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22. Rosentag

Donnerstag, 21. Mai 2015

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Seine Geschichte.
Meine Geschichte.

Journal Dienstag, 19. Mai 2015 – Pizza Manitoba

Mittwoch, 20. Mai 2015

Ziemlich regnerischer Tag.

Morgens beim Langhanteltraining auf Vorturnerweisung für die Bizepsübung mehr Gewicht aufgeladen. Nach dem Duschen den Arm nur mit Schwierigkeit zum Lidstrich heben können.

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Abends den am Sonntagmorgen angesetzten Pizzateig aus Manitobamehl verwendet. Das Mehl hatte ich noch im Schrank gehabt, gibt es regulär im Laden der Hofbräuhausmühle. Das Ergebnis war ein überdurchschnittlich guter Pizzaboden, der im Ofen professionell Blasen warf. (Formschön wird er vermutlich mit mehr Übung.)

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Als Belag hatte ich mir mit Herrn Kaltmamsell ausgedacht: Radicchio angedünstet und Gorgonzola, darunter ein wenig Tomatensoße (Tomatenmark mit Wasser angerührt), darüber ein wenig milder Pul Biber. War eine ausgezeichnete Idee. Als Variante probierten wir Mozzarella statt Gorgonzola aus – bei Weitem nicht so gut.

Journal Montag, 18. Mai 2015 – Nachhilfe in YouTube

Dienstag, 19. Mai 2015

Jetzt beginnt wieder die Zeit, in der ich zum Crosstrainerstrampeln die Sonnenbrille aufsetze: Die Morgensonne spiegelt sich so heftig in den Fenstern des Gebäudes gegenüber dem Strampelzimmer, dass sie mich blendet.

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Büroarbeit, vorm Fenster wundervolles Wetter. Fürs Techniktagebuch über Faxspam geschrieben.

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Heimweg in mildem Maienabend, Abendbrot auf dem Balkon – wahrscheinlich die letzte Chance auf lange Zeit, die Wettervorhersage sah grässlich aus.

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Abends Schulfernsehen – zumindest für mich, ich lernte eine Menge. Was-mit-Internet-Berühmtheit Sascha Lobo unterhielt sich in einer Folge der YouTube-Serie #Maries Stammtisch mit der YouTube-Berühmtheit Kelly aka Miss Vlog (787.000 Abonnenten) und Marie über Internet-Ruhm (Kelly hatte noch nie von Sascha gehört, Sascha noch nie von Kelly). Ich verlinke Maries Blog, weil ich halt Bloggerin bin, wäre ich Eltern, würde ich laut Maries Kategorien ihre Facebookseite verlinken.

Eine mir weitgehend unbekannte Welt, ich bin etwa so ahnungslos wie Sascha. Als er das Format, in dem er gerade saß, “Sendung” nannte, schmissen sich die Damen weg vor Lachen, ich bin aber nicht daraufgekommen, was der korrekte Begriff ist. “Video”? Flickr wiederum musste Sascha erklären, und ich fühlte mich endgültig wie ein Internetdinosaurier. Unsereiner ist immer noch lange nicht damit fertig, den zwei bis drei Generationen vor und mit uns das Web zu erklären, da brauchen wir selbst bereits ausführliche Erklärungen und müssen zwei bis drei Generationen nach uns erklären, wie das Web früher war. (Parallelen zur “arbeitenden Mitte”, die noch Kinder großzieht, aber sich bereits um alte Eltern kümmern muss?)

Ich bekam einen kleinen Einblick in einen riesigen Bereich des Internets, in dem es eigene Massenveranstaltungen gibt, auf denen YouTube-Zuschauer und -Zuschauerinnen dafür zahlen, mit den YouTube-Stars ein paar Worte zu wechseln (davon hatte ich aber schon mehrfach gehört, Anfang Mai war ich auf einem Spaziergang an der Spree sogar in sowas hineingeraten). Interessant fand ich unter anderem, dass in diesem Bereich immer noch verteidigt werden muss, wie gering der Unterschied “echte und nicht so echte Welt” ist und dass in der Diskussion um Löschen von Kommentaren und Sperren von Usern wie vor 10 bis 15 Jahren das gute alte Bild von Kacker im Wohnzimmer verwendet wird. Aber auch, dass Marie und Kelly von einigen Beispielen berichteten, in denen selbst bespielte YouTube-Kanäle auf die Medienwelt außerhalb von YouTube ausstrahlten.

