Journal Sonntag, 19. Februar 2023 – Warme Wässer

Montag, 20. Februar 2023 um 7:18

Vielen Dank auch weiterhin für Ihre Informationen, wovon Sie leben. Ich finde sie weiterhin hochspannend, unter anderem, weil die Spanne von Unterstützung durch die Eltern bis zur finanziellen Hilfe für die Eltern reicht. Doch so manche Schilderung von Lebensunterhalt aus Konstrukten von Verdienst, Erbvorschüssen, Teilimmobilien und Zuschüssen bereitet mir schon beim Lesen Schwindel – und erinnert mich daran, wie ich bereits als als Studentin (Eltern zahlten Miete und schenkten mir immer wieder Luxus wie schöne Kleidung, sonstigen Lebensunterhalt bestritt ich mit Urlaubsvertretung in Semesterferien bei der Zeitung oder der Fabrik) kein Bafög beantragte, sondern lieber eine weitere Geldverdienmöglichkeit suchte – und wie ich mich extra privilegiert fühlte, dass mir das dank meiner journalistischen Ausbildung möglich war und ich mich nicht mit Behörden und Formularen rumschlagen musste.

Guter Nachtschlaf, sehr super, jederzeit wieder.
Tag 9 der Erkältung, Rotz immer noch in großen, schmerzhaften Mengen und bei Pantone 386, eigentlich interessiere ich mich für diese Details meines Körpers wirklich nicht.

Aber außer Nebenhöhlenschmerzen (Ibu) fühlte ich mich durch und durch fit, das Draußen sah trocken aus, Schwimmpläne wollten umgesetzt werden.

Ich radelte gegen mäßigen Wind raus zum Olympiabad, dort mittelvolle Bahnen. Auf meiner ließ sich gut durchziehen, nur gegen Ende überwogen die Geräteschwimmer – vor allem aber erfüllte sich meine Hoffnung auf Wasserwärme, die in der Süddeutschen angekündigt war: 3.000 Meter ohne auch nur ansatzweises Frösteln, hurra!

Beim Haareföhnen fiel mein Blick auf den Flucht- und Rettungsplan auf der Wand vor mir (Sie erinnern sich: Zwangsleserin).

Und da sah ich, wie die dortigen schönsten Schwimmbadduschen überhaupt offiziell heißen: Duschtempel! Ich war gleich noch verliebter.

Heimradeln mit Rückenwind. Am Stachus passierte ich Trubel mit Menschen, Bühne und Lautsprechern sowie Sprechchören. Das klang fröhlich, doch es waren auch die ukrainische sowie die Europaflagge gehisst – jetzt wusste ich wirklich nicht, ob das Fasching oder Anti-Sicherheitskonferenz war.

Daheim gab’s zum Frühstück Apfel sowie misslungenes Brot mit Butter und mit Nocilla. Das Draußen sah weiter wenig einladend aus, also Drinnen-Nachmittag mit Lesen.

Abends gab’s noch eine Runde Yoga, bevor ich zum Abendessen-Nachtisch Apple Crumble machte. Ich glaube, meine liebsten Back-Äpfel sind Lageräpfel, diese aus Ernteanteil waren süß und superaromatisch. Vor dem Nachtisch servierte Herr Kaltmamsell die restliche Kürbis-Lasagne vom Vorabend.

§

Der Titel “Halbtagsblog” für ein Lehrerblog ist eh genial. Diesmal schildert Lehrer Jan-Martin Klinge Tätigkeiten einer Lehrkraft – die Menschen wahrscheinlich nicht auf dem Schirm haben, wenn sie annehmen, man könnte Fachleute in einem Thema (Englisch, Chemie, Physik, Mathe) aus der Wirtschaft einfach vor eine Schulklasse stellen.
“Was macht so eine Lehrkraft eigentlich den ganzen Tag?”

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Eine wichtige Perspektive auf republik.ch:
“Wehr dich doch”.

Denn es ist immer noch so:

Wenn Fälle von Belästigung am Arbeits­platz bekannt werden, machen gerne Ratschläge die Runde, wie das Opfer sich hätte verhalten sollen. Fällt da niemandem was auf?

via @Christiane

Der Artikel sucht systematisch nach Ursachen und Zusammenhängen.

«Von jung auf wird Frauen vermittelt, dass sie ihrer Wahrnehmung nicht trauen können», sagte Agota Lavoyer, Expertin für sexualisierte Gewalt, Anfang Jahr zur Republik. «Du übertreibst, bist kompliziert, bist übersensibel. Das verunsichert und führt dazu, dass Frauen in die Verantwortung genommen werden und nicht Männer.»

Für Frauen, die Grenz­überschreitungen erleben, wird es dann schwierig, sich zur Wehr zu setzen. Denn: Wogegen sollen sie sich wehren? Da war ja nichts.

Manchmal wird dem Opfer auch geglaubt, dafür aber das Verhalten des Täters bagatellisiert. Dann heisst es von Kollegen schnell: Ach, der ist halt so.

So oder so signalisiert man der Frau: Mit dir stimmt was nicht. Ein zermürbender Mechanismus, der subtil beginnen kann.

(…)

Und selbst wenn Betroffene realisieren, dass sie eben nicht schuld sind: Anzuerkennen, dass man zum «Opfer» geworden ist, tut weh und ist beschämend. Man wird gezwungen, einzugestehen, dass einem die Kontrolle über das eigene Leben ein Stück weit entglitten ist. Kein Mensch gibt das gerne zu, auch vor sich selbst nicht.

