Sonntagsgedanken – frühere Literatur und jetziger Zeitgeist

Sonntag, 10. Juni 2012 um 17:53

Das Buch, das mich am stärksten geprägt hat, ist Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf: Bis heute ist dieses unabhängige, groß- und warmherzige, bärenstarke, loyale Mädchen mein Vorbild. Doch seit einiger Zeit, so bekomme ich mit, steht das Buch in der Kritik wegen der Beschreibung der Bewohner der Taka-Tuka-Insel und wegen Begriffen wie „Negerkönig“ und „Negerprinzessin“ in der deutschen Übersetzung von Cäcilie Heinig. In neuen Ausgaben hat der Verlag Oetinger diese Passagen sogar umgeschrieben. Mich hatte das ratlos gemacht: Einerseits verstand ich das Stolpern über die Wörter, andererseits hat Lindgren das Buch nunmal so geschrieben, und eine nachträgliche Änderung verursacht mir Unbehagen.

Ray Bradbury, seit letzter Woche leider Bradbury selig, hat mir geholfen, mein Unbehagen zu präzisieren – nicht mit feinsinniger Argumentation, sondern mit einer Brandschrift (kein Kalauer, er hat angefangen):
There is more than one way to burn a book.

If Mormons do not like my plays, let them write their own. If the Irish hate my Dublin stories, let them rent type-writers. If teachers and grammar school editors find my jawbreaker sentences shatter their mushmilk teeth, let them eat stale cake dunked in weak tea of their own ungodly manufacture.
(…)
In sum, do not insult me with the beheadings, finger-choppings or the lung-deflations you plan for my works. I need my head to shake or nod, my hand to wave or make into a fist, my lungs to shout or whisper with. I will not go gently onto a shelf, degutted, to become a non-book.

Angewendet auf Pippi Langstrumpf: Wenn Erwachsene befürchten, die Lektüre könnte Kinder zum Rassismus verführen, sollen sie sie eben etwas anderes lesen lassen. Aber Finger weg vom Original!

die Kaltmamsell

98 Kommentare zu „Sonntagsgedanken – frühere Literatur und jetziger Zeitgeist“

  1. haehtinaeh meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

    *******************************************************

  2. MonikaZH meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

    *******************************************************

  3. JO meint:

    Bücher sollen so gelesen werden wie sie geschrieben wurden. Basta!

  4. saumselig meint:

    Eine gereinigte Version von Pippi Langstrumpf – wie schrecklich. Im übrigen glaube ich, daß Pädagogen und manche Eltern dazu neigen Kinder zu unterschätzen. Wenn man ein Kind zum Rassismus verführen möchte, muß man sich schon ein bißchen mehr Mühe geben. Die Pippi Langstrumpf Bücher reichen da keinesfalls, selbst wenn die Lektüre mit Tim und Struppi ergänzt wird.

  5. dasMiest meint:

    Hm, finde ich nicht. Ich hab, als ich es meinen Kindern damals vorgelesen habe, die Begriffe immer ersetzt, da habe und hatte ich keine Hemmungen. Ich denke mal auch nicht, dass es Frau Lindgren darauf ankam, genau diese Worte zu benutzen bzw. dass sich der Sprachgebrauch eben mittlerweile gewandelt hat. Oder besser: gewandelt haben sollte.

    Der Rassismus, um den es dabei heute geht, ist halt für mich genau dieses „ach, das ist doch immer ein normaler Begriff gewesen, den meinen wir gar nicht böse“, den mir heute noch viele Leute erzählen wollen. Und genau diese Normalität gebe ich weiter, wenn ich das Buch heute noch so lesen lasse. Das wollte ich nicht und ich hätte mich auch in Problemen gesehen, meinen Kinder zu erklären, warum „Neger“ in unserem Sprachgebrauch ein absolutes Tabu ist, ich ihnen das aber vorlese…

    Wie gesagt, ich glaube nicht, dass die Figur der Pippi und die Grundaussage des Buches leidet, wenn ich die Begriffe vermeide.

  6. die Kaltmamsell meint:

    Wenn es Ihnen um „die Grundaussage“ geht, dasMiest, können Sie die Geschichte ja auch in eigenen Worten nacherzählen, wie man es mit Märchen macht. Oder Wörter verändern. Ich nehme an, dass Sie entsprechend auch Grimms Märchen nicht im Original vorlesen.
    Das Kunstwerk aber, das eine Schriftstellerin geschaffen hat, lebt von ihrer eigenen Sprache, von ihren eigenen Wörtern. Das wird zerstört, wenn der Verlag etwas ändert.

  7. typ.o meint:

    Windelweiche, vorauseilende Political Correctness + technische Möglichkeiten: Lindgren glatt gebürstet und alte Ausgaben aus den ebook Regalen gelöscht, Bradburys worst nightmare.

  8. Elle meint:

    „Das Kunstwerk aber, das eine Schriftstellerin geschaffen hat, lebt von ihrer eigenen Sprache, von ihren eigenen Wörtern.“ OK. Aber Pippi Langstrumpf lebt nicht vom N-Wort. Und in Kinderbüchern sollte kein rassistischer Sprachgebrauch stattfinden. Von daher finde ich die Entscheidung vom Verlag nachvollziehbar.

  9. die Kaltmamsell meint:

    Heißt das in Konsequenz Elle, dass rassistische Darstellungen in barocken Kirchenfresken übermalt werden sollten, bevor Kinder sie zu sehen bekommen?

  10. Stefan meint:

    In den Büchern von Astrid Lindgren ist immer zu spüren, wie sehr sie die Kinder (und damit: die Menschen) geachtet hat. Kein Kind kann durch die Lektüre dieser Bücher zum Rassisten, also zum Verächter anderer Menschen, werden — auch wenn mal ein Begriff auftaucht, den wir heute nicht mehr verwenden würden. Ich stimme der Frau Kaltmamsell zu: Wenn man damit beginnt, Begriffe auszutauschen, dann beginnt man, das Werk zu zerstören.

    Man kann ein Wort wie »Neger« von seinen Kindern sowieso nicht fernhalten und muss irgendwann erklären, warum man dieses Wort heute nicht mehr verwendet. Also ist es am besten, gleich im Zusammenhang mit dem Buch darüber zu sprechen. Verschweigen oder ausweichen löst das Problem ganz sicher nicht.

    PS: Es ist schon schlimm genug, wenn literarische Texte nicht mehr in der ursprünglichen, sondern in der »reformierten« Rechtschreibung neu aufgelegt werden. Das ist mir neulich erst wieder aufgefallen, als ich Margaret Carroux‘ Übersetzung »Herr der Ringe« in einer Neuauflage gelesen habe. Die »alte« Rechtschreibung passt einfach besser zu Tolkiens und Carroux‘ Sprache.

  11. Sigourney meint:

    Und wenn Goethe jetzt Neger geschrieben hätte, dann würde das jetzt auch angepasst? So ein Schwachsinn.
    Kinder müssen doch auch kapieren, dass es „früher“ mal anders war.
    Und dann kann man ihnen gleich prima erklären, warum was falsch war.

    Oder mal anders gefragt: Werden dann jetzt auch die vielen vielen sexistischen Kinderbücher (fast alle ausser denen von Astrid Lindgren), in denen die Mädchen nur dümmliche hilflose Nebenfiguren sind und nur die Jungs richtig zählen umgeschrieben? Unter der Bedingung wäre ich dafür.
    Ansonsten: Finger weg von Pippi!

  12. kelef meint:

    „Wenn Erwachsene befürchten, die Lektüre könnte Kinder zum Rassismus verführen …“ dann könnten – und man beachte die möglichkeitsform: könnten! doch eventuell, wenn zwischen den wichtigen dingen des lebens ein wenig zeit gefunden werden kann, die eltern eines tun, ein einziges: mit den kindern darüber sprechen:

    über hautfarben, die unterschiede zwischen menschenrassen, tierrassen, pflanzen und überhaupt allem was existiert. die verziehungsberechtigten (tm by ingeborch/syberia) könnten den kindern die sache mit den metaphern erklären, die sache mit den märchen und den allegorien, die sache mit den büchern und den geschichten und den dichtungen, und so weiter und so fort.

    rassisten werden aus kindern nur dann, wenn diese unterschiede nicht besprochen werden, wenn „anders“ gleich „schlecht“ ist, wenn „unbekannt“ gleich „minderwertig“ ist, wenn „dunkel“ gleich „bedrohlich“ ist.

    nicht die bücher muss man umschreiben, die hirne müssen umprogrammiert werden. danach wären alle diese überlegungen nicht mehr notwendig.

  13. Elle meint:

    Wenn ich schreibe, dass in Kinderbüchern kein rassistischer Sprachgebrauch stattfinden sollte, dann heißt das in der Konsequenz, dass in Kinderbüchern kein rassistischer Sprachgebrauch stattfinden sollte. Da haben barocke Kirchenfresken nix mit zu tun.

  14. Nina meint:

    Anti-rassistische Initiativen und Vereine von POC kritisieren seit Jahren den Gebrauch des N-Wortes und anderer rassifizierter Erzählkonzepte in den Kinderbüchern von Astrid Lindgren. Zu Recht, wie ich finde!
    Öffentliche Erklärungen Weißer Menschen, warum etwas nicht rassistisch sei- z.B. die Verwendung des N-Wortes- sind eine unhintefragte, unkritische Fortführung von „white privilege“. Auch darauf weisen POC seit Jahren hin. Diese Diskussion dient hauptsächlich dazu, „sich von anderen weißen das Unrassistischsein bestätigen [zu] lassen und nicht [zu] merken, dass das Teil des Problems ist“ (http://afrikawissenschaft.wordpress.com/2012/05/29/wenn-weise-weisen-erklaren-dass-sie-nicht-rassistisch-sind-eure-absolution-mein-rant/)
    Die einzigen, die das Recht haben, darüber zu entscheiden, ob etwas rassistisch ist oder nicht, sind die Menschen, die davon betroffen sind, die dadurch beleidigt, verletzt, re-traumatisiert werden. Sprich: Schwarze Menschen/People of Colour.
    Wer sich selbstreflektierend und kritisch mit seinem eigenen Anteil an diesen Diskussionen und dem eigenen Sprachgebrauch beschäftigen möchte, dem/der lege ich nachdrücklich die Lektüre von Seiten wie http://www.derbraunemob.de/deutsch/index.htm ans Herz.
    Und zum speziellen Fall von Astrid Lindgren gerne auch dies hier: http://www.kinderwelten.net/pdf/tagung/Pippi_Langstrumpf-Emanzipation_nur_fuer_weisse_Kinder.pdf

  15. Modeste meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

    *******************************************************

  16. kid37 meint:

    „What’s next? Substituting orange for red in a painter’s work because some observers find red too aggressive?“ – Jill Nelson in der New York Times über die Debatte letzten Jahr, als die Pläne bekannt wurden eine „sanitized version“ von „Huckleberry Finn“ zu veröffentlichen, in der das Wort „Nigger“ durch „Slave“ (hö?) ersetzt wurde. Immerhin 219 mal.

    http://www.nytimes.com/roomfordebate/2011/01/05/does-one-word-change-huckleberry-finn/the-word-nigger-is-part-of-our-lexicon

    Jill Nelson übrigens ist selbst „POC“, wie es dann jetzt wohl heißt, um gleich mal das Argument zu entkräften, da ginge eine Weiße leichtfertig über die Erfahrung von Schwarzen hinweg. Wer seinen Kindern nicht erklären kann oder möchte, warum man anders als in Grimms Märchen alte Frauen nicht in heiße Öfen stecken sollte, sollte besser andere Bücher (vor)lesen.

