Archiv für Februar 2015

Twitterfavoriten im Februar 2015

Samstag, 28. Februar 2015

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Nachtrag: Meine innere Klugscheißerein MUSS korrigieren, dass das natürlich nicht „carved in stone“ ist, sondern pressed in clay.

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Noch ein Nachtrag: Die Lieblingstweets anderer Leute wieder und diesmal unter erschwerten Umständen zusammengetragen von der fabelhaften Anne Schüssler!

Journal Freitag, 27. Februar 2015 – Calamari ausnehmen

Samstag, 28. Februar 2015

Mit schmerzender Luftröhre aufgewacht, die erst noch zu Husten werden muss.
Mir wieder sportliche Bewegung verkniffen. Jetzt reicht’s aber!

Festgestellt, dass der Balkon relativ sauber ist, obwohl auf einem Tischchen eine Schüssel mit Streufutter steht und Amseln, Kleiber und Meisen damit eine riesige Sauerei anrichten. Überlegt, ob ein Zusammenhang dazu besteht, dass wir seit einiger Zeit die Tauben nicht mehr verscheuchen: Ich hatte letztes Jahr eine verletzte Taube beobachtet, die mich sehr dauerte, und plötzlich Erbarmen mit der Kreatur bekommen. Außerdem tauchten ein paar besonders interessant gemusterte auf, z.B. eine schwarzbunte Kuhtaube.
Kann es sein, dass die Tauben die Putzervögel sind, weil sie sich um all die Rest kümmern, die die Singvögel verstreuen?

§

Kampf mit dem Bewerbungsportal eines Mittelständlers:
In diesem Online-Formular musste ich jeden einzelnen Schritt Berufserfahrung nicht nur einzeln eingeben (das kenne ich), sondern musste für jede Station meines Berufslebens in einzelnen Feldern angeben (ich erfinde nichts!):

  • Unternehmen
  • Branche (in der PR mal wieder nicht vorkam und ich mal wieder behaupten musste, in der Werbung gearbeitet zu haben)
  • Position
  • Beschäftigungsart
  • Karrierestufe
  • Unternehmensgröße
  • Homepage des Unternehmens
  • Art der Organisation
  • von
  • bis
  • Beschreiben Sie Ihre Position

Wer so lang da draußen in Berufen unterwegs ist wie ich, braucht da schon mal eine Stunde nur für das Aussfüllen von „Berufserfahrung“.
Und das, wo ich nach der achten Position aufgab und meine Berufserfahrung in Lehre und Journalismus einfach wegließ. Um mich an ähnlich detaillierte Einträge für meine Ausbildung zu machen.
(Oder ist das schon wieder einer dieser berüchtigten Psychotests für Bewerberinnen?)

§

Stressige Arbeit (überm Kanal arbeitende Kollegin reagierte nicht: stundenlanger Internetausfall bei ihr, wie sich herausstellte – muss ich halt Montag wieder die eine oder andere Stunde früher ins Büro kommen), am späten Nachmittag setzte auch noch Schneeregen ein. Auf dem Heimweg bei Verdi Zutaten fürs Samstagessen eingekauft, nass geworden.

§

Da man mir das ja eindringlich nahe gelegt hat, daheim die frisch erworbenen Calamari sofort ausgenommen. Diesmal vorher recherchiert, wie das geht (dochdoch, zwischen all dem Smileyblinki und der Werbung findet sich eine sehr brauchbare Erklärung – man muss nur genau hinschaun).

Calamari vorher.

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Calamari nachher.

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Das dauerte doch eine ganze Weile. So hatte Herr Kaltmamsell genug Zeit, das Abendessen zuzubereiten: Knusprige Bratkartoffeln (aus rohen Kartoffeln und Entenfett) mit Spiegelei.

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§

Lassen Sie sich bitte (nochmal) von Antje Schrupp den Stand des Feminismus erklären. Der hat sich in den letzten Jahren schon wieder verändert – wie das bei lebendigen Projekten halt so ist. Antje beschäftigt sich hier mit den extremeren Entwicklungen – und der enormen Abwehr, die sie auslösen.
„Raus aus der Defensive
Für einen nonkonformen Feminismus“.

