Filme

Journal Freitag, 20. März 2015 – Hirnfinsternis und Working Girl

Samstag, 21. März 2015

Morgens Crosstrainer, Tiersichtung lediglich ein Eichhörnchen.

Auf dem Weg in die Arbeit in Vorgärten erste Veilchen (die ich sonst schon im Februar sehe) nach ersten Schlüsselblumen am Vortag (die ich wiederum später erwartet hatte).

Die Sonnenfinsternis sah ich zwar nicht direkt, doch konnte ich direkt vorm Haus Beobachter beim Beobachten beobachtet.

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Wobei ich auch ohne direkten Blick das Beste mitbekam: Dieses seltsam apokalyptische Licht, das mir auch von der Sonnenfinsternis 1999 am stärksten im Gedächtnis blieb.

Das eigentlich Bemerkenswerte an der SoFi2015 aber waren die Reaktionen von Erziehungspersonal und Eltern. Beim Personal kann ich mir das noch halbwegs mit Haftungspanik herbeiargumentieren, da ich mitbekomme, welche Verrenkungen heute allein schon bei der Benotung von Arbeiten nötig sind, um sich vor Gerichtsverfahren zu schützen.
Aber Eltern? Hat man schon einmal untersucht, inwiefern erfolgreiche Fortpflanzung Gehirnareale beschädigen kann?

Denn wie meinte der Leiter der Sternwarte der Universität von St. Andrews so passend:

Durchgespielt hat das absurde Kinder-müssen-drinnen-bleiben-„wegen der Strahlen“ dann natürlich novemberregen:

Und so war Mademoiselle heute als einziger Mensch von rund 400 Kindern und 50 Lehrern und Erziehern während der Sonnenfinsternis im Schulhof. Alle anderen saßen hinter zugezogenen Vorhängen im Klassenzimmer.

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Auf dem Heimweg beim Verdi nochmal zwei Doraden gekauft, diesmal aber gleich ausnehmen lassen. Gewürzt, in Pfanne angebraten, im Ofen bei 180 Grad 15 Minuten fertig gegart – köstlich. Auch diese Flasche Mantel Blanco Sauvignon schmeckte dazu ganz hervorragend, wird nachgekauft.

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Abends stolperte ich beim Herumschalten auf ZDF Neo in den Film Working Girl von 1988. Ich hatte ihn seinerzeit im Kino gesehen und er hatte mir gefallen, am meisten im Gedächtnis waren mir aber die schmerzhaft typischen 80er-Frisuren und -Klamotten geblieben. Und dass ich in diesem Film Joan Cusack kennengelernt habe: Liebe auf den ersten Blick, obwohl sie darin aussieht wie Boy George. (Doch, liebe Kinder, es gab damals auch in Echt erwachsene Frauen, die sich so schminkten. In freier Wildbahn sah ich dieses Styling zuletzt 2002 bei einer österreichischen PR-Kundin und war sehr beeindruckt.) Beim Wiedersehen fiel mir ein, dass der Film mich zudem mit der Staten-Island-Fähre bekannt machte, der ich später als Topos immer wieder begegnete.

Beim Wiedersehen fiel mir aber auch auf, wie unvorstellbar dieses Drehbuch für einen heutigen Hollywoodfilm ist: Der Film spielt die klassische Geschichte „Außenseiter kämpft sich hoch“ durch; dass es sich dabei um eine Frau handelt, ist lediglich – mit all seinen Facetten – eines der Außenseiterkriterien. Doch im ganzen Film geht es in erster und in zweiter Linie um Frauen; Männer sind allesamt support – selbst der damals bereits Superstar Harrison Ford spielt einen Mann, der nicht nur seine Unsicherheit thematisiert, sondern begeistert den Steigbügelhalter der Aufsteigerin gibt (ihr sogar für den ersten Arbeitstag in neuer Stellung die Brotzeit packt). Das alles nebenbei und lediglich im Dienst einer guten Geschichte. Kurz: Der Film ist noch viel besser, als ich ihn in Erinnerung hatte. Empfehlung.