  17. Stefan meint:

    Wir sind uns sicher alle einig, dass Gewalt im Umgang mit anderen Menschen abzulehnen ist. Sollten folglich die meisten Theaterstücke Shakespeares aus den Spielplänen genommen werden? Sollte ihr Abdruck in »ungereinigter Form« verboten werden?

    Jedes literarische Werk ist im Kontext seiner Zeit zu betrachten. Deshalb soll und muss über die Rezeption dieser Werke diskutiert werden. Aber das ist nur möglich, wenn sie in ihrer ursprünglichen Form bestehen bleiben. Das Streichen von Begriffen aus der Literatur verhindert die Auseinandersetzung mit diesen Begriffen in ihrem ursprünglichen Zusammenhang. Es ist eine Art der Verdrängung, aber keine Lösung des Problems.

    Ressentiments gegenüber andersartigen Menschen gibt es nicht nur bei »Weißen«, auch das alltägliche Beschimpfen, Diskriminieren und tätliche Angreifen andersartiger Menschen geht nicht nur von »Weißen« aus. Deshalb sollte zuerst jeder auf sich selbst und auf sein eigenes Umfeld achten, mit Vorurteilen aufräumen und positive Entwicklungen unterstützen.

    Der beste Beitrag im Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur, den wir als Erwachsene leisten können: Lesen und lesen lassen – und mit dem Nachwuchs darüber reden! Aber wir dürfen die Bücher nicht ändern, um ein Problem von den Kindern fernzuhalten, mit dem sie sowieso konfrontiert werden.

  18. trippmadam meint:

    Ich erinnere mich, dass mir als einem Mark-Twain-lesenden Kind durchaus klar war, dass die Darstellung der Figur Jim alles andere als in Ordnung war, obwohl ich den Begriff Rassismus noch gar nicht kannte.

    Ob der schwedische Originaltext von Pippi Langstrumpf in der Übersetzung den Begriff „Südseeprinzessin“ erlaubt, vermag ich nicht zu beurteilen, da ich nicht Schwedisch kann.

    Beim Übersetzen habe ich mitunter ähnliche Problem mit dem spanischen Begriff „gitano“. Schreibe ich im Deutschen „Zigeuner“, fühlen sich Sinti beleidigt, aber Roma eventuell nicht. Schreibe ich „Sinti und Roma“, trifft das nicht auf spanische gitanos zu, die sich weder als Sinti noch als Roma sehen. „Roma“ wiederum wenden manche WissenschaftlerInnen für alle einschließlich der Sinti an, was dann aber den Sinti nicht passt…so, jetzt höre ich auf, auch wenn ich noch weiter machen könnte. Meistens entscheide ich situationsbezogen und lasse mich anschließend mit faulen Tomaten bewerfen. (Lustig war’s, als mal eine Kollegin, die ich nicht nennen will, in einem Text über deutsche Sinti den spanischen Begriff „gitanos“ stehen ließ.)

  19. Julia meint:

    Es gibt sowohl in Schweden als auch in der Kinder- und Jugendbuchforschung seit langem die Diskussion um rassistische Tendenzen in alten Kinderbüchern – Astrid Lindgren ist da ebenso wie der erwähnte „Tim und Struppi“ natürlich ein Thema. Ebenso aber auch Robinson Crusoes Freitag. Zu einer wirklichen Lösung ist man da meines Wissens nach noch nicht gekommen, da sich PC-Vertreter und Literatur-Bewahrer eben nicht einigen können. Meiner Meinung nach hilft da nur, die Lektüre zu begleiten, aufzuklären, vielleicht auch Vorworte der Übersetzer usw. vorzuschalten. Ich bezweifle, dass Kinder und Jugendliche zu Rassisten werden, wenn sie Bücher mit veraltetem Vokabular lesen. Dazu gehören (auch) andere Faktoren. Und: Wer hätte je davon gehört, dass in Karl-May-Büchern all die grenzdebilen Weißen neu dargestellt würden, weil sich Siedler-Nachkommen verballhornt fühlten? Also: Lasst Eure Kinder lesen, lest ihnen vor und redet drüber.

  20. plusblanc meint:

    In dieser interessanten Diskussion sollte nicht vergessen werden, dass wir hier über die Übersetzung debattieren, nicht um den Originaltext. Oft werden literarische Werke nicht gerade unter den besten Bedingungen übersetzt, oder eine Übersetzung ist zu stark von der Zeit geprägt, in der sie angefertigt wurde.

    Ich habe meinen Kindern in den letzten Jahren einige Lindgren-Werke vorgelesen und muss sagen, dass die Übersetzungen schon sehr stark den Mief der 50er- und 60er-Jahre ausströmen. Inwieweit das im Original der Fall ist, kann ich nicht beurteilen, kann es mir aber – ehrlich gesagt – nicht vorstellen. Manche Übersetzungen sind durchaus bleibende Kunstwerke, die von Lindgrens Büchern meines Erachtens eher nicht.

    Es ist ja durchaus nicht unüblich, Weltliteratur neu zu übersetzen, da sich die ursprünglichen Übersetzungen (aus unterschiedlichen Gründen) als suboptimal erwiesen haben. Dostojewski ist ein gutes Beispiel: Hier wurde bei der Neuübersetzung sogar der Titel von „Schuld und Sühne“ in „Verbrechen und Strafe“ verbessert. Vielleicht würde sich eine Neuübersetzung auch bei Lindgren lohnen? Es müsste sich nur noch jemand finden, der das finanziert…

  21. Julia meint:

    Also im schwedischen Original ist Lindgren durchaus auch Kind ihrer Zeit und auch heute leicht veraltet. Wobei im Original noch viel deutlicher herauskommt, dass sie fast schon eine eigene Sprache mit vielen neuen Worten und Redewendungen geschaffen hat. Unser Schwedischlehrer an der Uni meinte sogar, dass er uns anhört, wenn wir „wieder zu viel Lindgren“ gelesen hätten :) Die Texte stammen aber nicht nur aus den 50ern, Lindgren beschwört auch eine damals schon längst vergangene Zeit herauf. Das macht die Bücher oft so antiquiert oder – positiv ausgedrückt – zeitlos. Wer könnte schon sagen, wann die „Brüder Löwenherz“ oder „Ronja Räubertochter“ spielen? Neuübersetzungen sind meistens grauenvoll, da Sprache über Generationen in das kollektive Gedächtnis eingeht. Das ist wie bei der Bibelübersetzung durch Luther. Neue (korrektere) Versionen konnten sich da bisher auch nicht durchsetzen.
    Ich habe übrigens mal eine „Kinderversion“ der „Schatzinsel“ gelesen, in denen Long John Silver immer „Der lange Hans Silber“ genannt wurde. Ich fand’s schrecklich…

  22. Dentaku meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

    *******************************************************

  23. windsbraut meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

    *******************************************************

  24. oachkatz meint:

    Zu sagen, Lindgrens Bücher sind auf keinen Fall ‚rassistisch gemeint‘, ist verharmlosende und undifferenzierte Argumentation, um die Helden der eigenen Kindheit nicht hinterfragen zu müssen und den bösen Verdacht gegen eine der beliebtesten Kinderbuchautorinnen gleich im Keim zu ersticken. Sprache beeinflusst Denken und nicht nur andersherum. Also kann unreflektiertes Vorlesen sehr wohl zur Verfestigung von rassistischen Stereotypen beitragen. Aber: Literatur zu verändern, auch im politisch korrekten Sinn grenzt meiner Meinung nach an Zensur: wer entscheidet denn wann, was korrekt ist oder nicht? Und welchem Missbrauch wird hier Tür und Tor geöffnet? Das erinnert mich an frühe Versionen von Casablanca für den deutschen Markt, wo der ganze Nazibezug herausgeschnitten wurde. Ich finde das heute natürlich nicht mal politisch korrekt, damals schien es in Ordnung zu sein für irgendjemand. Und – ist es nicht nur Weichspülen, ein Negieren von etwas Existentem? Wie der Abriss sämtlicher Stalin-, Marx-, Engels- und Leninstatuen in ehemalig sozialistischen Ländern? Wie das Überhängen von Insignien des Dritten Reiches (https://stroheim.wordpress.com/2011/06/10/qype-finanzamt-charlottenburg-in-berlin/) statt einer Lösung, die Auseinandersetzung erlaubt?

  25. walküre meint:

    Frau Kaltmamsell und Stefan sprechen mir aus der Seele. (Vor)Lesen und über das Gelesene reden und zuhören, wenn Kinder Fragen zu Büchern haben, und sich auch mit unbequemen Fragen auseinander setzen. Bücher sind nicht dazu da, um Kinder mit ihnen sich selbst zu überlassen.

  26. der Mitbewohner meint:

    Wem Pippi – begründet oder nicht – zu rassistisch ist, oder wer sonst etwas gegen das Buch hat, der darf Pippi halt nicht lesen. Neuübersetzungen sind möglich, aber auch eine gute Neuübersetzung von Huckleberry Finn wird am N-Wort mit den zwei g nicht vorbeikommen. So wurde damals gesprochen, und diese Sprache gibt Twain wieder, ganz bewusst.

    Was man natürlich machen kann, ist ein Remix, eine bearbeitete Fassung. Ob mit Zombies oder ohne N-Wort (beide Varianten gibt es), nur darf man dann halt nicht Mark Twain als Autor angeben. Das Original geht dadurch ja erst mal nicht verloren.

    Ob man solche Neuschreibungen statt der Originale lesen sollte, ist ein anderes Thema. (Eher: nicht.) Wenn durch dieses Vorgehen die Originale in Vergessenheit geraten und stattdessen die Umschreibungen kanonisiert werden: schade, aber dann ist das halt so.

  27. philine meint:

    Die Diskussion um den Negerkönig bei Astrid Lindgren kenne ich seit langem. In der Tat hat der Oetinger Verlag noch vor zwei jahren eine Änderung des Wortes strikt abgelehnt, weil auch die Nachfahren von A.L. es abgelehnt hatten. ich finde es sehr bedauerlich, dass die Begriffe nun geändert wurden und das Ausmass an politischer Korrektheit immer grotesker wird, nicht nur in der Literatur, sondern auch,erinnern wir uns bei den berühmten Mohren/Negerküssen.
    Natürlich sind Neuübersetzungen von Klassikern gerechtfertigt, wenn es einer frischeren/moderneren Sprache dient, aber deshalb andere Begriffe zu verwenden und damit in einer sehr interlinearen Übersetzung zu landen, um politisch korrekt zu sein, nein, das ist m.E. nicht richtig. Dan können wir bitte auch gleich dt.sprachige Bücher umschreiben, weil da im heutigen Sprachgebrauch politisch unkorrekte Worte verwendet worden sind.

  28. vierachtel meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

    *******************************************************

  29. kecks meint:

    Kinder sind nicht doof und durchaus in der Lage, eine kindgerechte eingeschobene Erklärung zur damaligen Verwendung des N-Wortes und „warum wir das heute gottseidank nicht mehr sagen“ zu verarbeiten. Das kann doch nicht so schwer sein! (Übrigens ist der einzige Mensch in meiner Umgebung, von einem unbelehrbaren Altbayern über 80 mal abgesehen, der das N-Wort verwendet, ein 15-järhiger schwarzer Deutscher. Er tut das mit Begeisterung zu Distinktionszwecken gegenüber seinen türkischstämmigen und deutschen Kollegen gleichen Alters.)

  30. Sanníe meint:

    Mir graust vor Kindern, die „König der PoC“ sagen.

