Journal Sonntag, 16. Juli 2017 – Allerbürgerlichster Sommersonntag

Montag, 17. Juli 2017 um 6:51

Blöd geschlafen, mit doofen Träumen.

Nach meinen Berechnungen haben die Renekloden Saison, am Samstag hatte ich Herrn Kaltmamsell gebeten, auf seiner Einkaufsrunde ein Kilo mitzunehmen. Er war erfolgreich gewesen, der Verkäufer, so erzählte er, habe ihn aber darauf hingewiesen, das seien die ersten. Nach Bloggen und der ersten Tasse Milchkaffee buk ich also Reneklodentarte.

Während dessen war die Waschmaschine mit Bettzeug durchgelaufen; da unser Wäschetrockner hartnäckig spinnt, drapierte ich die Teile über Wäscheständer und Stühle im Wohnzimmer – jetzt im Sommer ist das noch eine Lösung, aber wir werden uns wohl mit einer Neuanschaffung beschäftigten müssen (das Gerät ist älter als unsere Beziehung, haben wir zum Zusammenzug von meinen Schwiegereltern geerbt, als sie sich ein Kombigerät Waschmaschine/Trockner anschafften).

Der Tag war wie angekündigt strahlend sonnig und frisch, ich spazierte zu einer Schwimmrunde ins Schyrenbad. Die Bahnen waren erwartbar licht, ich zog mit Genuss meine 60 Bahnen.

Auf dem Rückweg besorgte ich Semmeln (die Handsemmeln vom Wimmer mag ich besonders gern) zum Frühstück gab es eine mit Schinken, danach ein Stück Tarte – sagen wir mal so: Ich hätte vielleicht auf reife Renekloden warten sollen, denn wie kommentierte Herr Kaltmamsell die Tarte zu Recht: „Da hätte man doch gleich Rhabarber nehmen können.“

Ich setzte mich in die wundervolle milde Sommerluft auf den Balkon zum Zeitunglesen, unterbrochen von viel Gucken: Am Meisenknödel Meisen und ein Buntspecht, in der Kastanie klopfte ein Kleiber, auf dem Rasen huschten Eichhörnchen, auf dem Balkonsims sahen Rotkehlchen und Buchfinken vorbei. Schönster Moment meiner Zeitungslektüre (SZ von diesem Wochenende):

Zum Abendessen servierte Herr Kaltmamsell Rinderrouladen mit Kartoffelpüree. Der Ernteanteil hatte rare mehlige Kartoffeln enthalten, die ich unbedingt als Püree essen wollte, der Rest kam drumrum.

In der späten Abenddämmerung standen wir wieder am Wohnzimmerfenster und guckten Fledermäuse. Es kann doch wohl nicht sein, dass die all die 18 Jahre, die wir hier wohnen, schon herumflatterten und wir sei einfach nie bemerkt haben?

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Weil wir’s gerade von Flattertieren haben:
Sascha Lobo ist einem Ziegenmelker begegnet (Neid!).

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Felix und Katia haben in Schottland Urlaub gemacht (kann es sein, dass Wandern die mittlerweile dominante Urlaubsform in meinem Blogdorf ist?), Katia erzählt von
„Mary und Alan“.

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die Kaltmamsell

4 mal Beifall zu “Journal Sonntag, 16. Juli 2017 – Allerbürgerlichster Sommersonntag”

  1. Sjule meint:

    Oh, Renekloden sind mein Lieblingsobst! Die meisten schauen mich aber meist verständnislos an wenn ich davon schwärme, Mirabellen sind irgendwie geläufiger. Ich koche sie gerne als Kompott ein und hab dann noch was im Winter davon. Dann muss ich mich auch mal auf den Weg machen…
    Gewandert wird hier auch mehr als noch vor zwanzig Jahren.

  2. K meint:

    Fledermäuse wechseln wohl recht häufig das Quartier, es kann also sein, dass die Tierchen in den letzten Jahren tatsächlich nicht zu sehen waren.

    Obacht übrigens! Jungtiere verwechseln oft gekippte Fenster mit dem Eingang zu gemütlichen Höhlen – und ehe man es sich versieht, hat man mehrere Untermieter, die nicht mehr hinausfinden.

  3. Christine meint:

    Anderen Ländern ist „Waldmeister“ nicht so geläufig wie bei uns. Während bei uns alles* was quietschgrün ist, mit Waldmeistergeschmack versehen ist, übernimmt in anderen Ländern dort die Reneklode diese Rolle.

    (* Also Sirups und ähnlich süßer Quatsch für Kinder)

    #UnnützesWissenmitChristine

  4. pixelpu meint:

    Ich habe vor diesem Blogpost noch nie etwas von Renekloden gehört, oder ich hab es schon wieder verdrängt und dann gehe ich heute durchs Lager und was sehe ich da? Renekloden, unfassbar. Jetzt muss ich sie nur noch probieren. Danke für die Weiterbildung.

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