Archiv für Januar 2014

Journal Donnerstag, 30. Januar 2014 – Kaffee und Essen mit Freund und Freundin

Freitag, 31. Januar 2014

Langes Schlafen lässt sich nicht erzwingen. Da mochte ich nach einem kurzen Abstecher aufs Klo um sechs noch so energisch zurück ins Bett gegangen sein, bis sieben war nur leichtes Dösen drin.

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Internet lesen, Milchkaffee trinken, zum kalten Hochnebelmorgen Michael Nymans Soundtrack für Gattaca hören.

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Kommentator Matthias hat mir gegen meine brennenden Lippen ein Gläschen Balsam mit Bienenwaben vom benachbarten Imker geschickt, damit starte ich die Testreihe. Nein, eigentlich setze ich sie fort: Zu Bepanten hatte mir nämlich eine Apothekerin schon vor Jahren geraten. Ergebnis der Anwendung: Bepanten dämmt zwar das Aufspringen der Haut ein, ändert aber auch bei dauerhafter Anwendung nichts am ständig neuen Entzünden.

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Zum Olympiabad rausgeradelt, meine 3.000 Meter geschwommen. War nur im Mittelteil ein wenig anstrengend, Grundkondition hilft wohl auch über die monatelange Schwimmpause hinweg.

Käsefrühstück im Café Puck, mich daran ebenso erfreut wie am Scherzen mit dem Kellner und an den Konversationen links und rechts von mir, die ich neben dem Zeitunglesen ein wenig mitbekam. Weitere Freude: Das Upper Eat Side wurde im Lokalteil der Süddeutschen besprochen, nicht nur sehr wohlwollend, sondern meiner Ansicht nach auch treffend (inklusive Exkurs zum Namen). Jetzt wird es völlig unmöglich werden, dort einen Tisch zu bekommen.

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Treffen mit einem lieben Freund auf einen Kaffee am Bahnhof, geballter Austausch von Zustand und Neuigkeiten.

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Einkäufe fürs Abendessen, zu dem ich eine Freundin eingeladen hatte.

Beim Kochen gelernt, wie ein faulig-schimmliger Granatapfel von innen aussieht, den ich im Süpermarket erwischt hatte (sehr malerisch).

Ich bereitete israelischen Schnipselsalat nach eigenem Rezept, Auberginensalat mit Zitrone, Minze, Petersilie, Granatapfelkernen (ich hatte noch einen zweiten Granatapfel im Haus) aus Jerusalem und Shakshuka mit Feta angelehnt an dieses Rezept aus der New York Times.

Sehr schöner Abend mit Freundin.

Journal Mittwoch, 29. Januar 2014 – rettende Mittagessen und Enttäuschungen

Donnerstag, 30. Januar 2014

Gemütlicher Morgenkaffee mit Zeitunglesen, weil früh aufgewacht.

Der Arbeitstagesanfang beseelt von der Aussicht auf danach zwei freie Tage (Stichwort Resturlaub).
Wobei ich rechtzeitig merkte, dass ich in einen Selbstverpflichtungskreisel zu geraten drohte. Nämlich. Die Aussicht auf freie Tage lässt mich als Erstes über Sportmöglichkeiten nachdenken. Schwimmen! Endlich wieder Schwimmen! Das wollte ich also am Donnerstag machen. Und am Freitagmorgen selbstverständlich meine liebste Stepstunde am Ostbahnhof wahrnehmen.
Mein Hirn plante aber auch gleich weiter: Am Donnerstag nach dem Schwimmen Frühstücken gehen. Dann einkaufen fürs Abendessen, denn wie es der Zufall wollte, hatte eine sehr beschäftigte Freundin Zeit, sich von mir bekochen zu lassen.
Und fast, zum Glück nur fast, hätte ich mich von diesen (selbst gemachten, wohlgemerkt!) Plänen unter Druck setzen lassen. Bis mir einfiel, dass ich auch einfach nicht zum Schwimmen gehen könnte.
Leute wie Frau Brüllen (hier ihr Schlüsseltext „Vorsätze und Regeln“) sind nämlich NICHT zwanghaft.
(Andererseits bin ich sehr leicht und sehr oft von mir enttäuscht. Ich entspreche einfach nicht meinen Vorstellungen. Fachleute nennen das narzistische Störung, und sie macht keinen Spaß.)

