{"id":102148,"date":"2024-10-04T09:59:54","date_gmt":"2024-10-04T07:59:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=102148"},"modified":"2024-10-06T08:54:12","modified_gmt":"2024-10-06T06:54:12","slug":"journal-donnerstag-3-september-2004-zweiter-tag-heimreise-mit-lehrreichem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2024\/10\/journal-donnerstag-3-september-2004-zweiter-tag-heimreise-mit-lehrreichem.htm","title":{"rendered":"Journal Donnerstag, 3. <del>September<\/del>Oktober 2004 &#8211; Zweiter Tag Heimreise mit Lehrreichem"},"content":{"rendered":"<p>Der zweite und letzte Tag R\u00fcckreise verlief weniger anstrengend als bef\u00fcrchtet. Zwar war ich durchgehend angespannt, doch nicht mal die letzten beiden Stunden Zugfahrt Stuttgart-M\u00fcnchen f\u00fchlten sich wirklich elend an, und ich traf noch vor Mitternacht daheim ein.<\/p>\n<p>Der Schlaf im Barceloneser Hotel war ok und genug gewesen. Ich finalisierte so stromsparend wie m\u00f6glich den Blogpost, recherchierte und kaufte online ein Ladekabel f\u00fcr mein zehn Jahre altes MacBook Pro, das angeblich schon heute zur Abholung im Apple Store bereit liegen w\u00fcrde (da Spezialkabel f\u00fcr nicht mehr produziertes Modell, verlie\u00df ich mich nicht auf Vorr\u00e4tigkeit). Zudem hatte ich ja mein Arbeits-Notebook daheim, mit dem konnte ich \u00fcberbr\u00fccken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241003_02_Barcelona.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241003_02_Barcelona.jpg\" alt=\"Spiegelselfie einer Frau mit kurzen wei\u00dfen Haaren und Brille in einem kleinen Aufzug, sie tr\u00e4gt wei\u00dfe Jacke, Messenger-Bag, vor ihr ein gro\u00dfer Koffer\" width=\"298\" height=\"426\" class=\"alignnone size-full wp-image-102156\" \/><\/a><\/p>\n<p>Geduscht, gepackt, Hotelaufzug nach unten.<\/p>\n<p>Der Spaziergang zum Bahnhof (auch dieser von Baustellen umgeben, der Hindernislauf erweckte wieder Heimatgf\u00fchle) war sch\u00f6n, ich ging inmitten von Eltern, die ihre Kinder zur Schule begleiteten, in fr\u00f6hlicher und gemeinschaftlicher Stimmung und nur wenig mehr Frauen als M\u00e4nner.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241003_03_Barcelona.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241003_03_Barcelona.jpg\" alt=\"Gro\u00dfe Kreuzung in einer Gro\u00dfstadt in Morgensonne, ein langer Bus biegt gerade um die Ecke\" width=\"600\" height=\"413\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/a><\/p>\n<p>Barcelona gefiel mir weiterhin gut, ich mochte die Gro\u00dfstadtstimmung, das Viertel La Bordeta f\u00fchlte sich wohnenswert an (Einmerker f\u00fcr eigentlichen Barcelona-Urlaub).<\/p>\n<p>Im Bahnhof kaufte ich eine gro\u00dfe Flasche Wasser: Das Leitungswasser in Barcelona schmeckte so greislich, dass auch ich es mir nicht antun wollte, gechlort <i>und<\/i> modrig. Also f\u00fcllte ich nicht wie sonst die f\u00fcr die Reise mitgebrachten Sportflaschen (in Esporles und Valldemosa hatte das Leitungswasser sogar besonders k\u00f6stlich geschmeckt), sondern erzeugte Plastikm\u00fcll.<\/p>\n<p>Vor dem Bahnsteig zu meinem Zug Sicherheitsschleuse wie am Flughafen: Ticket-, Gep\u00e4ck- und K\u00f6rperkontrolle mit entsprechenden Warteschlangen. Hier k\u00f6nnte S\u00f6der noch aufr\u00fcsten, in bayerischen Fernbahnh\u00f6fen kann man einfach so in die Z\u00fcge ins Ausland spazieren.<\/p>\n<p>Lehrreiche Fahrt nach Paris:<br \/>\n1. Auch TGV kann Verp\u00e4tung. Wir fuhren 10 Minuten nach Fahrplan von Barcelona ab, bis Paris hatten wir bis zu 30 Minuten Versp\u00e4tung.<br \/>\n2. Auch TGV kann keine Internetverbindung. Da sich erwies, dass auch Spanien und Frankreich weitl\u00e4ufige Funkl\u00f6cher k\u00f6nnen, haschte ich wie in Deutschland immer wieder irgendeiner Art von Verbindung.<br \/>\n3. Wie schon auf der Hinfahrt waren die spanisch gemeinten Versionen der Durchsagen vor lauter franz\u00f6sischem Akzent und Genuschel komplett unverst\u00e4ndlich. (Mir ist diese kindliche Taktik zu Verschleierung von Unkenntnis nicht fremd.)<br \/>\n4. Im TGV-Zugrestaurant bedeutet &#8220;Cappuccino&#8221; schlichten Kakao. Das musste ich feststellen, als ich einen solchen nach ausdauerndem Schlangestehen als Mittagscappuccino geholt hatte und reklamierte, das sei doch aber <i>chocolate<\/i>: Die wirklich freundliche Angestellte hinter der Theke verstand nicht, was es zu reklamieren gab, ich h\u00e4tte doch Cappuccino bestellt, und das sei spanisch &#8220;chocolate&#8221;.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241003_06_Zugfahrt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241003_06_Zugfahrt.jpg\" alt=\"Blick aus Zugfenster auf Landschaft mit Binsenwiesen und Wasserfl\u00e4chen, im Vordergrund ein Fensterbrett, darauf ein Becher, auf dessen Inhalt man Milchschaum sieht\" width=\"454\" height=\"605\" class=\"alignnone size-full wp-image-102158\" srcset=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241003_06_Zugfahrt.jpg 454w, https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241003_06_Zugfahrt-450x600.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 454px) 100vw, 454px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dabei w\u00e4re die Aussicht dazu gerade herrlich gewesen. So kippte ich das Getr\u00e4nk halt ins Zugklo, auf Kaba hatte ich wirklich keine Lust. Brotzeit um zwei: Apfel, zwei gut durchgequetschte Eiwei\u00dfriegel aus dem Wanderproviant.<\/p>\n<p>In diese Richtung brauchte der Zug Barcelona-Paris fast eine Stunde weniger als hin: Er hielt auf der franz\u00f6sischen Seite nicht an jeder Strandh\u00fctte. Doch die halbst\u00fcndige Versp\u00e4tung bis Paris (die beharrlich als 15 Minuten durchgesagt wurde) machte mich ein wenig unruhig, obwohl sie mir weiterhin \u00fcber eine Stunde f\u00fcr den Wechsel zwischen Gare de Lyon und Gare de l&#8217;Est lie\u00df: Der Zeitaufwand des Transfers zwischen den Bahnh\u00f6fen in Paris liegt nicht in den eigentlichen Fahrten und \u00dcberg\u00e4ngen, sondern im Fahrkartenkauf an den Automaten. Daran lange Schlangen unge\u00fcbter Touristen, da dauert der Ticketkauf schnell mal 20 Minuten (gestern mitgestoppt). Trotzdem fand ich am Gare de l&#8217;Est noch Zeit f\u00fcr die Besorgung eines Abendessens inklusive Wasserkauf (noch mehr Plastik).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241003_08_Paris.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241003_08_Paris.jpg\" alt=\"Mauer mit Graffiti vom Zug aus gesehen, dar\u00fcber wolkiger Himmel\" width=\"393\" height=\"524\" class=\"alignnone size-full wp-image-102159\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach den ersten 20 Minuten der Fahrt Paris-Stuttgart hatte dieser TGV bereits 10 Minuten Versp\u00e4tung. Diesmal sa\u00df ich auf einem Fensterplatz, ich sah hinaus in die franz\u00f6sische Landschaft, solange das Tageslicht noch etwas erkennen lie\u00df. Um acht packte ich mein Abendessen aus: K\u00f6rner-Baguette mit Tomate, rohem Schinken, Mozarella, au\u00dferdem ein Pain au raisins, beides bereitete mir Vergn\u00fcgen.<\/p>\n<p>Die immer gr\u00f6\u00dfere Versp\u00e4tung beunruhigte mich weniger: Mit nur (heutzutage) elf Minuten Umsteigezeit w\u00fcrde ich in Stuttgart zwar meine gebuchte Verbindung verpassen, doch um diese Zeit gab es \u00fcberraschend viele ICEs nach M\u00fcnchen. So nahm ich dann auch einfach den n\u00e4chsten, Platz hatte dieser ohnehin genug.<\/p>\n<p>M\u00fcnchen empfing mich sehr k\u00fchl: Schon in Paris hatte ich zu Jacke und T-Shirt einen Pulli angezogen, jetzt wickelte ich meinen Schal um den Hals. Und dann fuhr ich um halb zw\u00f6lf mit meinem Koffer Slalom nach Hause um Wiesnpizzen, Rikscha-Rowdies und viele, viele torkelnde Oktoberfest-Cosplayer*innen. Ich muss k\u00fcnftig meine Oktoberfestflucht besser mit genau diesen 16 Tagen parallelisieren.<\/p>\n<p>Reiseunterhaltung an diesem zweiten Tag war Elif Shafak, Michaela Grabinger (\u00dcbers.), <i>Ehre<\/i>, die letzten Seiten noch im Bett vor dem Einschlafen. War mir als eine der in der T\u00fcrkei meistgelesenen Autorinnen empfohlen worden, und bei t\u00fcrkischer Literatur habe ich eh eine b\u00f6se L\u00fccke. Auf Deutsch hatte ich es gekauft, weil ich von einem t\u00fcrkischen Original ausgegangen war: Irrtum, das hat Shakaf auf Englisch geschrieben, aber jetzt war&#8217;s schon egal. Las ich gestern sehr gern, Details sp\u00e4ter. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/e676bd2bdc254258a7b5b6483f21339b\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der zweite und letzte Tag R\u00fcckreise verlief weniger anstrengend als bef\u00fcrchtet. 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