Journal Dienstag, 12. Januar 2016 – #12von12

Mittwoch, 13. Januar 2016 um 6:15

Habe absichtlich für dieses #12von12 auch Bilder zum Vergleich mit dem vergangenen November aufgenommen. Vielleicht wird dadurch besser verständlich, warum ich in den damaligen Jubel „Schon in sechs Wochen werden die Tage wieder länger!“ nicht einstimmen konnte: Jetzt, drei Wochen nach der Wintersonnwende sind sie immer noch deutlich kürzer als damals. Ich passe da genau auf, wenn ich fast jeden Tag um die gleiche Zeit die Theresienwiese kreuze. Am 12. November beleuchtete die Sonne bereits die Theresienhöhe, jetzt hat sie es um diese Zeit noch nicht über den Horizont geschafft.

160112_01_Fruehstueck

Üblicher Tagesbeginn: Milchkaffee, Wasser, Bloggen.

160112_02_Crosstrainer

Eine halbe Stunde auf den Crosstrainer. Das Shred-Ding lasse ich bleiben: Sie haben alle recht, warum sollte ich etwas tun, was ich grässlich finde. Wo ich doch so gar keinen Hang zu zeitgemäßem Flagellantentum habe (als Feuilletonistin würde ich einen Artikel schreiben, der sportliche Qual zum Zwecke der Selbstoptimierung in direkte Verbindung mit den Flagellanten des Mittelalters setzt, die ja spirituelle Selbstoptimierung zum Ziel hatten; an den Haaren herbeigezogen, ergäbe aber 150 Zeilen zustimmend nickende Feuilletonleser).

160112_03_Theresienwiese

Die Bavaria war definitiv noch nicht wach.

160112_04_Verkehrsmuseum

Das Verkehrsmuseum räkelte sich schon.

160112_07_Schnee

Ich war bereits am emsigen Arbeiten, als eine Kollegin den Kopf hereinsteckte: „Schau mal, es schneit!“ Onnööö.

160112_08_Mittagspause

Mittagessen: Avocado aus der Kibbuzkiste mit Zitronensaft und Salz zermantscht auf selbst gebackenem Brot, zum Nachtisch eine Grapefruit.

160112_09_Sonnenuntergang

Irgendwo da hinten vermutete ich den Sonnenuntergang.

160112_11_St_Paul

Heimweg wieder über die Theresienwiese, von St. Paul läutete es. (Um 18:19 Uhr? Warum nur? Ich wünsche mir wirklich ein Kirchenglocken-Shazam.)

Beim Weg über die Theresienwiese immer wieder hoch zum weiten Nachthimmel geschaut, die wenigen Wolken ließen den Blick auf die Sterne frei. Orion entdeckt, mich daran erinnert, wie ich ihn kennengelernt habe: Wie ich nach einer der vielen Studienabschlussfeiern in meinem Freundeskreis im Augsburger Stadtteil Lechhausen mit Herrn Kaltmamsell (den es schon damals gab) hochtrunken auf dem Weg nach Hause war…
Eine schneefreie Winternacht und schon so spät, dass keine Straßenbahnen mehr fuhren. Wie wir also zu Fuß die paar Kilometer nach Hause gingen…
Wie Herr Kaltmamsell mir am klaren Winterhimmel Sternbilder zeigte… Wie mir von der Kombination Alkoholisierung und im Gehen nach oben zu sehen schwindelig wurde und ich tat, was jeder vernünftige Mensch getan hätte: Ich legte mich auf die Straße. So konnte ich ganz unschwindelig Orion betrachten und mir sowohl Gürtel als auch Schwert zeigen lassen.
Die Gastgeberin dieser Feier, so erinnerte ich mich weiter, war Katharina, eine besonders bezaubernder Kommilitonin mit roten Haaren… die hervorragend Cello spielte und nach dem Studium nach London zog. Das letzte, was ich von ihr hörte, war, dass sie bei Einspielungen von Filmmusik mitwirkte… Leider finde ich sie nicht im Web…
Dabei war sie es, der ich mein Rezept für Dorschbrot verdanke… Dorschbrot! Habe ich ja schon ewig nicht mehr gemacht. Sollte ich unbedingt mal wieder…

160112_12_Treppenhaus

Detail im heimischen Treppenhaus.

160112_14_Jamonero

Zu Weihnachten hat Herr Kaltmamsell von meinen Eltern einen kompletten spanischen Schinken (jamón) mit Schneidegestell und Messer (jamonero) bekommen. Der wurde gestern in Betrieb genommen.

160112_17_Tagesschau

Standard-Abendszenario mit Tagesschau.

160112_18_Lesen

Im Bett ein wenig gelesen.

die Kaltmamsell

15 mal Beifall zu “Journal Dienstag, 12. Januar 2016 – #12von12”

  1. die.sandra meint:

    Standard- Abendszenario mit Tagesschau. UND Geripptem! Das fällt der Südhessin doch als erstes ins Auge. Jetzt sagen Sie nicht, da war auch noch Apfelwein drin!