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Unsere liebste Corviden-Expertin, Kaeli Swift, nimmt Stellung zu einem Vogelschwarm-Filmchen, das gerade als Horror-Erzeugung die Runde im Internet macht – und erklärt in einem weiteren Filmchen Schwarmverhalten von Vögeln.

die Kaltmamsell

Journal Samstag, 18. Februar 2023 – Brotdesaster am ersten Faschingserholungstag

Sonntag, 19. Februar 2023 um 8:42

Eine schlechte Nacht: Ich schwitzte viel, wachte immer wieder auf, weil meine Nase zugeschwollen war.

Wieder erst mal Nasenspülung. Ich rotze immer noch so, dass mein Hirn als Soundtrack “Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen” aus My fair lady unterlegt, und warum arbeiten Künstler*innen mit allen möglichen Körperausscheidungsfarben von Kot bis Menstruationsblut, doch mir ist noch nichts zum Farbenspektrum des bakteriellen Erkältungsrotzes untergekommen?
Auch interessant: Der nachvollziehbare Zusammenhang Schmerz-Rotzfarbe.

Dem Brotteig gab ich 13 Stunden: Lektüre der Kommentare und Tipps unterm Post ließen mich eine deutliche Vermehrung der Teigmenge abwarten. (Sehen Sie: Dazu sind Kommentare unter Blogrezepten gedacht, nicht für komplett nutzloses “oh das sieht klasse aus” oder “muss ich unbedingt mal nachbacken”.)

Es misslang trotzdem: Nach dem Falten zur Stückgare rührte sich der Teig nicht, im Ofen blieb er flach – vielleicht sollte ich im Winter wirklich kein Weizenbrot versuchen.

Zur Erinnerung: Dieses Brot war das angestrebte Ziel gewesen.

Noch ein Glück war das Ergebnis nicht komplett sulzig, man konnte es essen – und hier wird nichts Essbares weggeworfen.

Im Briefkasten wieder keine Zeitung, ich lieh mir ausnahmsweise den beruflichen Online-Zugang von Herrn Kaltmamsell für Lektüre der Digital-Ausgabe aus.

Für Sport fühlte ich mich fit genug: Ein halbes Stündchen zum Aufwärmen Lindy Hop mit Herrn Kaltmamsell, dann eine Runde Krafttraining mit Hanteln, anstrengend, aber gut machbar, ich schwitzte.

Nach dem Duschen gab es gegen zwei Frühstück: Misslungenes Brot mit Fleischresten vom Vorabend (köstlich), dann Blutorangen mit Joghurt.

Ungewohnte Geräuschkulisse draußen: Sicherheitskonferenz am Faschingswochenende machte es mir Innenstadtbewohnerin wirklich schwer, Gruppen-Draußenlärm einzuordnen.

Bettschwer vom Frühstück legte ich mich zu einem Stündchen Siesta hin, nach der schlechten Nacht tat sie mir gut. Am späten Nachmittag zog mich die milde Luft unter gemischten Wolken nach draußen, ich spazierte durch die Innenstadt zum Isartor, in der Abenddämmerung übers Gärtnerplatzviertel zurück.

Sendlinger Straße mit Rathausturm im Hintergrund.

Patentamt.

Der Gruppenlärm draußen stellte sich als zahlreiche Demos anlässlich der Sicherheitskonferenz heraus, in München gibt’s keinen Faschingslärm. Wieder waren zahlreiche Polizist*innen aus anderen Bundesländern zur Verstärkung angereist, in der Theatinerstraße sah ich vor allem das Hamburger Wappen an den Uniformen. Ich fragte mich, wo all die Zusatz-Polizeibeamt*innen wohl übernachteten. Ja wohl kaum im Madarin Oriental. (Diese Frage stellte ich auch auf Mastodon und erfuhr, dass die Polizei-Transporter unter anderem vor günstigen Hotels am Frankfurter Ring stünden.)

Herr Kaltmamsell hatte während meines Spaziergangs Abendessen gekocht: Es gab nach Langem mal wieder meine geliebte Kürbis-Lasagne – mit zugekauftem Hokkaido-Kürbis, der Lagerbestand unserer Kartoffelkombinats-Gärtnerei ist längst geleert.

Als Apritif gab es Bellini aus der Flasche (trinkt sich immer noch weg wie Limo), zum Kürbis ein Gläschen restlichen Chardonnay vom Vorabend, der sehr gut passte. Nachtisch Schokolade.

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Das Techniktagebuch gibt es jetzt seit neun Jahren (falls Sie sich auch beruflich dafür interessieren, wie ein Online-Gemeinschaftsprojekt so lange bestehen kann, wenden Sie sich bitte an die Redaktion: Sie erklärt Ihnen das gerne). Auch dieses Jahr gibt es eine aktualisierte Gesamtausgabe.
“Es ist das beste Buch, das jemals geschrieben wurde und jeder sollte es haben: 9 Jahre Techniktagebuch”.

Diesmal angepriesen von einem Text, den das KI-Programm ChatGPT erstellt hat, ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Der Titel aber ist handgemacht und gefällt mir ebenfalls sehr gut: Ich bin jetzt bereit, die anderen Probleme auszuprobieren.

