1. Schnee
Ich versuche ihn mit so viel Haltung wie möglich zu ignorieren. Er erschwert mir halt wieder das Fahrradfahren mit seiner Kälte und Glitschigkeit. Bei dieser Gelegenheit: Seit vergangener Woche habe ich ein Nabendynamo und neue Fahrradlichter (LED mit SO EINER LEUCHTKRAFT) – ein Traum.
2. Vorsatzsportler
Fast hätte ich vergessen, den Punkt auf dem ewigen Bloggerkalender abzuhaken: Maulen über die Vorsatzsportler. Dabei bin ich ihnen bereits in Vielzahl und typischer Formation an der Isar begegnet (nämlich pärchenweise zur gegenseitigen Motivation), ebenso werden während meiner Strampelzeiten im Fitnessstudio auffallend viele Neukundinnen mit dem Gelände vertraut gemacht. Vielleicht habe ich deshalb darauf vergessen, weil es noch keinen störenden Vorfall mit ihnen gab. Maule ich einfach mal blanko.
3. Kino

Die Oscar-Nominierungen sind draußen. Zunächst war ich angesichts der neun nominierten Filme gelangweilt, doch das lag vermutlich daran, dass ich von vielen so gut wie nichts wusste. Auch dieses Jahr versuche ich sie vor der Award-Verleihung zu sehen. Mit Ausnahme der Filme, die aktiv nicht sehen will, als da wären
- Argo. Ich habe überhaupt keine Lust, in die amerikanische Botschaft in Teheran 1980 zurückzukehren. Ja, die Revolution in Persien war das erste Weltereignis, wegen dem mich die Tagesschau zu interessieren begann (ich war 12). Vielleicht mag ich mir deshalb nicht ihre Fiktionalisierung aus US-amerikanischer Sicht anschauen.
- Les Misérables. Die Standbilder sehen ganz, ganz schlimm aus, nämlich nach völliger Abwesenheit von Brechung oder gar Humor. Und auch wenn ich weiß, dass Hugh Jackman, also Wolverine, vom Musical kommt, finde ich Wolverine in solcher Umgebung lächerlich. Zu allem Überfluss habe ich ein Problem mit der Musik von Andrew Lloyd Webber (Korrektur: Selbst wenn sie gar nicht von ihm, sondern von Claude-Michel Schönberg stammt.)
- Life of Pi. Das Buch kam umgehend auf meine ewige Bestenliste, hauptsächlich wegen seiner Erzählkunst in Wörtern (habe mir zahlreiche Passagen angestrichen/rausgeschrieben). Ich will nicht sehen, wie sich jemand anderer die Geschichte in Bildern vorstellt.
- Zero Dark Thirty. Wo Bigelow draufsteht, sind US-amerikanische Elitesoldaten drin. Will ich sowas von nicht sehen.
Bleiben fünf, von denen ich schon gesehen habe
- Amour. Großartig und herzzerreißend.
- Silver Linings Playbook. Nett. Entweder nicht komisch genug oder nicht ernst genug. Vielleicht aber gehen mir überzeugende Darstellungen von erkrankten Seelen auch zu nahe. Reicht die Botschaft “By all means, do take your medication”, wenn es um bipolare Störungen geht? Pluspunkte: Es kommt Tanzen drin vor (sogar ein Ausschnitt aus Singing in the Rain), und Jennifer Lawrence fand ich ganz ausgezeichnet. Der Abspann überraschte mich mit der Information, dass Tim Burtons Hauskomponist Danny Elfman für die Filmmusik verantwortlich war – mir war kein einziger eigens komponierter Akkord aufgefallen, ich hatte nur Evergreens und Pop gehört.
- Beasts of the Southern Wild. Wollte ich sehen, obwohl ich wusste, dass die Hauptfigur ein kleines Kind ist. Der Film erzählt aus der Perspektive dieses (komplett niedlichkeitsfrei gezeigten) Kindes, vom hippie-artig selbstbestimmten Leben in einem Südstaaten-Sumpf, vom seltsamen Vater, der viel trinkt, vom Schulunterricht mit seinen Warnungen vor Erderwärmung und gefährlichen Auerochsen, vom großen Sturm, der alles überflutet. Wir als Erwachsene entnehmen den Bildern viel mehr und ganz andere Informationen als die kleine Hushpuppy, doch auch ihre sparsam eingesetzte voice over wird nicht zu witzigen kindlichen Fehlinterpretationen missbraucht. Ihre Vorstellung von der Rückkehr der Mutter und von den anrückenden Auerochsen vermischt sich immer wieder mit den Ereignissen, doch eine Unterscheidung ist auch nicht wichtig. Sehr amerikanisch, dieser Film, mit seinem Hochhalten der individuellen Selbstbestimmung und des Gleichgewichts im Universum, also Sundance-Filmfestival-amerikanisch (das Sundance Institute hat auch mitfinanziert).
Auch hier eine überraschende Information im Abspann: Es handelt sich um ein verfilmtes Theaterstück. Diese Geschichte kann ich mir auf der Bühne gar nicht vorstellen.
4. #609060
Winterwetter führt zu Verwahrlosung.




