Journal Freitag, 8. Dezember 2017 – Weihnachtsmenschenströme

Samstag, 9. Dezember 2017 um 7:42

Morgens im Regen zur Arbeit gegangen, der mittags zu Schnee wurde und den Tag über immer zwischen Schnee und Regen abwechselte.

Diesmal wirklich früh Feierabend gemacht und mit der U-Bahn zum Stachus gefahren, um Weihnachtsgeschenke einzukaufen. Damit war ich mittelerfolgreich, in einem Geschäft wollte man mich sogar aktiv vom Kauf abhalten: das Ding sei nicht nützlich. Dies, die vergebliche Anfrage in mehreren Läden und das Schirm-bewaffnete Menschengedränge auf den Wegen zwischen den Läden machten den Online-Kauf attraktiver als eh schon. Auf den letzten Metern holte ich mir noch eine Bratwurst.

Daheim war ich dann schon vor sechs und wusste gleich gar nichts mit mir anzufangen; fürs Abendessen war es ja noch zu früh. Ich werde öfter pünktlich Feierabend machen müssen, um auch dafür eine Routine zu entwickeln.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell Rosenkohl aus dem Ofen (Ernteanteil) und Entrecôte (Kuhanteil aus „Kauf ne Kuh“), ich bereitete dazu den Postelein-Salat aus Ernteanteil.

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Ich habe mich sehr gefreut über all die Geschichte über Ihre Großeltern – schreiben Sie gerne noch mehr! (Ich habe einen Link zur ausführlichen Biografie meiner spanischen Großmutter nachgetragen.) Aus dieser natürlich nicht repräsentativen Auswahl wurde unter anderem deutlich, wie international bunt die Vorfahren von Deutschsprechenden sind. Wie stark der Zweite Weltkrieg deren Lebensläufe geprägt hat (von wegen „man muss auch mal vergessen können“). Und wie viele Ihrer Großmütter kein eigenes Einkommen hatten. Ich habe mal wieder beschlossen, meine Eltern systematischer zu befragen, idealerweise sogar dabei aufzunehmen. Vielleicht mögen die Nifften ja dabei sein, also die nächste Generation, und haben eigene Fragen.

Wie sehr Geschichten, die bei Familientreffen immer wieder erzählt werden, ein Netz von Geborgenheit und Identität spinnen können, kenne ich nur aus meiner Schwiegermutterfamilie. Vielleicht braucht es dafür ein Anstupsen.

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Wir Frauen können einfach nur empathisch, das ist angeboren, biologisch, Gott-gewollt, was soll man machen. Und so empathisieren wir natürlich mit der derzeit so schlimm geprügelten Bevölkerungsgruppe Männer. Na ja, zumindest manche von uns. Gut, genau eine: Paula Irmschler. Und zwar im Drogeriemarkt.
„Ich möchte Teil einer Bewegung sein #258
Folge 10: Männer“

Die Badezusätze und Duschgele für Frauen sind dem Namen nach immer so »Hey, lehn dich zurück, entspann dich, zieh die Schuhe aus, geh nicht raus, leg dich nieder, sei schön, halt die Fresse«, die für Männer sollen ihn immer vorbereiten für die Schlacht, sie geben ihm keine Zeit, sondern immer einen »Kick«, immer bereit, hinfort mit dir, SPARTA!

via @marga_owski

die Kaltmamsell

3 mal Beifall zu “Journal Freitag, 8. Dezember 2017 – Weihnachtsmenschenströme”

  1. Bette meint:

    Hoffentlich hat die Kuh was getaugt! ;-)
    Das mit dem fehlenden eigenen Einkommen fand ich bei der Oma väterlicherseits damals schon schlimm – sie bekam monatlich ein Kuvert mit Haushaltsgeld, mein Opa durfte nicht wissen, wenn sie uns etwas davon zusteckte. Der war ein ziemlicher Tyrann und noch mit Mitte 70 meinte meine Oma manchmal (nur halb scherzhaft) zu mir, sie würde sich am liebsten scheiden lassen. Die echte Möglichkeit dafür hat sie wahrscheinlich nie gesehen…

  2. Nadine meint:

    Danke für den Link von Paula!

  3. Joël meint:

    …[Ich habe mal wieder beschlossen, meine Eltern systematischer zu befragen, idealerweise sogar dabei aufzunehmen.]…

    Ja! Tun Sie das! Ich habe es nicht getan und heute ist keiner mehr da, der meine Lücken in der Familiengeschichte auffüllen könnte.

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