Filme

Iron Man 3

Samstag, 4. Mai 2013

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Ein bestandener Bechdeltest, hurra! Es war der Mitbewohner, der mich von rechts im Kino anstupste: Eben hatten sich in Iron Man 3 Pepper und Maya im Auto auf der Flucht darüber unterhalten, was genau Maya als gelernte Biologin macht, was dieses Extremis eigentlich ist und anrichtet. Waren also
1. at least two women,
2. who talk to each other,
3. about something besides a man.
Falls es Ihnen bislang noch nicht aufgefallen ist: Diese scheinbar minimalen Anforderungen erfüllt fast keine Hollywoodproduktion.

Ansonsten ist der Film dicht erzählt, vermittelt viele Informationen indirekt oder mit Pointe, Robert Downey Jr. hat offensichtlich einen Heidenspaß, Tony Stark ist weiterhin eine wunderbare Mischung aus wirklichem Genie und komischer Selbstüberschätzung, über die er sich wiederum lustig macht.
Ben Kingsley war nie besser (ernsthaft) – warum, kann ich leider nicht erklären ohne zu spoilern. Doch allein seine Szenen (mit Fußball im Fernsehen!) verschaffen dem Film einen Sonderplatz in der Filmgeschichte.
Ein Kind kommt auch drin vor; die Interaktionen zwischen ihm und Tony Stark grätschen angenehm aus der Erwartbarkeit aus.

Wenn Sie also Vergnügen aus Konfetti-buntem Popcornkino aus Hollywood ziehen können, empfehle ich Ihnen den Film als besonders schönes Exemplar der Gattung.

Jahreszeitliches

Sonntag, 13. Januar 2013

1. Schnee
Ich versuche ihn mit so viel Haltung wie möglich zu ignorieren. Er erschwert mir halt wieder das Fahrradfahren mit seiner Kälte und Glitschigkeit. Bei dieser Gelegenheit: Seit vergangener Woche habe ich ein Nabendynamo und neue Fahrradlichter (LED mit SO EINER LEUCHTKRAFT) – ein Traum.

2. Vorsatzsportler
Fast hätte ich vergessen, den Punkt auf dem ewigen Bloggerkalender abzuhaken: Maulen über die Vorsatzsportler. Dabei bin ich ihnen bereits in Vielzahl und typischer Formation an der Isar begegnet (nämlich pärchenweise zur gegenseitigen Motivation), ebenso werden während meiner Strampelzeiten im Fitnessstudio auffallend viele Neukundinnen mit dem Gelände vertraut gemacht. Vielleicht habe ich deshalb darauf vergessen, weil es noch keinen störenden Vorfall mit ihnen gab. Maule ich einfach mal blanko.

3. Kino

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Die Oscar-Nominierungen sind draußen. Zunächst war ich angesichts der neun nominierten Filme gelangweilt, doch das lag vermutlich daran, dass ich von vielen so gut wie nichts wusste. Auch dieses Jahr versuche ich sie vor der Award-Verleihung zu sehen. Mit Ausnahme der Filme, die aktiv nicht sehen will, als da wären
- Argo. Ich habe überhaupt keine Lust, in die amerikanische Botschaft in Teheran 1980 zurückzukehren. Ja, die Revolution in Persien war das erste Weltereignis, wegen dem mich die Tagesschau zu interessieren begann (ich war 12). Vielleicht mag ich mir deshalb nicht ihre Fiktionalisierung aus US-amerikanischer Sicht anschauen.
- Les Misérables. Die Standbilder sehen ganz, ganz schlimm aus, nämlich nach völliger Abwesenheit von Brechung oder gar Humor. Und auch wenn ich weiß, dass Hugh Jackman, also Wolverine, vom Musical kommt, finde ich Wolverine in solcher Umgebung lächerlich. Zu allem Überfluss habe ich ein Problem mit der Musik von Andrew Lloyd Webber (Korrektur: Selbst wenn sie gar nicht von ihm, sondern von Claude-Michel Schönberg stammt.)
- Life of Pi. Das Buch kam umgehend auf meine ewige Bestenliste, hauptsächlich wegen seiner Erzählkunst in Wörtern (habe mir zahlreiche Passagen angestrichen/rausgeschrieben). Ich will nicht sehen, wie sich jemand anderer die Geschichte in Bildern vorstellt.
- Zero Dark Thirty. Wo Bigelow draufsteht, sind US-amerikanische Elitesoldaten drin. Will ich sowas von nicht sehen.

