatte gestern Abend keine Lust. Aber das ist ja das Schöne an Irrelevanz: In meinem Blog ist das völlig egal.)

Ich wollte gestern Sport treiben, doch für den gewohnten Abendsport wäre es mir sehr wahrscheinlich zu heiß gewesen. Statt dessen danger and excitement: Erstmals Sport VOR der Arbeit. Zwar wäre ich am liebsten Isargelaufen, doch meine muckenden Füße und Waden machen das zu einem Bewegungsleckerbissen, den ich mir nur selten gönnen kann. Also nutzte ich den Umstand, dass mein Fitnessstudio schon um 7 Uhr öffnet.

Das Strampeln auf dem Crosstrainer bei offenen Studiofenstern, durch die regengekühlte Morgenluft wehte, war herrlich. Meine Veranlagung präferiert deutlich den Morgensport, am Tagesanfang habe ich mehr Energie, Ausdauer, Kraft als jemals abends.

Beim Verlassen des Studios sprach mich eine Mitturnerin an: Sie habe gesehen, dass ich deutlich über eine Stunde ausdauergestrampelt hatte – „bringt das was?“ Ja, missverstand ich absichtlich, ich sei ausgesprochen fit. Nein, verdeutlichte sie, „fürs Abnehmen“.
„Glaub ich nicht dran,“ begann ich ein kurzes Schimpfen über die Diätmaschinerie. Doch bereits meine Einleitung hatte jedes Interesse im Blick der Fragerin erlöschen lassen.

Dabei war das eh halb gelogen: Aller Diversity- und Anti-Diät-Aktivismus hilft bei mir nichts, etwas in mir ist weiterhin überzeugt, innerhalb von Minuten eine Kleidergröße mehr zu werden, wenn ich genussvoll esse und mehr als zwei Tage keinen Sport treibe.

Unterm Strich komme ich allerdings dann aber doch für meinen Geschmack zu spät in die Arbeit (NACH NEUN!), um das Frühsporteln regelmäßig zu betreiben.

Der Arbeitstag fühlte sich dann auch ein wenig aus dem Trott an.

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Ich möchte Ihnen die Lebenshilfe von Frau Novemberregen ans Herz legen.

Vom Umgang mit Handwerkern

Was tun, wenn man ein Paket bekommen hat, das für jemand anderen bestimmt ist?

Spaß mit Computer-DAU

Eine weitere Fernwartungsgeschichte – diese könnte mir passiert sein.

§

Daheim Post von der GEZ: Sie hat mittlerweile vergessen, dass der Mitbewohner für uns beide Rundfunkgebühren zahlt (was war das 1999 ein spaßiges Hin- und Her, bis die GEZ uns glaubte, dass wir verheiratet sind!) und möchte bitteschön Geld oder Belege von mir. Mal sehen, wie viele Kopien in den Rückumschlag passen.

Sensationelle Autowerbung

Mittwoch, 24. August 2011

„Nochmal!“ Ich weiß nicht, ob ich vorher jemals im Kino einen Werbespot gesehen habe, den ich unbedingt gleich nochmal sehen wollte. Vielleicht aber war ich vorher auch noch nie so müde der ewig gleichen Bildsprache gewesen, der Verheißungsplattitüden, der lächerlichen Sprachhülsen und Stereotypen. Und dann sah ich in Berlin vor Captain America dieses:

Endlich keine einsamen Bergstraßen, keine fröhliche Familie, keine blitzende High-Tech, kein lustiges Hindernisrennen. Statt dessen Lernen von Superhelden-Comics.
Nein, einen Autokauf- oder Autobesitzwunsch erzeugt auch diese Werbung nicht bei mir (das könnte höchstens bittere Bewegungsnot, zum Beispiel ausgelöst durch den Zusammenbruch aller Öffi-Systeme). Doch zumindest sind mir jetzt ein paar Skoda-Mitarbeiter sympathisch: Nämlich die, die diesen Kurzfilm möglich gemacht haben.

Und dann entdecke ich gleich noch ein hinreißendes Skoda-Filmchen auf YouTube! (Gehört wohl direkt vor den obigen.)