  2. Berit meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  3. Berit meint:

    Den Artikel zu Shred vs Flagellanten würde ich jetzt doch gern nachgereicht bekommen ;)

  4. fxf meint:

    Die längeren Tage machen sich derzeit leider erst am Ende bemerkbar; der Sonnenaufgang heute war nur 2 Minuten vor dem der Wintersonnwende, aber der Sonnenuntergang ist 22 Minuten später.
    Und in St.Paul ist dienstags um 18.30 Uhr Messe – das war das Einläuten 15 Minuten vorher.

  5. die Kaltmamsell meint:

    Die Gerippten finde ich einfach wunderschön, die.sandra, hessischen Apfelwein leider grässlich (ja, ich habe wieder und wieder gestet).

    Danke für die Info, fxf!

  6. Ulla meint:

    Dorschleber Brot hmmmhmm, muß ich auch mal wieder essen!
    Tagesschauszenario, könnte ähnlich bei uns aussehen, nur mit Ipad.

  7. die Kaltmamsell meint:

    Nicht ganz, Ulla: In Dorschbrot ist überhaupt keine Leber. Und kein Brot. Sobald ich es mal wieder gemacht habe, verblogge ich das Rezept. Wo nicht mal Google es kennt!

  8. Julia meint:

    Das Gerippte fiel mir auch als erstes auf. Scheinbar haben wir Hessen da so einen Fokus drauf. Eine gemeinsame Bekannte von Ihnen und mir aus dem gleichen südländischen Raum kann auch keinen Apfelwein ertragen – trotz merhmaliger Testerei. Ich fürchte, damit muss man aufgewachsen sein, damit es schmeckt. Schön, dass die Gläser wenigstens gefallen (PS: Ich habe welche mit Eintracht-Logo von der alten Agentur geschenkt bekommen inkl. Eintracht-Bembel. *kicher*)

  9. eausp meint:

    Den jamón haben Sie erst jetzt angeschnitten? Der wär bei uns bestimmt schon zur Hälfte aufgegessen.

  10. Ulla meint:

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil ;-) Dorschbrot!

  11. ilse meint:

    Was um Himmelswillen ist Geripptes? Die Heizung?
    ich habe das Bild wie ein Suchbild studiert…
    Aber die Multimedia-Tagesschau ist mindblowing!
    und der Jamón…meine Herren, da dürft ihr lang dran essen…

  12. die Kaltmamsell meint:

    Gerippte, Ilse, sind die typischen Gläser für hessischen Ebbelwoi; man sieht eines auf unserem Abendtisch. Für den Hintergrund empfehle ich innig Andrea Dieners Artikel in der FAZ.

  13. Kirsten meint:

    Oh, das Buch bitte hier besprechen – hab mich über ihr „Let’s pretend this never happened“ gut amüsiert – kann man das über dieses Buch auch?

    Und Kirchenglocken-Shazam: Vermutlich jede Kirche für sich hat ihre Gründe, warum sie zu ungewöhnlichen Zeiten läutet? Ich wüsste ja auch immer gerne, weshalb öffentliche Gebäude hin und wieder beflaggt sind. An der Schule konnte ich immer den Hausmeister fragen, der war der EINZIGE, der das wusste (nix mit GK-Lehrer oder so).

  14. ilse meint:

    Ich habe verstanden. Schobbe ins Gerippte. Hübsch, die Gläser!

  15. fujolan meint:

    Dieser Absatz hat für Menschen mit einer nicht ganz blütenreinen (aka dreckigen) Fantasie wie mich große Komiken. Gürtel UND Schwert. Tsss

    „Eine schneefreie Winternacht und schon so spät, dass keine Straßenbahnen mehr fuhren. Wie wir also zu Fuß die paar Kilometer nach Hause gingen…
    Wie Herr Kaltmamsell mir am klaren Winterhimmel Sternbilder zeigte… Wie mir von der Kombination Alkoholisierung und im Gehen nach oben zu sehen schwindelig wurde und ich tat, was jeder vernünftige Mensch getan hätte: Ich legte mich auf die Straße. So konnte ich ganz unschwindelig Orion betrachten und mir sowohl Gürtel als auch Schwert zeigen lassen.“

Kommentare mit erlogener E-Mail-Adresse gelten hier als unredlich und werden hin und wieder gelöscht.

XHTML: Folgende HTML-Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

 

 

Sie möchten gerne einen Kommentar hinterlassen, scheuen aber die Mühe einer Formulierung? Dann nutzen Sie doch den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein, Sternchen darüber und darunter kennzeichnen den Text als KOMMENTAROMAT-generiert. Sie müssen nur noch die Pflichtfelder "Name" und "E-Mail" ausfüllen und den Kommentar abschicken.