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Mittags bei Marietta. Da eine gut 20-köpfige Truppe Businesskasperinnen und -kasper die Hälfte der Tische belegt hatte, fand ich nur an einem der Stehtische mit Barhockern Platz (unelegantes Gewackel in kurzem Rock). Doch Marietta heimelte mich auch dort ein.

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Es gab Kabeljau unter Kartoffeln auf Spinat, und weil sie mich aus der Vitrine gar so anlachte, zum Nachtisch Torta della nonna.

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Re: Enttäuschungen
Der Weiterbau am Schrank endete in Scheitern. Schienen und Schiebetüre 1 montierte ich mit dem Praktikanten (einem anderen) langsam und sorgsam Schritt für Schritt. Nur einmal musste ich einen Schritt zurück und korrigieren, doch das ging problemlos. Bei Schiebetür 2, der hinten verlaufenden, kamen wir nur bis zum Einhängen: Selbiges ging einfach nicht, weder mit erst Einhängen unten noch oben, wir bekamen die Tür nicht gleichzeitig hinter die Vordertür und auf die Oberschiene. Ich werde am Montag bei Ikea anrufen und um Hilfe bitten müssen.

Bis ich mir mein Scheitern eingestand, war ich allerdings bereits völlig verschwitzt (leicht ist diese Doppelschiebetür nicht gerade) und auseinander. Da ich vor meinen beiden freien Tagen zudem noch ein paar Abrechnungsdinge erledigen musste (freuen Sie sich auf meine Abhandlung zu: Copy and paste impossible – nicht nur Schüler können nicht abschreiben), wurde es zu spät für den Theaterabend, den ich gestern geplant hatte. Es hatte zwar einige Selbstüberredung gekostet, mir gut drei Stunden Jelinek schmackhaft zu machen, aber genau deshalb habe ich ja dieses Abo. Zudem: Sandra Hüller.
Doch so kam ich um 19.30 Uhr im Monteursanzug zu Hause an statt im Kleidchen im Theatersessel.

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Lesetipps:

Ein Klischee erfüllt sich: Frauen interessieren sich für Körperpflegeprodukte, auch die eben nach Moskau expatriierte Katrin Scheib. Aber vielleicht nicht so, wie das Klischee es gerne hätte. „Skin so soft, Gummi so weg.“

Journal Dienstag, 28. Januar 2014 –
Papas Arbeitskittel

Mittwoch, 29. Januar 2014

Vor dem frühen Wecker aufgewacht. Bevor ich mir darüber klarwerden konnte, ob ich wirklich Lust dazu habe, zum organisierten Krafttraining mit Langhanteln gegangen. Auf dem Hinweg überdurchschnittliche Dumpfheit im Hirn sowie Verpeilung wahrgenommen (ich bin ja eigentlich morgens so frisch, dass Morgenmuffel sich vor mir ekeln), mich vorsichtshalber bei den Übungen sehr konzentriert. Davor eine Viertelstunde an der Rudermaschine zum Aufwärmen und weil ich ohne regelmäßiges Schwimmen dazu neige, das Oberkörpertraining zu vernachlässigen.

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Die Eingangsbestätigung meiner Online-Meldung als Wahlhelferin für die Europawahl erhalten. Wahlhelfen wollte ich schon lange mal, aus Neugier und Abenteuerlust. Dass ich mich jetzt endlich aufraffte, lag zum einen an den Erzählungen einer Kollegin, die das bei der jüngsten Landtagswahl getan hatte (klang interessant und lustig), zum anderen an der Plakatkampagne, mit der München in letzter Zeit nach Wahlhelferinnen sucht. Jetzt bin ich sehr gespannt.