Auch wenn Sie ähnlich selten wie ich YouTube-Sendungen ansehen, empfehle ich diese sehr – ein bisschen wie die guten Talkshows spät nachts vor 20 Jahren waren.

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Johnny Häusler schreibt
“Über Vielfalt bei der re:publica”.

Er unterstreicht, dass solche eine Vielfalt sich eben nicht von selbst ergibt:

Ebenso versuchten wir dafür zu sorgen, dass auch Diskussionspanels paritätisch besetzt sind. Wenn uns beim Call for Papers eine Debattenrunde voller Männer angeboten wurde, baten wir die Einreichenden um mehr Frauen auf der Bühne. Und wenn es dann hieß, “Wir finden zu dem Thema keine Expertinnen”, dann half das Programm-Team bei der Suche und wurde natürlich oft fündig.

(…)

Toni Mahoni hat sich einmal in einem Videocast darüber gewundert, warum gesunde und natürlich gewonnene Lebensmittel immer den Zusatz “Bio” tragen. Viel logischer wäre es doch, wenn ohne Gifte hergestelltes Obst und ohne Antibiotika-Futter gewonnenes Fleisch einfach “Obst” und “Fleisch” hießen. Und alles andere hätte dann halt den Zusatz “Unnatürlich erzeugt” oder so. Das würde den täglichen Einkauf durchaus erleichtern.

So stelle ich mir das auch für das Thema der Vielfalt vor. Ich möchte barrierefreie Events mit Gästen unterschiedlichster Herkunft und einem repräsentativen Anteil von Frauen nicht mehr “integrativ” oder “inklusiv” nennen. Sondern alle anderen “ignorant”.

Ebent.

Journal Sonntag, 17. Mai 2015 – Croissants und Kino

Montag, 18. Mai 2015

Croissants gebacken. Resultat schmackhaft, aber an der Blättrigkeit werde ich noch arbeiten müssen, sie könnten stärker aufgehen (vielleicht weniger straff aufrollen?). Außerdem blieb ganz schön viel Butter auf dem Blech – ich erinnere mich dunkel, dass das ein Symptom für einen ganz bestimmten Herstellungsfehler ist, muss ich noch recherchieren.

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Vormittags in die Matinee im Cinema geradelt (Regenumhang in der Tasche, in der Nacht und am Morgen hatte es kräftig geregnet): Ex Machina. Gefiel mir sehr gut, kleiner und schöner Film, auch wenn große Fragen darin vorkommen. Alicia Vikander und Domnhall Gleeson spielen ihre Hauptrollen ganz hervorragend, Oscar Issac als genialischer CEO der weltgrößten Suchmaschine muss sich wegen Riesenbarts ganz auf seine Augen und Körpersprache verlassen. (Nettes Detail der Filmwebsite: Eine Session mit Ava.)

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Feedreader mal wieder ausführlich gelesen. Bei dieser Gelegenheit bereinigt und wieder einige Foodblogs gelöscht, die mir zu sehr zu PR-Blogs geworden sind. Jede soll bitte gerne die Chance nutzen, kostenlos an Reisen, Events, Mahlzeiten und Produkte ranzukommen – ich weiß, dass das für einige ein wichtiger Teil ihres Lebensunterhalts ist. Aber ich mag’s halt nicht lesen weil langweilig. (Mulmig wird mir allerdings, wenn einstmals qualitätsbewusste Foodbloggerinnen dabei völlig unkritisch die Nahrungsmittelindustrie bejubeln.)