Meist ist es auch ihnen [den Kritikern und Kritikerinnen] wichtig, darauf hinzuweisen, dass sie nicht prinzipiell etwas gegen emanzipierte Frauen hätten, ganz im Gegenteil. Aber es ist ihnen ein Anliegen, mal klarzustellen, dass eine Frau, die von ihnen ernst genommen werden will, den Rahmen dessen, was sie persönlich für diskutabel halten, keinesfalls verlassen darf.
(…)
Feminismus ist schon immer eine pluralistische Bewegung. Sein verbindendes Element ist das Eintreten für weibliche Freiheit, wobei die Geschlechterdifferenz als Analysekategorie zum Verständnis der Welt eine zentrale Rolle spielt. Aber welche inhaltlichen Forderungen, Analysen und Positionen aus einer solchen feministischen Haltung heraus entstehen, das ist nicht nur variantenreich, sondern teilweise sogar gegensätzlich, wie es derzeit beispielsweise im Hinblick auf das Thema Sexarbeit und Prostitution leicht zu beobachten ist: Hier reicht das Spektrum feministischer Positionen von einer uneingeschränkten Anerkennung der Sexarbeit bis hin zur Forderung eines kategorischen Verbots der Prostitution.
(…)
Hilfreich ist es auch, sich klarzumachen, dass das Hauptargument in diesem Konzert – dass „der Feminismus“ ja gar nicht im Namen „der Frauen“ spricht – überhaupt keines ist: Es ist nämlich nicht die Aufgabe einer Feministin, im Namen anderer Frauen zu sprechen, schon gar nicht im Namen einer Mehrheit der Frauen. Feministinnen waren historisch immer eine Minderheit innerhalb der Frauen. Ebenso wie heute die Mehrheit der Frauen keine geschlechtsneutralen „x-Endungen“ haben möchte, war um 1900 eine Mehrheit der Frauen der Ansicht, das Wahlrecht nicht zu brauchen. Politischer Aktivismus hat die Aufgabe, neue Ideen und Vorschläge zu entwickeln.
(…)
… eine Welt, die so ungerecht bleibt, wie sie ist, nur dass das Verhältnis von Frauen und Männern überall fifty-fifty beträgt (sowohl bei denen, die davon profitieren, als auch bei denen, die unter die Räder kommen), ist kein Fortschritt, auch kein feministischer. Ungerechte Geschlechterverhältnisse, wie etwa die ungleiche Verteilung bei Einkommen und Vermögen oder die Überrepräsentanz von Männern in gesellschaftlichen Führungspositionen, sind nicht selbst das Problem. Sie sind lediglich Symptome von Ungerechtigkeiten, die viel tiefer liegen. Deshalb können sie auch nicht mit oberflächlichen Gleichstellungsinitiativen gelöst werden, sondern verlangen radikale, an die Wurzel gehende Analysen und Aktionen.

Gerade den „bösen“ Feminismus, also jenen, der nicht so einfach anschlussfähig ist, brauchen wir heute. Je weniger eine feministische These den Leitartiklern in den Feuilletons unmittelbar einleuchtet, desto interessanter ist sie vermutlich. Das bedeutet keineswegs, dass alle Thesen und Vorschläge radikaler Feministinnen unwidersprochen bleiben sollen, ganz im Gegenteil: Es bedeutet, ihre Thesen und Vorschläge tatsächlich einmal kontrovers zu diskutieren – anstatt sich bloß darüber lustig zu machen, sie als indiskutabel hinzustellen oder gar zu versuchen, ihre Protagonistinnen zum Schweigen zu bringen.

§

„17 Times Fitspiration Was Wrong, So We Fixed It“.

So schlimm geht’s in den mir bekannten Sportstudios zum Glück nicht zu. Wenn ich diese amerikanischen Fitspiration-Sprüche lese, schäme ich mich fast für meine öffentliche Sportlerei. Zum Glück ist jemand mit dem Korrekturstift drübergegangen.

via @ankegroener

§

Trauriger Todesfall: Leonard Nimoy, der als Mr Spock ein wichtiger Teil meiner Kindheit und Jugend war.
„Leonard Nimoy Was Not (Only) Spock“.