Zum Song „Let the river run“ (dass auch Chris de Burgh im Film ertönt, hatte ich erfolgreich verdrängt und kann das hoffentlich auch künftig): Carly Simon „became the first artist in history to win a Grammy Award, an Academy Award, and a Golden Globe Award for a song both written and performed entirely by a single artist“.


Journal Samstag, 14. März 2015 – Agenten

Sonntag, 15. März 2015

Der Plan fürs Wochenende war gewesen:
Samstag Sport, Geschenke kaufen, Schwägerinnengeburtstagsfeier in Geburtsstadt, Übernachten bei Eltern, großes Sonntagsfrühstück mit Eltern anlässlich eines weiteren Geburtstags. Doch am Freitagabend blinkte der Anrufbeantworter mit einer Nachricht der Schwägerin: Sie war erkrankt und sagte die Feier ab. Also kein Partyhopping.

Ich begann den Morgen mit der Herstellung einer neuen Portion Banuschoko-Knuspermüsli nach Nicky Stichs Rezept aus Sweets, demnächst im hiesigen Rezeptteil.

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Wie mir am Montag die freundliche Dame an der Theaterkasse geraten hatte, wollte ich die Kammerspielkarte für meinen nächsten Termin wegen Urlaubsverhinderung telefonisch umtauschen. Nach 20 Minuten gab ich wegen kein Durchkommen auf – ich wollte eh an den Friedensengel zum Laufen radeln, da konnte ich ja über die Kammerspielkasse fahren.

Das tat ich also. Und besichtigte kurz die ca. 70 Meter lange Schlange auf der Maximilanstraße, die an dieser Kammerspielkasse anstand. Das erklärte natürlich die Unmöglichkeit des Telefonierens.

Auf dem Rückweg vom Lauf, 15 Minuten vor Ende der Öffnungszeiten, reichte die Schlange nur noch bis kurz auf den Gehweg (der große Kassenraum, so viel sah ich durch die Glasfront, war berstend voll). Das werde ich anders regeln müssen.

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Isarlauf erst ungewohnt leichtfüßig und schnell (ich laufe immer mit derselben subjektiven Anstrengung, je nach Verfassung führt das zu mehr oder weniger Tempo und Vergnügen) doch schon nach 30 Minuten begannen Wadenschmerzen. Da ich noch mehr als eine Stunde vor mir hatte, ignorierte ich diese und ließ sie wachsen. Erst in den letzten 20 Minuten beeinträchtigte das mein Vergnügen deutlich, daheim konnte ich nach Duschen und Ausruhen schier nicht mehr vom Frühstückstisch aufstehen.

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Um ins Kino und in den Film Kingsman zu kommen, musste ich auf einen hochkomischen Bewegungsablauf zurückgreifen. Aber ich schaffte es und genoss den Film sehr. Schon der Vorspann mit aus einer beschossenen Festung herauspurzelnden Buchstaben setzte den komischen Ton (geradezu Monty-Python-Ästhetik), dann wurde beherzt mit allen Topoi und Klischees der Agentenfilmgeschichte gespielt. Colin Firth trägt einfach jede gute Kleidung besser als jeder andere, Michael Caine spielte hinreißend Michael Caine, der Darsteller des jungen Protagonisten, Taron Egerton, war mir leider unsympathisch, dafür kann er ja nichts. Samuel L. Jackson konnte alle Agenten und Bösewichte durchblitzen lassen, die er in seiner Karriere bereits gespielt hat.

Wirklich übel nehme ich dem Film die schon wieder sehr wenigen Frauen (und das, wo das Spiel mit Agentenfilmklischees diese Tür weit aufhielt) und die letzte Hundeszene; ich bin sicher, wir hätten alle stimmiger gefunden, wäre sie in eine Anerkennung für Verweigerung blinden Befehlsgehorsams gedreht worden.

Ein wenig irritiert war ich, dass Stanley Tucci gar nicht Stanley Tucci war, sondern Merlin laut Abspann von einem Mark Strong gespielt wurde. Doch das sind tatsächlich zwei Verschiedene (via @frauxirah).