  31. Nina meint:

    Ich finde es falsch, in diesem Zusammenhang ständig von „political correctness“ zu sprechen. Es geht doch hier nicht darum einer politischen Korrektheit genüge zu tun, weil das eben gerade Zeitgeist ist. Es geht darum, dass Sprache Gewalt antun kann, da bestimmte Wörter durch einen bestimmten historischen, politischen Unterdrückungskontext geprägt sind.
    Darauf hinzuweisen finde ich total wichtig, zumal wenn es von Menschen kommt, die von dieser Gewaltpraxis betroffen sind. Das ist nicht „Zeitgeist“, sondern Resultat eines langen und harten Kampfes von POC, der eigenen Stimme Gehör zu verschaffen.
    @Philine: Zum Glück setzt sich der Schokokuss durch!!! Hier gilt das Gewaltargument ja noch viel deutlicher, da es nicht um das Eingreifen und die Veränderung von bestehender Literatur -und dadurch in einem historischen Kontext stehender Sprache-geht.
    @kecks: wenn sich ein Schwarzer Deutscher den Ausdruck als identitätsstiftend aneignet, dann hat das rein gar nichts damit zu tun, ob hier eine Runde (vermutlich) Weißer Menschen darüber diskutiert, ob das Wort okay sei. Sprache lebt im und vom Kontext und die Bedeutung ergibt sich daraus, wer spricht.

  32. Stefan meint:

    Von sprachlicher »Gewaltpraxis« kann jeder Mensch betroffen sein. Tun wir doch bitte nicht so, als seien einige Worte in Astrid Lindgrens Werken das wichtigste Problem.

    Der »Negerkönig« ist eine literarische Figur, er ist Fiktion. Man kann doch durch die Existenz einer solchen Figur nicht beleidigt werden. Hat sich wirklich schon mal ein Schwarzafrikaner über das Wort »Negerkönig« beschwert oder ist das nur die Idee von »(vermutlich) weißen Menschen, die diskutieren, ob das Wort OK ist«?

    Wenn ich mich durch alle unpassenden literarischen Figuren beleidigt sähe, die mich in irgend einer Form berühren (als Mann, als Christen, als Vater, als Sachsen …), dann hätte ich außer Übelnehmen den ganzen Tag nichts mehr zu tun.

    Die täglichen gegenseitigen Beleidigungen in unseren Großstädten sind dagegen keine Fiktion, sondern Realität. Wenn wir gleich beim Begriff »Gewaltpraxis« bleiben wollen: Einige »Weiße« sind dabei Täter und andere »Weiße« sind Opfer. In vielen öffentlichen Verkehrsmitteln der großen Städte werden Einheimische durch Migranten beleidigt und umgekehrt Migranten durch Einheimische. Beides ist in gleichem Maße inakzeptabel und beides ist in gleichem Maße zu verurteilen.

    Daran wird sich aber nichts ändern, wenn die Kinderbücher Astrid Lindgrens in dieser heuchlerischen Art und Weise verändert werden. Das löst gar kein Problem. Ich kann mir nämlich wirklich nicht vorstellen, dass jemand in der U-Bahn mit beleidigenden Sprüchen um sich wirft, weil er vorher »Pippi« oder »Ronja« gelesen hat.

  33. the-sun meint:

    Möglich, dass ich da was überlesen habe, aber was ist „POC“??
    Google schmeißt mir unter anderen Machbarkeitsnachweis und Carbon raus, aber das wird es wohl eher nicht sein.

    Generell eine interessante Diskussion.

    In meinen Augen ist ein Original ein Original, man geht ja auch nicht hin und malt bei einem alten Bild mal so eben was über, weil da darstellungstechnisch was nicht mehr in die derzeitigen Gegebenheiten passt.
    Nur der/die AutorIn hat in meinen Augen das Recht, eigene Texte zu ändern. Und ist der/die tot, Pech gehabt.

    Ich erwarte, dass dann bei solch verstümmelten Büchern ’sprachlich überarbeitete Neuausgabe‘ DEUTLICH gekennzeichnet ist.

    Lg, Britta – die auch schon mal zum Vergleich ein Buch in drei Sprachen gelesen hat…

  34. Stefan meint:

    @the-sun: »People of Color«.
    Ergänzung: http://de.wikipedia.org/wiki/Person_of_color

  35. Nina meint:

    @Stefan: Eigentlich könntest Du einfach google zu Rate ziehen und Dich selbst informieren, wer was in dieser elendigen Rassismus-Debatte um das N-Wort sagt. Die Kritik kommt mehrheitlich eben nicht von Weißen, sondern von POC. Ich verlinke hier nur einen sehr guten Text von Grada Kilomba, warum dieses Wort Gewalt ist und Schwarze Menschen (re-)traumatisiert. http://www.gradakilomba.com/nword.htm
    Ebenfalls gut: http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/afrikanische-diaspora/59448/das-n-wort?p=all
    Ja, von sprachlicher Gewaltpraxis kann jeder Mensch betroffen sein. Dennoch steht es eben in einem anderen Zusammenhang, wenn es von Weißen Menschen an POC verübt wird, ganz einfach weil es eine ganz andere Geschichte hat, anders politisch eingebettet ist etc. etc. Aber ich mache jetzt hier nicht den Erklärbär. Es ist Aufgabe jedes/jeder Einzelnen Weißen, sich darüber zu informieren und über die eigene privilegierte Position nachzudenken.
    Wen es interessiert: die Bücher „Plantation Memories“ von Grada Kilomba und „Deutschland Schwarz-Weiß“ von Noah Sow sind großartige Kommentare zu den unsäglichen rassistischen Zustände, denen sich Schwarze Menschen in Deutschland jeden Tag ausgesetzt sehen.
    Natürlich geht es nicht nur um die fiktionale Figur des N***königs bei Astrid Lindgren, aber sie und diese ganze Diskussion hier sind symptomatisch für ein Rassismusproblem!
    Siehe die aktuelle Debatte um Sarah Kuttners Äußerungen, siehe die Blackfacing-Praxis an deutschen Theatern… die NSU ist doch nur der scihtbare Gipfel des Rassismus in diesem Land!

  36. Sabine meint:

    Au fein, das Thema Pippi Langstrumpf tritt doch immer gleich den schönsten Shitstorm los (Sprachlog, I’m looking at you). Mir persönlich hilft da, dass ich Pippi schon als Kind hochnotpeinlich fand und mir all das eigentlich keine Not macht, denn: Pippi nicht leiden können heißt, ein Problem weniger zu haben.

    Ich kann beiden Argumentationsweisen etwas abgewinnen. Ich halte Kinder für durchaus intelligent genug, einen anderen Sprachgebrauch oder ein anderes Wertesystem als eben aus einer anderen Zeit zu erkennen, und aus dieser Erkenntnis vielleicht auch Nutzen ziehen zu können. Aber wo zieht man die Grenze? Wo wird der Inhalt des Buches zu anstößig, als dass man über den Sprachgebrauch noch hinwegsehen könnte?

    Andererseits meine ich auch, dass Sprachgebrauch Schaden anrichten kann und ab und zu einmal verändert gehört, allein schon, um auf Missstände aufmerksam zu machen.

    Letztendlich bleibt es eine Frage der Abwägung zwischen literarischer Sensibilität und politisch-sozialem Gestaltungswillen. Bei Huckleberry Finn fände ich persönlich eine Unterschlagung des N-Wortes übergriffig, denn das Buch spielt in einer politisch unkorrekten Zeit und hat einfach zu viele Jahre auf dem Buckel, als dass man es noch ändern sollte. Finde ich. Pippi Langstrumpf allerdings – was genau ist an Einsicht gewonnen, wenn man die Negerprinzessin beibehält? Ganz abgesehen davon, dass ich die Lektüre des Buches eh für überflüssig halte, aber das sehen viele Menschen natürlich anders.

    Noch viel einfacher ist es, wie von kaltmamsell vorgeschlagen, für geeigneten literarischen Ersatz zu sorgen. Den Möchtegern-Lesern von „Huckleberry Finn“ würde ich Louisa May Alcotts „Little Women“ vorschlagen. Gleiche Zeit, vier weibliche Hauptpersonen, tolles Buch, und es ließe sich behaupten, dass es nur aufgrund des Geschlechtes seiner Autorin im Schatten des ungewascheneren Bruders Huck steht. Und den Möchtegern-Leserinnen von Pippi Langstrumpf drücken wir „Emil und die Detektive“ in die Hand*, oder, wenn es moderner sein soll, „Rico, Oskar und die Tieferschatten“.

    *aber halt! Kommt da nicht auch die Feirefiz-artig karierte Südseeprinzessin Petersilie vor? Genau, was machen wir mit dem armen Feirefiz? Ist der politisch korrekt?

  37. Sabine meint:

    Und, @Nina, den Artikel von Grada Kilomba fand ich sehr bewegend. Danke.

  38. Stefan meint:

    Es ist eben nicht nur die Aufgabe jedes einzelnen Weißen, sich über Gewalt und ihre Zusammenhänge zu informieren. Es ist die Aufgabe jedes einzelnen Menschen. Keine Gruppe ist davon ausgenommen.

    Die Geschichte der Menschheit ist von Gewalt und Unterdrückung geprägt. Zu den dunkelsten Seiten der menschlichen Geschichte gehört die Sklaverei.

    Es trifft zu, dass in bestimmten Phasen die Europäer gegenüber anderen Völkern Macht ausgeübt und Gewalt angewendet haben. Aber die Europäer sind mit dieser Schuld nicht allein: Es gab über Jahrhunderte die Sklaverei im islamischen Machtbereich. Ihr fielen Millionen Menschen zum Opfer und sie endete erst im 20. Jahrhundert. Es gab schwarzafrikanische, südamerikanische und mittelamerikanische Sklavenhalter bzw. Sklavenhändler.

    Sie versklavten Millionen Menschen aus aller Herren Länder, ein Teil davon stammte ausdrücklich auch aus Europa. Eine Aufrechnung dieser Schuld bringt uns nicht weiter.

    Unter den Vorfahren der heute lebenden Menschen sind sowohl Täter als auch Opfer, sowohl Ausbeuter als auch Ausgebeutete. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich, aber er kann nicht für die Taten der Vergangenheit verantwortlich gemacht werden.

    Rassismus ist abscheulich. Wer rassistische Hetze verbreitet oder rassistisch motivierte Gewalttaten verübt, soll mit allen rechtsstaatlichen Mitteln dafür bestraft werden. Das muss unterschiedslos für Täter aus allen ethnischen Gruppen gelten.

    Die Puppen der Frau Kuttner, die schwarzen Masken an irgendwelchen Provinzbühnen oder die Figuren der Frau Lindgren sind ein Luxusproblem.

    Ein wirklich gravierendes Problem sind z. B. die unerträglichen Provokationen der rechtspopulistischen Kräfte von ProNRW und im Gegenzug die Messerangriffe religiöser Fundamentalisten auf die Polizei. Da haben nur wenige Millimeter gefehlt und es hätte Tote gegeben. An dieser Auseinandersetzung sieht man wie unter einem Brennglas, woher die Gefahr für Rechtsstaat und Demokratie kommt.

    Ganz bestimmt nicht aus Kinderbüchern.

  39. oachkatz meint:

    Um nochmal kurz den Inhalt hinter dem ‚Negerkönig‘ in die Erinnerung zu rufen: es geht keinesfalls um einen schwarzen Herrscher seines Volkes während einer damals in einem afrikanischen Land exisitierenden Monarchie, sondern es geht um Pippilottas Vater, einen weißen Seeräuber, der Negerkönig ist. Was ja einfach nachzuvollziehen ist, denn von wem, außer von einem Mitglied der überlegenen Rasse, sollen Neger den sonst beherrscht werden. Wir reden also schon von einem etwas komplexeren Herrschaftsentwurf und nicht allein von der Benutzung des Wortes ‚Neger‘.

  40. die Kaltmamsell meint:

    Ich fürchte, es besteht unter den Literaturveränderern am ehesten der Wunsch, die reale Vergangenheit zu verändern. Das geht aber nicht. (Am ehesten schaffen das Serien-Comics mit ihrer retcon – doch selbst retro continuity muss diese Vergangenheit dann neu schreiben und lässt nicht einfach alte Geschichten neu drucken.)