Nachtrag, nur zur Sicherheit: Dass der Jude Leonard Nimoy die Geste von „Live long and prosper“ der jüdischen Liturgie entlehnt hat, wussten Sie aber alle, oder?

Journal Donnerstag, 26. Februar 2015 – Morgenarbeit

Freitag, 27. Februar 2015

Von einem Albtraum hochgeschreckt: Ich war bei einem Freund im Büro, dort hatte gerade ein Kochkurs stattgefunden. Eine seiner Katzen (eine weiße, kurzhaarige, wie er sie in Echt nicht hat) turnte auf einem Blechschränkchen herum. Wir warfen ihr etwas zum Spielen auf den Boden davor, sie sprang darauf, drehte sich aber im Sprung so unglücklich, dass sie sich am Blecheck den ganzen Oberschenkel aufschlitzte. Ich hob sie auf, um sie so schnell wie möglich zum Tierarzt zu bringen, doch sie wand sich ohne Laut vor Schmerzen, kletterte an mir hoch, verschmierte mir das Gesicht mit Blut. Aufgewacht.

Ich hatte ja schon mit Psychoanalystinnen zu tun (warum heißen die vom Geld und der Marktforschung Analysten und die von der Psyche Analytiker?) und weiß, dass es jetzt nicht das Traumsymbolbuch zu zücken gilt, sondern zu überlegen: „Was fällt Ihnen dazu ein?“
Dass ich es ganz, ganz schlimm finde, wenn ich Verletztwerden sehe. Dass ich das Leid sofort wegmachen will und meine Beklemmung ins Unerträgliche steigt, wenn ich nicht helfen kann.
Also wie bei praktisch jedem Menschen.

(Vielleicht bin ich nicht zu schnell im Verdrängen, sondern im Dissoziieren?)

§

Eine Stunde früher in die Arbeit (wegen kinderbedingt nächtlicher Arbeitszeit der Homeoffice-Kollegin und vormittäglichem Abgabetermin) – in einer völlig anderen Welt. Es gibt ja Schulkinder in dieser Gegend!

Sofort bemerkt, wie sehr meinem Rhythmus ein Arbeitsstart um acht entgegenkommt: In einer Stunde hocheffizient weggeschafft, wofür ich spätnachmittags drei Stunden brauche.

Unterbrechung durch falsch verbundene Anruferin. Die mich anblaffte, weil sie ganz sicher die richtige Nummer gewählt hatte.

Den wundervoll sonnigen Tag nur beim konzentrierten Zuhören in Telefonkonferenzen mit Blick aus dem Fenster wahrgenommen.

§

Zum Nachtmahl Blaukraut-Steckrüben-Suppe aus Ernteanteil, Rezept aus Jetzt Gemüse.

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Na komm’Se, Sie mögen doch auch Kunst, oder?

Dann sollten Sie sowieso der Künstlerin Katia Kelm auf instagram folgen. Und Großartiges wie dieses sehen.

§

Klebeband ist immer doch die wichtigste Technikinnovation.

Journal Mittwoch, 25. Februar 2015 – arabische Konditorei

Donnerstag, 26. Februar 2015

Viel Arbeit, dummerweise auch noch eine, bei der ich eigentlich nicht genau weiß, was von mir erwartet wird (Kunden kann man halt nicht so gründlich löchern wie Kolleginnen).

Später Abend. Zur Aufmunterung auf dem Heimweg bei Verdi nicht nur Gemüse vom Einkaufszettel besorgt, sondern auch eine große Portion Gewürzoliven (besonders fein, weil Fenchelsamen mitwürzen). Und dann noch in der Landwehrstraße in die arabische Konditorei abgebogen: Zum einen Lust auf deren köstliche Kekse (leicht mit Safran gewürzter Mürbteig mit den Füllungen Walnuss, Pistazie oder Dattelmus), zum anderen aus Neugier, weil der Laden voller Frauen in Full Ninja war (der Begriff, den Matt Ruff in seiner alternative history The Mirage prägte, hat sich mir als superpassend eingeprägt). Einige in verschiedensten Formen saßen am Tischchen, zwei kauften ein, um sie herum Kindergewusel. Besser als Fernsehen.

Beim langen Warten entdeckt ich in einer Vitrine neben dem Dessert Mhalabia helle Röllchen, die mir nach Marzipan aussahen. Nein, beschied mir der freundliche Konditor, kein Marzipan – es gebe kein deutsches Wort dafür. Es sei auf jeden Fall Teig, gefüllt mit Käse. Ich nahm zwei zum Probieren mit.

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Das war tatsächlich Teig, fast schwammig weich, leicht mit Blütenwasser getränkt und mit Frischkäse gefüllt: Wenig süß, schmeckte sehr gut.

Journal Dienstag, 24. Februar 2015 – Draußenblumen

Mittwoch, 25. Februar 2015

Große Internet-Liebe. Wenn die Träume von Twitterinnen miteinander reden.

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In diesem Flugzeug war ich nämlich auf Chorreise. Am längsten hatte ich allerdings vom Flughafen geträumt, der ultrafuturistisch und toll war.

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Wieder war mir jemand mit Krankmeldung zuvor gekommen. Gestern verwies ich aber darauf, dass ich kränklich und vor allem pflichtgetrieben im Büro saß (Nebeneffekt der Alleinheit im Büro: Niemand bekommt mit, dass du schniefst.). Ich schaffte es dann sogar, eine Stunde früher zu gehen.

Der Lohn: Tageslicht auf dem Heimweg, das mir um die Theresienwiese herum jede Menge Frühlingsblumen erleuchtete.

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§

Noch ein: Warum ich das Internet liebe.

Wobei die Ähnlichkeit beim Monster aufhört. Frau Johansson sieht alles andere als ängstlich aus. Eher als würde sie Herrn Travolta im nächsten Sekundenbruchteil ihre Finger in die Augen rammen.

§

Wenn Sie War of the Worlds von Orson Wells kennen, fällt Ihnen vermutlich sofort dazu ein, in welche Panik die Hörerinnen und Hörer bei der Erstausstrahlung 1938 gerieten. Nur dass das allerhöchstwahrscheinlich nicht stimmt.
„Verschwörung, und: The War of the Worlds“.

Zu leicht haben die Medienwissenschaften seit Anfang der 40er Jahre die Behauptung geschluckt, dass ein erfundenes Radiohörspiel zu einer realen Panik führen kann. Umso kurioser dass diese Geschichte weitergetragen wird. Was war geschehen?

(…)

Noch 2008 berichtet die „Kleine Geschichte des Hörspiels“ von Hans-Jürgen Krug von besagter Panik. Dabei hatte Frank Hartmann, der inzwischen als „Professor für Geschichte und Theorie der Visuellen Kommunikation“ an der Bauhaus-Universität Weimar lehrt bereits 2005 geschrieben: „Das offene Geheimnis der fragwürdigen Studie ist schlicht, dass lediglich mit ca. 100 eine ausgesuchte kleine Personenzahl wissenschaftlich befragt wurde, und zwar ‚weil von ihnen bekannt war, dass sie durch die Radiosendung in Panik geraten waren.‘ Das dürftige Forschungsdesign der Studie mag um 1940 akzeptabel gewesen sein, würde heutzutage aber kaum mehr als wissenschaftlich durchgehen. Doch das Denken nach diesem Schema ist geblieben: wirklich ist, was in den Medien ist.“

History is what came down to posterity.

Journal Montag, 23. Februar 2015 – Angekränkelt und sauer

Dienstag, 24. Februar 2015

Angekränkelt und mit der Oscarnacht in den Knochen war das Arbeiten nicht gerade leichtfüßig. Da aber ein erster Blick in die Arbeitsmailbox ergab, dass Chef erst mal krank ist, Kollegin 1 den Tag ja freigenommen hatte, Kolleginnen 2 und 3 sich ins Homeoffice zurückgezogen hatten, war ich allein im Büro und ließ gleich mal den Plan fallen, mich nach einem Telefontermin am Nachmittag krank zu melden und ein paar Stunden früher heim zu gehen. Einer der Nachteile winziger Firmen.

Dann schlug auch noch das Wetter von kalt neblig, aber mit blauen Löchern am Himmel um in regnerisch und greislich.

Wie es halt so ist, wenn man früher gehen will, wurde der Arbeitstag ein heftiger, ohne Zeit für Mittagspause und mit kleineren ambulanten Katastrophen. Es machte also nichts, dass ich gestern keine Zeitung bekommen hatte – ich wäre eh nicht dazu gekommen, sie zu lesen.
Abends war ich dann so schlapp, dass ich beschloss, mir eine Tram nach Hause zu leisten (Wegdauer wie zu Fuß, aber halt im Sitzen). Nur dass keine Tram fuhr, weil demonstriert wurde. Als ich das nach 20 Minuten Warten endlich erfuhr (Laufschrift auf der Tramanzeige, die mündlichen Ansagen waren im Verkehrslärm versunken), ging ich halt doch zu Fuß, krank und zudem wütend.

Aspirin und früh ins Bett.

§

Vanity Fair über ein Treffen zwischen Julie Andrews und Christopher Plummer anlässlich des 50. Geburtstags von Sound of Music:
„For Julie Andrews and Christopher Plummer, The Sound of Music Was Never ‚So Long, Farewell'“.

Part of the reason we’re here today is to talk about your 50-year friendship.

“What do you mean, friendship?” Andrews asked.

“Exactly,” Plummer said.

(…)

Indeed, when The Sound of Music was released, the reviews were awful. Pauline Kael trounced it as “mechanically engineered” to transform the audience into “emotional and aesthetic imbeciles when we hear ourselves humming the sickly, goody-goody songs.” In The New York Times, Bosley Crowther allowed that Andrews “goes at it happily and bravely” while noting that the other adult actors “are fairly horrendous, especially Christopher Plummer as Captain von Trapp.”

Ebenfalls enthalten: Eine Lobrede von Plummer auf Mickey Rooney, österreichische Backkunst, Sound of Music-Sing-alongs.

Schaun Sie sich unbedingt die Fotostrecke an, darunter die Kinderriege von damals heute.

Und ich habe gemerkt, dass ich nicht genau weiß, was das englische ornery bedeutet. Leo hilft nicht wirklich weiter, genaus wenig der Context:
„Through the decades, Plummer has remained unabashedly ornery about playing Captain von Trapp.“ Heißt das nun: „Ja und?! Hat jemand was dagegen?“ Oder: „Wenn Sie das Thema auch nur ansprechen, verlasse ich den Raum.“?

Oscarnacht 2015

Montag, 23. Februar 2015

Bühnenbild very 50s – I like.

Herr Cumberbatch in weißem DJ? Hm. Aber spielt beim Eingangssong mit – Neil Patrick Harris in einer sehr broadway Nummer unter Beteiligung von Anna Kendrick! Und mit Versuch von kritischen Tönen.

Uiui, der Witz über das Vermögen von Oprah kam nicht gut an („diese Seite des Publikums steht für die eine Hälfte der Filmeinnahmen, die andere Hälfte ist Oprah“) – ihrer Reaktion nach vor allem nicht bei ihr.

Es folgt: Übertragungsausfall bei Pro7, über den Rest der Eröffnungsrede (DER ERÖFFNUNGSREDE!) kann ich nichts sagen.

Habe ich zumindest Zeit für eine Statusbeschreibung: Im Sessel vorm Fernseher, der eigens dafür gedreht wurde (sonst sitze ich beim Fernsehen am Esstisch), neben mir, auf einem eigens dafür bereit gestellten Tischchen, Gummibärchen, Salznüsschen und m&ms, auf einem eigenen holzschonenden Untersetzerchen eine Tasse Roibuschtee.

Mich selbst sehen Sie in bleigrauem Nickianzug, dazu ein langes, graues Unterziehshirt.

Zurück! Wo sehe ich den ersten Oscar?

Liam Neeson präsentiert die Nominees Grand Budapest Hotel und American Sniper.
Witz von Neil Patrick Harris über die Todesrate im Irak, verglichen mit den killings von Weinstein, uiuiui, macht er so weiter?

Dakota Johnson präsentiert nominierten Song – welchen? Eh nicht wichtig.

Erste Werbepause. Nicht genug um herauszufinden, was ich verpasst habe, Mist.

Erster Witztreffer, den ich mitbekommen habe: Oscars, auch genannt „The dependent spirit awards“.

Jennifer Lopez (die Ingenieurskunst hinter ihrem Ausschnitt beeindruckt mich wirklich) and Chris Pine: Costumes. Grand Budapest! Oh, der war so bezaubernd. Die Dame dankt besonders Wes Anderson. Ab einem bestimmten Alter hindert nicht mehr die Pflicht, Eltern und Lehrern zu danken.

Reese Witherspoon präsentiert Make-up: Noch einer für Grand Budapest!
Jetzt erst sehe ich, dass auf der Bühne ein bisschen Budapest Hotel steht, mit Lift Boys, schöne Idee. Wieder dickster Dank an Wes Anderson. Hier aber auch Dank an Familie.

Channing Tatum präsentiert „gifted stars of tomorrow“ – ein erstes Mal oder war ich da bislang immer aufm Klo?

WAS? ICH HABE DEN NEBENDARSTELLEROSCAR VERPASST? Na, wenigstens an den richtigen: J.K. Simmons. Wann gab’s denn schon mal einen Übertragungsausfall, zefix?

Nicole Kidman und Chiwetel Ejiofor präsentieren Best foreign language film: Ida. Herr Pole macht Witze! („I made a film about the need for silence and withdrawal and now I’m in the epicenter of noise and attention.“)
Überzieht ordentlich, lässt sich von Musik nicht stören.

Shirley Maclaine sieht großartig aus! Präsentiert Best Picture Nominierungen Boyhood, Theory of Everything, Birdman.

Marion Cotillard! Aber in einem furchtbaren Kleid, warum tut diese wundervolle Frau mir das an? Moment, ist das ein nominierter Song? Dem Kleid angemessen, brrr. Wohl aus Lego.

Kerry Washington and Jason Bateman: Best Life Action Short Film. The Phone Call. Kerry Washington wischt dem einen Preisträger vor der Rede ihren Lippenstiftabdruck vom Bussi von der Wange, wie süß!

Gleich noch Best Documentary Short – tolle Kleider auf der Bühne! Und die linke Dame ist wirklich sensationell gestylt. Das dritte Mal, dass jemand von der Bühne runtergespielt wird – ist die Redezeit kürzer geworden?

Viola Davis – eine der allerschönsten! Und in einem wundervollen Kleid in Hellrosa. Governor awards – so viele tolle Leute dort.

Neil Patrick Harris spielt böse auf die durchgehend weißen Nominierungen an, als er sich den britischen Darsteller von Martin Luther King, David Oyelowo, aus dem Publikum pickt und der Saal applaudiert: „NOW you like him!“

Gwyneth Paltrow in akzeptablem Kleid (man weiß bei ihr ja nie), nächster Song. Der tut wenigstens nicht weh.

Neil Patrick Harris spielt eine Szene Birdman – natürlich die Unterhosenszene. In Unterhose auf der Oscarbühne.
Die junge Dame kenne ich nicht (Margot ?), Miles Teller habe ich verstanden: Science and Technical Awards, Rückblick auf die extra Verleihung.

Sienna Miller und Chris Evans präsentieren Sound Mixing and Sound Editing. Sienna Miller ist ja Britin! (Kannte ich bislang nur aus Gofug.) Sound Mixing geht an Whiplash. Der zweite dafür, jetzt haben wir zweimal Grand Budapest Hotel und zweimal Whiplash. Sound Editing geht an American Sniper.

