Journal Samstag, 4. Februar 2017 – Noch zu klein zum Schlachten

Sonntag, 5. Februar 2017 um 8:11

Der Newsletter des Ukulele Orchestra of Great Britain informierte mich über einen Konzerntermin in München im Februrar (Selbstbeschreibung: „The Ukulele Orchestra of Great Britain is a group of all-singing, all-strumming Ukulele players, using instruments bought with loose change, which believes that all genres of music are available for reinterpretation, as long as they are played on the Ukulele.“) Auch Herr Kaltmamsell hatte Lust darauf (möglicherweise sind die Ukes die einzigen Musiker, in deren Konzerte wir gehen), ich besorgte Karten.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass sie das Ukulele Orchestra of Great Britain nicht kennen: Dies ist ein guter Einstieg.

Dass am 2. Februar World Ukulele Day war, wussten Sie vermutlich auch nicht.

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Bereits in Laufkleidung ging ich Einkaufen auf dem Klenzemarkt. Geplant war ein Bratgockel, doch als ich am Stand des Konradhofs danach fragte, wurde mir beschieden: „Die sind noch zum klein zum Schlachten.“ Oh, dann lassen wir sie auf jeden Fall noch ordentlich wachsen. Ich nahm statt dessen zwei Putenunterkeulen mit (hatte ich als Studentin wegen ihres geringen Preises für mich entdeckt, man muss sich halt beim Essen durch die vielen Sehnenstränge kämpfen).

Zum Laufen nahm ich die U-Bahn zum Odeonsplatz – die blöderweise auch die zum Fußballstadion ist. Als eine Gruppe Fußballfans beim Einsteigen plötzlich in Gebrüll ausbrach, erschrak ich so, dass ich zurückbrüllte.

Hin lief ich auf der Kanalseite der Isar, also östlich, auf dem Damm. Das ging sehr gut und nahezu matschfrei. Für den Rückweg kreuzte ich den Fluss – ein Fehler.

Ich lief immer wieder mitten in der Wiese, wo es noch am wenigsten matschig war. Übers Föhringer Wehr kehrte ich zurück auf die Ostseite.

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Am Nachmittag ein paar Stunden Blogposts bei der VG Wort gemeldet. Vor ein paar Wochen hatte ich die Nachricht bekommen, dass einige der mit Zählpixel versehenen Posts 2016 die Mindestzugriffszahl erreicht hätten, nun muss ich deren Überschrift und Inhalt ja noch in ein ein Online-Formular kopieren. Für jeden ein einzelner Eintrag. Wird mich noch einige Stunden mehr beschäftigen, lohnt sich aber finanziell.

Daneben bereitete ich Putenkeulen (mit Rosmarin und Knoblauch in Alufolie) und Brokkoli fürs Abendbrot zu.

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Nicht nur die Entwicklung der Küchenkultur sagt viel über die Gesellschaft aus, auch deren Inszenierung für Fotos. Hier ein ausführliches Interview mit jemandem, der die Rezeptfotografie mitbegründet hat:
„Pioniere der Food-Fotografie: Christian Teubner“.

WU: Dann kann man sagen, dass die Zeitschriften die Food-Fotografie maßgeblich voran getrieben haben und nicht, wie man vermuten könnte, die Kochbuchverlage.

CT: Ja. Aber das lag vor allem daran, dass sich das die Buchverlage auch noch gar nicht leisten konnten. Die Frage der Illustration war eine Frage der Druckkosten. Damals wurde das Meiste noch in schwarz-weiss gedruckt. Die „Hör Zu“ war eine der ersten Zeitschriften, die damals begonnen hatten, die Rezept-Seite mit entsprechendem Bild farbig zu drucken: Und zwar als einzige Seite, neben der für die Mode!

via @ankegroner

die Kaltmamsell

6 mal Beifall zu “Journal Samstag, 4. Februar 2017 – Noch zu klein zum Schlachten”

  1. kelef meint:

    noch ein putenkeulen-fan, sehr schön! ich finde schon immer, dass die völlig unterschätzt werden. saftiges, dunkles fleisch mit geschmack, ansehnliche bratenstücke, nix zum aussetzen.

    hier werden die übrigens in butter angebraten und dann in einem bräter mit gittereinsatz fertiggeschmurgelt. unten drunter ordentlich suppengrün und kräuter, und mit mildem weiss- oder rosewein aufgiessen. gibt einen hervorragenden saft, und die haut wird unvergleichlich knusprig (besonders, wenn man sie auch noch mit ein bisserl honig bestreicht, kurz vor dem fertigwerden …).

    die grossen flügel sind übrigens auch nicht zu verachten, allerdings ist das fleisch ganz weiss und eher trocken, ansonsten kann man sie behandeln wie die keulen.

  2. berit meint:

    Ich bin etwas verwirrt….sind sie mit den Putenkeulen im Rucksack joggen gewesen?

  3. marthe meint:

    Ich gehöre auch zu den Fans der Putenunterkeulen, sie sind preiswert und wirklich gut. Bei mir wandern sie in den Römertopf mit Weisswein und Gemüse und schmurgeln dort vor sich hin. Die Zeit ist dann nicht so wichtig, solange es nicht zu kurz ist, denn trocken wird das Fleisch im Römertopf nie. Schließlich sind sie so zart, daß das Fleisch sich leicht von den langen „Knorpelstäben“ (Fachausdruck ??) löst.

  4. kelef meint:

    diese knorpelstäbe sind die sehnen, ich finde auch, die kriegt man relativ leicht rausgezogen aus dem fleisch, wenn die keulen richtig durch sind.

  5. Carom meint:

    Von den Ukulelisten sei noch das folgende nicht nur musikalisch höchst virtuose Stück sehr ans Herz gelegt:
    https://www.youtube.com/watch?v=KMnCkg8dJXI

  6. Barbara meint:

    Einer meiner Favoriten der Ukuleles: https://youtu.be/pLgJ7pk0X-s
    Ich habe dieses wunderbare Orchester zweimal hier in Nottingham erleben dürfen. Herrlich!
    P.S.: Bin seit langem sehr stille Mitleserin und lese Ihren Blog mit großem Interesse und Vergnügen. Herzlichen Dank, dass Sie Ihr Leben und Ihre Sichtweise auf so viele unterschiedliche Dinge mit uns teilen.

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