Bleiben fünf, von denen ich schon gesehen habe
- Amour. Großartig und herzzerreißend.
- Silver Linings Playbook. Nett. Entweder nicht komisch genug oder nicht ernst genug. Vielleicht aber gehen mir überzeugende Darstellungen von erkrankten Seelen auch zu nahe. Reicht die Botschaft “By all means, do take your medication”, wenn es um bipolare Störungen geht? Pluspunkte: Es kommt Tanzen drin vor (sogar ein Ausschnitt aus Singing in the Rain), und Jennifer Lawrence fand ich ganz ausgezeichnet. Der Abspann überraschte mich mit der Information, dass Tim Burtons Hauskomponist Danny Elfman für die Filmmusik verantwortlich war – mir war kein einziger eigens komponierter Akkord aufgefallen, ich hatte nur Evergreens und Pop gehört.
- Beasts of the Southern Wild. Wollte ich sehen, obwohl ich wusste, dass die Hauptfigur ein kleines Kind ist. Der Film erzählt aus der Perspektive dieses (komplett niedlichkeitsfrei gezeigten) Kindes, vom hippie-artig selbstbestimmten Leben in einem Südstaaten-Sumpf, vom seltsamen Vater, der viel trinkt, vom Schulunterricht mit seinen Warnungen vor Erderwärmung und gefährlichen Auerochsen, vom großen Sturm, der alles überflutet. Wir als Erwachsene entnehmen den Bildern viel mehr und ganz andere Informationen als die kleine Hushpuppy, doch auch ihre sparsam eingesetzte voice over wird nicht zu witzigen kindlichen Fehlinterpretationen missbraucht. Ihre Vorstellung von der Rückkehr der Mutter und von den anrückenden Auerochsen vermischt sich immer wieder mit den Ereignissen, doch eine Unterscheidung ist auch nicht wichtig. Sehr amerikanisch, dieser Film, mit seinem Hochhalten der individuellen Selbstbestimmung und des Gleichgewichts im Universum, also Sundance-Filmfestival-amerikanisch (das Sundance Institute hat auch mitfinanziert).
Auch hier eine überraschende Information im Abspann: Es handelt sich um ein verfilmtes Theaterstück. Diese Geschichte kann ich mir auf der Bühne gar nicht vorstellen.

4. #609060

Winterwetter führt zu Verwahrlosung.

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Deutsches Fernsehen in Gut: Der Tatortreiniger

Donnerstag, 3. Januar 2013

Ich komme immer noch nicht darüber hinweg, dass das wirklich, wirklich deutsches Fernsehen ist, auch noch Öffentlich Rechtliches: Der Tatortreiniger. Die nächsten Tage verreise ich ein bisschen, amüsieren Sie sich doch derweil mit der ersten neuen Folge auf YouTube, die sehr großartig ist.

Sehen Sie sich bitte den Trailer an (den womöglich nur die älteren unter uns goutieren können) und lesen Sie Niggemeier zur Serie.

Kino 2012

Montag, 31. Dezember 2012

Nur noch die Kinotickets, dann ist das Kalenderjahr gut aufgeräumt.