Davor bewarb die Kinowerbung sogar Autos mit Zombieapokalypse. Ich hoffe sehr, dass diese Werbemode bald zu Ende ist – wenn auch Babynahrung mit Zombies verkauft wird, sollte sie durchgespielt sein.

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Zum Nachtmahl gab es nach langer Pause mal wieder Tom Kha Gai und schmeckte köstlich.

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Journal Montag, 2. März 2015 – Arbeit mit Sturm

Dienstag, 3. März 2015

Früher in die Arbeit, vormittags Übelkeit, heftig durchgearbeitet, draußen Sauwetter, diesmal MIT Wind, abends auf Pizza eingeladen worden.

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Schönes Thema, spannendes Format:
„Ich bin Stefanie“.
Stefanie ist transgender und beantwortet hier Fragen.

via @HappySchnitzel

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Jamie Lee Curtis hat Sigourney Weaver interviewt:
„Sigourney Weaver“.

CURTIS: I did no research, no deep background on you.

WEAVER: I hope not. I went on my Wikipedia page recently, which I never do, and it said I’d been engaged to this guy I was never engaged to, and it had me in Serpico [1973], which, of course, I was never in.

CURTIS: I wouldn’t have Wiki’d you. I’d have done something with a little more breadth and depth.

WEAVER: The FBI.

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Uuuuund ein Film zum Sichsehrdrauffreuen (Maggie Smith!):

Noch bis November warten.

Journal Samstag, 28. Februar 2015 – Küchensamstag

Sonntag, 1. März 2015

Zu supergreislichem Schneeregenwetter aufgewacht. Mit „Blue Sky“ dagegen angearbeitet:

An diese wunderbare Version wurde ich erinnert, weil ich am Vorabend beim TV-Blättern an den schrägen Film Grabgeflüster geraten war (im Original Undertaking Betty, auch nicht viel besser). Hatte ich seinerzeit sogar im Kino gesehen, aber gleich wieder vergessen – unverständlich, wo doch einige hinreißende Tanzszenen drin sind. Unter anderem eben zu „Blue Sky“. Alfred Molina tanzt Quickstep, Christopher Walken steptanzt – wie konnte ich diesen Film nur vergessen?

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Mich durch Reizhusten nochmal von sportlicher Bewegung abhalten lassen.

Statt dessen Bagels nach meinem vertrauten Rezept gebacken. (Die Idee hatte ich im Traum. In diesen Wochen, in denen ich mich fast jeden Morgen an meine Träume erinnere, schlafe ich oft nur so leicht über meinen Träumen, dass ich zum einen Einfluss auf ihren Verlauf nehmen kann, zum anderen immer wieder tatsächlich brauchbare Ideen darin habe: Mir fällt ein neuer Aspekt für ein Konzept ein oder ein Backplan für den Tag.)

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Die Bagels gelangen, doch schmecken tun die nach Guardian-Rezept deutlich besser. Ist doch auch schon mal eine Erkenntnis.

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Einkaufsrunde. Da mir gerade der Kaffee ausgeht, sah ich endlich in der verhältnismäßig neuen Rösterei ums Eck vorbei: Man versus Machine. Ich bestellte einen Capucchino, bei Gefallen wollte ich mir ein Pfund Bohnen mitnehmen. Das Lokal enthält alle Pflichtteile einer aktuellen local roastery: Mann mit langem Bart hinter Tresen, hübsche (und offensichtlich Aushilfs-)Kräfte, Kaffeebohnensäcke und Aeropress-Kannen als Deko, vegane Kuchen, englischsprachige Website.

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Nur dass mir der Cappuchino zu säuerlich schmeckte. Ich weiß, dass viele diese Geschmacksnote inzwischen schätzen, die Website nennt sie „fruity“, vor allem in der Zubereitungsform Aeropress. Ich gehöre halt nicht dazu und ging ohne Bohnen.

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Brotteig für Schwarzwälder Kruste angesetzt, Tiramisu als abendlichen Nachtisch zubereitet.