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Mit bezahltem Digital-Abo gibt es in der Süddeutschen einen spannenden Text zu lesen:
“Dolmetscherin in Brüssel
Die Frau auf Kanal 1”.

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Fans des Münchner Olympiastadions hier? Sie könnten einen original Strahler aus dem Stadion kaufen: 30 kg, Durchmesser 86 cm, für einen guten Zweck. (Selbst in unserer wirklich großen Wohnung fällt mir leider kein Platz dafür ein.)
“SWM Azubi-Projekt ‘100für100’
100 originale Olympiastadion-Strahler zu vergeben”.

die Kaltmamsell

Journal Freitag, 17. Februar 2023 – Start ins lange Faschingswochenende

Samstag, 18. Februar 2023 um 8:24

Ganz herzlichen Dank Ihnen allen fürs Erzählen, wovon Sie leben – ich wusste doch, dass das hochinteressant und sehr unterschiedlich sein würde. Frau Brüllen hat in ihrem Blog aufgeschrieben, wovon sie ihren Lebensunterhalt bestreitet, ebenso Frau Casino in ihrem.

Mir ist natürlich klar, dass das hier in keiner Weise repräsentativ ist, doch unter anderem war ich überrascht, wie oft Erbe als Teil des Lebensunterhalts auftaucht – zwar wird das in den hiesigen Statistiken immer wieder aufgeführt, aber da “wovon leben Sie?” tabu ist, kannte ich nur ganz wenige konkrete Fälle.

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Auch gestern führte mich nach dem Weckerklingeln der erste Weg zur Nasenspülung – in der Hoffnung, die tobenden Nebenhöhlen damit zu beruhigen. Funktionierte.

Marsch ins Büro in milder Luft und ganz leichtem Regen.

Der Arbeitsvormittag wurde schlagartig hektisch, als eine Deadline, die ich im April gesehen hatte, plötzlich kommende Woche war (Missverständnis). Was eigentlich gar nicht funktionierte (Karneval spielte eine Rolle). Ich war also damit beschäftigt, einen Plan B zu finden und umzusetzen.

Nach Donnerstag hatte ich auch gestern keine Süddeutsche Zeitung im Briefkasten gefunden. Donnerstag war das leichter zu verschmerzen, weil ich mittags verabredet war, gestern lieh ich mir für die Mittagspause das Abteilungsexemplar. Ich hatte Donnerstag vergeblich versucht, meinen Bibliothekszugang für Zugriff auf die Süddeutsche als ePaper zu nutzen, gestern klappte das (ich war aus der falschen Richtung gekommen, richtig war Einloggen bei Onleihe). Wobei ePaper, also die Print-Ausgabe als PDF, leider das unkomfortabelste Format für Online-Lektüre ist.

Als Mittagessen gab’s eine Körnerbreze, außerdem viele Blutorangen mit Joghurt.

Wohlsortierter Nachmittag, Feierabend schon um vier! Denn ich wollte früh daheim sein, um rechtzeitig die Handgriffe für dieses Brot tun zu können (Roggensauerteig hatte ich schon am Vorabend aufgefrischt – mit Weizensauerteig habe ich im Winter so viele schlechte Erfahrungen gemacht, dass ich abergläubisch geworden bin).

Beim Verlassen des Bürohauses wehte mich milder Wind an und erst mal die Arbeitsbelastung weg: ENDLICH LANGES WOCHENENDE – seit den Weihnachtsferien hatte ich mich darauf gefreut. Geplant sind Sport (Krafttraining, Schwimmen, Laufen), Wandern, gutes Essen, ganz viel Lesen.

Auf dem Heimweg Einkäufe im Supermarkt, zu Hause die geplanten Brothandgriffe für die Autolyse. Eine Runde Yoga: Die Folge 29 von Adrienes “Center” gefiel mir wieder gut, werde ich wiederholen.

Nächste Brothandgriffe, dann gab’s Aperitif (ich freute mich sehr auf Alkohol): Herr Kaltmamsell mixte uns Negronis.

Côte de Boeuf ist ja auch deshalb ein spannender Fleischschnitt, weil er verschiedene Fleischarten umfasst, die unterschiedlich garen und schmecken.

(Nein, das schafften wir nicht alles.)
Zum Fleisch ein ganz unbuttriger und unfruchtiger Chardonnay Delmas, der super zum Rind in Ossobucco gepasst hatte und auch jetzt schmeckte.

Dann doch ein Sommerkleid bestellt.
Ich hatte lange durchgehalten und aller Sommerkleidungswerbung auf instagram widerstanden. Denn 1. ist zum Sommer noch lang hin, 2. habe ich vergangenes Jahr genug Sommerausstattung gekauft, 3. kann man Sommerkleidung doch eh nur 5 Prozent des gesamten Jahres tragen (was in keinem Verhältnis dazu steht, dass sie mindestens 50 Prozent meines Gesamtbestands ausmacht).
Aber ich wünsche mir doch schon seit Jahren ein weißes Sommerkleid. Und wenn ich mich nicht völlig verschätzt habe, wird mir dieses ausgezeichnet stehen (auch wenn ich es wahrscheinlich die 10 cm kürzen lassen werde, die das Model auf dem Foto längere Beine hat als ich). Und sagt es nicht deutlich: “Ostern in Madrid”? (Durchschnittstemperatur dort im April 18 Grad, patati patata.)