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Auszeitjournal Montag, 10. Dezember 2012 – Social Swimming

Dienstag, 11. Dezember 2012

35 Minuten statt der üblichen 25 Minuten per Fahrrad zum Olympiabad gebraucht. Die Warnung einer freundlichen Mitturnerin letzte Woche traf zu: Fahrradwege sind in München tendenziell nicht von Schnee geräumt, sondern stellen den Platz für den Schnee, der von Gehwegen geräumt wurde. Zudem war ich mit dem festen Vorsatz losgefahren, a) mich nicht zu ärgern (bei jemandem mit angeborenem Grundgrant ein hoch gestecktes Ziel), b) für die Verkehrsteilnehmer mit massivem IQ-Verlust mitzudenken, c) langsam und gemütlich zu radeln.

Im Umkleidengeschoß sprach mich eine Frau unwirsch an, ob ich ihr ein Zwei-Euro-Stück wechseln könne (man braucht für das Verschließen der Spinde eine Euromünze). Als ich verneinte, begann sie höchstverärgert in sich hinein zu schimpfen und zu maulen. Mein beschwichtigender Vorschlag, oben an der Kasse wechseln zu lassen, brachte sie nur noch mehr auf: “Na muaß i wieda bis hoch latsch’n!” Ich zog mich zurück, als ihr Gemaule sich auf “De was hom, dem hom hoit was – aba mia…” verlegte – die Dame schien größere Probleme zu haben.

Beim Duschen stellte ich nach dem Aufstreifen der Bademütze fest, dass ich meine Ohrstöpsel im Spind vergessen hatte. Tropfend ging ich dorthin. Beim Aufsperren merkte ich, wie mich ein älterer Herr am Nebenspind ansah. Als ich freundlich aufblickte, sprach er mich an: Ich sei öfter hier, nicht wahr? Immer am Montag? Ich blieb freundlich, aber kurz angebunden, stufte ihn als kontaktfreudigen, redseligen Rentner ein. So erzählte er von seinem Trainingspensum, Empfehlungen des angeschlossenen Sportstudios, überwundenen Schulterproblemen. Ich begann zu frieren. Doch dann fragte er, ob ich gerne ins Theater ginge. Zögernd bejahte ich. Woraufhin er seine Geldbörse hervorkramte, daraus wiederum eine Visitenkarte, die er mir überreichte.
Ob ich E-Mail hätte?
“Doch, schon.”
Ah, ganz progressiv. (Das Wort verwendete er wirklich.) Ich könne mich ja mal melden. Oder bis zur nächsten Begegnung hier im Bad.

Ich werde mir einen anderen Tag zum Schwimmen suchen müssen.

§

Auf meinem Weg zum Frühstück in der Maxvorstadt schneite es heftig und nass. Ich entledigte mich der Überkleidung noch im Windfang des Café Puck, um drinnen keine Schmelzseen zu erzeugen.

Das dortige Käsefrühstück wird langsam einer meiner München-weiten Favoriten.

Zeitung ausgelesen, vorläufige Endkorrekturen an meinem Bezahltexten.

Beim Heimradeln machte der Schneefall dankenswerterweise gerade Pause.

§

Mit Neu-Teilmünchnerin Anke im Kino gewesen: Oh Boy. Gefiel mir gut in seiner Ruhe und Bedächtigkeit. Anke hat das bereits ausführlicher beschrieben.

Auszeitjournal Mittwoch, 5. Dezember 2012 – Ganztagesbrotbacken

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Vormittägliches Stepaerobicgehopse und Krafttraining durch Gymnastik, bei ersterem die beiden Mitturnerinnen bedauert, die offensichtlich nicht mal die Taktschläge der Musik hörten und einfach irgendwann ihren Step hoch und runterstiegen – Verzweiflung im Gesicht, weil der Rest der Truppe immer gerade woanders war. Erinnerungen an den lieben und lang verstorbenen Griechischlehrer Graßl: Schüler, die Hexameter auch nach Monaten nicht mal ansatzweise skandieren konnten, brüllte er scheinbar höchsterzürnt mit “amusisches Binsenschwein!” an, genauer mit “AAAmusisches BINNNNsenschwein” (na, welchen Hexameter-typischen Versfuß hat er da verwendet?).

