Journal Sonntag, 3. Dezember 2017 – München-Darmstadt

Montag, 4. Dezember 2017 um 7:10

Nach dem Bloggen ging ich über den Südfriedhof an die Isar zu einer Laufrunde.

Ich sah viele Eichhörnchen. Als ich zum Pokémonfangen stehen blieb, kam eines ganz nah heran, hüpfte um meine Füße und sah mich immer wieder an – verdammt, ich hatte die Erdnüsse daheim vergessen.

Der Tag war grau und eisig, doch ich genoss das Laufen.

Nach Duschen und Essen war nur noch wenig Zeit, bis ich zum Zug nach Darmstadt musste: Dort erwarten mich drei Tage lang Berufliches

Auf der EC-Fahrt wurde ich Zeugin eines schönen Austauschs. Ein junge Frau betätigte ausdauernd einen Zauberwürfel (verdrehen, lösen, anders verdrehen, wieder lösen) eine neu hinzugekommene alte Dame sprach sie neugierig darauf an. Woraufhin ihr die Spielerin erklärte, was sie da machte, freundlich, ausführlich, geduldig auf die sehr interessierten Nachfragen eingehend. Die alte Dame war begeistert, auch wenn ich davon ausgehe, dass sie mit „Algorithmus“ nichts anzufangen wusste. Sie ließ sich sogar empfehlen, welchen Zauberwürfel sie sich am besten selbst kaufen könnte.

Ich las SZ-Beilagen der vergangenen Wochen weg. Sehr angetan war ich wieder von Plan W: Richtig interessante Themen, viel Technik – nur dass halt ausschließlich Frauen vorkommen. (Und weiterhin keine Mode-, Schmuck- und Kosmetikanzeigen.)

Ab Heidelberg war alles verschneit, die 15 Minuten Rollkoffern zum Hotel waren ein einziges Geschleife.

Um die Ecke hatte ich mir bereits einen Ketten-Mexikaner ausgeschaut, dort aß ich zu Abend.

§

Auch Antje Schrupp schreibt ein Blog der Ausrichtung „Everybody has a voice“ und nutzt es für Meinungsessays. Aktuell:
„Ich will eigentlich nicht als Frau respektiert werden“.

In einer Welt, so wie ich sie mir vorstelle, ist es Frauen komplett egal, ob irgend ein x-beliebiger Mann sie respektiert oder nicht. Weil das Nicht-Respektieren von Frauen für die betreffenden Männer nämlich solche gesellschaftlichen Konsequenzen hat, sodass sie ohnehin nicht übergriffig oder gewalttätig oder diskriminierend sind. Auch diejenigen, die nicht zufällig einen netten frauenfreundlichen feministischen Vater hatten.

In einer Welt, so wie ich sie mir vorstelle, ist es Frauen auch komplett egal, ob ein x-beliebiger Mann ihre Arbeit gut oder schlecht findet, außer es handelt sich dabei um ihr großes professionelles Vorbild in Bezug auf das Sandburgenbauen oder was auch immer sie gerade machen. An dessen Urteil ist ihnen dann natürlich schon gelegen.

die Kaltmamsell

8 mal Beifall zu “Journal Sonntag, 3. Dezember 2017 – München-Darmstadt”

  1. Kai meint:

    Darmstadt? Yay!

    Ich empfehle als Schwimmrunde das Nordbad dort. Da die alte Schwimmhalle nun abgerissen wird, haben sie über dem Freibad eine Traglufthalle errichtet. Ist ein wenig schräg, vor allem da es diese Tropenatmosphäre hat (hin und wieder tropft das Kondenswasser von der Decke). Definitv kein Bad für Ästheten! :D

    Bin zwei mal die Woche da: http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/prima-angelaufen-badegaeste-koennen-in-der-traglufthalle-ihre-bahnen-ziehen_18213167.htm

  2. Die Toni meint:

    Und ich empfehle sehr das Vinocentral direkt am Bahnhof …

    https://www.vinocentral.de/

    Man kann sich dort sehr schön einen Wein – auch glasweise – empfehlen lassen; eine Kleinigkeit essen und Zeitung lesen. Das macht auch alleine Freude. Ich versuche immer, dorthin zu gehen, wenn ich beruflich in Darmstadt bin.

    Die Toni

  3. Elfe meint:

    Dann sind Sie auch nahe bei uns vorbeigefahren – wir konnten nur leider nicht winken, wir waren schneespazieren. Zum Glück, denn heute taut alles wieder weg.

  4. Christian meint:

    Erdnüsse bewirken den sicheren Eichhörnchen-Tod!

  5. Hauptschulblues meint:

    @Christian: Wieso das denn?

  6. Twitter meint:

    Empfehle das Jugenstilbad ( 10-22 Uhr), die Mathildenhöhe und für morgen Abend das Restaurant Bellevue .
    Darmstadt ist definitv zu schade für Kettenmexikaner!

  7. Margrit meint:

    Wieso denn nicht? Ich alte Dame habe das Wort „Algorithmus“ sogar meinem Chef beigebracht. Er sagt allerdings „Logarithmus“ und erheitert damit ganz ungemein (und, hihi, insgeheim).

  8. die Kaltmamsell meint:

    Weil ihre Rückfragen darauf schließen ließen, Margit.

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