{"id":105555,"date":"2025-02-02T09:21:39","date_gmt":"2025-02-02T08:21:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/?p=105555"},"modified":"2025-02-02T09:29:21","modified_gmt":"2025-02-02T08:29:21","slug":"journal-samstag-1-februar-2025-uni-erinnerungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/2025\/02\/journal-samstag-1-februar-2025-uni-erinnerungen.htm","title":{"rendered":"Journal Samstag, 1. Februar 2025 &#8211; Uni-Erinnerungen"},"content":{"rendered":"<p>Gut und lang geschlafen, interessant getr\u00e4umt. Gem\u00fctliches Bloggen, Nachlesen der Mastodon-Timeline der vorhergehenden 24 Stunden &#8211; anhand der Verarbeitung dort auch tagespolitische Ereignisse des Vortrages nachverfolgt, \u00e4hnlich wie die Aufzeichnung eines Sport-Ereignisses.<\/p>\n<p>Erst beim ersten Auftauchen von Lieblings-Microblogging-Posts in dieser Timeline bemerkte ich, dass ich selbst die f\u00fcr Januar komplett vergessen hatte. Vermutlich w\u00e4re ich eh nicht dazu gekommen, aber diesmal hatte sie einfach vergessen.<\/p>\n<p>Fester Plan war Schwimmen gewesen, vor allem hatte ich darauf gehofft, dass dadurch die seltsamen Kreuz-\/H\u00fcftschmerzen verschwinden w\u00fcrden. Doch als es Zeit f\u00fcr Packen und Aufbruch wurde, hatte ich keine Lust. In diesem Fall fiel das Hadern aus: Ich hatte ja Urlaub, also verschob ich die Schwimmrunde einfach auf Montag &#8211; an dem ich urspr\u00fcnglich wandern wollte, f\u00fcr den mir aber keine wirklich attraktive Route eingefallen war.<\/p>\n<p>Statt dessen: <a href=\"https:\/\/bruellen.blogspot.com\/2014\/05\/sonntagszopf.html\" target=\"_blank\">Schweizer Sonntagszopf!<\/a> Ich hatte sehr im Kopf, dass noch ein angebrochener W\u00fcrfel Hefe im K\u00fchlschrank mit Vergammeln drohte. W\u00e4hrend der Teig ging (ohne Ei, weil keines im Haus, aber ich wusste ja, dass er auch ohne funktionieren w\u00fcrde), duschte ich und ging auf eine Einkaufsrunde &#8211; f\u00fcr die ich energisch &#8220;Blumen&#8221; auf die Liste setzte, schlie\u00dflich konnte ihr Anblick mich in der Urlaubswoche besonders h\u00e4ufig erfreuen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250201_03_KinoSendlingerTor.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250201_03_KinoSendlingerTor.jpg\" alt=\"Die Front eines sehr alten Kinos mit leeren Schauk\u00e4sten, mit verblichen rotem Samt ausgekleidet, \u00fcber dem Eingang die Buchstaben &quot;Filmtheater Sendlinger Tor&quot;, ein Mann mit Wollm\u00fctze und Jeans geht gerade vor\u00fcber\" width=\"551\" height=\"402\" class=\"alignnone size-full \" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/abendschau-der-sueden\/muenchen-bald-faellt-der-letzte-vorhang-im-kino-am-sendlinger-tor\/br\/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyM1dPMDE2MTY3QTAvc2VjdGlvbi9hMTg0YzlkMi04YjQ1LTRmY2EtYTEzMy02OTBkZWNhMDU2OTA\" target=\"_blank\">Trauriger Abschied von einer Kino-Institution<\/a>:<sup><a href=\"#footnote_1_105555\" id=\"identifier_1_105555\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Sehr sch&ouml;n in der kleinen Doku: Der Sprachunterschied zwischen den Generationen &ndash; eine spricht noch Bayrisch, die n&auml;chste komplett ungef&auml;rbtes Deutsch, rollt nichtmal das R.\">1<\/a><\/sup> Das Kino Sendlinger Tor ist jetzt Vergangenheit, <a href=\"https:\/\/www.tz.de\/muenchen\/stadt\/schliessen-letzte-vorstellung-filmtheater-sendlinger-tor-muss-93514740.html\" target=\"_blank\">Mitte Januar war die letzte Vorstellung<\/a>.<\/p>\n<p>Auch in den Nachbarschafts-Blumenladen bog ich ein, bewunderte beim Warten die \u00fcberraschend gro\u00dfe Auswahl an Nelken, nahm davon ein paar in Dunkelweinrot mit, die Kundin nach mir war eine der \u00f6rtlichen Verkehrsw\u00e4chterinnen.<\/p>\n<p>Weiterarbeit am Sonntagszopf, wieder scheiterte ich am zweistr\u00e4ngigen Flechten (vielleicht fehlt mir einfach die Ablenkung durch ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Relativit\u00e4tstheorie), aber das Ergebnis war zopfoid.