§

Da das mein einziger aushäusiger Termin war und ich sonst daheim an bezahlten Texten arbeitete, nutzte ich den Tag für ein besonders zeitraubendes Brotrezept: Dan Lepards Mühlenbrot. Es machte Spaß, so viel mit dem Teig zu arbeiten, und das Ergebnis freute mich sehr.

Zum Nachtmahl gab es davon Scheiben mit Salat und Käse. Das Brot schmeckte auch noch gut, ich kenne nichts Vergleichbares in hiesigen Bäckereien (reines Weizensauerbrot mit einem Drittel Weizenvollkorn und einem kleinen Roggenvollkornanteil).

§

Bewerbung fertig gemacht und zur Post gebracht. Staune darüber, wie sehr ich diesen Job will. Kann meine Chancen darauf überhaupt nicht einschätzen.

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Die ersten beiden Folgen Downton Abbey angesehen. Ich hatte mich auf ein Wiedersehen mit Elizabeth McGovern gefreut, die ich seit Once upon a Time in America anschwärme, noch mehr seit The Handmaid’s Tale. Doch zu meiner großen Enttäuschung ist sie mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit kosmetisch operiert und gebotoxt (das kann ich mir doch nicht nur einbilden?).

Auszeitjournal Montag, 3. Dezember 2012 – Radeln im Schnee

Dienstag, 4. Dezember 2012

Nun also auch auf und durch Schnee geradelt, nämlich gestern hinaus ins Olympiabad. Obwohl ich ohnehin langsam und vorsichtig unterwegs war, lehrte mich eine BMW-Cabriofahrerin mit Starnberger Kennzeichen, wie wenig empfehlenswert heftiges Bremsen unter diesen Bedingungen ist: Sie ignorierte mich beim blinkerlosen Abbiegen nach rechts in eine Einfahrt an der Augustenstraße so unvermutet, dass ich vom Rad springen und mit den Stiefeln bremsen musste.

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Im Olympiabad probierte ich den Kraultipp aus diesem Filmchen aus, auf den mich ein früherer Arbeitskollege gebracht hat:

Ich versuchte das rundenweise abwechselnd mit meinem gewohnten Kraulstil (plus etwas mehr Beinarbeit). Fühlte sich deutlich weniger anstrengend an, und falls ich mich nicht völlig auf der Uhr verschaut habe, war ich deutlich schneller (70 Minuten für meine 3.000 Meter statt der sonst gewohnten 73 bis 75 Minuten).

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Zum mittäglichen Frühstück setzte ich mich ins Café Mozart. Das “mediterrane Frühstück”, das ich bestellt hatte, war umwerfend: Rührei mit Schafskäse, Oliven und Paprika, Bruscetta, gebratene Speck-Aprikosen, Joghurt mit Honigmelone, Brot und Marmeladen.

Am Nebentisch erlebte ich Post-Privacy live: Eine junge Dame bewarb sich bei einer anderen jungen Dame für eine Fernsehsendung und erzählte in eine kleine Kamera ihre halbe Vergangenheit plus ihre Gegenwart. Als die filmende Dame sich verabschiedet hatte, telefonierte die Bewerberin ausführlich mit ihrer Ärztin über ihre bevorstehende OP, inklusive von welchem Anästhestisten sie sich was künftig auf keinen Fall mehr gefallen lasse, sonst werde sie die Praxis verklagen. Im gleichen Tonfall kommandierte sie anschließend die Bedienung mit Sonderwünschen herum, inklusive Anweisungen, wie sie das in der Buchungssoftware eingeben könne: “Ich war auch in der Gastro.” Nicht gerade großes Kino, eher kleines Privatfernsehen, und ungefähr so unangenehm.

§

Zum Nachtmahl Pasta mit Chinakohl (Ökokiste) und Räucherlachs zubereitet, dann endlich The Royal Tennenbaums nachgeholt. Letzteres nett, aber nicht so großartig vom selben Regisseur wie Moonrise Kingdom.