{"id":102674,"date":"2024-10-25T14:12:46","date_gmt":"2024-10-25T12:12:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=102674"},"modified":"2025-10-16T17:02:09","modified_gmt":"2025-10-16T15:02:09","slug":"journal-freitag-25-oktober-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2024\/10\/journal-freitag-25-oktober-2024.htm","title":{"rendered":"Journal Freitag, 25. Oktober 2024 &#8211; Neue Backform, neuer Zauberstab (und pers\u00f6nliche Gottschalk-Erinnerungen)"},"content":{"rendered":"<p><i>Eigentlich wundert mich eher, dass mir das nicht \u00f6fter passiert: Einen Entwurf dieses Posts habe ich gestern Nachmittag versehentlich ver\u00f6ffentlicht, durch &#8220;privat&#8221;-Stellen gleich wieder offline genommen. Ich bitte um Nachsicht f\u00fcr die Verwirrung.<\/i><\/p>\n<p>Wieder vom Weckerklingeln geweckt, diesmal aber zumindest mit der Aussicht: Morgen und \u00fcbermorgen zweimal NICHT!<\/p>\n<p>Zum Abschluss der Morgentoilette beduftete ich mich endlich wieder mit meinem aktuellen Lieblingsparfum Eidesis (so sch\u00f6n trocken holzig!): In den Monaten davor hatte ich eine stark duftende K\u00f6rperlotion verwendet, das wollte ich nicht mischen. (K\u00fcrzlich im Nachruf auf einen exzentrischen Parfumh\u00e4ndler gelesen, er habe jeden Tag ein anderes Parfum verwendet &#8211; und schon konnte ich mir keinerlei Duft-Kompetenz bei ihm vorstellen, welch grauenhaftes Durcheinander selbst bei t\u00e4glicher gr\u00fcndlicher K\u00f6rperreinigung -> Kleidung!)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241025_01_Pettenkoferstr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241025_01_Pettenkoferstr.jpg\" alt=\"Morgendunkle Altstadtstra\u00dfe mit herbstbunten B\u00e4umen, parkenden Autos; mitten auf dem Gehweg steht ein neongr\u00fcnes Leih-Fahrrad\" width=\"417\" height=\"454\" class=\"alignnone size-full wp-image-102697\" \/><\/a><\/p>\n<p>M\u00fcnchner Humor.<\/p>\n<p>Das Drau\u00dfen wurde nur z\u00f6gerlich hell, lie\u00df weitere Erleuchtungen nach der Stufe Lesen-ohne-Lampe-m\u00f6glich bleiben, Hochnebel.<\/p>\n<p>Emsiger Vormittag, in dem ich mich auch um Dinge k\u00fcmmern konnte, die niemand im Blick hat (und die nur wichtig w\u00fcrden, wenn irgendwann jemand entdeckte, dass sich seit Jahren niemand darum gek\u00fcmmert hat).<\/p>\n<p>Bester Mittagscappuccino im Westend, auf dem R\u00fcckweg Brotkauf. Vielleicht nehme ich irgendwann das automatische Angebot der Angestellten an, dieses Brot in Scheiben schneiden zu lassen &#8211; einfach um herauszufinden, was ein B\u00e4ckerei-Brotschneideautomat aus einem frischen und sehr feuchten Roggenvollkornbrot macht, mein Tipp: Matsch.<\/p>\n<p>Mittagessen sp\u00e4ter am Schreibtisch: Fenchelsalat (Ernteanteil), Roggenvollkornbrot.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241025_04_Telefondisplay.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241025_04_Telefondisplay.jpg\" alt=\"Display eines Station\u00e4r-Telefons mit Meldung \u201eNotbetrieb\u201c\" width=\"448\" height=\"245\" class=\"alignnone size-full wp-image-102698\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dysfunktionalit\u00e4ten. Ich m\u00f6chte bitte ein Schild &#8220;Notbetrieb&#8221; f\u00fcr meinen Schreibtisch und die Auswahl eines solchen Status auf MS Teams. F\u00fcr alle F\u00e4lle.<\/p>\n<p>Ab zwei schob die Sonne den Hochnebel immer weiter weg, doch bevor es richtig sonnig werden konnte, \u00fcbernahm schon wieder der Hochnebel.<\/p>\n<p>Z\u00e4her Arbeitsnachmittag, auch der endete irgendwann in Feierabend.<\/p>\n<p>\u00dcber ausf\u00fchrliche Lebensmitteleink\u00e4ufe f\u00fcr Abend und Wochenende ging ich nach Hause: Vollcorner, Verdi &#8211; inklusive Schwatz mit der Frau an der Kasse von immer \u00fcber das st\u00e4ndige Wechseln zwischen Sprachen. Diesmal aktualisierte ich die Einkaufslisten-App ganz, ganz oft, um Doppelbesorgungen wie am Freitag zuvor zu vermeiden.