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250201_06_Sonntagszopf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250201_06_Sonntagszopf.jpg\" alt=\"Durch die Backofenscheibe fotografierter Hefezopf, der gerade am Aufgehen ist, noch ungebr\u00e4unt\" width=\"375\" height=\"221\" class=\"alignnone size-full wp-image-105608\" \/><\/a><\/p>\n<p>Meiner Nase traue ich beim Backen mehr als der Uhr: Wenn der Duft meldet &#8220;Hefezopf 1 Minute \u00fcber fertig&#8221;, kann die Uhr noch so sehr anzeigen &#8220;noch 5 Minuten Backzeit&#8221; &#8211; Zopf kommt raus.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250201_07_Sonntagszopf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250201_07_Sonntagszopf.jpg\" alt=\"Aufsicht auf gl\u00e4nzend braun gebackenen Hefezopf auf Backpapier auf Blech\" width=\"333\" height=\"444\" class=\"alignnone size-full wp-image-105609\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach 20 Minuten Abk\u00fchlen lie\u00df er sich in flaumige Str\u00e4nge zupfen, die ich mit K\u00e4se und Orangenmarmelade genoss. Ich freute mich sehr dar\u00fcber, dass ich backen kann.<\/p>\n<p>Zeitungslekt\u00fcre, doch dann holte ich die Lieblingsmicrobloggingpostst nach: Die n\u00e4chste Runde hat bereits die Bundestagswahl hinter sich, Vieles w\u00fcrde sich \u00fcberholt haben.<\/p>\n<p>Programm war gestern ein Ausflug nach Augsburg: Herr Kaltmamsell ist immer noch im Verteiler <a href=\"https:\/\/www.uni-augsburg.de\/de\/campusleben\/musik-kultur\/AnglistenTheater\/\" target=\"_blank\">des Anglistentheaters der Uni Augsburg<\/a>, dessen Teil er als Student war (nicht auf der B\u00fchne, sondern mit Orga und Ticketverkauf), und jetzt hatten wir uns nach Jahrzehnten aufgerafft, mal wieder Tickets f\u00fcr eine Vorstellung zu kaufen. (Wir haben beide an der Uni Augsburg studiert, uns dort als Hiwis kennengelernt.) Gegeben wurde <a href=\"https:\/\/taplink.cc\/anglistentheater.dracula\" target=\"_blank\"><i>Dracula: A Postmodern Postmortem<\/i><\/a>, eine Verarbeitung von Bram Stokers Roman von 1897.<\/p>\n<p>Das Hinkommen war gar nicht so einfach: Die Regionalbahn, die uns mit unserem Deutschlandticket rechtzeitig f\u00fcr einen Abend-Snack vor der Vorstellung nach Augsburg bringen sollte, fiel aus &#8211; \u201eGrund ist die kurzfristige Erkrankung des Personals.\u201c Herr Kaltmamsell spendierte kurzerhand zwei ICE-Tickets, doch in diesem schickeren Zug sa\u00dfen wir erstmal: Er fuhr \u201eauf unbestimmte Zeit\u201c nicht ab, \u201ewegen fehlendem Personal\u201c.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich kamen wir aber nach Augsburg, zu sp\u00e4t f\u00fcr ein Einkehren (wir hatten nach dem vielen warmen Sonntagszopf eh noch keinen Hunger), doch mit reichlich Zeit f\u00fcr einen Spaziergang \u00fcbers Uni-Gel\u00e4nde.<\/p>\n<p>Augsburg hat eine Campus-Uni im S\u00fcden der Stadt, wir versuchten uns in der n\u00e4chtlichen Szenerie zu erinnern, welche Geb\u00e4ude und Infrastruktur es zu unserer Zeit schon gab (Abschluss 1995 &#8211; mein Studiengang Englische Literaturwissenschaft existiert l\u00e4ngst nicht mehr, nicht mal mehr mein Studienabschluss Magister), sahen in der Zentralbibliothek vorbei (die rosa Zettel damals f\u00fcr Fernleihe!), rekonstruierten unsere Recherche-Wege durch die Bibliotheksgeb\u00e4ude als Hiwis, guckten von au\u00dfen in die stille Cafeteria. Ich hatte schon sehr lang nicht mehr an diese Zeit gedacht. (Damals, kr\u00e4chzte sie, gab es ja noch nicht mal die Stra\u00dfenbahn raus zur Uni, es fuhr nur ein Bus, und die Haltestelle hie\u00df &#8220;Alter Postweg, Universit\u00e4t&#8221; &#8211; mit Universit\u00e4t als Nebensache.)