Journal Samstag/Sonntag, 9./10. Dezember 2017 – Ausflug nach Basel

Montag, 11. Dezember 2017 um 6:38

Ich war auf eine Geburtstagsfeier eingeladen, also fuhr ich am Samstag nach bei Basel. Für unerheblichen Aufpreis hatte ich mir eine Fahrt erster Klasse gegönnt, ich saß bequem, freute mich an der Aussicht vor dem Fenster und am Zeitunglesen (neben der Wochenendausgabe der Süddeutschen einige wegen Dienstreise liegen gebliebene).

Ein Aha war darin der Gastkommentar von Jeremy Adler über die Verfassungsgeschichte Großbritanniens:
„Locker und frei“.
Ebenfalls sehr erleuchtend fand ich die ganze Feuilletonseite über Verschwörungstheorien. Die Beschreibung der derzeit am meisten verbreiteten gibt es kostenlos online zu lesen:
„Ausgetauschte Völker und Kinderpornos in der Pizzeria“.
Das hochinteressante Interview mit Michael Butter, Mitinitiator des EU-Projekts „Comparative Analysis of Conspiracy Theories“ mit Forschenden aus 39 Ländern, kostet leider Geld:
„Die Wirkung von Verschwörungstheorien.“

Dazwischen musste ich immer wieder auf mein Smartphone gucken, sehr phasziniert vom Umstand, dass mein Online-Ticket den Fahrtverlauf anzeigte:

Beim Aussteigen entdeckte ich dann, welche gesponsorte Zuglektüre ich verpasst hatte.

Die Geburtstagsfeier genoss ich, aß und trank köstliche Dinge, lernte Menschen aus völlig anderen Lebenswelten kennen – und freute mich arg, endlich mal Frau Brüllen in Heimumgebung zu erleben.

Ich übernachtete in einer richtigen winzigen Dorfpension (extrem schlicht, aber sauber) an Gasthof. Sonntagmorgen machte ich mich nach Ausschlafen auf den Rückweg. Am Basler Bahnhof hatte ich noch gut Zeit für Morgenkaffee und trank gegenüber einen ausgezeichneten Cappuccino in der Confiserie Bachmann (ich mochte sehr, dass ich dabei an einer Theke sitzen konnte).

Die Rückfahrt war dann ein wenig turbulenter, verursacht wohl durch das heftige Schneetreiben. Ich musste in Karlsruhe umsteigen, und der Zug dorthin hatte Verspätung. Laut Durchsage des Schaffners würden wir den Anschlusszug verpassen, doch wie ein paar Mitreisende beschloss ich, die Minute zwischen Ankunft und Abfahrt für einen Sprintversuch durch die Unterführung zum Zielgleis zu nutzen: Mit Erfolg, wir kamen alle noch rein.

Das anschließende Abenteuer habe ich fürs Techniktagebuch aufgeschrieben:
„Besser reisen mit Schaltschrankschlüssel“.

Der Protagonist:

Es dauerte alles ein wenig länger, doch wenn ich aus dem Zug ins Schneetreiben schaute und die Autos auf weißen Straßen sah, war ich doch sehr froh über die Wahl meines Reisemittels: Warm und geschützt, mit schönem erhöhten Ausblick sowie Klo. Ich las mein Granta Canada aus (gut!).

Kurz vor Eintreffen im regnerischen München erreichte mich die Nachricht des Herrn Kaltmamsell, dass meine Eltern zu einem Überraschungsbesuch da seien: Plätzchenübergabe. Mich empfingen daheim also gleich mal liebe Eltern und Weihnachtsplätzchen aus Mutters Küche, ich konnte den beiden den Stollen aus meiner Produktion mitgeben.

Nachtmittags und abends Befremden über das Gemotze und die Vorwürfe bei Verkehrsbehinderungen durch Schnee: So ist das halt, wenn’s schneit! Völlig reibungslosen Verkehr gibt’s nur im wetterlosen Vakuum.

die Kaltmamsell

4 mal Beifall zu “Journal Samstag/Sonntag, 9./10. Dezember 2017 – Ausflug nach Basel”

  1. Frau Brüllen meint:

    Es war so schön, dich dazuhaben (Spannend, aber logisch, dass „meine“ RL Filterblase für dich was ganz fremdes ist :-))

  2. Hauptschulblues meint:

    Hauptschulblues fährt nach Basel mit dem SBB-Zug, zwei Dieselloks und ein wunderbarer Speisewagen, in den Abteilen (noch) viel Beinplatz, langsam durch das Allgäu an Bauernhöfen vorbei zuckelnd.

  3. Hauptschulblues meint:

    Der Schaltschrankschlüssel wird umgehend besorgt.

  4. Croco meint:

    In mir entsteht ein heftiger Wunsch nach genau so einem Schlüssel.
    Und ich kann mir gut vorstellen, wie spannend es war, zur Firma Brüllen zu reisen.
    Das Foto Rabe-Brüllen-Kaltmamsell ist schon allerliebst.

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