  41. Stefan meint:

    @oachkatz — »Komplexer Herrschaftsentwurf«? Was ist eine harmlose Figur aus einem Buch neben den Gewaltherrschern in Afrika im 20./21. Jahrhundert (Jean-Bédel Bokassa, Mobutu Sese Seko, Idi Amin, Mohamed Siad Barre, Jean Kambanda, Charles Taylor, Robert Mugabe — um nur die Schlimmsten zu nennen)?

    Welchen »komplexen Herrschaftsentwurf« findet man denn in dem Buch? Mit welchen Mitteln hält sich diese Figur an der Macht und welches Leid fügt sie den Einwohnern ihres »Reiches« zu?

  42. kecks meint:

    Es kann doch wirklich ganz praktisch kein Problem sein, den Kindern beim Vorlesen zu verdeutlichen, in welchem Kontext hier der N-Begriff gebraucht wird und dass selbstverständlich auch umgekehrt ein schwarzer König ein weißes Volk beherrschen könnte.
    Möchtet ihr wirklich Literatur zensieren (das *ist* Zensur), weil angeblich durch Pipi Langstrumpf Kinder zu latenten Rassisten erzogen werden?
    Ich weiß nicht, aber unter anderem weil sich hier die Intelligentia über solche Kleinklein-Kisten streitet, können hier Menschen mit Migrationshintergrund von Nazis reihenweise ermordet werden, und sehr lange passiert erstmal gar nichts. Prioritäten anybody?!

  43. philine meint:

    Mein Gott seid ihr alle politisch korrekt.Das ist ja nicht zum aushalten! und so unendlich verkopft. Alles wird analysiert bis zum Hirnplatzen.
    Liebe Leute, es gibt einfach Schwarze Menschen, gelbe Menschen und es gibt weisse Menschen. Und wenn man die so benennt, dann ist es eben so. Punto e basta, und das wissen diese Menschen auch. Und es hat weder was mit Rassismus zu tun, noch mit Gewalttätigkeit oder sonstwas zu tun. Wir haben Rassen und diese darf man doch benennen, himmelarschundzwirn. Dazwischen sind noch Mongolen, Chinesen, Leute aus Korea etc. etc. pp.
    Müssen wir jetzt im 21. Jh. nun jeden politisch korrekt bezeichnen? Ich nicht, ein Schwarzer ist eben ein Schwarzer, egal woher er kommt, es sei denn, er erzählt mir ob er aus Kamerum, Südafrika oder sonstwo kommt. Frage ich einen Weissen, woher er kommt? Auch nicht, oder? Also: lasst uns doch alle zusammen leben, egal woheer jemand kommt…..

  44. Susann meint:

    Ich vestehe es echt nicht, wenn hinter jedem historischen (!) Kinderbuch eine miese Weltverschwörung des fiesen weißen Rassisten gewittert wird. Es geht doch in „Pippi Langstrumpf“ nicht um einen „komplexen Herrschaftsentwurfs“ a la „Heart of Darkness“, in dem der böse Weiße die armen Wilden unterdrückt. Das Ganze hat doch märchenhafte Züge (Waisenkind findet doch Familie!), und Märchen arbeiten mit fixen literarischen Topoi. Die Stiefmutter ist böse, die Hexe ist eine Frau, die Prinzessin findet ihren Prinzen, muss nie wieder arbeiten und kriegt wahrscheinlich Betreuungsgeld, statt ihr Kind schnöde in der KITA abzuliefern. Erwachsene und auch Kinder können in der Regel diese literarische Welt von der realen Welt unterscheiden und sollen das auch lernen.
    Ich bin strikt gegen das Umschreiben von Literatur, das ist nur eine scheinbar einfache Lösung, die uns die Vergangenheit mit all ihren schönen und schrecklichen Zeiten sozusagen unterm Hintern wegzieht wie einen Teppich – übrig bleibt nur mehr Nachkorrigiertes, Unverbindliches, dem Zeitgeist Entsprechendes. Die anspruchsvollere Lösung ist: fundierte Kommentare und, mit Kindern, das Gespräch über die Lektüre.

    PS: Ich finde auch, „Mein Kampf“ muss zugängliche Lektüre sein, gern historisch-kritisch kommentiert.

  45. Sebastian meint:

    Frau Kaltmamsell, de Oachkatz hat “negieren“ gsagt!

    Und gibt es eigentlich schon einen würdigen Nachfolger für “Ein Neger mit Gazelle zagt im Regen nie“?

  46. Nina meint:

    Ich sprach nicht von der globalen Geschichte der Sklaverei seit dem Altertum, das ist mir auch viel zu allgemein, sondern ganz konkret von Rassismus in Deutschland, wie er sich u.a. in sprachlicher Praxis zeigt.
    Die sozialwissenschaftliche Diskussion definiert Rassismus derzeit als „institutionalisiertes System von wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Beziehungen, das dafür sorgt, dass eine ‚racial group’ gegenüber den anderen privilegiert ist, Macht hat und diese erhält“ (Derman-Sparks 1997, 2). Ad hoc fällt mir keine Gesellschaft ein, wo Weiße gegenüber Schwarzen eine unterprivilegierte soziale, kulturelle oder ökonomische Position haben.
    „Kultureller Rassismus besteht in den Überzeugungen, Symbolen und den zugrunde liegenden kulturellen Verhaltensregeln, die eine ‚weiße Überlegenheit’ mit produzieren und billigen und welche über den Sozialisationsprozess an die jungen Individuen herangetragen werden. Obwohl der kulturelle Rassismus im alltäglichen Leben als natürlich wahrgenommen wird und nahezu unsichtbar ist, reflektiert er die Ideologie der dominanten Gruppe.“ (http://www.braunermob.de/deutsch/index.htm)
    In diesem Zusammenhang sind öffentlich Äußerungen Prominenter, Theaterpraxen und literarische Kinderbuchfiguren, die mit Zähnen und Klauen verteidigt werden, eben kein „Luxusproblem“, sondern Symptome eines kulturellen Rassismus.

    @Philine: Wir haben eben gerade keine „Rassen“. Zumindest biologisch gesehen nicht. Seit den 1990er Jahren hat sich unter Populationsgenetiker_innen die Erkenntnis durchgesetzt, dass es genetisch gesehen gar keine „Rassen“ gibt. Innerhalb einer sogenannten „Rasse“ sind die genetischen Unterschiede mitunter größer als zwischen „Rassen“. Was Du wahrscheinlich mit „Rasse“ meinst, sind äußerliche Unterschiede zwischen Menschen (die einfach eine evolutionäre Anpassung an unterschiedliche Klimabedingungen, Ernährung etc. sind). Da „Rasse“ aber ein soziales Konstrukt ist, das mit bestimmten Diskriminierungserfahrungen, sozialen Positionen etc. verbunden ist, muss man es da benennen, wo man es kritisieren möchte (und nur da, in allen anderen Zusammenhängen ist eine Erwähnung von „race“-zugehörigkeit völlig überflüssig).

    @Sabine: Bitte, gern!

  47. Sonja meint:

    Diese Diskussion ist bestimmt richtig und wichtig.
    Allerdings: als Kind eines Afrikaners und einer Deutschen bitte ich zu bedenken, dass es nicht richtig ist, sämtliche Menschen meiner Hautfarbe über einen Kamm zu scheren.
    Genauso wenig wie alle Weissen gleich aussehen und gleicher Meinung sind, sind das alle – um es jetzt politisch korrekt zu sagen – people of colour.
    Die Kolonialismusdebatte ist im Bezug auf meinen Vater garantiert richtig – mir persönlich ist es wurscht WIE jemand meine Hautfarbe bezeichnet. Mir geht es darum, in welcher Weise das Wort ausgesprochen, in welchem Kontext es genutzt wird.
    Man kann auch „People of Colour“ so sagen, dass es weh tut…
    Ich habe Pippi als Kind gern gelesen und meine Freunde auch… Ich konnte nicht feststellen, dass dieses Buch meine Situation als Schwarze in Deutschland verbessert oder verschlechtert hat – vielleicht bin ich aber auch nur ein unreflektiert glücklicher Mensch.

  48. Nina meint:

    @Sonja: Natürlich! Denn eine solche Homgenisierung Schwarzer Menschen wäre rassistisch. Es lag nicht in meiner Absicht, es hier so darzustellen, als hätten alle Schwarzen dieselbe Meinung zu dem hier diskutierten Thema- darauf hat @kid37 ja weiter oben auch schon richtig hingewiesen. Ich glaube auch nicht, dass Initiativen Schwarzer Deutscher/POC für „alle“ Schwarzen in Deutschland sprechen oder das überhaupt beabsichtigen. Sie stellen eine, zugegebenermaßen gut hörbare, Stimme dar. Ebenso wie es eine ganze Bandbreite an Meinungen unter Weißen gibt, gibt es das auch unter Schwarzen. Und das hängt sicher, wie Du ja auch mit Bezug auf Deinen Vater schreibst, von den eigenen Erfahrungen ab.

  49. barbara meint:

    der mitbewohner und philine haben es auf den punkt gebracht.
    und sebastian bringt immer die dringend benötigte prise humor ein.
    viel eitles selbstdarsteller-bescheidwisser-gutmenschengeschwätz hier unterwegs.

  50. Ada meint:

    …und leider genauso viel dumpfer unreflektierter Mittelschichts-Akademiker-„rettet-das-Kulturgut“-Rassismus.

  51. Ada meint:

    …und leider genauso viel dumpfer, unreflektierter, bildungsbürgerlicher Akademiker-„rettet-das-Kulturgut“-Rassismus.

  52. Stefan meint:

    Zu »Ada«: Aus Respekt vor unserer Gastgeberin werde ich dazu nichts sagen.

    Bis zu einem bestimmten Punkt war es hier eine sehr interessante Diskussion, in der ich viel lernen konnte. Meine (Fach)Frau hat sich die Argumente angehört und mir in aller Gelassenheit erklärt, wie die Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter wirklich mit der Pippi Langstrumpf umgehen.

    Die Quintessenz aus dem Gespräch: Kinder brauchen kein Gutmenschengeschwätz, sondern ihnen müssen klare Werte vermittelt werden. Es muss eindeutig und unveräußerlich feststehen, dass kein Mensch »höherwertig« oder »minderwertig« ist. Alles andere kommt von selbst.

    In einem guten Kindergarten gibt es dafür die Form der Kinderkonferenz, in der die Kinder (moderiert) ihre Regeln selbst festlegen. Nach zehn Jahren Erfahrung mit diesem Konzept hat sich herausgestellt: Kinder im Alter ab knapp drei Jahren schaffen das, wenn man ihnen die Umgebung dafür bereitstellt.

    Kinder hinterfragen bei uns nicht die Hautfarbe des Königs, sondern viel eher die Notwendigkeit einer Monarchie. In einer Kinderkonferenz gibt es nämlich auch keinen Monarchen. Nur in der Faschingszeit oder beim Ritterspiel.

    Gutmenschengeschwätz brauchen die Kinder nicht. Es hilft immer nur denen, die sich damit selbst etwas beweisen wollen oder die daraus einen (wie auch immer gearteten) Vorteil ziehen. Meine persönliche Meinung: Es gibt leider zu viele, die sich daraus ein Geschäft machen.

  53. Ada meint:

    Lieber Stefan, als Tochter eines Nigerianers und einer Deutschen, selbst schwarz, sehe ich das einfach anders. Kann schon sein, dass Kinder das anders mitschneiden, wenn sie das Buch mit guten Erklärungen vorgelesen bekommen oder selber lesen. Ich erinnere mich aber, dass es mich persönlich schon als Kind beleidigt hat, vom N-könig in Pipi Langstrumpf oder vom N.. Jim in Jim Knopf zu hören. Das geht sicher nicht allen Kindern so, bei Sonja war es ja ganz anders.
    Daher identifiziere ich mich sehr stark mit der Rassismuskritik, die hier auch angesprochen wurde.