<\/p>\n<p>Vertraut war das H\u00f6rsaal-Geb\u00e4ude, in dem das Theaterst\u00fcck aufgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250201_11_UniAugsburg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.vorspeisenplatte.de\/speisen\/archiv\/250201_11_UniAugsburg.jpg\" alt=\"Kunstbeleuchtetes Foyer eines modernen H\u00f6rsaalgeb\u00e4udes, vom ersten Stock aus fotografiert; der Boden besteht aus Pflastersteinen, W\u00e4nde und Treppen aus Beton, links sieht man eine gelbe H\u00f6rsaalt\u00fcr, manche Blenden sind gr\u00fcn. Vereinzelt stehen Menschen herum\" width=\"564\" height=\"423\" class=\"alignnone size-full \" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich wei\u00df, dass rechts unten ein \u00f6ffentlicher Telefonapparat hing, unter anderem weil ich daran im ersten Semester f\u00fcr meine allererste Uni-Seminararbeit telefonierte, die gleich mal ein gro\u00dfes Abenteuer war (Nebenfach Alte Geschichte, Proseminar Epigrafie, Inschriften aus der sp\u00e4ten Kaiserzeit) &#8211; die Geschichte habe ich immer noch nicht erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Im gut gef\u00fcllten H\u00f6rsaal f\u00fchlte sich der Holzsitz unterm Po durchaus vertraut an (und immer noch bequemer als die Sitze in den M\u00fcnchner Kammerspielen, aber dazu geh\u00f6rt nicht viel), der heruntergeklappte Tisch machte das Sitzen noch bequemer &#8211; ich sitze einfach am liebsten an einem Tisch.<\/p>\n<p>Das konventionelle B\u00fchnenbild mit realistischen M\u00f6beln und einem silbernen Theaterdeko-Sarg bereitete mich auf die Art der Inszenierung vor. Bis zur Pause f\u00fchlte ich mich gut unterhalten von der leichten und immer wieder scherzhaft erkl\u00e4rten Geschichte um Jonathan Harkers Reise zu Graf Dracula, das war liebevoll und mit Herzblut (haha) gemacht. Nach der Pause allerdings zog sich der Abschluss der Handlung in Wiederholungen, da half auch Klamauk nicht.<\/p>\n<p>Drau\u00dfen war es knackig kalt, statt an der Uni auf die n\u00e4chste Tram zu warten, marschierten wir eine Haltestelle weiter. Dann erwischten wir aber gleich eine p\u00fcnktliche Regionalbahn zur\u00fcck nach M\u00fcnchen &#8211; auch wenn wir in Pasing nochmal umsteigen mussten (am Wochenende immer Bauarbeiten), kamen wir noch vor elf nach Hause. Hunger hatten wir beide immer noch keinen echten, doch aus Vernunftgr\u00fcnden bereitete Herr Kaltmamsell aus den Fertig-Gnocchi im K\u00fchlschrank mit K\u00e4sesauce ein kleines warmes Abendessen zu.<\/p>\n<p>\u00a7<\/p>\n<p>Nochmal Prof. Drosten zu Corona &#8211; mei, er ist halt auch weiterhin weltweit f\u00fchrend in der Sars-CoV-Forschung, es ist nur seri\u00f6s, sich mit Fragen dazu an ihn zu wenden. Zum Beispiel mit Fragen \u00fcber den Forschungsstand zum Ursprung des Sars-CoV-2-Virus.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/taz.de\/Christian-Drosten\/!6061896\/\" target=\"_blank\">&#8220;Christian Drosten<br \/>\n&#8216;Je mehr Zeit vergeht, desto skeptischer werde ich'&#8221;.<\/a> <\/p>\n<p>(Herzchen f\u00fcr den Schlusssatz:<br \/>\n&#8220;Drosten: Mitdenken ist anstrengend. So ist das nun mal.&#8221;) <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/0f7897070f9044fc8ba314a58361d3d4\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_1_105555\" class=\"footnote\">Sehr sch\u00f6n in der kleinen Doku: Der Sprachunterschied zwischen den Generationen &#8211; eine spricht noch Bayrisch, die n\u00e4chste komplett ungef\u00e4rbtes Deutsch, rollt nichtmal das R.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_1_105555\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut und lang geschlafen, interessant getr\u00e4umt. Gem\u00fctliches Bloggen, Nachlesen der Mastodon-Timeline der vorhergehenden 24 Stunden &#8211; anhand der Verarbeitung dort auch tagespolitische Ereignisse des Vortrages nachverfolgt, \u00e4hnlich wie die Aufzeichnung eines Sport-Ereignisses. 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