Journal Freitag, 14. Juli 2017 – Ein Abend im Broeding

Samstag, 15. Juli 2017 um 11:08

Wenn in der Zyklus-App bereits Tag 39 angezählt ist und seit 10 Tagen PMS tobt, sind sogar die Gebärmutterkrämpfe zur Menstruation akzeptiert, Hauptsache es ist wieder rum. Zum 50. Geburtstag wünsche ich mir übrigens Menopause, falls jemand fragt.

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Endlich mal wieder fine dining mit Herrn Kaltmamsell, im Lieblingsrestaurant Broeding. Wie schon bei den letzten beiden Sommerbesuchen schafften wir nicht, den malerischen Innenhof zu nutzen: Den ganzen Tag über war es kühl gewesen, abends regnete es immer wieder kräftig.

Unser Menü. Als Aperitiv ein Glas Schilcher Frizzante Rosé.

Gruß aus der Küche: Besonders köstlicher Octopus auf Papayasalat mit Wildkräutern und einem Soja-Sesam-Sößchen.

Zur Vorspeise (ich mochte besonders die knusprige Leber) bekamen wir einen fränkischen Wein eingeschenkt: Ein Silvaner Eigenart von Max Müller aus dem Holzfass – sehr interessant.

Die kalte Melonensuppe wurde begleitet von einem Tement Gelben Muskateller Steinbach 2015 – überraschend kräftig für die Rebsorte und ein großer Freund der schönen Schärfe.

Zum Fischgang (schöner Lachs, die Bete hätte ich weggelassen) gab’s einen österreichischen Riesling Loimer Seberg 2015 aus dem Kamptal – und einen Hinweis des Sommeliers, dass den Deutschen möglicherweise ihre Rieslingtradition verloren geht: Der Klimawandel macht die klassischen Rieslinggebiete zu warm, die Zukunft des deutschen Rieslings liegt möglicherweise auf Sylt.

Der Fleischgang (wunderbarer Hirsch wieder vom Jäger unterm Schloss Neuschwanstein) bekam einen Rotwein zur Seite gestellt: Cuvee Rote Erde Muhr-van der Niepoort 2013 aus dem Carnutum – mein Weinfavorit des Abends, auch wenn der noch das eine oder andere Jahr Lagerung vertragen würde. Ich mag diese leichteren facettenreichen Roten aus Österreich sehr.

Einen Tokaji Kikelet Késői Szüretelésű Spätlese 2009 zum Käsegang, wir bekamen die korrekte Aussprache der dominierenden Rebsorte Hárslevelü vorgesagt.

Vordessert hervorragendes Cashewnussmus (bitte fünfmal schnell hintereinander sagen), Dessert besonders köstliches Kirschparfait mit Ananas und Beeren (selbst ich als Dessert-Skeptikerin war begeistert), dazu eine Heinrich Beerenauslese von 2010 – da ich bislang den Burgenländer Heinrich nicht als Anbieter von Süßweinen kannte, ließ ich mir erklären, dass dieser Wein aus dem verheerenden Jahrgang 2010 aus der Not geboren war, als über die Lagen Salzberg und Gabarinza die Edelfäule kam. Er schmeckte mir hervorragend.

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Und dann kam er doch: Der Moment, in dem ich bedauerte, keine gefragte Influenzerin zu sein. Was hätte ich nicht alles mit einer Flasche Flüssigwaschmittel angestellt!
Na gut, das wäre natürlich auch mein Ende als Influenzerin gewesen.

die Kaltmamsell

4 mal Beifall zu “Journal Freitag, 14. Juli 2017 – Ein Abend im Broeding”

  1. MissJanet meint:

    Das Waschmittel: Boah, ist das peinlich.
    Aber – was hätten Sie damit in Ihrem Fitness-Studio alles darstellen können…

  2. Hauptschulblues meint:

    Das Haus in der Schulstraße gehört der Familie einer Freundin. Deren Mutter hatte mir mit anderen vor vielen vielen Jahren angeboten, die Wirtschaft und den Großhandel zu übernehmen, zu einer prima Pacht. Leider hatte sie keine Geduld – und wir hätten Zeit für ein Konzept gebraucht.
    So gaben wir das Ganze ans Ruffini. Später kamen dann die Leute, die heute das Broeding betreiben.

  3. Brigitte Novacek meint:

    Bei Carnuntum fehlt ein n. Ansonsten: gern gelesen.

  4. Julia meint:

    Sie SIND eine Influencerin. Ich erinnere nur an Sport-BH und Bandelettes!

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