Das Wetter hatte sich eingekriegt, im sonnendurchfluteten Wohnzimmer gebügelt.

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Abends die Calamari nach dem Rezept aus Nickys Reisehunger als Kräutercalamari serviert.

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Ganz ausgezeichnet! Der Tomatenreis dazu wurde eher Risotto (3/4 l Brühe und 400 gr Tomaten auf 250 gr Reis legen das ja auch nahe), schmeckte aber ebenfalls sehr gut.

Journal Montag, 23. Februar 2015 – Angekränkelt und sauer

Dienstag, 24. Februar 2015

Angekränkelt und mit der Oscarnacht in den Knochen war das Arbeiten nicht gerade leichtfüßig. Da aber ein erster Blick in die Arbeitsmailbox ergab, dass Chef erst mal krank ist, Kollegin 1 den Tag ja freigenommen hatte, Kolleginnen 2 und 3 sich ins Homeoffice zurückgezogen hatten, war ich allein im Büro und ließ gleich mal den Plan fallen, mich nach einem Telefontermin am Nachmittag krank zu melden und ein paar Stunden früher heim zu gehen. Einer der Nachteile winziger Firmen.

Dann schlug auch noch das Wetter von kalt neblig, aber mit blauen Löchern am Himmel um in regnerisch und greislich.

Wie es halt so ist, wenn man früher gehen will, wurde der Arbeitstag ein heftiger, ohne Zeit für Mittagspause und mit kleineren ambulanten Katastrophen. Es machte also nichts, dass ich gestern keine Zeitung bekommen hatte – ich wäre eh nicht dazu gekommen, sie zu lesen.
Abends war ich dann so schlapp, dass ich beschloss, mir eine Tram nach Hause zu leisten (Wegdauer wie zu Fuß, aber halt im Sitzen). Nur dass keine Tram fuhr, weil demonstriert wurde. Als ich das nach 20 Minuten Warten endlich erfuhr (Laufschrift auf der Tramanzeige, die mündlichen Ansagen waren im Verkehrslärm versunken), ging ich halt doch zu Fuß, krank und zudem wütend.

Aspirin und früh ins Bett.

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Vanity Fair über ein Treffen zwischen Julie Andrews und Christopher Plummer anlässlich des 50. Geburtstags von Sound of Music:
„For Julie Andrews and Christopher Plummer, The Sound of Music Was Never ‚So Long, Farewell'“.

Part of the reason we’re here today is to talk about your 50-year friendship.

“What do you mean, friendship?” Andrews asked.

“Exactly,” Plummer said.

(…)

Indeed, when The Sound of Music was released, the reviews were awful. Pauline Kael trounced it as “mechanically engineered” to transform the audience into “emotional and aesthetic imbeciles when we hear ourselves humming the sickly, goody-goody songs.” In The New York Times, Bosley Crowther allowed that Andrews “goes at it happily and bravely” while noting that the other adult actors “are fairly horrendous, especially Christopher Plummer as Captain von Trapp.”

Ebenfalls enthalten: Eine Lobrede von Plummer auf Mickey Rooney, österreichische Backkunst, Sound of Music-Sing-alongs.

Schaun Sie sich unbedingt die Fotostrecke an, darunter die Kinderriege von damals heute.

Und ich habe gemerkt, dass ich nicht genau weiß, was das englische ornery bedeutet. Leo hilft nicht wirklich weiter, genaus wenig der Context:
„Through the decades, Plummer has remained unabashedly ornery about playing Captain von Trapp.“ Heißt das nun: „Ja und?! Hat jemand was dagegen?“ Oder: „Wenn Sie das Thema auch nur ansprechen, verlasse ich den Raum.“?

Oscarnacht 2015

Montag, 23. Februar 2015

Bühnenbild very 50s – I like.

Herr Cumberbatch in weißem DJ? Hm. Aber spielt beim Eingangssong mit – Neil Patrick Harris in einer sehr broadway Nummer unter Beteiligung von Anna Kendrick! Und mit Versuch von kritischen Tönen.