  54. Stefan meint:

    Akzeptiert. Auch mich stören viele Figuren (und manchmal sogar ganze Bücher). Sie stimmen nicht mit meinen Werten überein, sie beleidigen meine Intelligenz etc.

    Aber eine Gesellschaft kann es doch nicht von persönlichen Befindlichkeiten oder von den Befindlichkeiten einer Gruppe abhängig machen, welche Begriffe in Zukunft noch in Büchern vorkommen dürfen oder welche Begriffe aus alten Büchern getilgt werden.

    Mir fallen zwei politische Systeme aus dem 20. Jahrhundert ein, in denen so etwas in aller Konsequenz durchgesetzt wurde. In beiden möchte ich nicht leben. Deshalb geht diese Diskussion weit über Kinderbücher hinaus. Sie berührt unsere Freiheit: Was darf in Zukunft überhaupt noch gesagt, gehört, geschrieben und gelesen werden, wenn jede Gruppe ihre Denk- und Sprechverbote durchgesetzt hat?

  55. Ute meint:

    Glücklicherweise habe ich noch die alte Fassung von „Pippi“ aus meiner Kinderzeit im Regal. Die habe ich vorgelesen und die lasse ich meine Kinder inzwischen auch selbständig lesen. Für mich gehört auch die Entwicklung einer Sprache zur den Dingen, über die man Bescheid wissen sollte. Die beanstandeten Begriffe wie „Neger“ etc. habe ich halt erklärt, und wer mich jetzt unbedingt für einen Rassisten halten möchte, um sich selbst für den besseren Menschen halten zu können, der darf das gerne tun. ^^

    Kurzfassung: Ich schließe mich vollumfänglich Stefans Aussagen an.

    (PS: In ein paar Jahren werden die Bücher dann schon wieder umgeschrieben? Siehe de.wikipedia.org/wiki/Euphemismus-Tretm%C3%BChle )

  56. Ute meint:

    @Ada: Und mir als Mädchen standen damals schon bei Dolly und Hanni & Nanni die Haare zu Berge, weil sie Mädchen als kleine Hausmütterchen darstellten. Ja nu, ergo las ich sie eben nicht. (Wenn meine Kinder wollen, dürfen sie aber – kein Problem. Sie haben genau wie ich auch selbst ein Hirn zum Urteilen.)

    Ich stelle nicht den Anspruch, daß jedes Buch meinen Be- und Empfindlichkeiten gerecht werden muß und ich vermute auch nicht hinter jeder unglücklichen Formulierung in einem Buch gleich einen absichtlichen Affront.

  57. Ada meint:

    Der Vergleich hinkt total. Ich bezweifle, dass Hanni und Nanni Deine Würde als Mensch in Frage gestellt haben. Für mich hat das aber das N…Wort in den genannten Kinderbüchern gemacht und das habe ich schon als Kind verstanden. Auch wenn ich das damals noch nicht so begründen konnte. Aber Kinder, die davon getroffen werden, checken das, auch wenn sie noch keine Sprache dafür haben.
    Und das ist jetzt das Letzte, was ich dazu sage. Wie Nina schon geschrieben hat: diese Diskussionen dienen sowieso nur dazu, damit Weiße sich gegenseitig bestätigen können, dass sie keine Rassisten sind.

  58. kecks meint:

    …muss man jetzt wirklich auch noch drüber streiten, ob die Frauendarstellung in „Hanni und Nanni“ schlimmer ist als die Darstellung von Schwarzen in „Pippi Langstrumpf“? Beides ist scheiße, reicht das nicht? Ich meine, wie gesagt, in diesem Land werden Leute wegen ihrer Herkunft und ihres Aussehens ermordet. Und das sicher nicht, weil die Täter zuviel Lindgren gelesen haben.

  59. Helga meint:

    Ich bin (mal wieder) geschockt darüber, dass „diese politische Korrektheit“ jetzt „endlich mal ein Ende haben muss“. Ja, das N-Wort ist rassistisch. Und jetzt, wo sich das endlich rumgesprochen hat, muss es wieder erlaubt sein, rassistische Sprache zu verwenden? Wir leben doch heute noch lange nicht in einer Zeit, in der es keine fremdenfeindlichen Übrgriffe gibt, in der Schwarze Menschen nicht mehr verprügelt werden wegen ihrer Hautfarbe, in der niemand mehr diskriminiert wird. Und dann wollen wir wieder zurück zu noch schlechteren Zeiten?

    Ich wiederhole mich jetzt, aber was 1950 rassistisch war, das ist auch 2012 rassistisch. Punkt.

    @Stefan Richtig, es sollten sich alle Menschen über Gewalt informieren. Was Du gerade übersiehst ist, dass Schwarze Menschen dazu quasi gezwungen sind, weil ihnen immer wieder rassistische Gewalt widerfährt. Weiße Menschen dagegen können super leben, ohne sich einmal Gedanken über rassistische Gewalt zu machen. Oder, wenn sie wie hier darauf aufmerksam gemacht werden, diese Kritik als „übertrieben“ abstempeln und nicht darauf eingehen.

  60. creezy meint:

    Das ist ein sehr sehr schwieriges Thema. Ich habe neulich selbst im Blog mich zu meiner Chinesenpuppe geäußert anlässlich dieser Kuttner-Negerpuppe-Web/Presse-Triade. Die angestrengte wenig inhaltlich aussagefähige Diskussion hat mich erstaunt, natürlich auch nachdenklich gemacht, denn wir sind mit einem bestimmten Sprache groß geworden, deren Entwicklung wir getragen haben. Sie hat mich in meiner Entwicklung als Kind (und ich glaube fest daran, dass Kinder nie als Rassisten geboren werden, sicherlich aber aufgrund kindlicher Feststellung von Andersartigkeit sich nach unserem Empfinden rassistisch äußern können) natürlich begleitet und geprägt und mir dann früh die Auseinandersetzung – so sie auf kindlicher Basis erfolgen kann – des Themas nahe gebracht. Kurz: damals war das Erleben im Kinderbuch womöglich das erste Aufeinandertreffen mit Menschen, die anders aussehen als ich. Das ist heute sicherlich anders.

    Die Bücher müssen so bleiben. Es gilt das geschriebene Wort des Autoren. Die daraus folgende Auseinandersetzung, inhaltlich und sprachlich, ist Aufgabe der Eltern und natürlich hilfreich in der Erziehung von Kindern in diesem Punkt.

  61. Ute meint:

    Ich hab’s ja auf Facebook schon gepostet. Die Aussage von Frau Lindgrens Tochter zu der Debatte nämlich:

    aftonbladet.se/nyheter/article11012041.ab

    Kurzfassung (soweit mein Schwedisch reicht): Die Figur der Pippi Langstrumpf ist nun mal in den 40ern beheimatet und aus den Büchern kommt vieles den Kindern von heute seltsam vor. Der Begriff „Neger“ bekam erst seit ca. 2000 einen negativen Beigeschmack, und da Pippi selbst keine Vorurteile hegt, haben die heutigen Rechteinhaber eine Änderung abgelehnt.

    (Jedenfalls in Schweden.)

  62. Chris (@clarityandchaos) meint:

    „Der Begriff [..] bekam erst seit ca. 2000 einen negativen Beigeschmack“
    Ernsthaft? Ihr wollt mich doch veräppeln. Gut, ich kenne mich mit Schwedisch nicht aus, aber im Deutschen und Englischen hatte das entsprechende Wort schon _immer_ einen negativen Beigeschmack, nur ist erst in den letzten 30 Jahren langsam aufgekommen, dass die betreffende Gruppe nicht negativ ist.
    Ich kann nachvollziehen, wieso Leute ein Problem damit haben, wenn heißgeliebte Texte geändert werden sollen – wenn auch nur leicht. Allerdings halte ich es beim Fall Pipi Langstrumpf für recht einfach, das Wort in etwas weniger rassistisches zu ändern, gerade wenn man davon ausgeht, dass Lindgren nicht rassistisch war sondern nur den (rassistischen) Begriff ihrer Zeit benutzte. Gerade im Zuge einer Neuübersetzung – die ja immer eine Bearbeitung des Textes ist, so etwas wie die direkte, 1:1 Übersetzung gibt es nicht – ist das relativ problemlos. Es ist sogar noch einfacher als bei Mark Twain, denn Twain nutzte den Begirff mit all seinen rassistischen Konnotationen, um die rassistische Gesellschaft aufzuzeigen (kann man zumindest argumentieren.) Gleichzeitig kann auch in dem Fall gut verstehen, wenn PoC/andere fordern, im Zuge von Neuübersetzungen/Neuauflagen das Wort angemessen zu ändern oder zumindest zu kommentieren. Denn der N*-Begriff ist nunmal durch und durch rassistisch und stammt aus einer noch rassistischeren Zeit.

  63. mahi meint:

    Ich finde, rassistische Aeusserungen haben in Kinderbuechern nichts zu suchen.
    Natuerlich ist Kinderliteratur ein wichtiger Teil unserer Kultur, warum die Unversehrtheit von Kinderliteratur aber auf einmal wichtiger ist als die Nichtweitergabe menschenfeindlicher und rassistischer Einstellungen will sich mir nicht erschliessen.

  64. trippmadam meint:

    Hier ging es doch zunächst darum, ob das literarische Werk von Astrid Lindgren verändert werden darf. Astrid Lindgren hat „Neger“ geschrieben, warum auch immer. Vielleicht war sie rassistisch (was ich eher nicht glaube), vielleicht gedankenlos, vielleicht war das einfach zu ihrer Zeit der übliche Begriff. Würde heute jemand „Neger“ schreiben, wäre ich die erste, die Zeter und Mordio schreien würde, aber Pippi Langstrumpf ist Literatur, die man unter Berücksichtigung ihres Umfelds und ihrer Zeit sehen sollte. Natürlich empfinden PoC den Begriff „Neger“ zu Recht als beleidigend, jedoch wäre es m.E. Geschichtsfälschung, wenn wir ihn bei Lindgren, Twain o.ä. tilgen würden.

  65. walküre meint:

    @trippmadam

    Genau dieses. Literaturfälschung auch.

  66. Chris (@clarityandchaos) meint:

    @trippmadam @walküre Ist jede (Neu)Übersetzung auch „Literaturverfälschung“? Ist auch nicht _das_ Original. Vor allem wenn der Wechsel kommentiert wird (unkommentiert fänd‘ ich auch doof) ist das keine „Fälschung,“ finde ich. Twain (oder Lindgren) im Original kommentiert anzupassen wäre imho auch okay – vor allem wenn man annimmt, dass der_die Autor_in nicht explizit rassistisch sein wollte, sondern ’nur alte‘ Begriffe verwendete.

  67. walküre meint:

    Als Vor- oder Nachwort fände ich einen entsprechenden Kommentar bzw. eine Erklärung durchaus richtig, in den Text selber einzugreifen, empfinde ich persönlich als falsch.

    Mir ist nicht bekannt, weshalb Astrid Lindgren Pippilotta Viktualias Vater Negerkönig hat werden lassen, ich mutmaße aber, dass es der Autorin in erster Linie darum ging, den größtmöglich vorstellbaren äußeren Kontrast zu einem Weißen darzustellen, und das ist nun einmal ein Mensch mit sehr dunkler Hautfarbe, der eben signalisiert, dass Pippis Vater sehr – wirklich sehr ! -weit weg wohnt und darüber hinaus sehr mutig und klug sein muss, um in einem so fernen Land König werden zu können. Hätte Frau Lindgren realiter rassistische Tendenzen gezeigt, wäre einer von Pippis Namen übrigens wohl kaum „Efraimstochter“.

