Journal Sonntag, 31. Dezember 2017 – Isarlauf in Frühlingswärme

Montag, 1. Januar 2018 um 8:32

Lang geschlafen – zwei Tage vor Ferienende bin ich endlich auf Urlaubstemperatur.

Draußen war es sonnig und wunderbar warm. Ich fühlte mich fit genug für einen Isarlauf, setzte aber brav eine Mütze auf. U-Bahn zum Odeonsplatz, Start durch die Menschenmengen im Hofgarten. Auch die Wege an der Isar waren bis zur Brücke St. Emmeran voll wie im Hochsommer. Die leichte Laufmütze hatte sich schon bald als viel zu warm erwiesen, ich stopfte sie in die Westentasche – verschloss diese allerdings nicht und stellte hinterm Föhringer Wehr fest, dass ich die Mütze verloren hatte.

Ich lief leicht und mit Genuss, sah Schwanzmeisen in den Bäumen und ließ mich von der Sonne bescheinen.

Daheim Körperpflege und Frühstück, Jahresrückblick fürs Blog geschrieben, eine Maschine Wäsche gewaschen – nach der ich endgültig eingestehen musste, dass wir ein Waschmaschinenproblem haben: Nach drei Jahren (gefühlt also immer noch eine neue Waschmaschine) leckt das Ding und lässt nach jedem Durchgang eine Pfütze unter sich. Wir werden also Frau Siemens für Untersuchung und Reparatur kontaktieren müssen.

Gemütliches Kochen, die Pastaschutta wurde sehr gut.

Den ersten einsamen Knaller hatte ich in unserer Wohngegend am 30. Dezember gehört, laut wurde es erst am 31. Dezember bei Einbruch der Dunkelheit. Soweit zu Glasscherbenviertel.

Datumswechsel auch dieses Jahr ignoriert.

§

Der Weinstein-Skandal hat dazu geführt, dass der Sexismus in Hollywood gründlich beleuchtet wird. Aber wie sieht es in der zweiten riesigen Filmindustrie der Welt aus, in Indien?
Nisha Susan schreibt auf The Ladies Finger!:
„Reading What Harvey Weinstein Did to Salma Hayek During Frida Makes Me Never Want to Watch a Movie Again“.

Susan kommt aus dem indischen Filmgeschäft und kann erschöpfend von den Konsequenzen des male gaze berichten. Und brachte mich auf eine Erklärung für meine regelmäßige Verwunderung, wenn exzellente junge Schauspielerinnen plötzlich völlig von der Bildfläche verschwinden:

So when we ask, where did all those women we loved in the movies go? They went perhaps to a place where they were facing less rape threats, death threats and daily violence.

(…)

This year I heard on the grapevine about an actor’s experience in a south Indian movie playing the wife of a star who’s old enough to be her grandfather. The movie is full of male-gaze-south-Indian-edition absurdities like the young wife wanting desperately to comb her husband’s moustache. The hero dies in this movie and the actor had to be in a scene where she is wailing next to her dead husband’s corpse. In each take, the ‘dead’ man, cotton balls in his nostrils notwithstanding, copped a surreptitious feel of the heroine. The third time it happened she got up mid-wail and yelled at him, “stop doing that right now.” And yelled at, for the first time in his 40-year career, the man quietened down. This young woman actor has a cultivated or accidental air of ‘I can take this career or leave it,” that has protected her from backlash. Or maybe we will read about the backlash 40 years from now in her memoir.

(…)

So, no I don’t want any theoretical understanding of why male artists can’t help themselves, what with the weight of civilisation and all. What I want is a sign before every movie indicating that, “no women were harmed in the making of this movie.”

die Kaltmamsell

1 mal Beifall zu “Journal Sonntag, 31. Dezember 2017 – Isarlauf in Frühlingswärme”

  1. marie.sophie meint:

    Danke für den Link zu Nisha Susan.

    Kangana Ranaut und das Satire Kollektiv All India Bakchod haben das von Nisha Susan beschriebene Miss-verhältnis in Bollywood sehr erfolgreich in einem Musikvideo thematisiert und damit noch einmal auf einer anderen Ebene-nämlich auch bei den Konsumenten- einen Stein des Anstoßes ausgelöst. https://www.youtube.com/watch?v=a9ggjCbv5ck&t=224s ( Der Clip hat englische Untertitel. )

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