<\/p>\n<p>Wie geplant machte ich mich daheim erstmal ans Backen: Die neue 30-cm-Kastenform sollte mit Nusskuchen getestet werden, ich hatte mich <a href=\"https:\/\/teigliebe.com\/recipe\/saftiger-nusskuchen\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">f\u00fcr dieses Rezept aus einer Kommentarempfehlung<\/a> entschieden.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Teil 1 des gestrigen Nachtmahls hatte ich mich verantwortlich gemacht: Artischocken mit Knoblauch-Majo. W\u00e4hrend die Artischocken im kochenden Wasser garten, weihte ich den neuen Zauberstab ein, Spielanleitungs-gem\u00e4\u00df verwendete ich die Schlagscheibe f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/rezepte\/idioten-majonese.htm\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">die Idioten-Majo<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241025_05_Idiotenmajo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241025_05_Idiotenmajo.jpg\" alt=\"Durchsichtiger Becher mit viel \u00d6l, unten ein Ei und Gew\u00fcrze\" width=\"333\" height=\"444\" class=\"alignnone size-full wp-image-102699\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zutaten in Becher (der neue Zauberstab kam mit einem neuen, durchsichtigen). Zauberstab langsam versenken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241025_06_Idiotenmajo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241025_06_Idiotenmajo.jpg\" alt=\"Becher, in dem ein Zauberstab steht, oben ein wenig \u00d6l, unten Majo\" width=\"333\" height=\"444\" class=\"alignnone size-full wp-image-102700\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zwischenergebnis zwei Sekunden nach Einschalten. Zauberstab langsam hochziehen, dann so lange bewegen, bis kein \u00d6l mehr sichtbar ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241025_07_Idiotenmajo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241025_07_Idiotenmajo.jpg\" alt=\"Durchsichtiger Becher mit Majonese\" width=\"333\" height=\"444\" class=\"alignnone size-full wp-image-102701\" \/><\/a><\/p>\n<p>Majo fertig. Ein Drittel davon mischte ich mit reichlich Joghurt, w\u00fcrzte mit Salz, Pfeffer, frisch gepresstem Knoblauch.<\/p>\n<p>Als Aperitif gab es von Little Crab Orangenwein und Wermut &#8211; als Probiererl vor einem Jahr von der Herstellerin geschenkt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241025_12_Nachtmahl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/241025_12_Nachtmahl.jpg\" alt=\"Gedeckter Tisch f\u00fcr zwei mit Bast-Sets, in tiefen Glastellern ganze Artischocken, daziwschen eine wei\u00dfe Schale mit wei\u00dfer Sauce, zwei Weingl\u00e4ser, eine Weinflasche mit der Aufschrift &quot;Nouat&quot;, auf der gegen\u00fcberliegenden Seite sitzt ein Mann mit rotem Shirt und Strickjacke\" width=\"393\" height=\"524\" class=\"alignnone size-full wp-image-102702\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nachtmahl, Teil 1: Zur Artischocke hatte ich den mallorquinischen Wei\u00dfwein Nounat bestellt, <a href=\"https:\/\/bruellen.blogspot.com\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">den Frau Br\u00fcllen<\/a> empfohlen hatte, den ich in Port d&#8217;Alc\u00fadia sogar gesehen hatte &#8211; allerdings in einem geschlossenen Weinladen. Jetzt wollte ich aber endlich! Stellte sich heraus, dass diese Cuv\u00e9e aus Prensal Blanc und Chardonnay tats\u00e4chlich sehr elegant und besonders schmeckt &#8211; und hervorragend zu den Artischocken passte.<\/p>\n<p>Als Teil 2 hatte ich mir Pfefferleber gew\u00fcnscht, die Herr Kaltmamsell aus Kalbsleber briet, wunderbar. Nachtisch S\u00fc\u00dfigkeiten, Schokolade.