§

Mal wieder ein Blick zurück auf mich.

Fasching vor 10 Jahren, Nichtengeburtstag.

Auch im Februar 2013 scheine ich keine Fotos gemacht zu haben (aber im März gibt’s ein 20 Jahre altes, halten Sie durch).

Dafür gibt es eines vom Fasching vor 30 Jahren, aufgenommen in meiner Studentinnenwohnung in Augsburg (ich versuche darauf, niedlich zu gucken).

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 16. Februar 2023 – Wovon leben Sie?

Freitag, 17. Februar 2023 um 6:33

Während Herr Kaltmamsell der Meinung war, das gehöre so, fand ich Hendlhaut und Pommes frittes im Lindwurmstüberl deutlich zu salzig. Auf jeden Fall schafften sie etwas, was ich als Vieltrinkerin seit Jahren nicht mehr hatte: dass ich nachts mit Durst aufwachte und ein großes Glas Wasser runterkippte.

Zu früh aufgewacht mit tobenden Nebenhöhlen, erst mal die Nasendusche genutzt – sie wirkte und löste viel schlimmen Rotz. Den Tag über plagten mich aber weiterhin Nebenhöhlenschmerzen, außerdem programmgemäß schmerzhaft ausfransende Nasenlochränder.

Kein Nebel, statt dessen ein wundervoll klarer und Raureif-frostiger Morgen.

Diesmal hatten meine Temperaturprognosen gestimmt: Sonnenschein wärmte mein Büro, Jacket über Bluse reichte, damit ich nicht fror. Mittagessen Birchermuesli.

Gestern war Abschied-vom-Nasenspray-Tag, freies Nasenatmen zum Glück kein Problem trotz konsequentem Rotzen.

Pünktlicher Feierabend, denn ich wollte schon mal für Freitagabend einkaufen. Dazu marschierte ich in die Innenstadt, vorbei an ein wenig Faschingstrubel auf dem Marienplatz zur Hofbräuhausmühle für Mehleinkäufe. (Nachtrag der Chronik wegen: Ums benachbarte Luxushotel Mandarin Oriental viel Betrieb: Sehr edle Autos mit Diplomatenkennzeichen in Warteposition, drumrum Anzugmänner mit Kärtchen an roten Bändeln um den Hals – ich nehme an, das gehörte zur Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende.) Dann suchte ich mir in der Metzgerzeile am Viktualienmarkt ein mächtiges Stück Rindfleisch aus: Côte de Boeuf. Auf dem Heimweg besorgte ich am Obststandl noch saisonale Blutorangen (es hätte aber auch schon Erdbeeren gegeben). Die Luft war mild und wundervoll, ich roch ganz eindeutig Frühlingsanfang.

Daheim nochmal die Yogafolge vom Mittwoch, mit noch mehr Spaß.

Nachtmahl war zum einen Portulak aus Ernteanteil mit Zitronen-Tahini-Dressing von mir, zum anderen chinesisches Pfannenbrot, das Herr Kaltmamsell zubereitete. Beides schmeckte hervorragend.

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“Wovon lebst du?” ist eine Frage, die unserer Gesellschaft/Kultur nicht gestellt wird. Das fiel mir wieder auf, als Micha hier die Erklärung zu meiner Altersvorsorge beeindruckend offen fand. Möglicherweise finden andere ja wirklich interessanter, was ihre Mitmenschen beruflich machen, wie viel sie dabei verdienen, wohin sie in den Urlaub fahren, wo sie ihre Kleidung kaufen – und würden sie gerne fragen, wie und wie oft sie Sex haben, aber über dieses Tabu sind sich alle einig. Doch mich interessiert wirklich sehr, wie erwachsene Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten. Was leider keine akzeptable Frage ist:
“Wovon leben Sie?”
– Von Rente?
– Vom Einkommen Ihres Partners / Ihrer Partnerin?
– Zum Teil von eigenem Gehalt, zum Teil von Mieteinnahmen einer geerbten Eigentumswohnung?
– Von Gewinnen aus Investitionen, immer neuen?
– Von freiberuflichen Einsätzen als Trainerin auf Honorarbasis?
– Von Unterhaltszahlungen des vermögenden Ex-Manns, solange die gemeinsamen drei Kinder noch nicht volljährig sind, plus zufälligen Einnahmen aus einer liebhaberischen Nebentätigkeit?
– Ausschließlich vom eigenen Gehalt als Pflegekraft?
– Oder vom Geschäftsführerinnengehalt der eigenen kleinen Kreativfirma, die allerdings so defizitär arbeitet, dass der Unternehmensberater-Vater regelmäßig die Verluste ausgleicht?
– Vom Teilzeitjob fest angestellt in einer Firma plus zwei Abenden in der Gastronomie?
– Und selbst bei der 40-jährigen Künstlerin mit zwei Kindern, von der geraunt wird, da gebe es reiche Eltern im Hintergrund, interessieren mich die Details: Bekommt sie das Geld von den Eltern anlassbezogen (Urlaub/Ateliermiete/Kinder brauchen neue Kleidung) oder als monatliche feste Überweisung?

