Journal Freitag/Samstag, 15./16. Januar 2016 – The Big Short

Sonntag, 17. Januar 2016 um 9:17

In den frühen Morgenstunden des Freitags erwischte mich eine Migräne. Ich konnte sie mit meinem Triptan-Nasenspray vor dem großen Kotzen brechen, brauchte aber Schlaf. Um nicht zu spät in die Arbeit zu kommen, ließ ich Kaffee und Schminken aus, nahm das Fahrrad (vorsichtiges Radeln, denn es hatte geschneit, die Radwege waren zum Teil vereist). Bis zum Abend war ich einigermaßen wiederhergestellt.

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Auf Samstag hatte es ernsthafter geschneit. Als ich nach langem Schlaf aufstand, schneite es immer noch. Das sah sehr nach einer Schwimmrunde im Dantebad aus, mit Schneeflockenkitzeln auf den Armen.

Doch beim Morgenkaffee missfielen mir die Aussicht auf den Hinweg und die Materialschlacht in der Umkleide immer mehr. Ich ließ das Schwimmen bleiben. Statt dessen folgte ich dem Tipp von jongleurin und probierte fitnessblender.com aus. Ich klickte an Ausstattung Hanteln an, als Trainingsschwerpunkt Total Body, mittleren Schwierigkeitsgrad und als Trainingslänge 20 bis 30 Minuten. Unter den Treffern suchte ich mir dieses Training aus (auch hier muss ich über „fat loss“ hinwegsehen). Anleitungsgemäß wärmte ich mich selbst auf und turnte dann die acht Übungen jeweils drei Runden lang mit. Gefielen mir gut, waren machbar, ich schwitzte ordentlich. Vielen Dank für den Tipp, das sieht nach Zukunft aus.
Allerdings werde ich mir dann doch eine Turnmatte besorgen: Nur Handtuch auf Parkett ist bei manchen Bodenübungen arg hart (z.B. Brücke: schmerzende Hals- und Brustwirbel).

Nachmittag spazierte ich ums Eck ins Kino: The Big Short (Trailer). Ein kleiner Film um eine große Sauerei, sah nach schmalem Budget und genau nicht großem Hollywoodkino aus. Zwar hieß es auch hier „nach einer wahren Begebenheit“, doch der Film erzählte herrlich gebrochen. Immer wieder sprachen die Figuren in die Kamera, zum Beispiel um darauf hinzuweisen, dass einer der hilfreichen Zufälle in der Handlung in Wirklichkeit gar nicht so passiert war. Es geht um die Subprime-Blase, die die US-amerikanische Wirtschaft in die Krise stürzte, mit ihr weite Teile der Weltwirtschaft – da werden fachliche Details schon mal kompliziert. Doch da sie für die Handlung essenziell sind, werden sie kurz außerhalb der Handlung freundlich und anschaulich erklärt – von echten Menschen wie vom Koch Anthony Bourdin oder dem Disney-Star Selena Gomez.
Ich schließe mich dem Urteil von SZ-Rezensenten Jörg Hentzschel an (auch wenn der Einstieg in seine Besprechung nicht stimmt: Nein, das knurrt nicht Brad Pitt, das steht als eingeblendetes Zitat auf der Leinwand – gibt es als Pendant zu voice over den Ausdruck write over? – zumindest nicht in der englischen Originalversion). Empfehlung.

Gestern vor zehn Jahren starb meine polnische Oma. Ich hatte meiner Familie ein Treffen aus diesem Anlass vorgeschlagen, doch die zog nicht recht. Also gedachte ich ihrer abends nur zusammen mit Herrn Kaltmamsell und mit einem Abendessen nach Omarezepten: Schweinhals aus dem Ofen (lässt sich vielleicht durch Ablöschen mit Bier verfeinern) und Kopytka.

160116_01_Omaessen

die Kaltmamsell

2 mal Beifall zu “Journal Freitag/Samstag, 15./16. Januar 2016 – The Big Short

  1. joriste meint:

    grämen Sie sich nicht – zum 25. Todestag meines Opas ist ein von meiner Mutter für ihren Schwiegervater initiiertes Treffen durch despektierliche Äußerungen seiner Töchter über ihn ziemlich in die Hose gegangen.(Dies wirft natürlich nur auf meine Verwandtschaft ein schlechtes Licht) So konnten Sie auf ihre Weise gedenken.
    Ihre Idee, an den Gedenktagen der Großmütter deren Paradegerichte zu kochen finde ich großartig und greife ich gerne auf.
    Vielen Dank auch für den Link zur Israelkiste: sie wurde gestern geliefert und die Sachen sind leckerst.
    Ein schönes Restwochenende!

  2. Steffi meint:

    Ich musste auch immer wieder an fitnessblender.com denken, als ich von Ihren schlechten Erfahrungen mit Shred las. Das wollte ich Ihnen auch dringend ans Herz legen, war aber wegen Unwohlsein in letzter Zeit so mit mir selbst beschäftigt, dass ich nicht dazu kam. Ich bin von dieser Seite sehr überzeugt und habe viele Monate mehrmals pro Woche damit trainiert (pausiere gerade aus gesundheitlichen Gründen). Ich finde die Übungen dort sehr gut und gewissenhaft erklärt, außerdem gibt es wirklich für jeden Fitnessgrad etwas. Schön, dass es Ihnen dort auch gefällt!
    Ja, man stolpert immer mal wieder über unschöne Begriffe wie „bikini body“ und Co., andererseits wird auch immer wieder betont, dass man das Erreichen einer „Traumfigur“ hintanstellen und lieber daran denken soll, stärker und gesünder zu werden. Ein wenig mixed messages, ich denke, die für uns unangenehmen Schlagworte richten sich an die vermutete Zielgruppe und sollen da als Köder dienen.

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