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Zeitungen weggelesen, kleine Siesta, Ossobuco zum Abendbrot gemacht. Neuen Frankfurt-Tatort angesehen – mehr als erträglich, ich mag ja nicht-realistisch gebrochenes Erzählen, außerdem war ich so erleichtert, mal keine psychisch zerrissenen Exzentriker als Ermittlerpaar zu bekommen.

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Das war lustig letzte Woche, als mein Friseur Chemtrails erwähnte, ich losprustete, mich gleich wieder fing und darauf hinwies, man sollte sich eigentlich nicht lustig machen, schließlich gebe es Leute, die das wirklich glauben, und dann seinen Gesichtsausdruck im Spiegel sah.

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Der Postillon: “Baukräne der Elbphilharmonie werden unter Denkmalschutz gestellt”.

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Daniel Miller ist Anthropologe und forscht über die Nutzung des Web und seiner Interaktionsmöglichkeiten weltweit. Wenig überraschendes vorläufiges Ergebnis: Es kommt ganz auf die Kultur an.
“Das Netz bist du!
Amerikanische Collegeschüler nutzen Facebook anders als japanische Hausfrauen. Der Anthropologe Daniel Miller erforscht in seiner weltweit größten Studie zu Sozialen Netzwerken deshalb vor allem den Einzelfall.”

Technik entfremdet, macht einsam, verstört, steht zwischen Individuen. Miller hasst diese Sätze. “Menschen sind durch digitale Technologien nicht einen Deut stärker mediatisiert”, sagt er. Ein koreanischer Computerspieler sei nicht mehr und nicht weniger authentisch als ein Stammespriester in Ostafrika. “Kultur ist doch immer vermittelt!”

(…)

Die Evolution der Webcam bleibt aber nicht beim Gespräch stehen. Technik mutiert, indem ihr ursprünglicher Zweck umgedeutet wird. Jahrelang haben Chelsea und Avi, ein Paar aus Trinidad, das Miller begleitete, in einer Fernbeziehung gelebt. Avi war in den USA, an der Universität. Irgendwann haben sie die Webcam nicht mehr ausgestellt, sie wurde zum Fenster in die Lebenswelt des anderen. Sie kochten zur selben Zeit, aßen zur selben Zeit, sie ließen die Kamera laufen, wenn sie sich umzogen, wenn sie einschliefen. Die Kamera blieb immer an. Intensive Gespräche empfinden sie als intim, die intimsten Momente aber sind die, in denen sie den anderen nicht mehr bewusst wahrnehmen, seine Präsenz als völlige Normalität empfinden.

(…)

Erste Ergebnisse gibt es schon. Posten Jugendliche in England und auf Trinidad ähnliche Dinge? Bis auf Fotos von Babys, die Mütter nach der Geburt ins Netz stellen, gibt es kaum Gemeinsamkeiten. Engländer machen sich über sich selbst lustig. Der typisch britische Post: “Was für ein verdammter Idiot ich bin! Ich treff mich gleich mit meinem Chef und habe mir Ketchup übers weiße Hemd gekippt.” Auf Trinidad unmöglich. Posts sind häufig religiöse Sinnsprüche. “Soziale Medien sind eben immer eine lokale Erfindung”, sagt Miller.

Meine Rede: Es handelt sich bei Computern und beim Web um Medien, nicht um Inhalte. Doch erst letzte Woche hörte ich wieder jemanden seine Internetferne damit begründen, er sitze den ganzen Arbeitstag schon vor einem Computer, da wolle er ihn am Feierabend nicht auch noch anschalten. Ich wunderte mich wie immer bei dieser Aussage, ob er wohl beruflich dieselbe Art Inhalte auf dem Bildschirm hat wie am Feierabend und ob der Unterschied zum Fernsehbildschirm existenziell ist.

Journal Freitag/Samstag, 15./16. Mai 2015 – Bleierne Beine

Sonntag, 17. Mai 2015

Der Freitag war so ereignisarm, dass mir nicht mal etwas für einen Journaleintrag einfiel.

Doraden kann ich jetzt, was mich sehr freut.