Das sind sehr unterschiedliche Quellen des Lebensunterhalts, und ich bin überzeugt, dass sie großen Einfluss auf Lebensgefühl und Lebensentscheidungen haben – natürlich in engem Wechselspiel mit den individuellen materiellen Ansprüchen: Der eine leidet, weil er sich keinen Ferrari leisten kann, der andere ist mit einem Fahrrad zufrieden. Die eine grämt sich, wenn sie kein Geld für Abende in schönen Restaurants hat, die andere ist zufrieden, wenn das Geld für Biogemüse reicht.

Selbst bestreite ich meinen Lebensunterhalt mit einem Angestellten-Gehalt als Sachbearbeiterin (TVöD) und Einnahmen über VG Wort für mein Blog, dazu kommen de facto Zuschüsse von Herrn Kaltmamsell, also meinem Ehepartner, der den größeren Mietanteil und auch sonst mehr als ich zu unseren gemeinsamen Lebenskosten beisteuert.

§

Schon am Wochenende hatte ich Zoë Beck, Das alte Kind ausgelesen, es hatte mir sehr gut gefallen (erschienen 2010). In dem Roman wechseln sich zwei Geschichten ab: Die eine beginnt 1978 in Berlin, als einer Mutter nach isolierender Krankheit ihr 6-monatiges Baby gebracht wird und sie bestreitet, dass das ihr Kind ist – es sei vertauscht worden. Sie wird für verrückt gehalten.
Die andere Geschichte beginnt im heutigen Edinburgh: Eine junge Frau erwacht in einer Badewanne mit aufgeschnittenen Pulsadern und ist überzeugt, dass jemand versucht hat, sie zu töten. Man glaubt ihr nicht.
Die Hauptspannung entsteht mit der Frage, wie diese beiden Geschichten wohl zusammenfinden. Das ist von Zoë Beck handwerklich sauberst erzählt. Kleineres Gemäkel habe ich an den divenhaft-dramatischen Gefühlsausbrüchen der beiden Protagonistinnen (auch wenn ich die Absicht dahinter erahne).
Dass die beiden Erzählstränge verschieden gesetzt sind (nicht-kursiv, kursiv), beleidigt mich ein bisschen: Hält mich der Verlag für doof?

§

Dass ich mein eigenes Schlafzimmer habe, ist für mich die Default-Einstellung, seit ich als Kind mein eigenes Zimmer hatte. Auch wenn ich die gesellschaftliche Konvention des gemeinsamen Schlafzimmers in der Ehe natürlich kenne, weigere ich mich weiterhin, von “getrennten Schlafzimmern” zu sprechen: Da wurde und ist nichts getrennt, wir haben halt jede*r ein eigenes. (Und gerade in den vergangenen Wochen mit abwechselnd erkälteten Ehepartnern will ich bitte nichts anderes gehabt haben.) Wenn Paare das anders bevorzugen: Prima, you do you! Aber offensichtlich ist dieser Kas noch lang net ‘bissn. In der New York Times:
“I Love You, but I Don’t Want to Sleep With You”.

Sex therapists and marriage counselors have their doubts. Katherine Hertlein, a professor in the couple and family therapy program at the University of Nevada Las Vegas, worries about the motivation behind the decision to slumber in separate quarters. Is it really because a partner tosses and turns too much? Or is that an excuse to avoid talking about bigger problems at home? Or a nonconfrontational way to escape an unhappy pairing? “What are you pretending not to know?” she said.

(…)

Take away the guaranteed together time, not to mention the easy opportunity for sex, found at the end of each day curled up in bed together, and lovers could morph into glorified roommates.

(…)

“We marry for love and therefore we want to be in the same bed and have sex with each other.”

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 15. Februar 2023 – #Lindwurmessen im Traditionswirtshaus Lindwurmstüberl

Donnerstag, 16. Februar 2023 um 6:22

Guter, tiefer Nachtschlaf, das war schön.

Draußen schon wieder Nebel, ich kenne mein München schier nicht wieder. Aber nicht mehr ganz so dick.

Hochsymbolisch. Wenn mir nur einfiele, wofür.

Erste Bürostunde hektisch wegen nächtlicher Ereignisse – und wegen der ersten bösen Reizhusten-Attacke dieser Erkältung. Blieb aber über den Tag eine seltene Ausnahme.

Zum Mittagessen gab’s Apfel, Pumpernickel mit Butter, Blutorangen mit Schafsjoghurt – jetzt wärmte bereits die Sonne mein Büro.

Der weitere Arbeitstag war gut machbar, weil aber mit viel Menschenkontakt verbunden, kam ich wieder mit rauschendem Hirn raus.

Feierabend noch bei hellem Tag, auf der Theresienwiese wurde Sport getrieben.

Zu Hause gab es eine Runde Yoga: Schön anstrengend einerseits, andererseits mag meine Erkältung es wirklich gar nicht, wenn der Kopf unter den Schultern hängt: Die Nase zog dann immer sofort zu, reguliertes Atmen fiel weg.

Das #Lindwurmessen1 brachte uns gestern als vorletzte Station in unserem Projekt zu einem Traditionsgasthaus, zur Hühnerbraterei Lindwurmstüberl – eigentlich kaum zu fassen, dass wir in mittlerweile 24 Jahren Wohnen ums Eck kein einziges Mal dort waren.

Zwar bot die Karte auch spannende Dinge wie Backhendl oder Rinderleber an, aber beim endlich ersten Mal wollte ich in einer Hühnerbraterei bitte ein halbes Hendl mit Pommes (DER Klassiker bei meiner polnischen Oma: “Hänschn mit Bommfrits”).

