Journal Mittwoch, 4. September 2013 –
Filmdreh, Filmguck

Donnerstag, 5. September 2013 um 7:55

Schon am Abend zuvor hatte ich mich darauf gefreut, morgens vor der Arbeit zum Isarlaufen zu gehen. Und es war wundervoll! Mild und immer sonniger, immer noch voller Sommerferiengerüche. Überrascht hat mich lediglich, wie viele andere Läufer gestern unterwegs waren; vor zwei Wochen genoss ich bei ähnlicher Witterung Einsamkeit.

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Besonderheit: Zwischen Wittelsbacher Brücke und Braunauer Eisenbahnbrücke arbeitete ein vielköpfiges Filmteam an und in der Isar.

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Mittags bei Marietta gab es scharfe Calamari mit Artischocken auf Ruccola, mein Gegenüber hatte Pappadelle mit Pfifferlingen und Speck.

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Abends kam Garp und wie er die Welt sah auf Arte. Nein, ich hatte nicht vergessen, wie großartig der Film ist (ich wunderte mich eher, wie genau ich ihn kannte – mehr als zwei, drei Mal habe ich ihn doch nicht in den vergangenen 20 Jahren gesehen?). Aber ich wurde traurig, weil es unvorstellbar ist, dass er heute gemacht würde. Eine Transsexuelle, über die sich überhaupt nicht lustig gemacht wird! Die selbst die guten Pointen hat! Klar, Irvings Romanvorlage ist bereits großartig, aber es hätte so viele Möglichkeiten gegeben, einen darauf basierenden Film zu versemmeln. Tatsächlich darf der groteske rote Faden, den der frühe Irving so meisterhaft spann, auch den Film tragen. Und sehr wahrscheinlich habe ich von Roberta mein Faible für Kaftans als Hauskleidung.
(Bei kurzer Recherche endlich herausgefunden, warum ich den Film erst Jahre nach seinem Entstehen im Kino sah, übrigens in der klapprigen Filmbühne in Augsburg: Garp kam erst 1987 in Deutschland heraus, fünf Jahre nach seinem Erscheinen in USA.)

die Kaltmamsell

10 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 4. September 2013 –
Filmdreh, Filmguck“

  1. Micha meint:

    Das Irving Buch kenne ich, den Film habe ich bisher verpaßt. Sehr, nein äußerst selten, dass mir ein Film nach einem geschätzen Buch gefallen will. Ich habe etliche Beispiele parat – aber über eine gelungene Umsetzung müßte ich jetzt wirklich nachdenken.

    Was für schöne Flecken es rund um die Isar gibt!

  2. die Kaltmamsell meint:

    Den Film finde ich deshalb so gut, Micha, weil er klar Schwerpunkte setzt (im Gegensatz zur Verfilmung von Hotel New Hampshire, die einfach illustrierend vor sich hin plätschert – allerdings Jodie Foster drin hat). Einer meiner Lieblingssätze aus dem Buch (Jenny Fields, nachdem sie sich Garps erste Kurzgeschichte erklären hat lassen: „Wenn es das bedeutet, dann gefällt sie mir.“), kommt im Buch gar nicht vor, sondern nur im Film (wie ich vor Jahren feststellte).

  3. mariong meint:

    *verdammp, garp verpasstt!!*
    (gottes werk/teufels beitrag mag ich als film auch, besonders michael caine)

  4. kid37 meint:

    Die Doku im Anschluß fand ich übrigens nicht so. Bißchen zu anflauschend.

  5. die Kaltmamsell meint:

    Die habe ich bewusst gemieden, kid37, ich fürchte nämlich schon seit einiger Zeit, dass ich Herrn Irving persönlich nicht mag. Ziemlich. Sehr.

  6. Die Küchenschabe meint:

    Ich hab bis jetzt nur Garp gesehen. Bei „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ war ich nahe dran, aber dann las ich, dass die Figur der Melony herausgestrichen wurde … Gelesen hab ich fast alle (bei den Lieblingsbüchern kann ich mich zwischen Gottes Werk, Owen Meany und Witwe für ein Jahr nicht entscheiden)

  7. Gaga Nielsen meint:

    Moment –
    „Faible für Kaftans als Hauskleidung“

    ?????

    Ich kann mich an kein einzige Anziehsachen-Foto mit Kaftan erinnern.
    Irgendetwas läuft hier falsch!

  8. die Kaltmamsell meint:

    Aber Gaga Nielsen, hier veröffentliche ich doch nur die Für-Draußen-Sachen. Jetzt ahnen Sie zumindest, wie meine Hauskleidung aussieht.

  9. Gaga Nielsen meint:

    Keine Ahnung!
    Muss ich mir reich bestickte Ware aus dem Orient vorstellen, so in der Art von Romy Schneider? Ich habe seinerzeit gelesen, sie wurde in ihrem Lieblings-Kaftan bestattet. Auch erinnere ich eine Bildserie mit ihrem Sohn David auf einem weißen Sofa, im Hintergrund ein prachtvoll geschnitzter goldgerahmter Spiegel. Sie trug die Haare dann immer mit Nackenknoten. Sehr fesch! Die Straßenkleidung kennen wir außerdem langsam schon, ich langweile mich!

  10. Sigourney meint:

    @Micha: Garp ist wirklich einer der sehr wenigen Filme, der fast besser ist als das Buch. Und das ist schon eines meiner Lieblingsbücher. Den kann man wirklich schauen und muss nicht befürchten, sich das Buch zu versauen.

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