Journal Mittwoch/Donnerstag, 10./11. Januar 2018 – Sportaussichten

Freitag, 12. Januar 2018 um 7:07

Am Mittwoch nahm ich das Rad zur Arbeit, denn ich wollte danach noch wo hin. Nach einem sonnigen Tag radelte ich also zum wahrscheinlichen Nachfolger meines schließenden Fitnessstudios. Ich trat vor die Angestellten dort, sagte „Ich möchte bei euch mitmachen“, sah mich um (alles ganz anders als jetzt, u.a. kam ich an Gymnastik mit alten Leuten vorbei – schon mal sehr sympathisch) und vereinbarte ein Probetraining für nächste Woche.

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Am gestrigen Donnerstag machte das Wetter wieder auf grau, aber richtig kalt ist es weiterhin nicht. Morgens legte ich eine Runde Krafttraining vor dem Fernseher ein, die mich überraschend stark ins Schwitzen brachte (aber spürbar gut gegen den Muskelkater vom Dienstag half).

Ich weiß: Als SAP-Spezialistin wäre ich noch gesuchter. Aber Fertigkeiten in Word/Excel-Seriendruck scheinen ähnlich dünn gesät. (Vielleicht allerdings auch nur die Bereitschaft, sie auszuprobieren.) Raketenwissenschaft: Hold my beer.

Zum Nachtmahl gab es Feldsalat und Äpfel aus Ernteanteil, außerdem gebratene Rinderleber – obwohl er kränkelt, hatte Herr Kaltmamsell gekocht. Und ich war so erschöpft und spät aus der Arbeit gekommen, dass ich gerade mal die Negronis davor zubereitete.

Abendprogramm: Herr Kaltmamsell wollte endlich mal Böhmermanns Neo Magazin Royal sehen, also guckten wir die Dezember-Folge aus der Mediathek. Oh doch, kann man machen. Schöner Blödsinn, das Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld beeindruckte mich (dass es sowas noch gibt!), und Andrea Petkovic war mir ausgesprochen sympathisch.

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Man möchte meinen, Wohnen (inklusive wie man hinkommt) hätte in der Städteplanung den zentralen Platz. Doch dann ginge es nicht so oft schief. Maik Novotny stellt immer wieder positive Beispiele vor und weist zum Tod des Architekten Neave Brown auf sein Interview mit ihm hin:
„Das Wunder von Camden“.

Uns ging es nicht um ein Bauwerk als Ikone, sondern als Programm für eine neue, freiere Gesellschaft.

Interessantes Detail: Der Architekt wohnt selbst in der Siedlung (ich werde durchaus misstrauisch, wenn eine Architektin komplett anders wohnt als sie baut).

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Richard Gutjahrs Vortrag dazu hatte ich bereits mit Bestürzung gesehen, vergangenes Jahr hatte er es auf der re:publica als Teilnehmer einer Podiumsdiskussion ebenfalls erwähnt: Er und seine Familie sind Gegenstand und Opfer einer weitreichenden Verschwörungstheorie geworden und unter schwer vorstellbarem Beschuss. Bislang kannte ich ihn vor allem als umtriebigen Journalisten, der in seiner Arbeit mit bewunderswerter Offenheit und Neugier austestet, wie man auch in Zukunft von gutem Journalismus leben kann – jetzt ist er unfreiwillig Experte in Gegenwehr bei Online-Verfolgung geworden. Seine bösen Erfahrungen hat Gutjahr in einem ausführlichen Blogpost zusammengefasst:
„Das #NetzDG in der Praxis. Ein Erfahrungsbericht.
Unter Beschuss“.

die Kaltmamsell

3 mal Beifall zu “Journal Mittwoch/Donnerstag, 10./11. Januar 2018 – Sportaussichten”

  1. Madame Graphisme meint:

    Ich bin in einem Gym Mitglied, dessen Altersschnitt ich um lockere zehn Jahre senke. Es ist wirklich sehr angenehm dort! Zwar brauchen viele Mit-Sportler meist etwas länger an den Geräten, dafür hat man den Frei-Eisen-Bereich für sich und die Atmosphäre ist wunderbar gelassen.
    Und man lernt interessante Menschen kennen. Eine Dame, die ich auf Ende fünfzig geschätzt hätte, entpuppte sich als 76 (!!) und komplimentierte meine Tattoos. Sport konserviert offenbar auf’s Erfreulichste.
    Und dann der alte Herr mit den vielen Knast-Tattoos .. ich muss mich echt mal trauen, ihn anzusprechen …. :)

    Leider deswegen Mangel an Kursen, die nicht Reha oder rein Cardio sind – aber ich mag es dort.

  2. Berit meint:

    Der Artikel des Herrn Gutjahr ist wirklich bestürzend. Man weiß gar nicht so richtig, was man sagen soll.

  3. Elfe meint:

    Ich dachte auch lange, das Neo Magazin sei pubertäre Blödelei, weil ich zu Anfang einmal eine derartige Folge gesehen hatte. Dann begann der Gemahl das öfters zu gucken und ich hab nebenbei mitgehört. Inzwischen schauen wir’s gemeinsam und es sind immer wieder Fünf-Sterne-Folgen dabei.

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