Frisch vom Grill, den wir beim Reinkommen passiert hatten, war das Hendl noch vor den Getränken (Apfelschorle und hausgemachte Birnen-Ingwer-Limonade) auf dem Tisch – saftig und knusprig. Wir blieben nur zum Essen, denn es war voll und laut, selbst über den kleinen Tisch hinweg konnten wir uns nicht unterhalten (das mochte aber der konkreten Lage im verwinkelten Gastraum geschuldet sein).

Authentische Münchner Faschingsdeko.

Daheim passte noch ein wenig Schokolade zum Dessert rein.

§

Kaputtgehendes Twitter: Es häuften sich die Hinweise, dass meine Timeline mir nicht alle Tweets aller Kanäle zeigt, denen ich folge. Und dass meine Tweets nicht alle meinen Followern angezeigt werden. Ich schickte am Dienstag einen Test-Tweet ab:

Und bekam über die nächsten 24 Stunden tatsächlich auch Rückmeldungen, dass Follower zwar Antworten auf diesen Tweet sahen, den Tweet selbst aber nicht. Ich vermute, dass Musk in naher Zukunft Geld für Sichtbarkeit der gesamten Timeline verlangt.

§

Auf instagram folge ich Helen Rebanks mit großer Freude und Bereicherung: Die Partnerin von @Herdysheperd, dem Landwirt und Schafzüchter im Lake District, dessen Gedanken ich in Büchern und Posts seit vielen Jahren schätze, selbst erfahrene und reflektierte Landwirtin, eröffnete mir in den vergangenen Jahren nochmal ganz neue Perspektiven auf Landwirtschaft und Leben auf diesem Hof in Nordengland (vor allem im Stories-Format).
Gestern verriet sie, dass sie ein Buch geschrieben hat, The Farmer’s Wife, es soll im August erscheinen – wie großartig!

§

Bis heute werden wissenschaftliche Errungenschaften vor allem Männern zugeschrieben – selbst wenn die eigentlichen Entdeckerinnen Frauen waren.
“Der Matilda-Effekt: Wie Frauen in der Wissenschaft unsichtbar werden”.

via @haekelschwein

  1. Wir futtern uns nacheinander durch alle Lokale an der Südseite der Lindwurmstraße von Sendlinger Tor westwärts bis Stemmerhof, dann an der Nordseite wieder zurück. []
die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 14. Februar 2023 – Ich und die Rente

Mittwoch, 15. Februar 2023 um 6:28

Auch mal an die Rente denken, für eine 55-jährige ist das eine Lebensphase in Sichtweite.

Bedeutende Faktoren der Altersvorsorge in meinem Fall:

  1. Erwerbsleben musste ich als mich (!) nicht erfüllend erkennen: Ich bin gerne und vielfältig produktiv, doch das, was mir am meisten Freude bereitet, mag ich nicht für Geld verkaufen. (Diese Befindlichkeit musste ich irgendwann akzeptieren.) Also wäre es mir recht, wenn ich dieses Kapitel möglichst früh abschließen könnte.
  2. Ich liebe das gute Leben, wohne gern besonders schön, esse gern besonders gut, leide darunter, wenn ich sehr sparen muss.
  3. Für Geldanlage oder -vermehrung kann ich mich einfach nicht interessieren, zumal mir fast alle Modelle dafür anrüchig erscheinen: Wo kommt dieses zusätzliche Geld her? Wo fehlt es, wenn es bei mir ist? Was wurde dafür kaputt gemacht, wer ausgebeutet?
  4. Immobilienbesitz (im Sinne von Eigentum der eigenen Behausung) akzeptiere ich als Geldanlage und Altersvorsorge in allen Aspekten – theoretisch: Praktisch belastet mich der Besitz von Dingen, zudem wäre ebenso praktisch Wohneigentum in München für mich nur auf Kosten schönen Wohnens erreichbar gewesen.
  5. Ich habe keine Nachkommen, die es einzukalkulieren gilt, weder als finanziell Abhängige oder Erben noch als mich Betreuungsverpflichtete.

Schon hier zeichnen sich Unvereinbarkeiten ab, vor allem 2. beißt sich mit den meisten anderen Punkten.

Wegen 1. war mir ein Artikel über Rente im Wirtschaftsteil der Süddeutschen aufgefallen, zu dessen Lektüre ich mich sogar aufraffen konnte (3.): Es gibt demnach für meine Altersklasse die Möglichkeit, vor dem gesetzlichen Termin mit 67 in Rente zu gehen, ohne weniger Rente zu bekommen – wenn man die in den ungearbeiteten Jahren anfallenden Beiträge auf einen Schwung einzahlt. Dazu hatte ich mich im September 2022 von der Deutschen Rentenversicherung in einem Video-Termin beraten lassen. Zum einen stellte sich heraus, dass ich bereits mit 63 in Rente gehen könnte (ich hatte nicht auf dem Schirm gehabt, dass Ausbildungszeiten wie z.B. Studium angerechnet werden). Zum anderen konnte ich bereits damals mündlich den Antrag stellen, die Höhe der Geldsumme berechnen zu lassen, die mir einen früheren Renteneintritt ohne Abschläge ermöglichen würde.