Jared Leto präsentiert im hellblauen Tux Nebenrollen weiblich, scherzt, dass vier Frauen nominiert seien, plus „according to Californian state law, Meryl Streep“. Ob Herr Leto traurig ist, dass 1/3 der jungen Männer in Berlin Mitte aussehen wie er? Nur in verschiedenen Haarfarben?
Patricia Arquette gewinnt, wie schön. Ihr Kleid sieht so großartig aus – hatten sie wirklich keine Zeit mehr, ihre Haare zu machen? Die noch weggebunden sind fürs Schminken?
YES! Sie brauchte offensichtlich die Zeit, um ihre Rede zu schreiben, in der sie atemlos für „equal rights“ plädiert. Deal.

Josh Hutcherson kenne ich nicht. Der angekündigte nominierte Song ist mein Tipp für den nächsten Wiesnhit – SCHUNKEL! KLATSCH! (Das Mulletkleid ist grauenhaft.)

Visual Effects präsentiert von zwei weiteren Menschen, deren Namen ich nicht kenne, zumindest die Dame habe ich schon mal gesehen. Visual Effects: Interstellar, hoffentlich bloß eine Gnadengabe.

Kevin Hart und Anna Kendrick: Animated Short geht an Feast. Sympathische echte Menschen auf der Bühne – nach meiner Zählung die ersten.

Zoe Saldana, Dwayne Johnson: Animated Feature Film geht an Big Hero 6 – auf den freue ich mich.

Das Orchester sieht man gar nicht mehr, oder? Gibt es überhaupt noch ein Orchester? Irgendwann wanderte es vom Orchestergraben in die Balkone (aber es gehörte immer noch zur Eingangsrede, den Dirigenten zu begrüßen), kommt die Musik jetzt vom Band?

Gummibärchentüte zu einem Drittel weg, ein paar m&ms, zweite Riesentasse Tee.

Academy-Präsidentin, schnarch, aber in einem sehr schönen Kleid.

Chris Pratt und Felicity Jones präsentieren Production Design: Grand Budapest Hotel, yes!

Idris Elba und Jessica Chastain präsentieren Kamera: Welcher Film? Es wird nur der Gewinner genannt. Ah, Birdman! Wurde auch Zeit, und genau dieser ist sehr nachvollziehbar, Kamera war eine der Hauptrollen.

Meryl Streep kündigt die Trauerrolle an. So viele Gute. (Sie zählen Gabriel García Márquez zur Hollywood-Crowd? Waren das alles Academy Mitglieder?) Nachtrag: Hier die In Memoriam-Bildergalerie.

Naomi Watts und Benedict Cumberbatch präsentieren Schnitt: Whiplash. Ist das ein Kleid, das Frau Watson trägt? Oder schnell mit Sicherheitsnadeln aus Duschvorhang und Bikini zusammengeworfen? Die bislang emotionalste Rede.

Terrence Howard darf alleine die nächsten Filmnominierungen vorstellen: Whiplash, Imitation Game und Selma. Er ist ein bissl auseinander, der Herr Howard, schubst fast das Mikro um.

Jennifer Aniston (mittelgutes Kleid) und David Oyelowo (mittelguter Anzug) präsentieren Best Documentary: Citizen Four. !!.

Nächster Werbeblock von Neil Patrick Harris angekündigt mit: „And to counterbalance the search for truth and justice.“

Octavia Spencer (lovely colour!) kündigt noch einen Song an. Für mich seit vielen Jahren die verzichtenswerteste Oscarkategorie. Er ist aus Selma und gibt dem Publikum zumindest eine Gelegenheit, das Thema per gesammeltem Aufstehen zu würdigen.

Jetzt wird endlich erklärt, wo das Orchester ist: In einem anderen Gebäude!

Idina Menzell und John Travolta räumen die Songs auf – davor elaborierte Witze über Travoltas Missgeschick beim Aussprechen ihres Namens letztes Jahr, den Oscar bekommt „Glory“ aus Selma. Ihm haben sie sogar Selbstironie reingeschrieben, steht ihm gut. Dankesrede verweist darauf, dass heutzutage in USA mehr African Americans inhaftiert sind, als jemals gleichzeitig Sklaven waren.