  68. kecks meint:

    Kann mir bitte einer von den ‚“Neger“ in Kinderbuch = Rassismus und muss deshalb anders übersetzt werden-Leuten‘ hier kurz erklären, wieso ihr euch nicht in der Lage seht, mit euren Kindern Gespräche zu führen über Wörter und deren Gebrauch damals und heute in Büchern?
    Warum muss alles ponyhofperfekt“ich bin ein guter mensch und alle haben sich lieb“ sein, sobald Kinder involviert werden?
    Die Welt ist komplex, die Semantik von politisch problematischen Begriffen ist komplex, und diese Komplexität muss man auch mal aushalten können, wenn man auf das Gegenteil von Zensur – auch wenn’s noch so gut gemeinte Zensur ist – steht. Auch wenn man mit Kindern kommuniziert.

  69. Julia-Sophie meint:

    Bemerkens- und beklagenswert ist nicht das Wort, sondern wie Weiße es instrumentalisieren, um ihr eigenes „gut und besser sein“ zu zelebrieren und ihr Mäntelchen moralischer Überlegenheit zur Schau zu tragen. Wenn mir Schwarze, die keinen moralischen Gewinn oder Gewinn an Aufmerksamkeit damit erzielen können und wollen, mir glaubhaft erklären können, was für sie ganz persönlich an diesem Wort rassistisch ist, dann glaube ich das gern. Aber nicht, wenn sich das Häuflein der üblich Dauerbetroffenen mal wieder einen schlanken Fuß macht.

  70. Chris (@clarityandchaos) meint:

    Geht ja nicht drum, den Charakter wießzuwaschen, sondern ’nur‘ um das Wort. Auch hat das Entfernen des Wortes bei den meisten (bei mir zumindest) nicht den Grund, dass ‚wir‘ Kinder vor allen negativen. komplizierten Dingen schützen wollen, oder nicht mit Kindern reden möchten. Es geht nur um das Ende eines rassistischen Begriffs, der noch immer PoC verletzt, beleidigt, diskriminiert. Persönlich hab ich von der Debatte gar nix, außer Durst nach einem Bier.
    @Julia-Sophie, ganz abgesehen davon, dass man argumentieren könnte, dass ein Leben mit weniger Rassismus immer ein moralischer Gewinn (für alle!) ist, bietet dir das Internet viele, viele Aussagen von PoC, wieso die N-Wörter (in den div. Sprachen) noch immer rassistisch empfunden werden.

  71. walküre meint:

    Mein persönliches Wunschszenario, irgendwann in der Zukunft (je früher, desto besser):

    Ein Kind/Jugendlicher liest diesen Thread hier oder auch einen inhaltlich vergleichbaren anderen – und fragt dann erstaunt einen in Geschichte und Soziologie beschlagenen Erwachsenen, weshalb es den Menschen damals denn so wichtig gewesen sei, andere Menschen mittels Hautfarbe/Geschlecht/Herkunft zu katalogisieren …

  72. mahi meint:

    @kecks
    Falls sich an meinen Lebensumstaenden in naher Zukunft nichts fundamental aendert, werden meine zukuenftigen Kinder keine weisse Hautfarbe besitzen. Aus diesem Grund gehe ich natuerlich davon aus das ich mit meinen zukuenftigen Kindern vermehrt Gespraeche ueber Hautfarbe, Rassismus etc. fuehren werde(n muss).

    Das Buch, so sehr ich es auch mag, benutzt rassistischen Sprachgebrauch. Diese Art von Rassismus mag damals ganz normal gewesen sein, heutzutage ist es dies jedoch nicht. Ich werde den Teufel tun meinem Kind ein Buch in die Hand zu druecken, in dem rassistische Sprachgebrauch als voellig normal dargestellt wird.

    Eine Konversation in der Art von
    „Ja, liebes Kind, Menschen deiner Hautfarbe werden in diesem Buch mit rassistischen Schimpfwoertern bezeichnet, aber das war damals so, heute ist das schlecht. Bitte lass dies keine Auswirkungen auf dein Selbstwertgefuehl haben.“ reisst das Ruder an der Stelle leider auch nicht mehr rum. Mal davon abgesehen, dass die Leserschaft von Pippi wirklich extrem jung ist.

    Ganz ehrlich, bevor ich meinen jetzigen Lebenspartner kennen lernte, habe ich auch das Gegenteil argumentiert. Heute sehe ich, wie extrem ignorant mein damaliger Standpunkt war.

  73. Julia-Sophie meint:

    „bietet dir das Internet viele, viele Aussagen von PoC, wieso die N-Wörter (in den div. Sprachen) noch immer rassistisch empfunden werden.“

    Eine Antwort „wieso“ ist mir noch leider noch nie begegnet. Es wird immer nur behauptet, es sei rassistisch, weil man es halt so empfindet und weil vor 150 Jahren in Amerika die Schwarzen Nigger genannt wurden etc.pp. Da ich nicht schwarz bin, muss ich mir, um diese Aussage nachvollziehen zu können, eine Analogie suchen, die auf mich einigermaßen zutrifft. Ich kann mich z.B. darauf beziehen, dass Frauen vor 150 Jahren weltweit unterdrückt und diskriminiert wurden. Sie wurden beschimpft, waren unmündig und oftmals quasi Leibeigene. Die Situation ist der der Schwarzen gar nicht unähnlich. Wenn ich mir nun vorstelle, dass früher Frauen auch schon Fotze genannt wurden, und mich frage, ob ich dieses Wort als Beleidigung empfinde, dann muss ich die Frage mit ja beantworten. Überlege ich nun, warum es mich beleidigt, dann stellt ich fest, dass es nichts mit der Unterdrückung von Frauen vor 150 Jahren zu tun hat, sondern damit, dass dieses Wort mich auf mein Genital reduziert. Würde es besser werden, wenn man F-Wort sagen würde? Nein. Es würde aber auch nicht besser werden, wenn man mich PoV (people of vagina) nennen würde. Der Sinn ist der gleiche. Oder ein anderes Beispiel: Wenn mich jemand Nazi nennt, weil ich Deutsche bin, beleidigt es mich nicht mal ansatzweise, ganz einfach weil ich keiner bin. Meine Vorfahren hätten Nazis oder Widerständler sein können. Darüber ist mir nichts bekannt. Es wäre zumindest zeitlich glaubwürdig, wenn ich beleidigt wäre, denn ich habe zumindest noch Verwandte gekannt, die zur Zeit der Nazis lebten.
    Wenn mir ein Schwarzer erklären würde, dass er das Wort wegen der Reduzierung auf die Hautfarbe als diskriminierend empfindet – d’accord! Aber nicht, weil in einem vergangenen Jahrhundert auf einem anderen Kontinent schwarze Sklaven Nigger genannt wurden und die heute lebenden Schwarzen davon aus Filmen und Büchern wissen. Dazu kann man unmöglich mehrere Generationen später, in einem anderen Land, einer völlig anderen Gesellschaftsordnung und vermutlich ohne nachvollziehbare familiäre Verbindungen einen so starken emotionalen Bezug haben. Zumal es in Europa keine der amerkianischen vergleichenbare Sklaverei gab und man sich hier nicht auf rassistische „Tradition“ berufen kann. Wenn also hier und heute schwarze und vor allem weiße Deutsche bestimmte Worte als rassistisch „empfinden“, dann hat das m.e. andere Gründe. Einer davon dürfte in der Aufmerksamkeit liegen, die dem Thema derzeit gewidmet wird. Ein andere darin, dass sich die Weißen als Opferanwälte gerieren können.

  74. Thomas Arbs meint:

    Ich glaube – hoffe! -, dass relativer Konsens darüber herrscht, dass die Geschichten rund um die Tochter des demokratisch gewählten Regierungschefs einer pigmentell optimal an das Klima angepaßten Bevölkerungsgruppe ohne Festlandbezug nicht rassistisch gemeint sind. Schauen wir doch mal weiter in „Pippi Langstrumpf“: Polizisten sind durchweg dumm, Obdachlose Diebe, Zirkusbetreiber Zigeuner – aber auch der dicke, reiche Weiße in seinem Auto oder die weiße Frau bei ihrem Kaffeeklatsch kommt nicht besser weg. Es sind eben durchweg alle Erwachsenen, die bei Pippi ihr Fett abbekommen. – Jim Knopf, selbst der wurde hier bemüht, ist der Held der Geschichten, er könnte positiver nicht besetzt sein!

    Es ist also vielmehr das Wort an sich, dessen bloße Nennung allen Unbehagen verursacht. Wer nun jeden einen Rassisten nennt, der nur Neger sagt, der hängt den Boten für die Botschaft. Das eigentliche Problem ist der tatsächliche Mißstand, an den das Wort uns erinnert. Solange wir den tatsächlichen Mißstand nicht beseitigen (und zwar in der Gegenwart, in der Vergangenheit geht das nun mal nicht mehr), sind wir tatsächlich gefangen in der Euphemismus-Tretmühle. Ich habe z. B. das Wort „Person of Colour“ für jemand, der gestern noch Farbiger hieß, und früher eben noch Neger, heute in dieser Diskussion zum ersten Mal gehört und für mich sofort unter „ein weiterer lächerlicher, hilfloser Versuch der Political Correctness-Fraktion“ abgelegt.

    Was im Kindergarten Christoph mit Serhan tut, Markus mit Li und Anna mit Matsoda, das ist es, was für die Gegenwart und die Zukunft einen Unterschied machen wird, nicht welches Wort gerade aktuell sein wird.

  75. stefan meint:

    Ich habe nur darauf gewartet, dass jemand mit dem Argument kommt: Wenn wir Pippi Langstrumpf ändern, sei das »ein moralischer Gewinn (für alle!)«.

    Ganz bestimmt.

    Es ist auch »ein moralischer Gewinn (für alle!)«, wenn die religiösen Fanatiker ein paar unliebsame Karikaturen unterdrücken.

    Es ist noch ein viel größerer »moralischer Gewinn (für alle!)«, wenn aus der Bibel jede Stellen entfernt wird, die jemand aus den unterschiedlichsten Gründen ablehnen könnte. Da gibt es viele Stellen und viele moralisch fundierte Begründungen.

    Wenn wir uns von jeder Interessengruppe diktieren lassen, was in Büchern stehen darf, dann können wir gleich das Grundgesetz ändern:

    Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten, sofern diese Quellen, Worte, Schriften und Bilder moralisch geprüft worden sind, weil das ein moralischer Gewinn (für alle!) ist.

  76. Ada meint:

    @Alle, die die Rassismuserfahrungen Schwarzer/PoC hier abwerten und wegdiskutieren, besonders @Julia-Sophie: Das Internet ist voll von Texten, Videos, Artikeln über Rassismus. Es sind hunderte von Büchern darüber geschrieben worden. Es ist Eure Aufgabe, Euch darüber zu informieren. Es ist NICHT die Aufgabe von Schwarzen/PoC, das für Euch zu übernehmen. Die Bitte, die besonders Julia-Sophie hier stellt, sie doch bitte bitte aufzuklären, warum etwas rassistisch sei und Schwarze sich davon verletzt, beleidigt etc. fühlen, sind bereits klassisches rassistisches Abwehrverhalten (im Internet auch zu finden unter dem schönen englischen Begriff „Derailing“). Andere Formen von Diskriminierung wie Sexismus kann man nicht 1-zu-1 gleichsetzen mit Rassismuserfahrungen, auch wenn es da Anknüpfungspunkte gibt (kannst es googlen, findest Du unter dem Begriff „Intersektionalität“).
    Es ist nicht meine verdammte Aufgabe, Dir oder Euch AUfklärung zu verschaffen über Rassismus!
    Eure Privilegien, Eure Verantwortung!
    Aber weil ich heute so großmütig bin, hier der Hinweis auf eine kleine Einführung in die Geschichte des Rassismus: http://www.google.de/#q=bbc+racism+a+history&hl=de&prmd=imvns&source=lnms&tbm=vid&ei=96etTsvoKIjZsga-y4XNDw&sa=X&oi=mode_link&ct=mode&cd=4&sqi=2&ved=0CBIQ_AUoAw&fp=1&biw=1024&bih=543Ganz&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.,cf.osb&cad=b

  77. Stefan meint:

    Es gibt täglich Rassismus-Erfahrungen. Es gibt täglich auch andere Verletzungen, die von den Verletzten als genauso schlimm empfunden werden. Wenn ich hier bei Ada (23.09 Uhr) lese: »andere Formen von Diskriminierung« könne man mit Rassismus nicht gleichsetzen, frage ich mich allerdings: Wer legt das fest? Mit welchem Recht?