Es dauerte allerdings bis 3. Februar 2023, dass das Infopaket der Deutschen Rentenversicherung eintraf:
Um zum frühest möglichen Zeitpunkt in Rente gehen zu können, also im September 2030, ohne dass ich weniger Rente als beim Eintritt 2034 bekomme, musste ich demnach 69.194 Euro zahlen.
Dann würde ich brutto 1.752,77 Euro monatlich erhalten. Man gab mir drei Monate ab Bescheid, dieses Angebot anzunehmen.

Daraufhin wurde 2. oben relevant: 1.752,77 Euro vor Steuern und Abgaben sind für mich (!) schon arg wenig Geld, selbst wenn noch ein wenig Betriebsrente und die Auszahlung einer privaten Rentenversicherung dazukommen. Umzug ins entfernte Umland unausweichlich.

Genau, Rick. Lass mir bitte was übrig.

Zum Glück (siehe 3.) hatte Herr Kaltmamsell Energie und Muße, sich die Unterlagen und Informationen genau anzusehen, zusätzliche Hintergründe zu recherchieren und mich zu beraten. Unter anderem: Billiger wird’s nicht, in jedem späteren Jahr wäre die Summe höher.

Vor allem aber: Wenn ich nicht so früh wie möglich in Rente gehe, kann ich durch die Zahlung meine monatliche Rente erhöhen. Altersvorsorge durch Zusatzzahlung in die staatliche Rentenversicherung fühlt (!) sich für mich (!) wie die anständigste und direkteste Altersvorsorge überhaupt an. Herr Kaltmamsell als der Steuerverantwortliche unserer Ehe hatte außerdem herausgefunden, welche Ratenzahlungssummen (das geht) vom Staat steuerlich am meisten begünstigt werden.

Ich musste nur noch ein Rückfrage-Telefonat mit der Deutschen Rentenversicherung zu zwei Details führen (anberlinertes Hochdeutsch, entzückend), dann wusste ich,
– dass diese Zahlung im Grunde Rentenpunkte kauft und durchaus auch für den Zweck der Erhöhung der Rente gedacht ist,
– dass der Beginn der drei Monate Frist das Datum auf dem Bescheid ist: 7.12., also acht Wochen, bevor er mir zugegangen war (!) (!!),
– dass ich das Angebot schlicht durch Überweisung an das angeführte Konto annehme, auch ein Teilbetrag gilt.

Und so überwies ich Montagabend die 40.000 Euro, die Herr Kaltmamsell als steuerlich ideal berechnet hatte, 2024 überweise ich den Rest (der dann allerdings, so erklärte die Berliner Dame am Telefon, nicht mehr ganz so viele Rentenpunkte wert ist). Wann ich tatsächlich in Rente gehen möchte, ob mir frühes Ende Erwerbstätigkeit oder höhere Rente wichtiger ist, finde ich in den kommenden Jahren heraus.

§

Der gewohnte Zauber von Wick Medinait wollte in der Nacht auf Dienstag nicht recht wirken. Ich wachte immer wieder mit Verrotzungsgefühl auf, musste Nasenspray nachlegen. Ein Weilchen vor Weckerlingeln erwachte ich ganz – und hatte die Idee, mit Nasendusche meine geplagten Schleimhäute zu unterstützen. Eine Ladung pro Nasenloch, das fühlte sich wirklich gut an – und ich atmete danach viele Stunden auch ohne Nasenspray frei. Bis auf die Verrotzung fühlte ich mich fit, also ab in die Arbeit.

Draußen noch dickerer Nebel, beim Kreuzen der Theresienwiese sah ich zu keinem Zeitpunkt die Bavaria.

Den Zahnärztin-Termin am Mittwochmorgen verschob ich um eine Woche, dort habe ich erkältet wirklich nichts zu suchen.

Mittagessen Pumpernickel mit Butter, Blutorangen mit (gar nicht schafig schmeckendem) Schafjoghurt. Jetzt war der ungewohnte Nebel verschwunden, Sonnenschein wärmte mein Büro (diesmal war ich zu warm angezogen).

Nicht zu später Feierabend, dienstags habe ich ja Programm. So turnte ich daheim die nächste Folge Yoga aus Adrienes “Center”, sehr, sehr, sehr meditativ. Dann machte ich mich fertig für Lindy Hop. Die Tanzstunde bereitete mir wieder Freude, ich lernte von wechselnden Leadern, sowohl von den sehr geübten, die mir Tipps gaben, als auch von den rumprobierenden, denen ich das von anderen Gelernte weitergeben konnte (und wurde dreimal gefragt: “Du machst das aber schon länger?” – dabei waren die neuen Schritte für Follower doch recht einfach).

Daheim hatte Herr Kaltmamsell schon alles fürs Nachtmahl vorbereitet, musste nur noch fertigstellen:

Chinesische Eiersuppe mit schwarzen Bohnen (und ohne Graupen – die waren noch nicht im Ernteanteil, und extra welche zu kaufen, fühlt sich seltsam an). Schmeckte sehr gut, dazu gab es selbst gemachtes Kimchi aus Zuckerhut. Nachtisch Schokolade.

§

Die Bewerbungs-Site für Münchner Schöff*innen ist online, hier können Sie das Formular ausfüllen.

§

“Nervige Kritik an Klimaaktivisten:
Die Nichtstuer hatten ihre Chance”.