<\/p>\n<p>Dazu lie\u00dfen wir im Fernsehen <i>Addams Family<\/i> von 1991 laufen &#8211; und stellten fest, dass wir diesen ersten Teil \u00fcberraschenderweise viel weniger kannten als die Fortsetzung &#8211; dabei war das SO eine Erleuchtung damals im Kino!<\/p>\n<p>Nach dem entt\u00e4uschenden Dusse hatte ich noch Donnerstagabend in die n\u00e4chste Lekt\u00fcre reingelesen, wieder termingerecht bereitgestellt von der M\u00fcnchner Stadtbibliothek: Raphaela Edelbauer, <i>Die Inkommensurablen<\/i>. Und war im Wien des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts gelandet &#8211; f\u00fcr meinen Geschmack ein wenig zu faktendicht erkl\u00e4rend, aber ich wollte umgehend wissen, wie es mit dem 17-J\u00e4hrigen vom Land weitergeht.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Ich habe ja das Gl\u00fcck, dass mein Thomas Gottschalk der pr\u00e4-Wetten-dass ist, den man nur als Alte und als damalige H\u00f6rerin von Bayern 3 kennt. Seine Sendung <i>Pop nach acht<\/i> lehrte mich internationales Pop-Gesch\u00e4ft, sein Tonfall und die Art seiner Interviews mit Studiog\u00e4ste waren anders als alles, was ich je im Radio geh\u00f6rt hatte. Gottschalk sprang auch in anderen Sendungen ein. Unvergessen, wie ich Mitte der 1980er mal aus der Schule heimkam, im Radio (bei uns lief damals sehr viel Radio, immer Bayern 3) die mitt\u00e4gliche Sendung &#8220;Schlagerkarussel&#8221;. Eine Dame sang gerade leidenschaftlich &#8220;Wer Liebe will, muss auch Liebe geben&#8221;, woraufhin sich eine Moderatorenstimme einschaltete (allein das war unerh\u00f6rt: mitten in die Musik reinzusprechen!): &#8220;Da k\u00f6nnte ja jeder kommen: &#8216;Wer Eier will, muss auch Eier legen&#8217;.&#8221; Der eingesprungene Thomas Gottschalk, und Radioh\u00f6ren war nie wieder wie vorher.<\/p>\n<p>Dann die Zeit in den nur wenig sp\u00e4teren 1980ern, in der Gottschalk mittags die &#8220;B3-Radioshow&#8221; mit G\u00fcnther Jauch machte: Doppelmoderation bei der \u00dcbergabe, auch etwas, was es zumindest f\u00fcr mich vorher nicht gegeben hatte &#8211; und Jauch kannte ich aus der Sendung &#8220;Morgentelegramm&#8221;, wo er mir durch seine Sachkenntnis und sein unbeirrbares Nachhaken in Interviews aufgefallen war. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Zeit, 1987\/1988, arbeitete ich selbst beim Privatradio. In den B\u00fcros lief nat\u00fcrlich der eigene Sender (genauer: liefen die drei Sender, die sich \u00fcber den Tag abwechselnd die Frequenz teilten, es waren die wilden Anfangszeiten des Privatsendertums) &#8211; nur zwischen 13 und 14 Uhr wurde auf Bayern 3 umgestellt, und wir klebten an jedem Wort. Alle wollten wir moderieren wie Thomas Gottschalk, so witzig und schlagfertig. (Und journalistisch wollte ich sein wie G\u00fcnther Jauch &#8211; wei\u00df man heute ja gar nicht mehr, dass Jauch als richtiger Journalist angefangen hat.)<\/p>\n<p>1988 ging ich nach Augsburg zum Studieren, lebte die n\u00e4chsten zehn Jahre ohne Fernseher, h\u00f6rte im Radio vor allem Nachrichtensendungen und H\u00f6rspiele: Thomas Gottschalk war ab dann nicht mehr Teil meiner Welt (na gut, bei meinen Eltern habe ich sicher die eine oder andere Folge &#8220;Wetten dass&#8221; gesehen, zumindest habe ich Gottschalk in abenteuerlichen Stylings vor Augen). <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/2258aec88291430e8eee4b3617e0b68f\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wundert mich eher, dass mir das nicht \u00f6fter passiert: Einen Entwurf dieses Posts habe ich gestern Nachmittag versehentlich ver\u00f6ffentlicht, durch &#8220;privat&#8221;-Stellen gleich wieder offline genommen. 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