Filme

Journal Samstag, 21. Februar 2015 – Bowling

Sonntag, 22. Februar 2015

Zweiter Isarlauf dieses Jahres, diesmal radelte ich zum Friedensengel und lief von dort los – auf einer deutlich matschigeren und glatteren Strecke, als ich es nach den beiden trockenen Wochen erwartet hätte.

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Ein zweites Rezept aus Nickys Reisehunger ausprobiert: Nuss-Tahini-Schnecken.

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Sehr wohlschmeckend. Aber weil ja Fastenzeit ist, hörte ich nach drei Schnecken auf.
Na ja, eine Stunde später nach der vierten.

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Abends Geburtstagsfeier mit fast ausschließlich Offline-Freunden im Bavaria Bowling. Es müsste nach meiner Zählung das dritte Mal gewesen sein, dass ich überhaupt bowlte, und es war ein Heidenspaß.

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(Dazu lief gerade Nik Kershaw, “The riddle”.)

Der Laden ist ohnehin eine Zeitreise in die 80er, wie ich sie sogar selbst erlebte. Ein anderer Bowlinggast hatte Geburtstag, und schon erklang “Happy Birthday” von Stevie Wonder – wie zu meinen Tanzschulzeiten! Die Getränkekarte bot auch Rüscherl an, die Muster der Polsterstühle erinnerten mich an Eisdielen meiner Jugend, und unter den zahllosen Schriftarten auf Printmaterial innen und außen (es handelt sich möglicherweise um ein Typografiemuseum in Nebenfunktion) waren auch einige, die ich zuletzt in Verbindung mit diesem Getränk gesehen hatte.

Die Bowlingbahn schien ein richtiger Nachbarschaftstreff zu sein: Nach 22 Uhr sprach der DJ (!) beim Strike-Wettbewerb (!) zwischen den Bahnen praktisch jeden mit Namen an.

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Andere fühlen sich angesichts von gewachsenen oder erwachsenen Kindern alt – das passiert mir nie. Ich bin durchaus überrascht, wenn die piepsige Kindergarten-Natalie kurz vorm Bachelor steht, das Sabberbaby Tobias schon in die Schule kommt, setze das aber nie in Bezug zu mir. Wo ich hysterisch werde, ist bei der Tatsache, dass Lettermans bescheuerte Oscarnummer “Uma” – “Oprah” SCHON ZWANZIG JAHRE HER IST!

Vanity Fair erzählt die ganze Oscarnacht 1995 nach, mit Bildern (da gab’s Ellen Barkin und Julia Ormond noch! ich vermisse beide sehr):
“The Oscars 20 Years Ago: Live-Blogging the 1995 Academy Awards”.

Wow, das war ein verdammt gutes Filmjahr.
Und ich liebte Sarah Jessica Parker noch für Miami Rhapsody.
“After the little clip reel, Jamie Lee says congrats to ‘all the men and not one woman’ who won.” – Sie war einfach schon immer der Hit.

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Prinzessinnenreporter retten den Online-Journalismus“.

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Basiert auf denselben Erkenntnissen wie der Washington Post-Artikel gestern, ist aber pointierter – und auf YOUTUBE!
“The Science of Anti-Vaccination”.

via @DonnerBella

Journal Dienstag, 17. Februar 2015 – faschingsfrei

Mittwoch, 18. Februar 2015

Am frühen Morgen wieder im Fitnessstudio schwere Sachen gehoben, einschließlich mich.

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Nachmittags faschingsfrei.

Weißwürscht und Schokoküsse gegessen zur Feier des Faschings, Boyhood angesehen zur Feier des freien Nachmittags.

Ich sah den Film gerne, auch wenn ihm eine Länge unter zwei Stunden gut getan hätte. Hochrespektables künstlerisches Experiment (ich wage auf einen Oscar zu wetten), habe viel über amerikanischen Alltag gelernt, Schauspieler und Schauspielerinnen großartig (allen voran Patricia Arquette), Kinder und Teenager in ihrer Selbstbezogenheit nachvollziehbar dargestellt.

