Journal Montag, 4. September 2017 – Spanien 15, Madrid mit Kunst und Wein

Dienstag, 5. September 2017 um 11:23

Sehr, sehr lange ausgeschlafen – dadurch bewegten wir uns gestern außerhalb des Touristenrhythmus durch Madrid.

Wieder ein Sommertag, wieder mit erträglichen Temperaturen. Wir packten den Draußenteil des Tags nach Bloggen, Kaffeetrinken und Gammeln erst am frühen Nachmittag an, spazierten zum Museum Reina Sofía (seit der Führung am Samstag weiß ich, dass im Keller des Gebäudes während des Bürgerkriegs die nicht-identifizierten Toten aufgebahrt wurden, durch die offenen Fenster konnte man nachsehen, ob man jemanden erkannte).

Kurz vor drei kamen wir ohne jedes Schlangestehen ins Reina Sofía. Wir begannen mit der Sonderausstellung „Piedad y terror en Picasso. El camino a Guernica. Die Hinführung und die Hintergrundinfos fand ich sehr beeindruckend; mit dem Bild Guernica selbst habe ich ja meine Probleme (ich sehe vor allem Comic-Zitate, bescheuert aber nicht unterdrückbar), und die konnte ich auch gestern nicht aufräumen: Als ich sah, dass gerade wenige Menschen vor dem Gemälde standen, ging ich darauf zu – um von einer freundlichen Angestellten abgewiesen zu werden, ich müsse von der anderen Seite herantreten, diese sei der Ausgang. Auf der korrekten Seite stand aber gerade ein Fernsehteam und drehte. Ich warf also nur einen kurzen Blick auf das centerpiece und hakte es innerlich ab. Gibt ja genug anderen Picasso.

Durch die anderen Stockwerke spazierten wir eher; ich begann zum x-ten Mal zu grübeln, was die Darreichungsformen Happening und Videoinstallation mit der Kunstrezeption einer Normalbürgerin machen – eigentlich kollidieren sie mit dem gewohnten Museumskonzept.

(Und wir fragten uns beide, ob die Technik Röhrenfernseher integraler Teil dieses Kunstwerks ist.)

Vorabendsnack in einer Bar auf dem Weg zurück zur Unterkunft.

Hier lag sogar noch ein bisschen Abfall auf dem Boden; ansonsten verschwindet wohl die Tradition, dass man an der Theke einer spanischen Bar Abfälle auf den Boden wirft (ganz früher war dieser Boden ja mit Sägespäne ausgestreut und wurde nur einmal am Tag gesäubert) – es haben sich europäische Ekelstandards durchgesetzt.

Für den Abend hatten wir einen Tisch bei Angelita reserviert – ein von Hande vermittelter Tipp, als ich nach Probiermöglichkeiten für neueste spanische Weinentwicklungen gefragt hatte. Und welch wunderbaren Abend wir hatten! Zum einen bekamen wir mal kurz eine Weinbegleitung aus vinos naturales, nachdem ich erzählt hatte, dass ich mich vor allem dafür interessiere. Und dann kam aus der Küche, was man heutzutage so mit Klassikern der spanischen Küche macht. Mit freundlicher Beratung hatten wir vier Gerichte bestellt, die wir uns jeweils teilten.

Als Magentratzerl Lachssachen mit ein bisschen scharf.

Ein Tomatenwunder aus Gemüse aus dem eigenen Garten.

Der bereits erwähnte Pisto – nur dass hier das Weiße des üblichen Spiegeleis dazu extra als Gröstl dabei lag, zudem eine Ayoli angereicht wurde. Die Ayoli passte so hervorragend, dass ich sie mir fest fürs nächste Mal vornahm.

Tintenfisch mit Kartoffeln – wobei die Kartoffeln als Creme mit Knoblauch kamen.

Köstliches Gegrilltes mit Aubergine und Süßkartoffel.
Zum Nachtisch gab es leichten Schokoladenkuchen und arroz con leche.

Von den Weinen gefiel mir am besten ein Roter aus Asturien: Der ungefilterte Urogallo La Fanfarria, ganz duftig und dennoch ernst.

Im Viertel Salamanca sind Buchläden auch noch kurz vor Mitternacht offen.

die Kaltmamsell

5 mal Beifall zu “Journal Montag, 4. September 2017 – Spanien 15, Madrid mit Kunst und Wein”

  1. Schneizel meint:

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  2. Thea meint:

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  3. U. meint:

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  4. Croco meint:

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  5. Joël meint:

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