Als Faustformel: Wer jahrzehntelang selbst nichts gegen den Klimawandel unternommen hat, weder auf seinen eigenen ökologischen Fußabdruck achtete noch sich klimapolitisch engagierte, der sollte sich jetzt vielleicht besser zurückhalten, bevor er junge Menschen verhöhnt, die sich aus Verzweiflung auf Wege kleben. Die Nichtstuer hatten ihre Chancen.

Und nein, dies ist keine Pauschalkritik an älteren Menschen oder Generationen. Ganz im Gegenteil. Millionen Menschen haben sich in der Bundesrepublik über Jahrzehnte hinweg für Klima- und Umweltschutz eingesetzt. Wären sie in der Mehrheit gewesen, wären sie nicht überhört, angefeindet und diffamiert worden, müsste sich jetzt auch niemand festkleben.

die Kaltmamsell

Journal Montag, 13. Februar 2023 – Schnupfen, Menschen

Dienstag, 14. Februar 2023 um 6:24

Die Nacht war dank Erkältungslikör erträglich, gelegentliches Aufwachen zum Schneuzen/Nasensprayen inbegriffen.

Gesünder wäre es wahrscheinlich gewesen, wenn ich mich in der Arbeit den gestrigen Tag krank gemeldet hätte, doch gestern hätte das wirklich unangenehme Komplikationen (vor allem für mich) erzeugt, es stand die Betreuung verschiedener Menschen aus verschiedenen Anlässen an, und meine Vertretung war im Urlaub. Also setzte ich einfach Einsatzfähigkeit voraus, ich war ja auch nicht elend krank, bettlägerig oder fiebrig. Ging dann auch ohne echtes Leid.

Arbeitsweg durch feuchten Nebel. Ich hatte bei der Kleidungswahl fürs Büro den vorhergesagten wärmenden Sonnenschein bis Mittag eingerechnet, ein Fehler. Also ergänzte ich am Schreibtisch meine Notstrickjacke.

Aufregender Arbeitsvormittag, doch der Wegfall eines Termins ermöglichte mir Vormittags-Cappuccino.

Zu Mittag gab es Äpfel und Pumpernickel (ich hatte diesmal im Biosupermarkt nach einem neuen gegriffen, der eher sauer als malzig schmeckte, den kaufe ich nicht nochmal) mit Butter.

Aufregender Arbeitsnachmittag, in mir rauschte und flirrte es vor Übermenschung. Half ja nix.

Ich hatte gehofft drumrum zu kommen, aber seit gestern auch bei mir: einsetzender Husten. Noch aber nicht schlimm. Die Nebenhöhlenschmerzen prügelte ich mit Ibu nieder (danke Big Pharma) (und Little Pharma, whatever).

Auf dem Heimweg (immer noch düsteres Wetter) Einkäufe beim Vollcorner, zu Hause eine Folge Yoga mit durch Schnupfen sehr interessanten Schnauferfahrungen. Aber eine wohltuende Folge.

Herr Kaltmamsell servierte als Abendessen gekochte Karotten, Kohlrabi, Kartoffeln, alles aus Ernteanteil, mit Einbrenn. Ich aß noch ein wenig Käse, Nachtisch Schokolade.

Dann überwies ich eine große Summe Geld an die Deutsche Rentenversicherung, Verwendungszweck laut Anleitung “RM” für Rentenminderung. Darüber schreibe ich noch ausführlicher.

Im Bett endlich angefangen, die Herbstausgabe 2022 meines Granta-Magazines zu lesen, der dritte Kauf kam an. Auf mein abonniertes Buch wartete ich nämlich monatelang vergeblich (Royal Mail wohl Komplettausfall), da mich das Thema “Sister, Brother” aber ganz besonders interessierte, kaufte ich es halt beim Verlag als Einzelausgabe nochmal online. Die Absende-Meldung aus UK ist jetzt fast vier Wochen alt – ich kann mir nicht recht vorstellen, dass diese Bestellung jemals eintrifft (schließlich herrscht Streik bei der Royal Mail). Herr Kaltmamsell war mal wieder ein Schatz: Er kaufte mir einfach eine gebrauchte Ausgabe in Deutschland. Die Granta Winter-Ausgabe 2023 ist eigentlich auch schon raus, mal sehen, ob diese eintrifft. Wenn nicht, liegt eine Kündigung nah – nach über 25 Jahren, das Abo war ursprünglich das Hochzeitsgeschenk eines Uni-Kollegen.

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Die Erdbebenkatastrophe Türkei/Syrien hat immer schlimmere Seiten, ich bin weiterhin komplett überfordert und schaue keine Bilder.
Was geht, sind Bände sprechende Details, zum Beispiel ein Haus, das vom Beben auf parkende Autos gestellt wurde.

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Seit letztem November stirbt Twitter vor sich hin, zumindest das Twitter, wie ich es nutzte. Was sich zunächst wie eine Explosion und ultraschnell anfühlte, ist im Geschwindigkeitsrahmen des Internets zu einem allmählichen Verschwinden geworden, und ich merke, wie ich mich ganz organisch entwöhne. Paul Ford vergleicht den Prozess mit alttestamentarischen Vorläufern:
“God Did the World a Favor by Destroying Twitter”.

via @luzilla

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Sportliche Bewegung mit YouTube – hier eine sehr fröhliche Alternative zu leistungsgetriebenen Quäl-dich-du-Sau-Kanälen: The Fitness Marshall.

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https://youtu.be/zxbN_r3Xx-w

via @alexmatzkeit

die Kaltmamsell