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Im Büro weiter Journalisteninfos zusammengestellt, nachträglich Berichterstattung (unter uns PR-Schicksen Clippings/Coverage) über ein Ereignis im Februar 2013 aus dem Medienbeobachtungsmaschinchen gefieselt, vieleviele Dateien archiviert, am Schrank weitergebaut – genauer: -gemalt (fragen Sie nicht). Bei Laune hielt mich der Umstand, dass ich dabei den alten Arbeitskittel meines Vaters trug.

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Aufgenäht ist „Gruppenmeister Gutierrez“, und man sieht, dass mein Vater vor 25 Jahren und ich heute etwa dieselbe Schulterbreite haben.

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Wieder keine Mittagspause, statt dessen am frühen Nachmittag mein Frühstücksmüsli mit Joghurt über der Tastatur gelöffelt.

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Zum Nachtmahl hatte der Mitbewohner für uns eine japanische Misosuppe angelehnt an ein Wagamamarezept zubereitet, mit viel Gemüse, Udonnudeln und gebratenem Hähnchenfleisch.

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Beim Lesen im Bett festgestellt, dass in meiner (in einem Brightoner Antiquariat erworbenen) Burney-Biografie 16 Seiten fehlen. Dann weiß ich halt nicht, wie die letzten der fünf Jahre verliefen, die Fanny als Second Keeper of the Robes von Queen Charlotte erlitt.

Journal Montag, 27. Januar 2014 – doch noch Schnee

Dienstag, 28. Januar 2014

Der Wecker klingelte um 5.55 Uhr, ich wollte vor der Arbeit sowohl Milchkaffee trinken als auch ein Stündchen auf dem Crosstrainer strampeln. Doch ich hatte sehr keine Lust auf sportliche Bewegung, blieb statt dessen noch ein paar Minuten liegen und bloggte zum Milchkaffee.

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Das Draußen sah ungemütlich dunkel und suppig mit vereinzelten weißen Flecken auf dem Gras aus – am Sonntag war es doch noch winterlich geworden. Radeln? Zu Fuß gehen? Radeln? Zu Fuß gehen? Das Wetter machte mir die Entscheidung schwer, letztendlich war es mir fürs Radeln zu schneeregnerisch. (Öffentliche ziehe ich für den Arbeitsweg nicht mehr in Betracht: Die Anfahrt damit dauert genauso lang von Tür zu Tür wie mein Fußmarsch.)

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Für die Kolleginnen gescannt, recherchiert, zusammengeschrieben, formatiert, den Praktikanten mit Material versorgt und als Boten zu einer Konferenz geschickt, auf dem Chef das schnell brauchte. Dazwischen endlich erfolgreich zwei Kolleginnen für eine telefonische Schulung durch den IT-Support festgehalten, damit das Archivieren von Inhalten des überquellenden Servers beginnen kann. Dieses und jenes und noch mehr, alles mit Deadline dran, und wenn sie nur innerlich war. Keine Mittagspause, gerade mal lustlos einen großen Brocken Käse und ein Stück Brot gegen den Hungerschmerz gegessen.

Am Schrank weitergebastelt, heute war das Befestigen der drei Schrankteile aneinander dran (mit Chefs Bohrmaschine und Schraubzwingen). Selbst das dauerte fast eine Stunde und kostete Schweiß, weil die Schrauben keineswegs einfach ineinander griffen.

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Heimweg über die Strumpfabteilung des Kaufhofs am Stachus, bunte Strumpfhosen von der Einkaufsliste und noch buntere Socken aus der Sonderangebotskiste gekauft.

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Zum Nachtmahl bereitete der Mitbewohner Guacamole aus einer perfekt reifen Avocado und Salat aus Ernteanteil-Zuckerhut, dazu gab es aufgewärmte Reste des Cocido vom Freitag.

Status in Kurzmeldungen

Montag, 27. Januar 2014

Gebe ich mir also einen Rempler und notiere kurz – tatsächlich nicht hauptsächlich wegen Ihnen, werte Damen und Herren, oder gar zur Sanierung sinkender Besucherzahlen. Sondern weil dies mittlerweile auch die Funktion einer persönlichen Historie hat, in der ich meine eigene Vergangenheit nachblättere oder vage Erinnerungen präzisiere.

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Es ist wieder die Zeit der aufgerissenen Lippen. Meine wechseln von Erdbeerrot an einen Tag, weiß und trocken am nächsten zu blättrig am dritten und vierten, gerne mit blutigen Rissen, um dann wieder von Vorne anzufangen. Nichts davon fühlt sich angenehm an.

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Die dritte Staffel des BBC-Sherlock bei itunes gekauft. Na ja, tatsächlich tat das nicht ich, da das System von mir Antworten auf Sicherheitfragen forderte, die ich nicht kannte noch je beantworten kann: Ich hatte nie ein Haustier, die Sicherheitsfrage meiner Apple-ID will aber den Namen meines ersten wissen und lässt mich ohne nicht einkaufen. Der Mitbewohner sprang ein. Die dritte Staffel des BBC-Sherlock angesehen, einige Überraschungen bekreischt. Die erste Folge gefiel mir ganz gut, die zweite halte ich für ausgesprochen missraten, die dritte wiederum erfreute mich sehr.

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Nach mehr als zehn Jahren mal wieder bei Ikea gewesen: Das Büro, in dem ich als „Office Manager“ arbeite, brauchte dringend einen großen Schrank zum Verstauen von Produktmustern eines Kunden, damit es nicht mehr wie ein schlampig geführtes Lager aussieht. Meine Recherche ergab, dass als Büromöbel gedachte Stücke entweder atemberaubend teuer oder atemberaubend hässlich sind, doch eine Kollegin verwies mich auf den Ikea-Kleiderschrank „Pax“, der den Zweck erfüllen sollte. Online bekam ich nicht alle benötigte Teile (ausgerechnet Regalbretter nicht), also nahm ich die S-Bahn nach Eching, um persönlich einzukaufen. Mit vor der Nase davonfahrendem Bus sind es vom Bahnhof aus auch nur gut 20 Minuten strammer Fußmarsch.

Weder ist in diesem Möbelhaus vorgesehen, dass man gezielt ein Produkt haben möchte, noch dass man dort allein einkauft. Das Schranksystem fand ich in der Möbelausstellung verhältnismäßig einfach, das Schwindelgefühl vom hurtigen Ablaufen des verwinkelten Pfads bis dorthin legte sich schnell. Doch hätte ich nicht vorher auf der Website bereits die konkreten Einzelteile samt Produktnummern aus den unübersehbar vielen Kombinationsmöglichkeiten zusammengesucht, wäre ich verzweifelt. (Nun gut, vermutlich hätte ein Stündchen Katalogstudium in einer ruhigen Ecke der Möbelausstellung zum Ziel geführt.) Verwinden musste ich aber den Umstand, dass ich trotz vorher angelegtem Ikea-Geschäftskonto nicht auf Rechnung einkaufen konnte.

Ein wirklicher Albtraum war der Weg zum Warenlager, in dem ich die gewünschten Teile einsammeln wollte; er verläuft nämlich durch die Krusch-, Geschirr- und Hinstellersektion. Alles, aber wirklich alles verhindert dort ein Abkürzen, unter anderen sind die Zwischenwände so gestellt, dass ein Überblick über die Lage und die Dimension der Abteilung unmöglich ist. Besonders perfide fand ich die scheinbare Hilfe durch Schilder „Abkürzung ins Warenlager“, die lediglich im Kreis führten. Als ich endlich das Ende des Kruschlabyrinths sah (Pflanzen! Pflanzen stehen am Ende!), war ich verschwitzt und leicht hysterisch.

Am Lagerterminal eruierte ich das Regal mit meinen gewünschten Möbelteilen (gutes System!), um dann vor einem liegenden Karton mit den Maßen 250 x 20 x 60 cm und einem geschätzten Gewicht von 30 Kilo zu stehen (Nachtrag: Dank Kommentator hugo habe ich herausgefunden, dass das 55 Kilo waren), den ich auf meinen Einkaufswagen schaffen sollte. Ich ruckelte und schob ein wenig, ächzte, sah mich nach einem Hilfsmittel um, wie ich es aus Fabrikhallen für das Heben schwerer Lasten kenne, aber da war nichts. Den ersten solchen Karton schaffte ich also schleifend und kratzend Zentimeter für Zentimeter auf meinen Wagen. Dann kamen mir zum Glück zwei Kundinnen zu Hilfe, die meinen Kampf beobachtet hatten. Karton zwei und drei zogen wir zu dritt aus dem Regal auf den Wagen.

Vor der nächsten großen Überraschung stand ich erst, als ich den Schrank mit Hilfe des Praktikanten aufbaute (Transport war problemlos gewesen und mit 69 Euro fair bepreist, doch ein externer Aufbau erschien mir sehr teuer). Ikeamöbel hatte ich immer noch abgespeichert als diejenigen, für deren Aufbau man lediglich einen Inbusschlüssel braucht. War deren Werbung nicht sogar darauf abgestimmt? Doch die ersten Seiten der Aufbauanleitung ließen keinen Zweifel daran, dass ich nicht nur Kreuzschlitz- und Schraubendreher sowie Hammer benötigte (hat der Durchschnittshaushalt), sondern auch Schraubzwingen und Bohrmaschinen. Über Letzteres verfügt selbst mein überdurchschnittlich ausgestatteter Werkzeugkasten nicht. Das war also ein eher unglücklicher Freitagnachmittag, und selbst die beiden Stunden, die ich am gestrigen Sonntag mit Hilfe des Mitbewohners gröbere Irrtümer des Aufbaus korrigierte, machten mich nicht wirklich zufrieden mit dem Ergebnis. Für die Endmontage inklusive Schiebetüren bringt zum Glück mein Chef Schraubzwingen und Bohrmaschine mit.

Da habe ich mich aber mal ganz schön verschätzt.

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An meiner Lektüre links (Kate Chisholm, Fanny Burney, Her Life) habe ich viel Freude: Über Fanny Burney (englische Romanautorin des späten 18. Jahrhunderts) forschte ich seinerzeit ein wenig, und ich gehöre zu den vermutlich gar nicht vielen Menschen, die alles von ihr gelesen haben. Aufsehen erregte die Neuveröffentlichung ihrer Tagebücher in den 80ern (ja? Datum nur aus dem Gedächtnis), die auch bislang ausgelassene Passagen enthielten – unter anderem die Beschreibung ihrer eigenen Mastektomie (Achtung, sehr detaillierte Schilderung).

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Wunderschöne vier Tage hatte ich Besuch von Freunden aus der Schweiz. Wir waren Essen im Upper Eat Side (ein noch größeres Sortiment interessanter lokaler Biere, wunderbare Speise, weiterhin schöne Atmosphäre – ich freue mich über den Erfolg der Wirtsleute, auch wenn ich selbst schwer an einen Tisch zu meinem Wunschtermin komme), verbrachten einen Abend über Cocido, machten lange Zeit Einkäufe im Süpermarket Verdi in der Landwehrstraße (das Sortiment ist wirklich sensationell), die abends zu Pulpo a la gallega und israelischen Salaten wurden, dazu ein interessanter israelischer Pinot Noir (Barkan classic vom Negev). Wir spazierten entlang dem Auer Mühlbach, kehrten ein im schönen Café Fausto.
Und bei all dem viel Reden und Kuscheln. Unter anderem nehme ich mir als Tipp den Hinweis auf die Schweizer Fernsehserie (nur korrekt mit Betonung auf dem letzten Vokal, der nicht als Diphtong gesprochen wird) Der Bestatter mit.
Zudem bekam ich als Gastgeschenk Jerusalem von Yotam Ottolenghi and Sami Tamimi – sieht sensationell gut aus, hat schon nach dem ersten Durchblättern sehnsüchtige Einmerker.

