Archiv für November 2011

Ohne Krankenversicherung in Deutschland?

Dienstag, 29. November 2011

Anscheinend nehmen einige Leute an, in Deutschland sei es unmöglich, nicht krankenversichert zu sein. Das ist ein Irrtum.

Fangen wir vorne an, beim Gesetzestext der Versicherungspflicht:
§5 SGB 5
Zusammengefasst: Gesetzlich pflichversichert sind in erster Linie Angestellte und Empfänger von Arbeitslosengeld.

Und so erklärt es auch der MDR:

Laut dem deutschen Gesetz muss jeder Bürger krankenversichert sein. Wenn also jemand nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung sein kann, bspw. aufgrund eines zu geringen Verdienstes, sind die privaten Krankenkassen dazu verpflichtet, ihn zum Basistarif zu versichern.

Der Haken: Manche Menschen können diesen Basistarif nicht aufbringen.

Das Blog einer Versicherungsmaklerei schildert, wie es dazu kommen kann.

…auch im Jahr 2011 [gibt es] nach wie vor eine nicht bekannte Anzahl Deutscher, die nicht krankenversichert sind. Schätzungen sprechen von einer Größenordnung von etwa 20.000 Betroffenen. Hierbei handelt es sich vermutlich hauptsächlich um Selbständige und Freiberufler, die irgendwann einmal ihre Krankenversicherung gekündigt haben, oder ihren Versicherungsschutz wegen Nichtzahlung der Prämien oder aus anderen Gründen (Statuswechsel) einst verloren haben.

Ein weiteres Krankenversicherungsblog meldet:

Immer Bürger in Deutschland besitzen keine Krankenversicherung. Zu diesem Ergebnis kommt auch das Zahnmobil, das für das Jahr 2010 Bilanz zog: Das Zahnmobil ist eine gemeinschaftliche Institution von Colgate und Caritas, die sich in Hamburg seit 2008 für sozial benachteiligte Menschen und ihre zahnärztliche Versorgung einsetzt.
(…)
Gerade Selbständige und Freiberufler, die nicht Pflichtmitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, haben in Zeiten finanzieller Engpässe Probleme, sich richtig zu versichern.

Das ist die Personengruppe, die ich in den Medien am häufigsten als nicht mehr krankenversichert und deshalb in Not sehe: Selbständige und Freiberufler, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, die Beiträge nicht mehr zahlen konnten und denen ihre Krankenversicherung deshalb gekündigt hat. Und es mehren sich die Hinweise, dass ihre Zahl steigt.

Creezy in der Patsche

Montag, 28. November 2011

Frau creezy sitzt in der Scheiße, und zwar dicke: Wohnungslos.
Wenn Sie irgendwie können, helfen Sie ihr über den Paypal-Knopf oben rechts auf ihrer Website. Ja, es handelt sich um einen realen Menschen (oder die Frau, mit der ich unter anderem auf der Verleihung der BoBs der Deutschen Welle gefeiert habe und die mir einen ganzen Tag lang Kreuzberg gezeigt hat, war eine perfekte Imitation), und zwar um eine Frau, die in jedem Fall als Erste bei der Stelle war, wenn jemand anderer Hilfe brauchte. Für sich selbst um Hilfe zu bitten, ist unendlich viel schwerer.

Ich bitte Sie auch, nicht mit Schuldzuweisungen zu spekulieren. Im Moment ist es völlig irrelevant, wer an welchem Punkt eventuell welchen Fehler gemacht haben könnte: Ein Mensch ist in Not und hat sich dazu überwunden, Hilfe zuzulassen.

Durchbackenes Wochenende

Montag, 28. November 2011

Es fühlte sich gar nicht derart voll oder gar hektisch an, dieses Wochenende, aber jetzt beim Aufschreiben merke ich, wie reich es war. (Allerdings argwöhne ich, dass ich selbst von einem reinen Herumschildkröteln1 noch 50 Fotos heimbrächte.)

Das Wochenende begann, wie es sich gehört, am Freitagabend, den ich mit einer Freundin (doch, ich glaube, dass aus der ehemaligen Kollegin in wenigen gemeinsamen Abenden eine Freundin geworden ist) im Gesellschaftsraum verbrachte.

Besonders freute mich die Idee, Avokado mit Blaubeeren zu kombinieren – schmeckte genial. Ebenfalls hervorragend: Christstollen-Piccata auf Linsen als Hauptgericht (letztes Bild).
Allerdings war ich meist von den Köstlichkeiten abgelenkt, da die Unterhaltung mit meinem Gegenüber zu spannend war. Ich bilde mir ja auf wenig in meinem Leben etwas ein, aber was ich wirklich zu können scheine, ist, großartige Menschen kennenzulernen. (Muss eine kleine gerührte Pause einlegen.)

Suppe zum Selbstflambieren.

Samstagmorgen ein neues Brot ausprobiert: Brot mit Schmalz. Ist mir gelungen (ich hätte allerdings die Wasserschale früher entfernen müssen), schmeckt auch gut – aber derzeit sind mir kräftige Roggenbrote oder großporige Weizenbrote lieber.

Zum Adventeinstieg hatte ich mir Stollen- und Lebkuchenbacken vorgenommen, also jahreszeitliches staple food2. Die zwei Stollen (einen für meine Eltern, einen für uns) machte ich wieder nach dem inzwischen bewährten Rezept von Bäcker Süppke (meine Mutter führt mit ihrem Exemplar mittlerweile einen Feldzug gegen den anscheinend omnipräsenten Stollen einer Freundin, der sich durch besondere Trockenheit auszeichnet – was manche ja schätzen).

Das Rezept für Elisenlebkuchen verwende ich im dritten Jahr: Der Geschmack ist unübertroffen, nur fand ich die Lebkuchen bislang einen Tick zu trocken. Nach eingehendem Nachdenken darüber, was welche Zutat im Teig so tut, beschloss ich die Eiermenge zu reduzieren. Bingo! Jetzt sind sie perfekt. Was ich dabei auch gelernt habe: Mandeln und Nüsse lassen sich im Standmixer unserer Kenwood-Küchenmaschine gut portionsweise mahlen. Hatte meine Schwiegermutter mir schon lang geraten, jetzt habe ich es endlich verifiziert – und streiche meinen Wunsch nach einem Nussmühlenaufsatz für die Maschine. (Hier geht’s zum Rezept.)

Den Knaller des Samstagabends aber zündete der Mitbewohner: Köstliche Schweinshaxe vom Herrmannsdorfer.

Sonntagmittag in milden Lüften und Sonne zum gemütlichen Schwimmen ins leere Olympiabad inklusive anschließendem Spaziergang durch und am Olympiapark.

Es fühlte sich nicht nur warm an, es war tatsächlich 13 Grad warm um 14 Uhr am Sendlinger-Tor-Platz.

Dennoch abends ein erster Besuch auf dem Christkindlmarkt am Sendlinger Tor: Gebratene Regensburger spezial und Pommes mit Majo.

  1. Leider bislang nur auf Papier: Das wunderbare Interview mit Gerhard Polt im jüngsten Süddeutschen Magazin. Nachtrag: Jetzt ist es online! []
  2. Werde nie den Redaktionsplan einer Frauenzeitschrift vergessen, der „Stable Food“ vorsah – Augen auf bei der Fremdsprachenwahl. []

Zehn mögliche Titel meiner Autobiographie

Sonntag, 27. November 2011

gefunden bei Frau Nessy (die Sie, falls Sie das nicht eh schon tun, lesen sollten)

- Zu viel für mich (dieser Titel fiel mir bereits im Alter von etwa 18 ein, weil er mein Lebensgefühl traf – hat sich nicht geändert)
- Essen war ihr Leibgericht
- Feine Dame oder Seeräuberkapitän?
- Listen sind immer eine Lösung
- Im nächsten Leben werde ich Tänzerin. Oder Tänzer.
- Warum das Web für mich erfunden wurde.
- Selbst
- Dünner ist besser. Immer.
- Das Versehen (genau: Der Roman, den Dürenmatt nicht mehr schreiben konnte)
- Ein Leben ohne innere Schlampe

Und weil wir gerade bei Biografien sind, ein Fernsehtipp: Auf YouTube stehen alle Folgen von “Fry & Laurie – Reunited” bereit, die die 30 Jahre Freund- und Kollegenschaft der Herren Stephen Fry und Hugh Laurie erzählen. Unter anderem deshalb sehenswert, weil darin die gemeinsame Freundin Emma Thompson zu Wort kommt (hat die beiden seinerzeit in Cambridge einander vorgestellt), die sich für die Gelegenheit als alternde Hollywood-Diva gestylt hat. Und weil man Hugh Laurie im Gespräch mit Stephen Fry immer wieder herzlich lächeln sieht – was er, wie ich erst dadurch bemerkte, in keiner seiner Rollen tut.

