Journal Mittwoch, 22. März 2017 – Beifang aus dem Internetz

Donnerstag, 23. März 2017 um 6:49

Hunderunde. #lolarunde

Ein Beitrag geteilt von Frau Mutti (@frau_mutti) am

Große Lust auf eine Wanderung um Nierstein, im Rucksack lauter Weinflaschen, die dann an der Lage ihrer Trauben verkostet werden.
Wir würden es Terroirwandern nennen.

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Sie hat Lachfalten, er Sorgenfalten. Sie hat ihn aus Mitleid geheiratet, er ist aus Pflichtgefühl bei ihr geblieben. Unsere Autorin über die Ehe ihrer Großeltern.

„Geliebt haben sie sich nie“.

via @giardino

Die Geschichte hat mich sehr bewegt – aber warum eigentlich?
Durchhalten kann eine hohe Tugend sein, sie bekommt viel zu selten Medaillen – doch wann ist der Moment gekommen, an dem Durchhalten Selbstzerstörung wird?
Ich sehe an den Großeltern keine Bitterkeit: Sie haben sich und einander nicht unglücklich gemacht, sondern einfach eine sachliche Partnerschaft geführt. Eine Lebensgemeinschaft mit dem Ziel Familiengründung kann ja auf der Basis von Vernunft geschlossen werden, Liebe und Leidenschaft sind meiner Überzeugung nach nicht unbedingt das ideale Fundament. Mich allerdings stört die explizite religiöse Motivation des Großvaters, sie klingt nach Selbstgeißelung für himmlischen Lohn – aber das mag halt die subjektive Rationalisierung des Herrn sein.

Mag ich einfach nur dieses Durchhalten mit Würde?

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Im Techniktagebuch taucht ein Autor auf der Suche nach Daten in seine eigene Hardware-Vergangenheit:
„Die Zeitmaschine hat ein Diskettenlaufwerk“.

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Interessanter und vielseitiger Beitrag zur Fahrradhelm-Debatte aus England:
„The big bike helmet debate: ‚You don’t make it safe by forcing cyclists to dress for urban warfare'“.

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Haben Sie daran schon mal gedacht?
„Why American Farmers Are Hacking Their Tractors With Ukrainian Firmware“.

To avoid the draconian locks that John Deere puts on the tractors they buy, farmers throughout America’s heartland have started hacking their equipment with firmware that’s cracked in Eastern Europe and traded on invite-only, paid online forums.

Tractor hacking is growing increasingly popular because John Deere and other manufacturers have made it impossible to perform „unauthorized“ repair on farm equipment, which farmers see as an attack on their sovereignty and quite possibly an existential threat to their livelihood if their tractor breaks at an inopportune time.

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Ein berührendes Interview über Neugier, Ehrgeiz, Leidenschaft im Beruf – und warum der daraus entstandene Erfolg dann doch unglücklich machen kann.

„Stählemühle
Der letzte Brand“

Eine Erkenntnis des interviewten Christoph Keller:

Aber es kann im Leben doch nicht immer nur um Wertschöpfung gehen. Dass wir uns zu 99 Prozent über unseren Job definieren: Was für eine schwachsinnige Idee von Leben.

Und deswegen reiche ich Ihnen in diesem Fall kein best of aus Zitaten an, sondern weise Sie auf das gesamte Interview hin.
Na gut, mit einer Ausnahme, die ich dreimal unterschreiben möchte, weil sie meinem Ernährungsideal entspricht:

Was uns fehlt, ist aber nicht die absolute Spitze, sondern das vernünftige Mittelmaß. Während die Gourmets von Sternerestaurant zu Sternerestaurant tingeln, sterben auf den Dörfern die Gasthäuser, in denen es noch etwas Ordentliches zu essen gibt.

Ich wünsche Ihnen allzeit etwas Ordentliches zu essen.

die Kaltmamsell

7 mal Beifall zu “Journal Mittwoch, 22. März 2017 – Beifang aus dem Internetz”

  1. Sjule meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  2. Anne meint:

    Das ist aber ein schöner Wunsch, vielen Dank!
    Ebenfalls danke für den Radhelm-Artikel mit so vielen Studien und Fakten… Ich bin noch nie ohne gefahren. Dass er mich aber gefährden kann, weil die Autofahrer rücksichtsloser agieren? Hm.
    Zur Rück-Sicht könnte der „Dutch Reach“ helfen, der zur Zeit durchs Internet gereicht wird: http://www.genialetricks.de/auf-der-hand/
    Ihnen einen sonnigen Tag! Anne

  3. Sigrid meint:

    Danke für den Tipp mit dem Interview von Chritoph Keller.
    Das war sehr interessant zu lesen.

  4. iris meint:

    vielen dank für die interessanten links! die geschichte der ehe der großeltern hat mich zu tränen gerührt.

  5. ilse meint:

    An mir soll das Wirtshaussterben sicher nicht liegen!

  6. Croco meint:

    Das Interview mit dem Brenner ist unglaublich gut. Was für ein ehrlicher Mensch! Und die Erkenntnis, die er gewonnen hat, macht ihn vielleicht wieder zu einem glücklichen Menschen. Fazit für mich: Der Erfolg hindert einen schlussendlich an dem, was man gerne tut.

  7. Tim meint:

    Erfolg ist doch nur ein Resultat, es gibt auch andere wie Scheitern oder irgendwas dazwischen, eines gesellschaftlich aufgezwungenen Handelns. Mir kam sowas vor ein paar Tagen im Job bei einem Meeting mit unserem Steuerbüro in den Sinn. Bilanz, Kosten pro Mitarbeiter, Gewinn, Handelsrecht, GAAP. Es geht immer um Effizienzsteigerung. Die Zufriedenheit unsere Kunden, oder der Mitarbeiter interessiert nur, wenn dies strittig ist und Gerichtsverfahren anhängig sind, die in die Bilanz und Steuererklärung eingebaut werden müssen. Schwer als Geschäftsführer da ein eigenes Konzept zu entwickeln. Und die Alternativen? Schön wenn man soviel Erfolg hatte, dass es für ein paar sorglose Jahre und einen Europa-Wohnmobil-Besinnungstrip langt. Aber das ist die Ausnahme. Die Regel ist, wenn man aus dem System aussteigt Altersarmut. Wobei West-Europa in Sachen sozialer Sicherheit da paradiesisch ist. Altersarmut fühlt sich im Rest er Welt ganz anders an.

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