Uiui, der Witz über das Vermögen von Oprah kam nicht gut an („diese Seite des Publikums steht für die eine Hälfte der Filmeinnahmen, die andere Hälfte ist Oprah“) – ihrer Reaktion nach vor allem nicht bei ihr.

Es folgt: Übertragungsausfall bei Pro7, über den Rest der Eröffnungsrede (DER ERÖFFNUNGSREDE!) kann ich nichts sagen.

Habe ich zumindest Zeit für eine Statusbeschreibung: Im Sessel vorm Fernseher, der eigens dafür gedreht wurde (sonst sitze ich beim Fernsehen am Esstisch), neben mir, auf einem eigens dafür bereit gestellten Tischchen, Gummibärchen, Salznüsschen und m&ms, auf einem eigenen holzschonenden Untersetzerchen eine Tasse Roibuschtee.

Mich selbst sehen Sie in bleigrauem Nickianzug, dazu ein langes, graues Unterziehshirt.

Zurück! Wo sehe ich den ersten Oscar?

Liam Neeson präsentiert die Nominees Grand Budapest Hotel und American Sniper.
Witz von Neil Patrick Harris über die Todesrate im Irak, verglichen mit den killings von Weinstein, uiuiui, macht er so weiter?

Dakota Johnson präsentiert nominierten Song – welchen? Eh nicht wichtig.

Erste Werbepause. Nicht genug um herauszufinden, was ich verpasst habe, Mist.

Erster Witztreffer, den ich mitbekommen habe: Oscars, auch genannt „The dependent spirit awards“.

Jennifer Lopez (die Ingenieurskunst hinter ihrem Ausschnitt beeindruckt mich wirklich) and Chris Pine: Costumes. Grand Budapest! Oh, der war so bezaubernd. Die Dame dankt besonders Wes Anderson. Ab einem bestimmten Alter hindert nicht mehr die Pflicht, Eltern und Lehrern zu danken.

Reese Witherspoon präsentiert Make-up: Noch einer für Grand Budapest!
Jetzt erst sehe ich, dass auf der Bühne ein bisschen Budapest Hotel steht, mit Lift Boys, schöne Idee. Wieder dickster Dank an Wes Anderson. Hier aber auch Dank an Familie.

Channing Tatum präsentiert „gifted stars of tomorrow“ – ein erstes Mal oder war ich da bislang immer aufm Klo?

WAS? ICH HABE DEN NEBENDARSTELLEROSCAR VERPASST? Na, wenigstens an den richtigen: J.K. Simmons. Wann gab’s denn schon mal einen Übertragungsausfall, zefix?

Nicole Kidman und Chiwetel Ejiofor präsentieren Best foreign language film: Ida. Herr Pole macht Witze! („I made a film about the need for silence and withdrawal and now I’m in the epicenter of noise and attention.“)
Überzieht ordentlich, lässt sich von Musik nicht stören.

Shirley Maclaine sieht großartig aus! Präsentiert Best Picture Nominierungen Boyhood, Theory of Everything, Birdman.

Marion Cotillard! Aber in einem furchtbaren Kleid, warum tut diese wundervolle Frau mir das an? Moment, ist das ein nominierter Song? Dem Kleid angemessen, brrr. Wohl aus Lego.

Kerry Washington and Jason Bateman: Best Life Action Short Film. The Phone Call. Kerry Washington wischt dem einen Preisträger vor der Rede ihren Lippenstiftabdruck vom Bussi von der Wange, wie süß!

Gleich noch Best Documentary Short – tolle Kleider auf der Bühne! Und die linke Dame ist wirklich sensationell gestylt. Das dritte Mal, dass jemand von der Bühne runtergespielt wird – ist die Redezeit kürzer geworden?

Viola Davis – eine der allerschönsten! Und in einem wundervollen Kleid in Hellrosa. Governor awards – so viele tolle Leute dort.

Neil Patrick Harris spielt böse auf die durchgehend weißen Nominierungen an, als er sich den britischen Darsteller von Martin Luther King, David Oyelowo, aus dem Publikum pickt und der Saal applaudiert: „NOW you like him!“

Gwyneth Paltrow in akzeptablem Kleid (man weiß bei ihr ja nie), nächster Song. Der tut wenigstens nicht weh.