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Abends sah ich mir die BBC-Verfilmung von Lisa Lynchs The C-Word im Internet an – meine Güte, es sind schon über zwei Jahre seit Lisas Tod vergangen. Ich war gerührt, trotz der starken Verkürzung (wie soll man auch ein paar Jahre Blog in 90 Minuten Film packen?). Interessant fand ich den Versuch, die menschlichen Auswirkungen des Bloggens und Twitterns nachvollziehbar zu machen – offensichtlich gerichtet an Zuschauerinnen, die keinen Bezug dazu haben.

Ich bin Lisa immer noch dankbar dafür, dass sie die Folgen ihrer Brustkrebserkrankung so nachvollziehbar und nahegehend mitgeschrieben hat. Leider hat es in meiner Umgebung seither einige Frauen erwischt, zumindest hatte ich ein wenig Ahnung, was gerade mit ihnen passiert.

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Am Samstagmorgen verabschiedete ich Herrn Kaltmamsell, der zur Firmung von Neffe 2 fuhr. Ihm macht die Wahrnehmung solcher Familienpflichten nichts aus, während ich von meinem Bruder vor zwei Jahren Dispens erhielt, nachdem ich auf der Firmfeier von Neffe 1 ein wenig zu vernehmbar darüber nachgedacht hatte, ob es neben Patrizid und Matrizid eigentlich auch Nepozid gebe, weil Neffe 2 mich bis kurz vor Explosion nervte. Seither brauche ich nicht mehr zu kommen (genauer: mein Bruder bat um meine künftige Abwesenheit, sollte ich mich nicht erwachsen benehmen können).

Gestern kaufte ich statt dessen auf dem Viktualienmarkt und in diversen Supermärkten Nahrungsmittel, drehte eine sonnige Laufrunde an der Isar (ausgesprochen beschwerlich, meine Beine waren Blei-gefüllt, zudem ging es auf den Wegen zu wie auf dem Oktoberfest), holte mir nach dem Duschen ein Fladenbrot in der Bäckerei Sultan, von dem ich ein sehr großes Stück gefüllt mit Tomatenscheiben, Basilikumblättern und Olivenöl frühstückte.

Als die Sonne es ein wenig auf den Balkon schaffte, las ich dort Zeitung – die Freitags- und Samstagsausgaben waren wie gewohnt eingetroffen.

Während ich noch den zweiten Teil des Sommerkleidungsbügelbergs abtrug, kam Herr Kaltmamsell von der Familienfeier zurück und hatte mittelbizarre Geschichten vom firmenden Bischof zu erzählen, der sich als “berühmter singender Bischof aus Indien” vorgestellt habe und mit seinen erklärten 82 Jahren am Ende die Gitarre zu einem Liedlein gezückt.

Ich wiederum bereitete abends nach einem Rezept von Brotdoc meine ersten Croissants seit Teenagerjahren zu, sah mir vor dem Formen einige Male das von Brotdoc verlinkte Video an und will jetzt möglicherweise auch so ein dünnes, langes Nudelholz.

So schob ich die Rohlinge abends in den Kühlschrank:

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Erwähnte ich, dass in den neuen Kühlschrank ganze Bleche passen?
Mehr als zweimal?

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Apropos Teig: Vor anderthalb Jahren hatte ich mich nach einer Alternative zu unserer Küchenmaschine Kenwood umgesehen, unter anderem von Ihnen interessante Hinweise bekommen. Doch kaum eine hatte halt Erfahrungen mit mehr als der eigenen Maschine. Lutz Geißler vom Plötzblog hat nun mit dem NZZ-Journalisten Joachim Schirrmacher in einem Brotbackkurs sechs gängige Maschinen im Vergleich getestet – mit sehr interessanten Ergebnissen:
“Von Klebern, Krume und Knetern – Sechs Knetmaschinen im Praxistest”.

Ausführlicher bei Joachim Schirrmacher, hier wird auch das Kneten mit einem Krups-Handrührgerät beschrieben.

Das heftige Wandern der Kenwood-Maschine scheint ein Spezialproblem des Modells zu sein, mit dem ich arbeite (Major Titanium), beim getesteten Cooking Chef wird nichts dergleichen erwähnt.