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Große Erschöpfung, tagsüber in der fortbestehenden Arbeitssituation kein Appetit.

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Nun ist auch mein vorletztes Paar Jeans zerschlissen (vor einigen Jahren in Brighton bei M&S gekauft): Ich habe mir erlaubt, bei manomama Nachschub zu bestellen (beide Modelle).

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Schönheit: „Somebody I used to know“ in American Sign Language.

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Vielleicht schaffe ich es, ab sofort wieder eine Runde Tagebuch zu bloggen.

Ein Schwung voll Lieblingstweets

Sonntag, 19. Januar 2014

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Foodfotografie heute – eine Bildbetrachtung ein Bildbetrachtungsgemotze

Freitag, 17. Januar 2014

So, wie ich irgendwann die zeitgenössische Modefotografie satt hatte, weil sie keine Informationen mehr vermittelte, hängt mir nun endgültig die derzeitig angesagte Foodfotografie zum Hals raus. Das letzte Kraut ausgeschüttet hat mir dieses Bild. Es hat mir geholfen, konkret zu erkennen, was mich an dieser Mode „Renaissance-Stillleben“ so stört (falls Sie den Fasan oder den Totenschädel vermissen: Das Bild ist aus einem Vegetarierblog).

Vielleicht besitzen Sie ja wie ich auch Kochbücher aus den 70ern und 80ern (noch älterer Foodfotografie stehe ich nahezu kritiklos gegenüber, die liebe ich aus reiner Nostalgie). Schon als Koch- und Backanfängerin ärgerte mich, dass die Bilder und die Rezepte erkennbar wenig miteinander zu tun hatten: Karottenstücke, die ich laut Rezept eine Stunde mitkochen sollte, waren auf dem Foto offensichtlich noch roh / die Petersilie aus dem Rezept tauchte auf dem Foto nicht auf / Plätzchen, die ich zu Kugeln geformt backen sollte, waren auf dem Foto ausgestochen.

Doch dann hatten zum Glück immer mehr Kochbuchmacherinnen das Bedürfnis, auf den Fotos zu Rezepten tatsächlich zu zeigen, was das Ergebnis der Rezepte war – und ich bekam endlich die visuelle Information, die ich mir wünschte. Über die Jahre führte diese Entwicklung hin zu Fotos, die die Illusion eines Schnappschusses aus der Küche hervorriefen (und deren Erzeugung oft auch nicht weit weg davon war).

Doch irgendwann verselbständigten sich die Ästhetik des Mehlstäubchens auf der Arbeitsfläche und die Ästhetik der Porung des Holzküchentisches und wurde Selbstzweck. Bis wir, siehe das oben verlinkte Bild, jetzt wieder bei der Bescheuertheit der 80er Jahre angekommen sind:
– Wieso brauchen fünfeinhalb Cashews ein eigenes rosarotes Porzellandöschen?
– Wäre es umgekehrt nicht schlauer, die Granatapfelkerne in einem Schüsselchen aufzufangen anstatt sie auf diesem unhygienischen alten Holzbrett rumkugeln zu lassen? (Erzählen Sie mir nicht, dass Sie diese Planke auch nur halbwegs sauber halten können.)
– Fast ebenso unhygienisch wirken die blinden Blechlöffel auf dem Stofffetzen – was soll der eigentlich da? Sieht weder nach Geschirr- noch nach Tischtuch aus, sondern leglich nach Dieses-fröhliche-Stück-Stoff-das-ich-auf-diesem-einen-Flohmarkt-ergattert-habe (Glückwunsch!).
– Ist der Köchin das Glas mit den Saaten links versehentlich umgefallen? Und warum stellt sie danach den Deckel ans Glas?
– Auf dem Küchenbrett erzeugt der Granatapfel Spritzer – aber auf dem Joghurt ist kein Tröpfchen Saft zu sehen?

Meinetwegen hängen Sie sich solche Fotos vor lauter Schönheit über den Esstisch.
Aber für die eigentliche Foodfotografie wünsche ich mir endlich was Neues.