Neil Patrick Harris spielt eine Szene Birdman – natürlich die Unterhosenszene. In Unterhose auf der Oscarbühne.
Die junge Dame kenne ich nicht (Margot ?), Miles Teller habe ich verstanden: Science and Technical Awards, Rückblick auf die extra Verleihung.

Sienna Miller und Chris Evans präsentieren Sound Mixing and Sound Editing. Sienna Miller ist ja Britin! (Kannte ich bislang nur aus Gofug.) Sound Mixing geht an Whiplash. Der zweite dafür, jetzt haben wir zweimal Grand Budapest Hotel und zweimal Whiplash. Sound Editing geht an American Sniper.

Jared Leto präsentiert im hellblauen Tux Nebenrollen weiblich, scherzt, dass vier Frauen nominiert seien, plus „according to Californian state law, Meryl Streep“. Ob Herr Leto traurig ist, dass 1/3 der jungen Männer in Berlin Mitte aussehen wie er? Nur in verschiedenen Haarfarben?
Patricia Arquette gewinnt, wie schön. Ihr Kleid sieht so großartig aus – hatten sie wirklich keine Zeit mehr, ihre Haare zu machen? Die noch weggebunden sind fürs Schminken?
YES! Sie brauchte offensichtlich die Zeit, um ihre Rede zu schreiben, in der sie atemlos für „equal rights“ plädiert. Deal.

Josh Hutcherson kenne ich nicht. Der angekündigte nominierte Song ist mein Tipp für den nächsten Wiesnhit – SCHUNKEL! KLATSCH! (Das Mulletkleid ist grauenhaft.)

Visual Effects präsentiert von zwei weiteren Menschen, deren Namen ich nicht kenne, zumindest die Dame habe ich schon mal gesehen. Visual Effects: Interstellar, hoffentlich bloß eine Gnadengabe.

Kevin Hart und Anna Kendrick: Animated Short geht an Feast. Sympathische echte Menschen auf der Bühne – nach meiner Zählung die ersten.

Zoe Saldana, Dwayne Johnson: Animated Feature Film geht an Big Hero 6 – auf den freue ich mich.

Das Orchester sieht man gar nicht mehr, oder? Gibt es überhaupt noch ein Orchester? Irgendwann wanderte es vom Orchestergraben in die Balkone (aber es gehörte immer noch zur Eingangsrede, den Dirigenten zu begrüßen), kommt die Musik jetzt vom Band?

Gummibärchentüte zu einem Drittel weg, ein paar m&ms, zweite Riesentasse Tee.

Academy-Präsidentin, schnarch, aber in einem sehr schönen Kleid.

Chris Pratt und Felicity Jones präsentieren Production Design: Grand Budapest Hotel, yes!

Idris Elba und Jessica Chastain präsentieren Kamera: Welcher Film? Es wird nur der Gewinner genannt. Ah, Birdman! Wurde auch Zeit, und genau dieser ist sehr nachvollziehbar, Kamera war eine der Hauptrollen.

Meryl Streep kündigt die Trauerrolle an. So viele Gute. (Sie zählen Gabriel García Márquez zur Hollywood-Crowd? Waren das alles Academy Mitglieder?) Nachtrag: Hier die In Memoriam-Bildergalerie.

Naomi Watts und Benedict Cumberbatch präsentieren Schnitt: Whiplash. Ist das ein Kleid, das Frau Watson trägt? Oder schnell mit Sicherheitsnadeln aus Duschvorhang und Bikini zusammengeworfen? Die bislang emotionalste Rede.

Terrence Howard darf alleine die nächsten Filmnominierungen vorstellen: Whiplash, Imitation Game und Selma. Er ist ein bissl auseinander, der Herr Howard, schubst fast das Mikro um.

Jennifer Aniston (mittelgutes Kleid) und David Oyelowo (mittelguter Anzug) präsentieren Best Documentary: Citizen Four. !!.