Die ständigen Gardinenpredigten gingen mir allerdings bald auf die Nerven – genau die machten wahrscheinlich die 45 Minuten aus, die mir der Film zu lang war. “Jetzt lasst’s den Buben doch endlich in Ruh”, dachte ich mir bald und begann zu überlegen, ob diese lebenlehrenden Mahnworte überhaupt jemals bei dem oder der Angesprochen ankommen. Möglicherweise gehören sie zum selben biologischen Programm, das Eltern irgendwann sagen lässt: “Oder brauchst du eine Extra-Einladung, Frolleinchen?” Glaubwürdiger erschien mir da schon, dass eine Frau, die einen irgendwie beeindruckt, sagt: “You are smart. You should go to school.” Und man daraufhin sein Leben umkrempelt.

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Palmenblüte im Wohnzimmer.

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Wieder zwei Absagen.

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Mich zum Nachtmahl bekochen lassen mit einem Ottolenghirezept aus dem Internet: Aubergine Pilaf Cake.

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Wachsender Antisemitismus in Deutschland (jüdischer Friedhof in Oldenburg erneut geschändet – ist überregionalen Medien nicht mal mehr eine Meldung wert), auch in München:
Beitrag aus dem 2DF Heutejournal “Jüdischer Alltag: Bleiben oder Gehen?”
Mir wird ganz schön übel.

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Lizas Welt schreibt über Dan Uzan, “Der Held von Kopenhagen”.

Sehr schrecklich. Halb lachend, halb weinend erinnere ich mich daran, wie ich ca. 2005 bei einem nächtlichen Spaziergang durch Kopenhagen (Geschäftsreise) die Synagoge erst auf den dritten Blick als solche erkannte: Ein Gebäude ohne massiven, sichtbaren Polizeischutz kannte ich aus Deutschland nicht als Synagoge.

Journal Samstag, 7. Februar 2015 – an der Laterne vor dem großen Tor

Sonntag, 8. Februar 2015

Morgens diesen Orangenkuchen von Moey’s Kitchen gebacken, der sich später als ganz hervorragend herausstellte: Innen fluffig, und das Icing ist sensationell.

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Ein Paar Schuhe zum Schuster gebracht, im Schlussverkauf doch noch einen Wintermantel erstanden – nicht annähernd so schön, warm und hochwertig wie der gestohlene, doch ich habe in den vergangenen Wochen gemerkt, dass der in unseren Breiten tatsächlich notwendige Standardausstattung ist. Möge dem Wintermanteldieb/der Wintermanteldiebin die Nase abfallen.

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Die Sicherheitskonferenz in München, auch als Klassentreffen der deutschen Landespolizeien bekannt, führte einerseits zu Behinderungen der Innenstadtwege. (Dass sie auch weiterhin an einem so unpraktischen Ort wie dem Bayrischen Hof mitten in München stattfindet, begrüße ich inzwischen sogar: Schön, wenn nicht alles wirtschaftlichen oder auch nur pragmatischen Faktoren untergeordnet wird.) Andererseits brachte die Konferenz auch dieses Jahr einen Berliner Militärexperten nach München, mit dem ich mich auf ein mittägliches Stündchen traf.

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Den Roman von Uhly ausgelesen, Empfehlung.

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Zum Nachtmahl aus Steckrübe und Gerste im Ernteanteil ein Orzotto bereitet. Als Joghurtsoße verlängerte ich Reste des donnerstäglichen Safranjoghurts mit Joghurt, Zitronensaft, Kresse.

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Dazu beim Fernsehen in den Film Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt (Seeking a Friend for the End of the World) gestolpert: Hatte ich vor zwei Jahren als interessant wahrgenommen, aber, wie so viele Filme, dann doch nicht im Kino geschafft. Damals hatte ich das Set-up gemocht: Ein Asteroideneinschlag wird die Erde in drei Wochen zerstören, ganz bestimmt. Vor diesem Hintergrund eine kleine persönliche Geschichte, drumrum wird durchgespielt, wie unterschiedlich die Gesellschaft auf das ihr bevorstehendes Ende reagiert – eher unaufgeregt. Gefiel mir sehr gut, inklusive Keira Knightley in einer für sie ungewöhnlichen Rolle.

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Menschen, Tiere, Sensationen – schön und gut. Aber Maschinen!