(Habe ich gestern in Backpausen angeschaut – zu den Ergebnissen des Backens morgen.)

Schöner Montagabend

Dienstag, 22. November 2011

Mit köstlichster Cocktailbegleitung hier die Köpfe heiß geredet. Sie können sich freuen: Weltrettung steht unmittelbar bevor.

Da es doch weit später als meine wochentägliche Schlafenszeit wurde, plante ich ein späteres Wecken – vergeblich, da ich die Müllabfuhr nicht informiert hatte und diese wie üblich am Dienstagmorgen um 6 die Mülltonnen aus dem Kabuff unter meinem Schlafzimmerfenster holte.
Sollte die Weltrettung also auf sich warten lassen, liegt das allein an meiner Übermüdung.

Die Spiraldynamik der Strumpfhose

Montag, 21. November 2011

Nein, das ist keine Petitesse, zumindest nicht über die Jahre. Mittlerweile vermute ich sogar ein potenzielles Forschungsgebiet hinter dieser Erscheinung.

Wenn Sie regelmäßig mit Strumpfhosen hantieren, wissen Sie sehr wahrscheinlich sofort, worauf ich mit „Spiraldymanik“ hinaus will: auf die selbstverdrehenden Kräfte beim Anziehen von Strumpfhosen. Es ist nicht der richtige Moment, das Für und Wider von Strumpfhosen an und für sich zu diskutieren (ja, ich mag Strümpfe deutlich lieber / nein, bei Kälte sind sie keine Alternative / doch, ich trage dessen ungeachtet auch im Winter gerne Röcke und Kleider). Interessant ist einzig das eigentümliche und entnervende Verhalten von Strumpfhosen beim Anziehen.

Meine Mutter hat mir folgendes Vorgehen beigebracht: Beide Daumen in eines der Strumpfbeine stecken, mit den anderen Fingern das Strumpfbein gleichmäßig zusammenraffen, Zehen in die Spitze stecken, Strumpfbein mit beiden Händen über das Bein streifen. An sich müsste so ein Verdrehen des Strumpfbeines vermieden werden. Doch nein: Zu 99 Prozent ist anschließend die Strumphose um mindestens 90 Grad, bis zu 360 Grad spiralverdreht am Bein und ziept. Es dauert Minuten, bis sie geradeaus zurechtgezuppelt ist.

Selbstverständlich habe ich Testreihen mit anderen Anziehmethoden durchgeführt, bis hin zum Reinschlüpfen wie in eine Jeans. Das Ergebnis war immer dasselbe: Selbst längs gemusterten Strumpfhosen, deren Spiralisierung ich entgegenzuwirken glaube, indem ich beim Zusammenraffen einfach (haha) entlang der Längsstreifen raffe, zeigen eine deutliche Verdrehung spätestens beim abschließenden Hochziehen des Unterleibsteils.

Nun frage ich Sie: Was mag dahinter stecken? Die Corioliskraft? Besonders gewinnbringende aber nutzermissachtende Wirkverfahren? Der ungeheure Umfang meiner Beine? Kobolde?

(Und bitte erzählen Sie mir nicht, dass Sie keine Ahnung habe, wovon ich schreibe und ich all die Jahre mit diesem Problem völlig allein im Universum bin – ich bekäme Angst.)

Sonntagsbilder

Sonntag, 20. November 2011

Heute mal wieder Laufen ab Thalkirchen isaraufwärts.

Es brauchte allerdings deutlich Mütze und Handschuhe – bei aller Sonnenflut. Deshalb hatte ich gestern das Fahrrad zum Überwintern in den Keller getragen (jaja, Schönwetterradlerin), zum Schwimmen trug mich die U-Bahn.