Nächster Werbeblock von Neil Patrick Harris angekündigt mit: „And to counterbalance the search for truth and justice.“

Octavia Spencer (lovely colour!) kündigt noch einen Song an. Für mich seit vielen Jahren die verzichtenswerteste Oscarkategorie. Er ist aus Selma und gibt dem Publikum zumindest eine Gelegenheit, das Thema per gesammeltem Aufstehen zu würdigen.

Jetzt wird endlich erklärt, wo das Orchester ist: In einem anderen Gebäude!

Idina Menzell und John Travolta räumen die Songs auf – davor elaborierte Witze über Travoltas Missgeschick beim Aussprechen ihres Namens letztes Jahr, den Oscar bekommt „Glory“ aus Selma. Ihm haben sie sogar Selbstironie reingeschrieben, steht ihm gut. Dankesrede verweist darauf, dass heutzutage in USA mehr African Americans inhaftiert sind, als jemals gleichzeitig Sklaven waren.

Scarlett Johansson – stunning! Praktisch jede sieht besser aus mit kurzen Haaren, Farbe und Form des Kleides sind der Hammer.

50 Jahre Sound of Music! Riesige Zusammenschau aus dem Film und danach, äh, Medley-Nachgesang von äh, Lady Gaga. Die zumindest nur Julie Andrews imitiert und sich nicht am Material vergeht. Wow, die kann aber singen! Jetzt bekommt wohl auch Deutschland mit, welche zentrale Rolle der Film in anglo-amerikanischer Kultur spielt. Dass sie ihm ein gefühltes Viertel der Oscar-Show zugestehen, hat auch mich überrascht. Inklusive Standing Ovations nach dem Medley.

Jetzt Julie Andrews selbst – wie glorios! (Allerdings hätte ich so gerne gesehen, wie ihr Gesicht in Alt aussieht statt in Operiert. Nun: Ihr Gesicht, ihre Entscheidung.) Sie präsentiert Filmmusik. YESYESYES! Alexandre Desplat für The Grand Budapest Hotel. Das wurde aber auch Zeit. Somit haben wir zudem den verpflichtenden französischen Akzent auf der Bühne.

Eddie Murphy (den gibt’s noch?) präsentiert Originaldrehbuch: Birdman! Definitiv nachvollziehbar. Nun auch hispanic Akzent. Michael Keaton kaut im Publikum aggressiv Kaugummi – er hat hoffentlich eine medizinische Ausrede für dieses Flegelbenehmen. Auf der Bühne wird auch noch „toda la Argentina“ gedankt, na gut.

Oprah Winfrey – finde ich einfach wunderschön. Präsentiert adaptiertes Drehbuch: The Imitation Game, freut mich. Und der Herr spricht sehr emotional und persönlich allen Mut zu, die jetzt glauben, sie könnten nie dazugehören.

Ben Affleck steht für den Regie-Oscar auf der Bühne: Birdman, hätte ich nicht gedacht. Wenn überhaupt, hätte ich auf Linklater oder Anderson gewettet. Zeigt, wie wenig Ahnung ich habe.

Cate Blanchett ist SO schön, präsentiert beste Hauptdarsteller: Eddie Redmayne. Wirklich? Sticht die Behindertenkarte immer noch unschlagbar? Michael Keaton oder Benedict Cumberbatch hätte ich erheblich einfacher verstanden. Sehr emotionale Rede. Sollte mich Herr Kaltmamsell jemals als partner in crime bezeichnen, werde ich ihn töten müssen. Death by cliché.

Matthew McConaughey (die Schreibung habe ich schon mal vorsorglich aus Wikipedia kopiert). Der wiederum schaut erwartbar schrecklich aus. Weibliche Hauptrolle (ursprünglicher Verschreiber „weinliche“ – yes, it helps): Julianne Moore. Jetzt wünscht sie sich, sie hätte sich für das andere Kleid entschieden, das weniger aussieht, als sollte man es erst mal schuppen und die Zusammenhaltebänder entfernen.