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Konstantin Klein mit einem sehr interessanten Detail zur re:publica-Location Station:
“re:publica: Unter der Hochbahn”.

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Als Hete haben Sie sich das ja schon immer gefragt: Wie, um Himmels Willen, haben Lesben Sex?!
Bitte schön: Hier in Einzelschritten mit animierten Illustrationen.
“This Is How Lesbians Have Sex”.

Journal Dienstag, 12. Mai 2015 – 12 von 12

Mittwoch, 13. Mai 2015

Gleich nach dem frühen Aufstehen auf den Balkon und die Morgenluft eines sonnigen Maientags geschnuppert, Kaninchen auf der Wiese gesehen.

Und nochmal keine Zeitung. Beim Verlassen des Hauses traf ich im Treppenhaus eine Nachbarin, die erzählte, sie habe ihr SZ-Samstagsabo deshalb gekündigt: Acht Mal sei keine Zeitung geliefert worden, selbst nach wiederholten Reklamationen auf allen Kanälen.
Habe ich das nur überlesen oder wird der Faktor Auslieferung in der Diskussion um die Zukunft der Papierzeitung vernachlässigt? Ich lese Tageszeitung immer noch am liebsten auf Papier. Mir ist klar, dass es sich um eine über Jahrzehnte eingeschliffene Kulturtechnik handelt und nichts Angeborenes, doch wenn die großen Seiten vor mir liegen, erfasse ich Themen, Überschriften, Bilder am schnellsten, springe hier in einen Vorspann, dort in einen Bildtext, setzte mich da gemütlich zurecht, um eine große Geschichte ganz zu lesen. Das vermisse ich bei allen elektronischen Formen. Aber wenn das so weitergeht, werde ich mich zum Umlernen zwingen – und es ist nicht gesetzt, dass es dann die Süddeutsche bleiben wird.

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Radeln zum Krafttraining, ich brauchte keine Jacke. Im Sportstudio war ein großer Bereich mit Folie abgesperrt: Nein, kein Streichelzoo für Diätopfer, lediglich Wasserschaden.

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Im Büropostfach fand ich die Eingangsbestätigung meiner Kündigung vom Vortag. Der Traumarbeitgeber hatte mir zwar vor Ende meiner Kündigungsfrist (sechs Wochen zum Quartalsende) noch keinen Arbeitsvertrag schicken können, da für meine Einstellung noch die Zustimmung des Betriebsrats nötig ist. Doch auf meine Bitte hatte ich eine schriftliche Bestätigung erhalten, dass man beabsichtigt, mich zum 1. Juli einzustellen. Daheim im Briefkasten fand ich diese Bestätigung nochmal im Papierform. Korkenknall und Feuerwerk gibt es erst, wenn ich den Arbeitsvertrag unterzeichnet habe, und ich versuche mich weiter zu Zweckpessimismus zu zwingen, doch eigentlich: Ich habe einen neuen Job. Und zwar nicht nur einen, mit dem ich mich arrangieren kann, den ich mir durchaus irgendwie vorstellen kann, sondern einen, den ich wirklich, wirklich will und auf den ich mich so richtig freue. Möglicherweise habe ich dann doch wieder mehr Glück, als ich verdiene.

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Die Aktion #12von12 beobachte ich seit einiger Zeit interessiert, dachte aber erst im Büro dran. Nächsten Monat beginnen die 12 dann hoffentlich nach dem Aufstehen.

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Beute des jüngsten Englandurlaubs: Hose und Schuhe.

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Das Wetter war so wunderbar, dass es des Biergartenorakels (deckt vormittags nur, wenn nachmittags Biergartenwetter) eigentlich nicht bedurfte.

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In der Mittagspause spazierte ich zum Bahnhof und aß frittiertes Fischiges. Auf dem Rückweg ins Büro Bahnaussichten.

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Ein paar schöne Dinge, mit denen sich auch ein schraddliger Büroarbeitsplatz etwas ästhetisiseren lässt.

