Journal Mittwoch, 10. Februar 2016 – Kulturschweinehund

Donnerstag, 11. Februar 2016 um 7:07

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Das war’s: Der Jamón, den Herr Kaltmamsell von meinen Eltern zu Weihnachten bekam, ist ein Ex-Jamón. Gestern hat Herr Kaltmamsell den Knochen in Stücke gesägt und eine Brühe daraus gekocht, die Grundlage für die nächsten Cocidos wird.

Ich schob gestern vor der Arbeit noch eine Runde Bautraining ein. Auf meinem Radweg ins Büro umtanzten mich ein paar Schneeflocken, die am Vormittag aber zu Sauwetter wurden.

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Ein seltener Lichtblick dazwischen.

Emsiges Arbeiten, Bekanntschaft mit einem weiteren Kollegenhund (Mops), nach Feierabend Radeln zu einer Hüpfstunde in Untergiesing, schneeumflockt wie auch beim Heimradeln.

§

Sieben Wochen ohne: Ich versuche es wieder mit ohne Nagelhautfieseln. Diesmal möchte ich eine Maniküre ans Ende setzen – vielleicht stellt sich ja dann das Gefühl ein, dass meine Finger dadurch besser aussehen. (Neben dem Effekt, dass ich bei Besprechungen durch größere Ruhe ellbogenabwärts nicht mehr wie eine hyperaktive Zwölfjährige wirke.)

§

Geständnis:
Ich habe alle drei bisherigen Termine meines Kammerspielabos geschwänzt. Zu erschöpft nach der Arbeit beim ersten, gefühlter Terminstress im Urlaub beim zweiten, „In dieser nassen Schneierei gehe ich heute nicht nochmal vor die Tür“ beim dritten. Jetzt fällt mir auf: Das sind genau die Entschuldigen, die viele Menschen als „inneren Schweinehund“ bezeichnen, wenn es um sportliche Bewegung geht.
Weitere Parallelen:
– Gezahlt habe ich ja trotzdem. Sehen wir das halt als Kultursponsoring an. (Sie kennen die Scherze über Sportsonsoring bei Fitnessstudiobeiträgen?)
– Dabei weiß ich doch, dass es mir noch jedesmal gut getan hat, wenn ich hingegangen bin. Selbst wenn mir das Stück oder die Inszenierung nicht gefiel, war ich bereichert.

Das halte ich aus vielerlei Gründen für eine ausgezeichnete Idee.

Gegen den Sportschweinehund gibt es ja zahllose Tipps, Lifestyle- und Frauengazetten leben davon. Vielleicht sollte ich die mal berücksichtigen? Zum Beispiel mir eine Kulturpartnerin suchen, denn zu zweit fällt es einfacher?

die Kaltmamsell

9 mal Beifall zu “Journal Mittwoch, 10. Februar 2016 – Kulturschweinehund”

  1. Neeva meint:

    Und sich auf gar keinen Fall fertigmachen, wenn man nicht geht, weil man mit diesem Druck schon eine Trotzreaktion auslöst …

    Bautraining ist übrigens hübsch. Ich stelle mir vor, wie Sie mit Ytong-Blöcken eine anmutige Choreographie ausführen. :-)

  2. die Kaltmamsell meint:

    Muahaha, Neeva! Jetzt muss den Verschreiber natürlich lassen, dass sich andere Leserinnen auch noch daran freuen können.
    Wahrscheinlich käme das als neue Trainingsmode auch noch gut an.

  3. Frau-Irgendwas-ist-immer meint:

    Über das Bautrainig habe ich auch gerade herzlich gelacht. DANKE! Und das Bild von Frau Kaltmamsell mit Ytong-Blöcken jonglierend, bringt mich sicher grinsend durch den Tag.
    Das intellektuelle Fitnessarmband unterstütze ich sofort!

  4. Annette meint:

    hmm, ich habe zum Geburtstag einen Kindle bekommen und auf diesem gestern die Funktion „Free-Time“ entdeckt. Hier kann man für sein Kind Leseziele vorgeben und es dann belohnen, wenn es sie erreicht. Ich fand das ein bisschen gruselig und eher abschreckend, aber ich war auch ein Kind, das mit Buch und Apfel glücklich war. (Während meine Mutter händeringend nach Freunden für mich suchte….)

  5. Niwe meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  6. Chris Kurbjuhn meint:

    Eigentlich sollten Sie sich tagelang vorher auf die Aufführung freuen. Das so erzeugte Adrenalin sollte jede Erschöpfung weghauen und die Aussicht auf zwei, drei Stunden Theater sollte so verlockend sein, dass nur ein ausgewachsener Orkan Sie vom Besuch abhalten könnte. Wenn das nicht der Fall ist, liegt’s am Theater. Und nicht an Ihnen oder irgendwelchen inneren Schweinehunden.

  7. kecks meint:

    sehr schön auch der sportscheinehund ;)! der liefert dann die billets fürs fitnessstudio direkt an die tür. (dritte von unten)

  8. Indica meint:

    Das ist der klassische Abo-Effekt: Zwei buchen, eine(r) erinnert dran, dass es bald so weit ist. Beide gehen hin.

    Hat bei mir bei Muckibuden nie geklappt, vielleicht weil der Einzeltermin Fitness viel preiswerter ist als der Einzeltermin für ein Abo. Deshalb gehe ich in die Muckibude allein, ins Theater aber fast immer zu zweit (ohne Abo).

  9. Frau Klugscheisser meint:

    Das Nagelhautfieseln kenne ich – eine jahrzehntelange Unart, die mir die Finger ruinierte und mich schämen ließ. Jetzt ist es seit einiger Zeit besser. Bei mir half’s nicht, mich zu beherrschen, weil das ganz oft unbewußt passierte. Was sich geändert hat, ist die allgemeine Grundeinstellung zu mir selbst (körperlich) und die richtige Nagelschere (wenn’s mal wieder absteht bzw. eine Feile für die verhornten Partien).

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