Lahme Zaubernummer von Neil Patrick Harris: Er öffnet seine am Anfang der Show eingeschlossenen Oscar-Vorhersagen – die natürlich alle zutreffen.

Sean Penn kommt zur Musik von Dances with Wolves auf die Bühne. Warum?
Wir hatten auch schon am Anfang und mit genauso wenig Zusammenhang Musik aus Chitty Chitty Bang Bang. Warum?
Der Oscar für besten Film geht an Birdman! Ok, einverstanden.

Mal sehen, ob etwas von der Show selbst hängen bleibt. Der Presenter in Unterhose vielleicht?
Ich mache jetzt Kaffee und gehe dann in die Arbeit. Nachdem das letztes Jahr so gut geklappt hat, habe ich auch dieses Jahr der Kollegin den freien Nach-Oscar-Tag überlassen.

Journal Samstag, 21. Februar 2015 – Bowling

Sonntag, 22. Februar 2015

Zweiter Isarlauf dieses Jahres, diesmal radelte ich zum Friedensengel und lief von dort los – auf einer deutlich matschigeren und glatteren Strecke, als ich es nach den beiden trockenen Wochen erwartet hätte.

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Ein zweites Rezept aus Nickys Reisehunger ausprobiert: Nuss-Tahini-Schnecken.

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Sehr wohlschmeckend. Aber weil ja Fastenzeit ist, hörte ich nach drei Schnecken auf.
Na ja, eine Stunde später nach der vierten.

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Abends Geburtstagsfeier mit fast ausschließlich Offline-Freunden im Bavaria Bowling. Es müsste nach meiner Zählung das dritte Mal gewesen sein, dass ich überhaupt bowlte, und es war ein Heidenspaß.

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(Dazu lief gerade Nik Kershaw, „The riddle“.)

Der Laden ist ohnehin eine Zeitreise in die 80er, wie ich sie sogar selbst erlebte. Ein anderer Bowlinggast hatte Geburtstag, und schon erklang „Happy Birthday“ von Stevie Wonder – wie zu meinen Tanzschulzeiten! Die Getränkekarte bot auch Rüscherl an, die Muster der Polsterstühle erinnerten mich an Eisdielen meiner Jugend, und unter den zahllosen Schriftarten auf Printmaterial innen und außen (es handelt sich möglicherweise um ein Typografiemuseum in Nebenfunktion) waren auch einige, die ich zuletzt in Verbindung mit diesem Getränk gesehen hatte.

Die Bowlingbahn schien ein richtiger Nachbarschaftstreff zu sein: Nach 22 Uhr sprach der DJ (!) beim Strike-Wettbewerb (!) zwischen den Bahnen praktisch jeden mit Namen an.

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Andere fühlen sich angesichts von gewachsenen oder erwachsenen Kindern alt – das passiert mir nie. Ich bin durchaus überrascht, wenn die piepsige Kindergarten-Natalie kurz vorm Bachelor steht, das Sabberbaby Tobias schon in die Schule kommt, setze das aber nie in Bezug zu mir. Wo ich hysterisch werde, ist bei der Tatsache, dass Lettermans bescheuerte Oscarnummer „Uma“ – „Oprah“ SCHON ZWANZIG JAHRE HER IST!

Vanity Fair erzählt die ganze Oscarnacht 1995 nach, mit Bildern (da gab’s Ellen Barkin und Julia Ormond noch! ich vermisse beide sehr):
„The Oscars 20 Years Ago: Live-Blogging the 1995 Academy Awards“.

Wow, das war ein verdammt gutes Filmjahr.
Und ich liebte Sarah Jessica Parker noch für Miami Rhapsody.
„After the little clip reel, Jamie Lee says congrats to ‚all the men and not one woman‘ who won.“ – Sie war einfach schon immer der Hit.

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Prinzessinnenreporter retten den Online-Journalismus„.

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Basiert auf denselben Erkenntnissen wie der Washington Post-Artikel gestern, ist aber pointierter – und auf YOUTUBE!
„The Science of Anti-Vaccination“.

via @DonnerBella