Journal Dienstag, 2. Februar 2016 – Betreutes Googlen

Mittwoch, 3. Februar 2016 um 10:34

Ein wenig früher aufgestanden, um vor der Arbeit noch eine halbe Stunde Kraftttraining vorm Fernseher unterzubringen. Mit Fitnessblender macht das weiterhin Spaß.

Nach einem ruhigen Anfang in der Arbeit setzte sich ein Phänomen vom Montag fort: Leicht bizarre Anrufe aus der Bevölkerung.

Was natürlich nicht stimmt, das ist lediglich ein kleiner, aber durchaus amüsanter Teil meiner Arbeit.

Unter anderem riefen Menschen bei meinem Arbeitgeber an und wollten wissen, wo man Fördermittel für Innovationen herbekommt oder wo sie orthopädische Hilfen für Fußprobleme kaufen können. Was ich dazu im Web finde, gebe ich gerne weiter, auch wenn es nichts mit meinem Arbeitgeber zu tun hat. Was manchmal auch nicht hilft: Dem Herrn, der „für jemanden, der eine Arbeit schreiben muss“ anrief, musste ich bescheiden, dass mein Arbeitgeber nicht in der angefragten Richtung tätig ist. Doch das Internet, sagte ich ihm, biete eine Menge Treffer für seine Suche – und ich begann, ihm Beispiele dafür vorzulesen. Sein Kommentar: „Ja, ne, dazu gibt’s einfach NICHTS!“
Achja, dann war da noch der Anrufer, der eine Anregung hatte: Er sei doch sicher nicht der einzige Interessierte, der gerne wissen wolle, wie sich bestimmte vermeldete Projekte weiterentwickeln. Ob mein Arbeitgeber nicht eine App zur Verfügung stellen könne, die ihm regelmäßig Updates zu Projekten schicke? (Google Alerts erklärt.)

Ein gestriges Highlight: Ich konnte erstmals meine frischen Indesign-Fertigkeiten anwenden.

Als ich abends heim kam, war Herr Kaltmamsell erst am Start der Essenszubereitung (Shakshuka!). Zum Aperitif säbelte ich weiter am schwindenden Jamón.

160202_06_Jamon

§

Nachgedanken zu Transgender (wg. The Danish Girl) und daran angehängt zu Toleranz vs. Akzeptanz. Ich erinnere mich an Gesprächsfetzen, die ich während des vergangenen Brighton-Urlaubs am Nebentisch eines Restaurants mitbekam (es war recht leer im Restaurant, es gab gerade eine Pause im Gespräch mit meinem Begleiter). Das Restaurant lag im Stadtteil St. James, traditionell das Schwulen- und Lesbenviertel. Und eine der beiden Damen an diesem Nebentisch erklärte mit einem erleichterten Seufzer ihrer Begleitung, in dieser Gegend seien die Menschen ja „so much more accepting“.

Es macht eben einen Unterschied, ob ich – womöglich trotz einiger Resentiments – etwas aus übergeordneten Gründen dulde. Oder ob ich es annehme, in Ordnung finde.
Meine persönlichen Beispiele: Religionen gegenüber bin ich tolerant, obwohl ich eine Menge dagegen habe. Doch für mich sind übergeordnet die Menschenrechte, die die Freiheit der Religionsausübung festschreiben. Solange Religionen also den Rest der Menschenrechte nicht verletzen, toleriere ich ihre Ausübung. Werde sogar zänkisch, wenn jemand diese Freiheit beschneiden möchte.
Anders verhält es sich bei Fragen von Gender oder Liebesbeziehungen: Ich akzeptiere und begrüße ihr breites Spektrum und versuche in meinem kleinen Rahmen, die Gesellschaft so zu verändern, dass alle sich darin akzeptiert fühlen. (Selbstverständlich auch hier in den Grenzen der Menschenrechte.)

§

Julia Bähr war auf der Weihnachtsmesse. Und hat bleibende Schäden davongetragen.
„Du wirst es lieben“.

Nach einer halben Stunde bin ich bereits reizüberflutet wie eine Dreijährige und habe völlig die Orientierung verloren: Ich finde aus der Halle 8 nicht mehr heraus. Das macht gar nichts, dann komme ich eben noch mal an den mit weißen Pailletten beklebten Elchen vorbei, die waren eh hinreißend. Als ich gerade eine fedrige Christbaumkugel anhimmele, ruft der Fotograf an: Er käme dann gleich vorbei. „Du wirst es lieben!“, juchze ich, als hätte man mir zwei Liter Glühwein intravenös verabreicht.

die Kaltmamsell

Kommentare mit erlogener E-Mail-Adresse gelten hier als unredlich und werden hin und wieder gelöscht.

XHTML: Folgende HTML-Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

 

 

Sie möchten gerne einen Kommentar hinterlassen, scheuen aber die Mühe einer Formulierung? Dann nutzen Sie doch den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein, Sternchen darüber und darunter kennzeichnen den Text als KOMMENTAROMAT-generiert. Sie müssen nur noch die Pflichtfelder "Name" und "E-Mail" ausfüllen und den Kommentar abschicken.