    Im Verlauf dieser langen Diskussion wurde an einer Stelle gefragt: Was hat eigentlich Priorität? Für mich steht in der Diskussion um die Bücher Astrid Lindgrens die Meinungsfreiheit an erster Stelle. Gegen Rassismus kann man nicht kämpfen, indem man eine Zensur einführt. Und auf Zensur läuft alles hinaus, was hier mit der Begründung des »moralischen Gewinns (für alle!)« gefordert wird.

    Es ist gerade kein Gewinn für die Menschen anderer Hautfarbe, wenn sie in einem Land leben müssen, in dem jedes Buch vor dem Druck unter dem Gesichtspunkt untersucht wird, ob jemand dadurch gekränkt werden könnte. Viele kommen nämlich zu uns, weil in ihren Heimatländern die freie Meinungsäußerung unterdrückt wird (und diese Unterdrückung der freien Meinungsäußerung wird immer mit höheren Zielen begründet).

  78. Nina meint:

    @Ada: Vorsicht, jetzt werden sie Dich hier gleich mit einer weiteren klassischen rassistischen Strategie als „Angry Black Woman“ hinstellen…

    @Creezy: In den Kommentaren zu Deinem Puppen-Post bist Du, meiner Meinung nach, völlig zu Recht kritisiert worden. Da Creezy ihren Post ja selbst erwähnt hat, kann man ja gern mal drüben bei ihr nachlesen. Ist quasi ein Spiegelbild der Diskussion hier. Man beachte die sehr guten Kommentare von dieTilde und accalmie dort: http://www.holyfruitsalad.blogspot.de/2012/05/chinesenpuppe.html#comment-form

    So, und ich mag mich jetzt hier nicht mehr beteiligen.

  79. Sasha meint:

    abgesehen davon, dass ich definitiv die meinung teile, dass hier derailing und rassismusabwehr vom feinsten stattfindet:

    ist es nicht ein widerspruch, zu behaupten die liebe gute astrid lindgren sei ja nur ein kind ihrer zeit und das n-wort sei somit allein dem historischen kontext geschuldet, stehe jedoch nicht für eine rassistische haltung/meinung, während man gleichzeitig für die erhaltung des n-worts in ihrem text die meinungsfreiheit heranzieht (was ja meines wissen nach eher bedeutet: jeder mensch, der will, darf rassist sein und sich so äußern, auch astrid lindgren)??

    außerdem: gerade weil ihre texte doch sowieso aus der zeit gefallen zu sein scheinen, wäre es doch kein problem, hier den absolut authentischen 50er jahre rassismus u.a. in form des n-worts, ohne den es anscheinend für viele nicht geht, umzuarbeiten.

    ps: die zählung der kommentare als „beifall“ ist an dieser stelle kurios, mein dank an alle widersprechenden!

  80. Stefan meint:

    @Sasha: Astrid Lindgren kann sich überhaupt nicht mehr äußern. Sie hat vor Jahrzehnten einige Bücher geschrieben, die bis heute zur Weltliteratur für Kinder zählen. Diese Bücher waren damals sehr fortschrittlich, in einigen Details aber auch von der Sprache der Zeit bestimmt.

    Die Bewertung einiger Worte im Kontext der Handlung der Bücher ist umstritten. Gemäß unserem Grundgesetz kann jeder Mensch diese Worte vorlesen oder kritisieren; jeder Mensch mag auch offen sagen, wie sie auf ihn wirken. Das ist Meinungsfreiheit. Es wäre Zensur, den Abdruck des Originals zu verbieten.

    Ich will nicht in einem Land mit einer Zensurbehörde leben. Ich lebe lieber in einem freien Land und nehme in Kauf, dass hier auch Worte gedruckt werden können, die mich verletzen, abstoßen, anwidern, kränken … Ich bin sicher, dass es die Mehrheit der Menschen in diesem Land genauso sieht, unabhängig von Hautfarbe und Herkunft.

    OT: Die Beiträge von Creezy und Lila am Beginn des anderen Threads sind großartig, aber um sie wirklich verstehen zu können, muss man beide Bloggerinnen in ihrer menschlichen Art kennen. Wer ihre Blogs nämlich kennt, dem ist sofort klar, wie absurd die Unterstellungen und Totschlag-Argumente sind, die im späteren Verlauf dort (vor allem gegen Creezy) vorgebracht wurden.

  81. trippmadam meint:

    @chris: traduttore = traditore (Übersetzer = Verräter) ;-)
    Als Übersetzerin wehre ich mich allerdings dagegen, meine Arbeit als Fälschung bezeichnen zu lassen. Das ist niveaulos. Eine gute Übersetzung verfälscht eben nicht, auch wenn eine Eins-zu-Eins-Übersetzung in der Regel nicht möglich ist. Siehe hierzu auch: Swetlana Geier: Ein Leben zwischen den Sprachen: Russisch-deutsche Erinnerungsbilder: Dornach, Pforte Verlag, 2008.

  82. Ute meint:

    @Stefan: Zitat: „Wenn ich hier bei Ada (23.09 Uhr) lese: »andere Formen von Diskriminierung« könne man mit Rassismus nicht gleichsetzen, frage ich mich allerdings: Wer legt das fest? Mit welchem Recht?“

    Genau das habe ich mich auch gefragt. „Meine Betroffenheit ist aber schlimmer als deine!“ Eieiei…

    Noch am vergangenen Wochenende bin ich im Web über das „Minderheiten-Quartett“ gestolpert und habe mich ob dessen Absurdität verwundert am Kopf gekratzt. Inzwischen jedoch… Nun ja.

  83. Sabine meint:

    Ganz eindeutig hat die sonst eher unkonventionelle und fortschrittliche Astrid Lindgren in Pippi Langstrumpf mit der Vater-Geschichte daneben gelangt. Ebenso sollten gerade die, die in den einfachen Schwierigkeitsgraden spielen, ihr sprachliches und sonstiges Verhalten immer mal wieder auf den Prüfstand stellen, um es den Mitmenschen jeglicher Couleur nicht schwer zu machen.

    Geht irgendjemand ernsthaft davon aus, dass Astrid Lindgren das heute noch so schreiben würde, wäre sie noch am Leben? Oder dass sie, auf den kolonialen Rassismus angesprochen, den Piraten nicht einfach zu einem anderen König gemacht hätte? Jetzt steht es nun mal so da, und man muss Wege finden, damit umzugehen. Ein riesengroßes Problem? Sicher nicht.

    Interessant ist aber, wie empfindlich Menschen reagieren, wenn ihre Sprachgewohnheiten in Frage gestellt werden. Sprache ist eben doch eine der besten Methoden, sich von anderen Menschengruppen abzugrenzen und Herrschaftsverhältnisse zur Schau zu tragen.

  84. Ada meint:

    Es geht nicht darum, verschieden Diskriminierungserfahrungen auf einer Skala zu berwerten, welche schlimmer ist, und wer „betroffener“ ist. Es geht darum, dass es Unterschiede zwischen verschiedenen Diskriminierungsarten wie z.B. Rassismus und Sexismus, gibt, in ihren Wurzeln, der Art, wie sie geäußert werden, der Art, wie sie erfahren werden. Das ist das Einzige, worauf ich hingewiesen habe.
    Möchte man Rassismus verstehen (oder sich gar selbst als nicht-rassistisch bezeichnen wollen), dann muss man also mehr tun, als empathisch „nachfühlen“ zu wollen, wie es sich wohl „anfühlt“, rassistisch diskriminiert zu werden. Das funktioniert nicht. Nicht rassistisch zu sein ist Arbeit. Es bedeutet, sich zu informieren, zu lesen und den Erfahrungen von Menschen zuzuhören, die von Rassismus betroffen sind. Es bedeutet auch, dass ich mich selbst vielleicht auf unangenehme Weise reflektieren muss und einsehen muss, dass ich mitunter rassistisch handle.

    Wir können diese Debatte um Astrid Lindgren gern führen. Ich kann sogar Stefans Meinungsfreiheitsargument nachvollziehen (zumal wenn ich die Position miteinbeziehe, aus der er spricht, also, wenn ich sich mir das richtig erschließt, die eines Menschen, der in der DDR, also einem Unrechtsstaat gelebt hat und in der Meinungsfreiheit nicht galt. Richtig?).
    Aber was Ihr hier macht, insbesondere Ute, ist Rassismusabwehr/Derailing at its best!

  85. Ute meint:

    „Geht irgendjemand ernsthaft davon aus, dass Astrid Lindgren das heute noch so schreiben würde, wäre sie noch am Leben? “

    Falsche Frage, würde ich sagen. Die Frage müßte eher lauten: „Was würden wir als Schriftsteller sagen, wenn sich in 70 Jahren die Leute über den ganz fürchterlichen Begriff ‚People of Colour'“ aufregen, den wir anno Domini 2012 genau deshalb benutzt haben, damit sich nur ja niemand angegriffen fühlt?“

    Manchen wäre es vermutlich wurscht, ob die Verlage das dann im Jahr 2082 ändern. Andere würden sich wundern, aber in Gottes Namen nachgeben, bevor die Umsatzzahlen sinken. Und noch andere würden es eben ablehnen, weil sie es absurd finden, aus dem üblichen Sprachgebrauch von damals eine Beleidigung im Heute zu konstruieren. So wie die Nachkommen von Astrid Lindgren. Auch das ist Meinungsfreiheit, wie Stefan schon sagt.

    So oder so landen wir immer wieder bei der oben schon erwähnten Euphemismus-Tretmühle.

    Rassismusabwehr… Wer hatte hier nochmal Watzlawick erwähnt? Der beschreibt in seinen Büchern ein tolles Szenario:

    Ein Mensch wird in die Psychiatrie eingeliefert. Er beteuert, völlig normal und zu Unrecht eingeliefert worden zu sein. Antworten die Ärzte: Die Tatsache, daß Sie nicht anerkennen wollen, wie verrückt Sie sind, ist der eindeutige Beweis, daß Sie es sind.

    Nix anderes läuft hier gerade. Danke fürs Gespräch & ciao. ^^

  86. Ada meint:

    People of Colour/PoC ist nicht ein Begriff, den „wir“ (wer auch immer damit gemeint ist!?) benutzen, damit sich niemand angegriffen fühlt, sondern ein Begriff, den wir (also Menschen, die eine nicht-weiße Hautfarbe haben) uns als Selbstbezeichnung gegeben haben, um ein Label zu finden für geteilte Diskriminierungserfahrungen.
    Es ist mir also ziemlich schnuppe, ob Du, liebe Ute, den als Weiße „ganz fürchterlich“ findest!!!
    Rassismus mit psychischer Krankheit gleichzusetzen hat zwar was, wie ich gestehen muss, aber auch dieser Vergleich hinkt. Für Deine rassistische Haltung kannst Du nämlich was und Du könntest auch was dagegen tun.