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Kurz nach sechs an der Hackerbrücke, Feierahmd.

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Weil grad Zeit ist: Mein Beitrag zur fast völligen Ausrottung der Pocken. Gern geschehen. Nein, wirklich! (War das schon mal in einem deutschen Krimi Indiz? “Sehen Sie diese Narben? Das Mordopfer muss vor 1976 geboren sein, als Pockenimpfung noch Pflicht war.”)

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Mir war den ganzen Tag über sehr schwummrig und schwindelig gewesen. Also ließ ich Herrn Kaltmamsell mal wieder mit der Abendbrotzubereitung allein, öffnete lediglich den Wein dazu – einen Württemberger Kerner.

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Erstes Nachtmahl auf dem Balkon. Ich bestimmte hiermit Salade niçoise zum traditionellen Balkoneinweihungsessen. Grüner Salat und Kartoffeln kamen aus dem Ernteanteil unseres Kartoffelkombinats.

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Erste Male bei der Joghurtherstellung: Er war nicht fest geworden. Schmeckte aber ok, also erfand ich zum Nachtisch Erdbeerlassi.

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So endet eigentlich jede meiner heimischen Abendmahlzeiten: Mit einer Auswahl Schokoladen.

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Als Bettlektüre ein neues Buch: Horace MacCoy, The shoot horses, don’t they?, ein Klassiker aus der Zeit der amerikanischen Depression in den 1930ern.

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Giardino hat Pumpenhäuschen an der Regnitz besucht und fotografiert – sehr, sehr viele davon, eines bezaubernder als das nächste.

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Diesmal ist es die Zeit, die sich ausführlich mit der grotesken Diskriminierung Dicker und dem wisssenschaftlich nicht haltbaren Schlankheitswahn befasst:
“Lob der Fülle”.

Mir scheint, es gibt inzwischen keine Krankheit, von der nicht irgendjemand behauptet, sie werde durch zu viel Körperfett verursacht, außer vielleicht Ebola.

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Großartigerweise berichtet Katrin Scheib weiterhin für uns aus Moskau, diesmal:
“Das ultimative Ballett-in-Moskau-Besuchsprogramm”.

Journal Sonntag, 10. Mai 2015 – erschöpfte Geschäftigkeit

Montag, 11. Mai 2015

Nach doofer Nacht (nicht einschlafen können – sehr seltenes Ereignis -, aufgestanden und eine Stunde gelesen, nach nicht mal sechs Stunden Schlaf bereits bedröhnt aufgewacht) Gammeltag beschlossen. Kein Sport, keine Ausflüge, dafür ganz sicher Mittagsschlaf.

Na ja, ein paar Sachen erledigen sich dummerweise nicht von alleine. Wenn ich köstlichen Marmorkuchen essen will, muss ich einen backen. Wenn ich den Balkon endlich nutzen will, muss ich ihn endlich vom Winterdreck säubern (erst den Sims, dann den Boden mit Bürste Kachel für Kachel, abschließend nochmal mit den Bodenwischer).

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Wenn ich Sommerkleidung tragen will, muss ich sie halt aus dem Keller holen und gegen die Winterkleidung im Schrank tauschen.

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Wenn ich mich mit dem Mitbringsel aus Neukölln duschen möchte, muss ich es einschrauben.

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Dazwischen aber gemütliches Vollbad und 90 Minuten tiefer Mittagsschlaf (allerdings mit saublödem Traum von einer Affäre mit einem arroganten Schnösel in einem Hotelzimmer – ich bat eine Hotelangestellte, zukünftige Liebhaberinnen des Herrn zu warnen).

Abendessen unattraktiv aber schmackhaft: Lauch-Kohlrabi-Kartoffelgemüse aus Ernteanteil. Dabei die ersten Mauersegler des Jahres am Himmel gesehen.

Am schönen Wetter freute ich mich von innen, aber nach dem Abendessen dreht ich noch eine kleine Fußgängerzonenrunde mit Herrn Kaltmamsell.