Canadian National Railway locomotive 2304 (ES44DC) plows through huge snow drifts

via @mspro

Journal Sonntag, 1. Februar 2015 – Birdman

Montag, 2. Februar 2015

In einer Matinee Birdman gesehen – Münchner Cineasten entnehmen diesem Foto, wo:

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Das ist ja ein Theaterfilm! Hatten wir schon lange nicht mehr, und in dieser ernsthaften Qualität möglicherweise noch nie. Klein und kammerspielartig, gleichzeitig mit betont cineastischen Techniken: Die Kamera hätte eine Nominierung für einen Nebenrollenoscar statt für Kamera verdient, eigentlich auch der Ton (sehen Sie sich den Film in einem gut ausgestatteten Kino an). Michael Keaton und Edward Norton spielen sensationell, das Drehbuch (nominiert) ist ein Ausnahmehit, das Set gruslig gut.

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Während der Matinee ging der Dampfnudelteig fürs Mittagessen, eine Stunde nach Heimkehr waren sie fertig.

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Ich servierte mit Vanillesoße und Zwetschgenröster.

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Wochenend-SZ gelesen, den Wochen alten Wäschestapel weggebügelt, dabei WRINT mit Andrea Diener in Japan gehört.

Abends Treffen auf ein alkoholisches Getränk im Mariandl, das Sonntagabend nicht nur geöffnet ist (in München ist die Gastronomie Sonntagabend eher geschlossen), sondern auch angenehm leer. Mag sich mal jemand an einen Gastroführer für Sonntagabende in München machen?

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Wenn überhaupt irgendwo, dann hier: Die Humorkritik “Les Amis de Charlie” in der Titanic.

via @bov

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Mama’s notes reagiert auf eine Forderung, die mal wieder Frauen auf dem einen Planeten verortet, Männer auf einem anderen (Men are from earth, women are from earth – deal with it):
“Frauen müssen lernen, Aufgaben klar zu verteilen? – Nein, finde ich nicht!”

Genau so. Mein Wort dafür ist Haushaltslogistik (Mama’s notes nennt es Haushaltsmanagement). Schon bald nach dem Zusammenziehen mit Herrn Kaltmamsell vor 15 Jahren sah ich nämlich Anzeichen, dass der Herr auf Anweisungen von mir wartete. Es war sehr klar, dass häusliche Dinge unser beider Aufgaben waren, und er wollte sich in keiner Weise drücken. Aber er wartete auf meine Anweisungen: Bitte Klopapier und Milch besorgen, bitte Altpapier wegbringen. Da sprach ich zu ihm: “Ähm”, sagte ich, oder so ähnlich, “ähm. Ich finde übrigens nicht, dass nur ich für die Haushaltslogistik zuständig bin. Du kannst genauso mitdenken. Wenn Klopapier oder Milch zu Ende gehen, müssen die Posten auf die Einkaufsliste. Dass der Stapel Altpapier weg muss, kannst du ebenfalls selbst sehen.” Mehr musste ich nicht sagen, seither ist das genau so, wie es ideal ist: Die Haushaltslogistik ist unser beider Sache. Es hat sich über die Jahre eine gewissen Aufteilung ergeben (Wäsche mache eher ich, Klopapier/Milch/Altpapier-Dinge eher er), aber für das Management fühlen wir uns beide gleich verantwortlich.

Und wir geben regelmäßig zu verstehen, dass wir die Anstrengungen des/der anderen sehen und schätzen: “Ah, du hast den Geschirrspüler ausgeräumt! Danke.” “Gerade wollte ich die Flaschen wegbringen, aber das hast ja du schon gemacht – wie schön.” Mögen wir auch andere Schwierigkeiten haben, diese zum Glück schon mal nicht.

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“Daft Punk – Get Lucky | Played by 10 Epic Famous Guitar Players | Andre Antunes”

via @giardino

Filme 2014

Mittwoch, 31. Dezember 2014

filme2014

Journal Montag, 29. Dezember 2014 – gefilterter Steakgeschmack

Dienstag, 30. Dezember 2014

Weiterhin krank, jetzt nahm sich der Infekt die oberen Atemwege vor, ohne die Bearbeitung der unteren aufzugeben.

Kurzer Lebensmitteleinkauf im Schneetreiben, um raus zu kommen. Mich in der Apotheke mit Erkältungssymptombekämpfungsmitteln eingedeckt.

Den Amseln weiterhin Rosinen auf den Balkon gelegt, jetzt ergänzt durch ein Schälchen Streufutter, das vielleicht auch andere Vögelein anlockt (der Meisenknödel ist weiterhin gut besucht). Aber müssen die Amseln beim Fressen das Futter denn unbedingt über den ganze Balkon verteilen, tststs?

Nachmittags in den Museumslichspielen Paddington angesehen und gemocht. Schön beobachtet: Die von embarassment befallene Tochter, der Hippievater, der durch die Erstvaterschaft schlagartig nur noch aus Vorsicht bestand. Wunderschön und irreböse kann Nicole Kidman einfach am besten.

Zum Abendbrot wundervolles T-Bone-Steak, das ich leider nur gefiltert schmeckte.

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Schöne Geschichte im Techniktagebuch über eine uralte Kaltmangel in Dresden, die immer noch genutzt wird.

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Mal wieder sehr verliebt in novemberregen: Sie erklärt uns, warum manche eiskalte Getränke erst beim Öffnen der Flasche gefrieren, weil ihre Familie es nicht hören will.

Journal Sonntag, 28. Dezember 2014 – Die Wolken von Sils Maria

Montag, 29. Dezember 2014

Ich wollte es immer noch nicht recht glauben, dass ich! krank sein sollte und trat trotz schmerzender Luftröhre zu Stepaerobic an. Zumindest radelte ich nicht zum Ostbahnhof, sondern nahm die S-Bahn. Doch was soll ich Ihnen sagen: Sportbedingt heftigeres Atmen verstärkt die Atemschmerzen, wer hätte das gedacht. Ich hielt die Stunde dennoch durch (DASWERDENWIRJAWOHLMALSEHEN!), strich aber den Plan, anschließend die Ausdauergeräte des Studios zu nutzen.

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Auf der Heimfahrt in der S-Bahn setzte sich zwischen zwei Halten eine weißhaarige Frau (WF) mit dramatischer Geste mir gegenüber:

WF: “Wissen Sie, warum ich mich zu Ihnen gesetzt habe?”
KM: “Weil ich die schönere Mütze trage?”

WF: “Das auch. Aber wegen etwas viel Wichtigerem. Wollen Sie’s wissen?”
KM: “Aber ja!”
WF: “Weil die da hinten alle so.” Sie blickte nach unten, wo ihre Hand einen unsichtbaren Smartphone-förmigen Gegenstand umschloss.
KM: “Oh, ich habe meines gerade weggesteckt. Möchten Sie es ausborgen?”
WF, unbeeindruckt: “Alle so,” sie wiederholt die Geste, “schrecklich! Keiner spricht mehr miteinander!”
KM: “Früher haben alle Bücher oder Zeitung gelesen.”
WF: “Ja, Büüücher! Das lese ich auch gerne.”
KM, im Aufstehen, weil die Bahn gerade in meiner Umsteigestation einfuhr: “Statt miteinander zu sprechen. Sie schlechter Mensch.”

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Das Rote-Bete-Gratin, das ich mittags servierte, schmeckte sehr eigenartig, obwohl die Knollen aus dem Garten von Elternfreunden kamen, mein Tischgenosse schmeckte nichts Eigenartiges. Dann doch bereits schnupfenverzerrte Sinne? Panettone und Erhard-Lebkuchen (gutes Weihnachtsgeschenk!) am Nachmittag fielen mir nicht negativ auf.

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Mit Freund Die Wolken von Sils Maria gesehen, weil Anke Gröner ihn so innig empfohlen hatte und weil Juliette Binoche. Gefiel mir sehr gut, zum einen aus den von Anke angeführten Gründen, zum anderen wegen vieler ungewöhnlicher Elemente. So besteht ein großer Teil des Films aus Szenen, in denen Schauspielerin Maria mit ihrer Assistentin ein Theaterstück einstudiert; der völlig unmarkierte Wechsel zwischen Theatertext und Filmhandlung erzeugt eine eigenartige dritte Ebene, möglich durch beeindruckende Vorstellungen von Binoche und Kristen Stewart. Zudem mochte ich den Realismus in der Charakterzeichnung von Maria und ihrer Assistentin, in Kleidung, Inneneinrichtung des Hauses in Sils Maria.

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Früh ins Bett praktisch ohne Stimme und mal besser keinen Plänen für den nächsten Tag.