  87. Sonja meint:

    Ich muss zugeben – ich bekomme bei der Vorstellung PoC genannt zu werden (Pock?!?) den Wunsch zu schreien.
    Ich bin Deutsche, verflixt! Und als solche will ich wahrgenommen werden. Ich will keine Sonderstellung oder irgendeine Form von Sonderbehandlung (positive genauso wenig wie negative).
    Das hier die Meinungsfreiheit in Frage gestellt wird, um ein für einige Menschen verletztendes Wort zu tilgen, erschreckt mich zutiefst.
    Mich, die ich mich einfach als regulärer Teil der Deutschen empfinden will, verletzt die Ausgrenzung des Wortes Afro-Deutsche. Muss das dann auch aus dem gesamten Rassismusdiskurs getilgt werden?
    Ich empfinde die hier verwendeten Totschlagargumente sehr erschreckend. Und aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen: gerade meine weisse Mutter, hat mir mit ihren Anti-Rassismusskämpfen und ihrem Bemühen, mich zu unterstützen, immer wieder eher vor Augen geführt, dass ich selbst in ihren Augen „anders“ war und bin – und das obwohl Sie bis heute nur mein Bestes will.
    Ich kann mich nur wiederholen – die eigene Meinung kann immer nur eine Meinung sein – nie die einzig Wahre. Das Individuum spricht nicht automatisch für viele und Rechthaberei auf beiden Seiten hat für mich in dieser Diskussion keinen Platz. Im Internet kann ich für alles und jedes Menschen finden, die mir zustimmen – macht das allein etwas schon zu etwas „richtigem“?
    Ich bin in meinem Leben genauso oft von Schwarzen diskriminiert worden, denen ich zu weiss war, wie von Weissen, denen ich zu schwarz war… Ist Rassismus besser, wenn er von Schwarzen ausgeübt wird? Weil die von Weissen unterdrückt wurden??
    Soll mich jetzt “ Mischlingsschlampe“ weniger verletzen, weil diese Menschen nicht Neger gesagt haben?

    Ich bin schwarz und werde ggf. meinem Kind Pippi Langstrumpf in der Version vorlesen, in der ich es als Kind gelesen habe. Weil ich das Buch als Kind geliebt habe. Weil die Stärke von Pippi, die es ihr ermöglichte gesellschaftliche Konventionen zu durchbrechen, mich gestärkt hat.
    Ich möche, dass mein Kind die Möglichkeit hat, Meinungsfreiheit kennen- und schätzen zu lernen – auch wenn das bedeuten kann, dass es Dinge hört, die für ein schwarzes Kind traurig und verletztend sein können. Denn: das Leben ist und bleibt kein Ponyhof – es wird immer Menschen geben, die Dich ausgrenzen und Dir wehtun wollen. Diese Menschen finden immer einen Grund und aus meiner Sicht ist die Hautfarbe hier wirklich „nur“ einer von vielen.

  88. Name (bitte angeben) meint:

    Falls eine qualifizierte Analyse von Interesse ist: http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/sprachwandel/2011-08-08/pippi-langstrumpf-negerprinzessin-und-uebersetzungsproblem

    @trippmadam: Wenn Du Lindgren „unverfälscht“ lesen willst, musst Du den schwedischen Autographen lesen (falls der existiert). Viel Spaß dabei.

    Literarische Fälschungen sind übrigens etwas anderes: http://www.lib.udel.edu/ud/spec/exhibits/forgery/index.htm

    @ Ute (13. Juni 2012 um 9:42): Der Unterschied ist, dass das N-Wort den zu Lindgrens Zeiten zweifelsohne gesellschaftlich vorhandenen Rassismus widerspiegelt, während Person of color eine Selbstbezeichnung schwarzer Menschen darstellt und gerade nicht den in unserer heutigen Gesellschaft vorhandenen Rassismus beinhaltet.

    Die „Euphemismus-Tretmühle“ ist m.E. die kleine Schwester der „P.C.-Lüge“ (einfach mal googlen). Tja, immer diese Geisterfahrer…

  89. Ada meint:

    @ Sonja: Es steht Dir frei, Dich nicht als PoC bezeichnen zu wollen bzw. Dich da nicht zugehörig zu fühlen. Es freut mich, dass Du keinem Rassismus in Deinem Alltag begegnest oder, anders als ich z.B., damit besser umgehen kannst und Dich davon nicht verletzen lässt. Gut für Dich, dass Dich das N-Wort so wenig stört.
    Es freut mich, dass Dir all das gelingt.
    Ja, „wir“ haben nicht alle dieselbe Meinung, auch wenn wir vielleicht eine nicht-weiße Hautfarbe haben. Ich finde das auch gut, dass das hier mal ganz deutlich wird.
    Aber für mich- ebenso wie für viele viele andere Schwarze- ist PoC eine (überlebens-)wichtige Selbstbezeichnung. Und das N-Wort möchte ich einfach nirgendwo mehr gedruckt sehen. Warum das so ist, habe ich, und viele andere hier und an anderen Stellen, ja nun schon zur Genüge ausgebreitet.

  90. Ada meint:

    @Name (bitte angeben) um 13. Juni 2012 um 10:06: Danke!

  91. Ute meint:

    „Es ist mir also ziemlich schnuppe, ob Du, liebe Ute, den als Weiße “ganz fürchterlich” findest!!!“

    Ich glaube, du hast es immer noch nicht kapiert.

    Ich rede nicht von heute. Sondern: In 70 Jahren werden die Leute es fürchterlich finden. So, wie sie nach ein paar Jahren/Jahrzehnten noch jeden Begiff, der „PoC“s bezeichnet, wieder ersetzen mußten, weil sich eben in den Hirnen nix geändert hat. (Man notiere bitte wohlwollend, daß ich mitnichten selbst „Neger“ schreibe. [/ironie])

    Fühlst du dich so wohl und erhaben in deiner Empörung? Willst du da überhaupt noch rausfinden, ob du dich vielleicht irrst, und mal den puren Menschen vor dir wahrnehmen, statt gleich beim ersten Trigger das HB-Weibchen zu spielen?

    Mir ist ein veralteter und heute vllt. unerwünschter Begriff aus einem echt humanistisch gepolten Hirn allemal lieber als ein Lippenbekenntnis und PC-Speak von einem tatsächlichen Rassisten, der nur Angst vor Repressalien hat. Darum geht’s. Aber bitte, von mir aus bin ich eben in deinen Augen Rassistin. Der Verlust liegt ganz auf deiner Seite.

  92. Ada meint:

    Und Du „kapierst“ nicht, dass sich die Selbstbezeichnung PoC und das N-Wort nicht gleichsetzen lassen, wie Du das hier die ganze Zeit tust.
    Damit wertest Du einen Selbstermächtigungsbegriff von Schwarzen Menschen ab.

  93. Sonja meint:

    @Ada – ich will Dich keinesfalls persönlich angreifen.
    Ich kann gut akzeptieren, dass wir hier unterschiedliche Wahrnehmungen haben (wollen). Denn schliesslich hat uns unser beider Leben und unsere Erfahrungen zu denen gemacht, die wir heute sind.
    Ich bin leider eher von den Angriffen und Diskriminierungen seitens Schwarzer traumatisiert.
    Auch weisser Rassismus passiert mir – allerdings habe ich in meinen Lebensjahren gelernt, die Meinung von Idioten nicht ernst zu nehmen. Und Nazis, Rechte und Nationalisten als Idioten zu bezeichnen, behalte ich mir vor.

    Das ich z.B. für meine Beziehung mit einem Weissen von meiner gesamten afrikanischen Familie als „Nutte“, „Weissenliebchen“ und Schlimmeres bezeichnet werde, verletzt mich mehr, weil ich meine Familie liebe und und sie nicht als Idioten abtun kann.

    Wie schon gesagt – auch bei den people of colour gibt es sehr unterschiedliche Meinungen, Gefühle und Erlebenswelten. Weder ich noch Du können hier für alle sprechen. Ich möchte das auch nicht, wollte das nie. Bei Dir habe ich allerdings schon das Gefühl, dass du Deine Gefühlswelt hier als die „mainstream“-Gefühlswelt der Schwarzen gesehen haben möchtest. Und das finde ich schade. Gerade wir, die wir alltäglichen Vorurteilen ausgesetzt sind, sollten in der Lage sein, anderen Menschen nicht einfach einen Stempel aufzudrücken, nur weil sie unterschiedlicher Meinung sind.

    Ich wünsche Dir alles Gute und möchte nochmals unterstreichen, dass ich Deinen Schmerz nachvollziehen und respektieren kann – allerdings kann ich ihn im Pippi Langstrumpf-Kontext nicht teilen.

  94. Julia-Sophie meint:

    „Wenn ich hier bei Ada (23.09 Uhr) lese: »andere Formen von Diskriminierung« könne man mit Rassismus nicht gleichsetzen, frage ich mich allerdings: Wer legt das fest? Mit welchem Recht?“

    @Stefan
    Das frage ich mich auch.

    @Ada
    „Aber was Ihr hier macht, insbesondere Ute, ist Rassismusabwehr/Derailing at its best!“

    Falsch Ada, wir nehmen unser Recht auf Meinungsfreiheit in Anspruch. Und: Wir überlassen dir nicht die selbstverliehene Deutungsmacht.

    „Eure Privilegien, Eure Verantwortung!“

    Mit welcher Legitimation möchtest du mir das vorschreiben und mit wechen Mitteln möchtest du es umsetzen?

    „Es ist mir also ziemlich schnuppe, ob Du, liebe Ute, den (Begriff Poc) als Weiße “ganz fürchterlich” findest!!!“

    Wenn dir das schnuppe ist, darf es Ute doch wohl ebenso schnuppe sein. Oder woraus leitest du die Forderung ab, dass was Ute interessieren sollte? Du kannst dich bezeichnen, wie du magst, aber ein Recht darauf, dass andere dich dann ebenso bezeichnen, hast du allenfalls moralisch. Um es duchrzusetzen, solltest du den Menschen, die deine Forderungen umsetzen sollen, ensprechend begegnen. Eine Hautfarbe ist ist kein Freibrief, meine nicht und deine auch nicht.

  95. Ada meint:

    @Sonja: Es tut mir leid, dass Du diese Erfahrungen machen musstest. Ich habe das tatsächlich anders erlebt und mich bisher nur mit Weißem Rassismus auseinandersetzen müssen. Dir auch alles Gute, Danke!

  96. creezy meint:

    @Ada
    Ich verstehe bei POC lediglich nicht, warum Ihr in einem Prozess der letztendlich allen Menschen Gleichheit bringen sollte, dennoch eine verbale Differenzierung für Euch geschaffen habt. Wäre der endgültige logische Schritt nicht einfach von Menschen zu sprechen? Wäre das nicht der eigentliche Fortschritt? POC erlebe ich als selbstkreierte erneute Schubladisierung.

  97. Sonja meint:

    @creezy – genau! So sehe ich das auch.

  98. barbara meint:

    Zum Thema eine Leseempfehlung: In Anführungszeichen – Glanz und Elend der Political Correctness, von Dusini/Edlinger, erschienen in der Edition Suhrkamp.
    Auf der Verlagsseite gibt es eine Leseprobe.

Kommentar verfassen:

XHTML: Folgende HTML-Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>


Sie möchten gerne einen Kommentar hinterlassen, scheuen aber die Mühe einer Formulierung? Dann nutzen Sie doch den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein, Sternchen darüber und darunter kennzeichnen den Text als KOMMENTAROMAT-generiert. Sie müssen nur noch die Pflichtfelder "Name" und "E-Mail" ausfüllen und den Kommentar abschicken.


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen