{"id":105189,"date":"2025-01-18T08:25:34","date_gmt":"2025-01-18T07:25:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=105189"},"modified":"2025-01-18T08:31:38","modified_gmt":"2025-01-18T07:31:38","slug":"journal-freitag-17-januar-2025-die-schwarze-cordhose-tante-martl-von-ursula-maerz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2025\/01\/journal-freitag-17-januar-2025-die-schwarze-cordhose-tante-martl-von-ursula-maerz.htm","title":{"rendered":"Journal Freitag, 17. Januar 2025 &#8211; Die schwarze Cordhose, <i>Tante Martl<\/i> von Ursula M\u00e4rz"},"content":{"rendered":"<p>Gut geschlafen, das ist zu einer angenehmen Gewohnheit geworden. In weniger tiefen Schlafphasen freute ich mich aufs Freitagsfleisch, stellte mir gro\u00dfe St\u00fccke gebratenes Rind vor, kam auf die Idee, morgens dazu Knoblauchbutter zu kneten (damit sie bis abends fest wurde), legte fest, welche beiden Rotweine ich Herrn Kaltmamsell zur Auswahl anbieten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Auf dem Marsch in die Arbeit Knacken und Knirschen unter den Schuhen, ein frostiger Morgen. Noch dazu neblig und bedeckt, ich marschierte im Stockdunklen.<\/p>\n<p>Im B\u00fcro geordnetes Wegarbeiten, dazwischen allerdings ein paar Schrecken wegen Fehlern (meinen) und Missverst\u00e4ndnissen.<\/p>\n<p>Der Tag hielt sich dann gar nicht erst mit Hellwerden auf, es blieb neblig d\u00fcster, bis es gegen vier wieder ganz dunkel wurde. Dennoch Marsch ins Westend f\u00fcr Mittagscappuccino, ich genoss die Bewegung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250117_04_Stray.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250117_04_Stray.jpg\" alt=\"Innen auf einem h\u00f6lzernen Fesnterbrett vor einem Ladenfenster eine Tasse Cappuccino, vor dem Fenster unscharf eine st\u00e4dtische Altbau-Wohnstra\u00dfe mit geparkten Autos, es radelt gerade jemand vor\u00fcber\" width=\"363\" height=\"484\" class=\"alignnone size-full wp-image-105201\" \/><\/a><\/p>\n<p>Beim Kaffeetrinken das Gespr\u00e4ch hinter mir: Zwei Leute diskutierten Mathematisches, es fielen die W\u00f6rter &#8220;Unendlichkeit&#8221;, &#8220;Operationen&#8221; und &#8220;Konsistenz&#8221;. Cooler Laden.<\/p>\n<p>Am Schreibtisch gab es zu Mittag Orangen und H\u00fcttenk\u00e4se.<\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftiger Nachmittag, wieso arbeiteten so viele Leute Freitagnachmittag? (Kernzeit endet freitags um 12 Uhr.)<\/p>\n<p>Fast p\u00fcnktlicher Feierabend, auf dem Heimweg umfassende Wochenend-Eink\u00e4ufe im Vollcorner.<\/p>\n<p>Zu Hause empfing mich das Paket mit der online gekauften schwarzen Cordhose &#8211; zwei Wochen nach Bestellung, denn es hatte sich herausgestellt, dass es sich um eine Lieferung aus China handelte. Gemerkt hatte ich das erst an der ersten Versandank\u00fcndigung: Das Tracking f\u00fchrte mich zu einem chinesischen Versandunternehmen. Das h\u00e4tte ich auf jeden Fall vermieden, doch man hatte mir mit den Shop-Namen &#8220;Wagner Mode M\u00fcnchen&#8221; und dem Hinweis, die Ware werde mit DHL geliefert, erfolgreich vorgegaukelt, es handle sich um einen inl\u00e4ndischen Absender. Hier auch f\u00fcr Sie zum Merken: &#8220;Wagner Mode M\u00fcnchen&#8221; ist ein Anbieter in China.<\/p>\n<p>Und dann passte die Hose nicht, vor allem war sie 10 Zentimeter zu kurz. Ich werde mich also in den Spa\u00df der R\u00fccksendung st\u00fcrzen, f\u00fcr die ich erstmal per E-Mail Anweisungen anfordern musste.<\/p>\n<p>Aber JETZT ging das Wochenende los: Eine Runde Yoga-Gymnastik, dann das Freitagabend-Line-up.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250117_06_Negroni.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250117_06_Negroni.jpg\" alt=\"Eine vollgestellte K\u00fcchen-Arbeitsfl\u00e4che, im Vordergrund zwei Tumbler mit Negronis, dahinter Flaschen Gin, Campari, Vermouth, Rotwei, ganz hinten zwei gef\u00fcllte Rotweingl\u00e4ser, rechts eine K\u00fcchenmaschine\" width=\"393\" height=\"524\" class=\"alignnone size-full wp-image-105202\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aperitiv Negroni, zum Essen einen apulischen Primitivo.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250117_07_Kuhkotelett.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250117_07_Kuhkotelett.jpg\" alt=\"Blick auf die schwarze Fl\u00e4che eines Induktionsherds, darauf im Vordergrund auf wei\u00dfem Wachspapier ein gro\u00dfes, marmoriertes Rinderkotelett, dahinter eine gro\u00dfe gusseiserne Pfanne mit zwei Henkeln und roter Au\u00dfenfl\u00e4che\" width=\"363\" height=\"484\" class=\"alignnone size-full wp-image-105203\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kuh-Kotelett, erster Test der neuen gusseisernen Pfanne, die ich Herrn Kaltmamsell als Ersatz f\u00fcr die durch Sturz kaputte geschenkt hatte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250117_08_Nachmahl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250117_08_Nachmahl.jpg\" alt=\"Aufsicht auf gedeckten Tisch, im Zentrum die gusseiserne Pfanne mit jetzt di\u00fankel gebratenem Rinderkotelett, rechts daneben ein Glasteller mit Streifen hellem und dunklem gebackenem Gem\u00fcse\" width=\"524\" height=\"374\" class=\"alignnone size-full wp-image-105204\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hervorragend inklusive Karotten und Petersilienwurzeln aus Ernteanteil zur Beilage. Nachtisch reichlich Schokolade.<\/p>\n<p>Fr\u00fch ins Bett zum Lesen, ich beendete <i>Tante Martl<\/i> von Ursula M\u00e4rz, bis zuletzt sehr angetan.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/buch_maerzmartl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/buch_maerzmartl.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"225\" class=\"alignnone size-full wp-image-105094\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zwar verstehe ich weiterhin nicht, warum das Buch als &#8220;Roman&#8221; verkauft wird und w\u00fcrde Verlag wie Autorin gerne nach den Gr\u00fcnden fragen: Ursula M\u00e4rz ist erfolgreiche Journalistin und Feuilletonistin, und sie kann gut schreiben, da darf die Geschichte ihrer Tante doch einfach ein gut erz\u00e4hlter Sachtext sein. Denn der Inhalt ist die wirklich gut erz\u00e4hlte Lebensgeschichte einer merk-w\u00fcrdigen Person, Ursula M\u00e4rz&#8217; Tante. Noch im Krieg geboren als letzte von drei T\u00f6chtern, und nat\u00fcrlich wird auch die Geschichte der Zeit, der Gegend (Pfalz, Franken), der anderen Familienmitglieder miterz\u00e4hlt. M\u00e4rz transportiert die Widerspr\u00fcche in der Pers\u00f6nlichkeit ihrer Tante hervorragend: Einerseits die eigenst\u00e4ndigste der drei T\u00f6chter mit eigenem Lebensunterhalt als Lehrerin, eigenem Auto, Reisen als Rentnerin. Andererseits ihr Leben lang ans Elternhaus gebunden, Pflegerin der alten Eltern, bei jeder Gelegenheit zu Haushaltshilfe der Schwesten abgerufen &#8211; was sie zwar immer m\u00fcrrisch und wehklagend, aber dann doch erf\u00fcllte. Immer wieder betont M\u00e4rz, wie wenig sie viele dieser Widerspr\u00fcche nachvollziehen konnte, doch sie liebt ihre Tante dann halt doch so tief, dass sie sich damit zurechtfindet. <\/p>\n<p>Ein Zeitzeugnis, allein schon durch die wunderbare Wiedergabe von Tante Martls Mundart, kein Roman, das nat\u00fcrlich wie <i>Eigentum<\/i> von Wolf Haas in der Erz\u00e4hlstimme auch ein Licht auf die Erz\u00e4hlerin wirft. Empfehlung. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/99afe66fa06e4e2fa5f7dec3bc0f088f\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut geschlafen, das ist zu einer angenehmen Gewohnheit geworden. 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