Scarlett Johansson – stunning! Praktisch jede sieht besser aus mit kurzen Haaren, Farbe und Form des Kleides sind der Hammer.

50 Jahre Sound of Music! Riesige Zusammenschau aus dem Film und danach, äh, Medley-Nachgesang von äh, Lady Gaga. Die zumindest nur Julie Andrews imitiert und sich nicht am Material vergeht. Wow, die kann aber singen! Jetzt bekommt wohl auch Deutschland mit, welche zentrale Rolle der Film in anglo-amerikanischer Kultur spielt. Dass sie ihm ein gefühltes Viertel der Oscar-Show zugestehen, hat auch mich überrascht. Inklusive Standing Ovations nach dem Medley.

Jetzt Julie Andrews selbst – wie glorios! (Allerdings hätte ich so gerne gesehen, wie ihr Gesicht in Alt aussieht statt in Operiert. Nun: Ihr Gesicht, ihre Entscheidung.) Sie präsentiert Filmmusik. YESYESYES! Alexandre Desplat für The Grand Budapest Hotel. Das wurde aber auch Zeit. Somit haben wir zudem den verpflichtenden französischen Akzent auf der Bühne.

Eddie Murphy (den gibt’s noch?) präsentiert Originaldrehbuch: Birdman! Definitiv nachvollziehbar. Nun auch hispanic Akzent. Michael Keaton kaut im Publikum aggressiv Kaugummi – er hat hoffentlich eine medizinische Ausrede für dieses Flegelbenehmen. Auf der Bühne wird auch noch „toda la Argentina“ gedankt, na gut.

Oprah Winfrey – finde ich einfach wunderschön. Präsentiert adaptiertes Drehbuch: The Imitation Game, freut mich. Und der Herr spricht sehr emotional und persönlich allen Mut zu, die jetzt glauben, sie könnten nie dazugehören.

Ben Affleck steht für den Regie-Oscar auf der Bühne: Birdman, hätte ich nicht gedacht. Wenn überhaupt, hätte ich auf Linklater oder Anderson gewettet. Zeigt, wie wenig Ahnung ich habe.

Cate Blanchett ist SO schön, präsentiert beste Hauptdarsteller: Eddie Redmayne. Wirklich? Sticht die Behindertenkarte immer noch unschlagbar? Michael Keaton oder Benedict Cumberbatch hätte ich erheblich einfacher verstanden. Sehr emotionale Rede. Sollte mich Herr Kaltmamsell jemals als partner in crime bezeichnen, werde ich ihn töten müssen. Death by cliché.

Matthew McConaughey (die Schreibung habe ich schon mal vorsorglich aus Wikipedia kopiert). Der wiederum schaut erwartbar schrecklich aus. Weibliche Hauptrolle (ursprünglicher Verschreiber „weinliche“ – yes, it helps): Julianne Moore. Jetzt wünscht sie sich, sie hätte sich für das andere Kleid entschieden, das weniger aussieht, als sollte man es erst mal schuppen und die Zusammenhaltebänder entfernen.

Lahme Zaubernummer von Neil Patrick Harris: Er öffnet seine am Anfang der Show eingeschlossenen Oscar-Vorhersagen – die natürlich alle zutreffen.

Sean Penn kommt zur Musik von Dances with Wolves auf die Bühne. Warum?
Wir hatten auch schon am Anfang und mit genauso wenig Zusammenhang Musik aus Chitty Chitty Bang Bang. Warum?
Der Oscar für besten Film geht an Birdman! Ok, einverstanden.

Mal sehen, ob etwas von der Show selbst hängen bleibt. Der Presenter in Unterhose vielleicht?
Ich mache jetzt Kaffee und gehe dann in die Arbeit. Nachdem das letztes Jahr so gut geklappt hat, habe ich auch dieses Jahr der Kollegin den freien Nach-Oscar-Tag überlassen.