Journal Sonntag, 22. Oktober 2017 – Zwei Kater

Montag, 23. Oktober 2017 um 6:31

Die Cocktails vom Samstagabend dann doch mit Migräne bezahlt. Sie ließ sich aber mit Triptan brechen, zurück blieb nur Benommenheit.

Mit ziemlichem Muskelkater aufgestanden, der eindeutig vom Schwimmen am Tag davor kam – das mir doch diesmal besonders leicht gefallen war: Ich hatte der Versuchung widerstehen müssen, noch ein paar Runden dran zu hängen. Ich hatte schon am Abend des Schwimmtags erste Muskelkateranzeichen gespürt, sehr ungewöhnlich. Muskelkater in trainiertem Zustand von gewohntem Sport erkläre ich mir ja gerne mit einem unausgebrochenen Infekt: Anders als Sportwebsites den Eindruck erwecken, sind die Ursachen für Muskelkater nämlich mitnichten wissenschaftlich erwiesen (eigentlich weiß man nicht mal ganz genau, was ein Muskelkater ist: Entzündung? Verletzung? Zumindest das mit der „Übersäuerung“ der Muskeln scheint man mittlerweile ausgeschlossen zu haben), sondern es wird wild rumgeraten – da rate ich halt einfach wild mit.

Trotzdem (deswegen) hatte ich große Lust auf eine lockere Laufrunde unter trübem Himmel. Zwar hatte ich morgens an dem am Vortag angesetzten Brot weitergearbeitet (allerdings geknetet und mit ein bisschen Hefe zusätzlich), ab Stückgare übernahm aber Herr Kaltmamsell. Ich spazierte über den Alten Südfriedhof zur Wittelsbacherbrücke (ganz schön frisch geworden!) und trabte von dort Richtung Thalkirchen. Auf halber Strecke wurde ich am Hinterbrühler See derart müde, dass ich mich am liebsten ins Gras zum Schlafen gelegt hätte (Migräne-Nachwirkung). Was diesen Punkt zur Hälfte der Strecke machte: Ich hatte eigentlich noch bis zur Großhesseloher Brücke laufen wollen um runterzuschauen, doch die Müdigkeit bewegte mich zum Umkehren.


Die Brudermühlbrücke wird ein neues Kunstwerk.

Beim Heimspazieren über den Südfriedhof ärgerte ich mich sehr, dass ich die eigens angeschafften Erdnüsse daheim vergessen hatte: Es wimmelte von Eichhörnchen.

Das Brot war gelungen, das scheine ich noch zu können.

Nachmittag mit Internet- und Zeitunglesen verbracht. Fürs Abendessen durfte ich sorgen: Wirsing (aus Ernteanteil) mit Kohlwürscht, extrem unfotogen.

Auf Arte kam Der weiße Hai: Habe ich nie gesehen weil Angst. Ich guckte unter Herrn Kaltmamsells Anleitung (vor allem Hinweise auf berühmte Einstellungen, Techniken, Kamerafahrten) die ersten anderthalb Stunden, dann gruselte ich mich lieber im Bett über Kings It.

§

Erst folgte ich @Christianes Link zu „Things Not To Say To People With Facial Disfigurements“:

Dann entdeckte ich, dass das eine ganze Serie von BBC Three (BRITISCHES FERNSEHEN IST SO GUT!) ist: „Things you always wanted to ask $Bevölkerungsgruppe (but probably shouldn’t)“. Und so lachte ich eine ganze Weile lang über Bescheuertheiten, die sich Transgender, Tätowierte, Dicke, Schizophrene, Gehörlose, Blinde/Sehbehinderte anhören müssen – und lernte eine Menge.

die Kaltmamsell

5 mal Beifall zu “Journal Sonntag, 22. Oktober 2017 – Zwei Kater”

  1. Joël meint:

    „Things Not To Say To People With Facial Disfigurements“: LOVE IT!!!!!!!
    Danke für das Video.

  2. Sigourney meint:

    Danke für die BBC Videos!

  3. Christine meint:

    Darüber wundere ich mich auch: Warum ich manchmal vom Sport einen Muskelkater bekomme und manchmal nicht. Ebenso erstaunt mich immer wieder, wie sehr leichte Infekte oder eigetnlich leichte Verletzungen wie eine handtellergroße Hautabschürfung meine sportliche Leistungsfähigkeit beeinflussen.
    Erstaunlich auch, wie gut mir Bewegung bei Kopfschmerzen hilft: Ist zwar eine riesengroße Überwindung, aber tatsächlich das Einzige, was wirklich hilft.

  4. Bernd Lehmann meint:

    Ich bin ja skeptisch, ob Eichhörnchen Erdnüsse fressen, bei mir im Münchner Hinterhof haben sie die jedenfalls immer zugunsten von Walnüssen liegengelassen.
    Allerliebstes Eichhörnchenfoto dafür bei uns in Oberfranken:
    https://ibb.co/jXF3o6

  5. die Kaltmamsell meint:

    Münchner Hinterhofeichkätzchen scheinen anders zu sein als Friedhofseichkätzchen:
    http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2017/10/journal-sonntag-8-oktober-2017-lesesonntag.htm

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